Das Haus am See (DVD) Testbericht

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ab 9,22
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Erfahrungsbericht von Junxmutter

Das Warten durch die Zeiten

Pro:

wunderschön, sanft, romantisch

Kontra:

nichts

Empfehlung:

Ja

Hatte ich schon mal gesagt, dass ich süchtig nach Zeitreisen bin? Bin ich. Total. Alles was Zeitreisen enthält, wird von mir konsumiert. Leider hat es noch keiner geschafft, das Zeitparadoxon irgendwie zu umgehen oder logisch zu erklären. (Audrey Niffenegger in ihrem Romand ‚Die Frau des Zeitreisenden’ hatte schon mal einen ganz außergewöhnlichen Ansatz, aber lest dafür doch den Bericht über das Buch)…

Klar, letzte Zeitreisenstory im Hollywoodfilm:

Das Haus am See

Wie lange habe ich den mir anvertrauten Mann bekniet, dass wir uns diesen Film ansehen. Am Wochenende war es endlich so weit, er kam auf Premiere und wir haben uns aufs Sofa gekuschelt. (Inzwischen weiß er, dass die ‚Kuschelfilme’, die ich aussuche, nicht nur so Herz Schmerz und inhaltslos sind, sondern auf für’n gestandenes Mannsbild durchaus zu ertragen sind, auch wenn’s nicht an jeder Ecke BUMM macht oder Whiskey gerührt und nicht geschüttelt wird).

Zurück zum Thema:
Erst mal ein bisschen was über die Fakten:

Deutscher Titel: Das Haus am See
Originaltitel: The Lake House
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 2006
Länge (PAL-DVD): 105 Minuten
Regie: Alejandro Agresti
Drehbuch: David Auburn
Musik: Paul McCartney, Rachel Portman, Prince, Paul M. van Brugge
Kamera: Alar Kivilo
_________
Besetzung :

Keanu Reeves: Alex Wyler
Sandra Bullock: Kate Forster
Shohreh Aghdashloo: Anna Klyczynski
Christopher Plummer: Simon Wyler
Ebon Moss-Bachrach: Henry Wyler
Willeke van Ammelrooy: Mutter von Kate
Dylan Walsh: Morgan


Und jetzt zum Inhalt:
Wer den Film noch sehen möchte, sollte wahrlich nicht alles von dem Inhalt hier lesen, da ich alles schreiben werden, auch das Ende. Dann bitte erst ab den Sternchen weiterlesen.


Mittelpunkt des Films ist ein Haus am See. Es ist ein sehr ungewöhnliches Haus, es besteht fast ausschließlich aus Glas und ist um einen Baum herum auf Pfählen im Uferbereich des Sees über dem Wasser gebaut. Ein klassisches Architektenhaus eben.

Der Film beginnt damit, dass Kate Forster das Haus am See verlässt, weil sie in Chicago eine Stelle als Assistenzärztin im Krankenhaus annimmt. Sie schreibt dem Nachmieter eine kurze Nachricht, die sie im Briefkasten vor dem Haus hinterlässt.

Diese Nachricht findet Alex Wyler, seines Zeichens Bauunternehmer für „Hutschachteln“ von Einheitshäusern in Groß-Projekten auf der Wiese (wie sein Vater der Stararchitekt es zynisch umschreibt) und Sohn des Hauserbauers. Alex ist ein bisschen verwundert über den Brief einer „Vormieterin“, denn das Haus stand jahrelang leer und wird von ihm erst einmal komplett renoviert und wieder in Schuss gebracht. Sie bittet ihn, ihr eventuell noch eingehende Post nachzusenden. Alex schreibt zurück, dass er verwirrt ist, ihre Datumsangabe würde auch nicht stimmen und überhaupt…. und legt den Brief – wie bei den Amis üblich – in den Briefkasten vor der Tür.

Und nun bewahrheitet sich das, was Kate befürchtet hatte: der Nachsendeantrag funktioniert nicht. Sie fährt also wieder zum Haus am See und schaut nach der Post. Und findet Alex’ Brief.

Es ist sehr hübsch gemacht, wie die beiden Hauptdarsteller in ihrem jeweiligen Leben gezeigt werden, wie sie die hastigen Notizen kritzeln und sich sonst so ihre Gedanken über den anderen machen, während sie den Alltäglichkeiten ihres Lebens nachgehen. Der Zuschauer kann sehr schön einem Brief-Dialog lauschen, der ziemlich rege ausgetauscht wird. Alex berichtet aus seinem Leben, Kate von ihrem aufreibenden Dienst als Ärztin, ihrer versuchten Rettungsaktion, als am Valentinstag vor ihren Augen ein junger Mann überfahren wird, von langen Dienstzeiten und Stress und von ihrem zipfelig-struppigen Hundemädchen namens Jack.
Auch Alex kommt in den Genuss von Jack’s Anwesenheit. Dieser Hund scheint immer genau zu wissen, wann wer wo ist und scheint zwischen den Zeiten dahinzueilen.

Irgendwann kommen die beiden darauf, dass sie in der Zeit 2 Jahre auseinander sind. Alex will ihr einen Brief persönlich bringen und findet unter der von ihr angegebenen Adresse nur eine Großbaustelle. Erst in 1,5 Jahren werden die Wohnungen bezugsfertig sein. Damit steht fest: Für Alex ist es das Jahr 2004, für Kate bereits 2006. Alex will sich auf den Weg machen und Kate suchen. Für ihn ist sie schon längst mehr, als nur eine „Nach- bzw. Vormieterin“.

Ganz langsam kommen sie sich auf die Spur. Einmal kurz kann Alex Kate persönlich sehen, als sich von ihrem Freund Morgan auf dem Bahnhof verabschiedet und dabei ein Buch auf der Bank liegen lässt. 2 Jahre später (oder jetzt für den Zuschauer) bittet sie Alex in einem Brief, ihr genau dieses Buch zu „retten“ und ihr in den Briefkasten zu legen.

An ihrem Geburtstag sitzt Kate im Jahre 2006 allein in der Bar. Und da sie ja inzwischen offenbar alles in das Jahr 2004 umrechnet, erinnert sie sich an die Geburtstagsfeier vor zwei Jahren zurück. Erinnert sich, dass ihr damaliger Freund Morgan – von dem sie sich inzwischen getrennt hat – spontan ein Pärchen eingeladen hatte. Und wie sie mit diesem Alex damals gesprochen und getanzt hatte. Als sie sich geküsst hatten, ist Morgan aufgetaucht und das war dann wohl mehr oder weniger der Beginn vom Ende vom Lied für Kate und Morgan.

Während Kate im Jahre 2006 sauer ist, dass Alex ihr damals nicht gesagt hat, wer er ist, meint Alex dazu nur, dass sie ihn damals wahrscheinlich für verrückt gehalten hätte. Wer würde so eine Geschichte denn schon glauben.

Kate und Alex verabreden, sich in Realität zu treffen. Sie wählt ein Restaurant, bei dem man monatelang im Voraus einen Tisch bestellen muss. Alex hat es da ganz leicht. Sein Termin ist in zwei Jahren ! Und so sitzt Kate am Tisch und wartet und wartet und wartet. Und wartet und wartet. Der Zuschauer denkt zurück an alte Zeiten, in denen „Die große Liebe meines Lebens“ mit Cary Grant und Deborah Kerr aktuell waren. Wo auch vergebens stundenlang gewartet wird und zwar aus gutem Grund, wie man als Kenner weiß.
Mit dieser Filmvorlage im Hinterkopf erwartet man eigentlich nicht, dass Alex Kate einfach nur so sitzengelassen hat. Man erwartet schon, dass das ganze einen triftigen Grund hat.

Kate will die „Brieffreundschaft“ mit Alex beenden, da dieser Freundschaft offenbar keine Zukunft gegönnt ist. Alex schreibt zwar immer noch und immer noch, aber Kate holt die Briefe nicht mehr ab. Die Zeit vergeht. Kate trifft Morgan wieder und geht mit ihm ab und zu aus, Alex renoviert das Haus am See und gibt schließlich – in seiner Zeit – Morgan die Schlüssel, damit Kate dann einziehen kann. Der Morgan des Jahres 2004 ist natürlich immer noch stinksauer auf den Mann, der so einfach seine Freundin geküsst hat.

Der Morgan aus dem Jahr 2008 ist auf dem besten Weg sich mit seiner Freundin Kate ein gemeinsames Haus zu bauen. Dazu treffen sich beide mit einem Architekten in dessen Büro. Auf einmal erkennt Kate auf einem der Bilder an der Wand ihr Haus am See. Das hätte sein Bruder gemalt, erklärt der Architekt auf Kates Frage. Nein, sie könne ihn nicht mehr treffen, er sei heute genau vor zwei Jahren am Valentinstag bei einem Unfall gestorben.
Valentinstag? Vor zwei Jahren? Unfall? Kate erstarrt und rennt dann los. Fährt wie eine Verrückte zum Haus am See und schreibt einen verzweifelten Brief. Alex möge sie nicht suchen, möge nicht versuchen, sie im Jahre 2006 zu finden. Er würde sonst bei einem Unfall sterben. Er solle warten. Bis 2008. Und sie dann am Haus am See suchen am Valentinstag.
Sie legt den Brief in den Briefkasten, den sie ein Jahr nicht mehr benutzt hat. Und steht da wie immer und wartet darauf, dass die rote Fahne sich bewegt.

Natürlich gibt’s gemeinerweise hier eine Blende auf Alex, der an dem Valentinstag 2006 auf den Dachboden steigt und den Brief raussucht, in dem Kate über den Unfall geschrieben hat. Er hat hier noch einmal die Chance, Kate zu treffen, da er mit Hilfe des Briefes weiß, zu welcher Zeit sie an welchem Ort sein wird. Man sieht ihn, wie er mit dem Brief von Kate in der Hand auf den Platz geht, auf dem sie am Valentinstag sitzt und die warmen ersten Frühlingsstrahlen genießt und wo er gleich überfahren wird, während man noch mit Kate betet, dass er den anderen – viel wichtigeren Brief – im Briefkasten findet.

Und dann geht die Fahne vor Kate’s Augen runter und wieder rauf und sie bricht vor Erleichterung Alex doch noch gerettet zu haben, fast zusammen. Und Alex steht hinter ihr und endlich können sie sich in den Armen liegen.

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Ab hier kann man wieder weiterlesen!

Meine Meinung:

Zum Thema Zeitreise gibt’s hier überhaupt keine weiteren Erklärungen in dem Film. Das hatte ich auch nicht erwartet. Die Zeitparadoxen wurden einfach hingenommen und es wurde gar nicht erst der Versuch unternommen, hier irgendeine Lösung zu finden.
Kate schreibt, sie vermisst in ihrer neuen Wohngegend die Bäume und Alex zieht los und pflanzt auf dem Rohbau einen Baum und noch während Kate den Weg zur Eingangstür entlang geht, steht plötzlich aus dem Nichts ein riesiger Baum neben ihr… tja… das löst doch Diskussionen aus unter passionierten Zeitreise-Anhängern und Zeitparadox-Diskutierern.

Abgesehen davon find ich – typisch Frau eben – den Film herrlich. Sandra Bullock als Kate, sanft manchmal, tough als Ärztin, hin und her gerissen zwischen Morgan, von dem sie sich dann getrennt hat, und dem sanften Alex, den sie nur 2 x (unbewusst) getroffen hat…
Keanu Reeves als Alex, sanft und zögernd und so ganz anders als der selbstbewusste, arrogante Morgan…
Es ist einfach nur schön, zuzusehen, wie sich da zwei finden, die sich lieben. Eine Liebe allerdings, die ein kleines Zeitproblem hat.

Mir haben die Bilder von dem Haus gefallen, von dem See, der Landschaft. Die kleinen Philosophien, die die beiden mit anderen besprechen. Der Film ist sehr sanft und sehr sehr ruhig. Unterbrochen nur ab und an von dem furchtbar polternden Star-Architekten-Vater auf seinem Olymp, der die restliche Umwelt zu seiner anbetenden Dienerschaft degradiert hat. Ansonsten behält er eine sehr leise Atmosphäre, in der die zwei einsamen Hauptdarsteller sehr ruhig und ziemlich unspektakulär ihre Runden ziehen. Wobei sie um so liebenswerter und echter wirken. Wie Kate in ihrer Einsamkeit mit ihrem Hund Schach spielt, ist einfach sehenswert. Wer an diesen Stellen lachen will, kann lachen, man kann es aber auch bleiben lassen. Ganz am Ende hält man einfach nur die Luft an und betet, dass sie schafft, was sie so dringend will.


Auf keinen Fall ist es ein Film zum späteren Diskutieren der Logikfehler. Man darf ihn einfach nur schön finden.

Fazit: meine Empfehlung für alle romantischen Herzen

33 Bewertungen, 13 Kommentare

  • panico

    03.02.2008, 16:51 Uhr von panico
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg panico:-)

  • anonym

    16.10.2007, 18:46 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG Damaris

  • waltraud.d

    16.10.2007, 15:57 Uhr von waltraud.d
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich

  • XXLALF

    16.10.2007, 14:12 Uhr von XXLALF
    Bewertung: sehr hilfreich

    Die grundlegende Ursache für die Erleuchtung ist der feste Entschluss, sich dem Wohl der anderen zu widmen, deshalb lese ich auch diesen Bericht. Wenn dir an meinem Wohl auch was liegt so lese auch bei mir. Lg XXLALF

  • Zzaldo

    16.10.2007, 12:09 Uhr von Zzaldo
    Bewertung: sehr hilfreich

    ein sh von mir für Dich. LG Stephan

  • anonym

    16.10.2007, 01:31 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    wollte ich eigentlich anschauen - naja, vielleicht ein anderes Mal....

  • LittleSparko

    16.10.2007, 01:18 Uhr von LittleSparko
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg, daniela

  • mami_online

    16.10.2007, 00:57 Uhr von mami_online
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh + LG, Nicole

  • oxalife

    16.10.2007, 00:11 Uhr von oxalife
    Bewertung: sehr hilfreich

    liebe grüße, oxalife

  • morla

    15.10.2007, 20:40 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    l.g. petra

  • sigrid9979

    15.10.2007, 20:29 Uhr von sigrid9979
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH -- Hurra ich bin die erste .. Lg Sigi

  • sandrad198

    15.10.2007, 20:28 Uhr von sandrad198
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg Sandra

  • topfmops

    15.10.2007, 20:28 Uhr von topfmops
    Bewertung: sehr hilfreich

    Bis Du bei Zeitreisen auf ein Paradoxon triffst: Du gehst soweit in der Zeit zurück, dass Du Deinen Großvater umbringst, ehe der deinen Vater gezeugt hat. Kannst Du das überhaupt??