Erfahrungsbericht von denali
Noch lange nicht in Rente
Pro:
John Cleese, DVD an sich, Erinnerungen an alte Bond-Filme, Actionszenen
Kontra:
platte Story, Musik
Empfehlung:
Ja
Neulich war ich mal wieder bei ebay stöbern und da fiel mir doch auch glatt die DVD des neuesten James Bond-Films in die Hände. So war die Freizeitgestaltung für wenige Tage auch unter Dach und Fach gebracht, denn die DVD hat einiges an Extras zu bieten. Doch zuvor erst mal zum
Film:
James Bond wird nach Nord-Korea geschickt, um dort den größenwahnsinnigen Militär-Offizier Moon zu töten, der illegale Waffengeschäfte betreibt. Seine Handelswährung: Diamanten. Natürlich kann er für diesen Auftrag nicht den normalen Reiseweg wählen und so ist der Weg vom Wasser her die scheinbar sinnvollste Alternative. Sein Reisemittel: ein Surfbrett, das natürlich mit kleinen Mengen Sprengstoff und einem GPS-Empfänger extra präpariert ist. Doch der Plan fliegt auf, da Bond verraten wird. Aus den ersten zaghaften nordkoreanischen Umklammerungen kann sich Bond, nachdem er den mitgebrachten Sprengstoff im Diamantenköfferchen per Fernzündung zur Explosion bringt, befreien. Seitdem läuft Moon’s erster Kämpfer Zao mit einer glitzernden Gesichtshälfte durch die Gegend. Bond hetzt derweil dem flüchtigen Moon hinterher und sieht ihn letztendlich eine tiefe Schlucht hinabstürzen. Doch die Freude währt nicht lange, denn die nordkoreanischen Truppen nehmen ihn nun wirklich fest. Bond erhält während seiner 14-monatiger Haftzeit eine besonders liebevolle Behandlung, die gespickt ist mit vielen Folterungen. Die Skorpione dabei scheinen nur das kleinere Übel zu sein.
Nach dieser Zeit wird Bond ausgetauscht. Preis für die westliche Welt ist die Überstellung von Zao, der unangenehm aufgefallen ist. Der Secret Service lässt Bond danach allerdings fallen, weil man keine Ahnung hat, welche Geheimnisse er unter Drogeneinfluss verraten hat. Man streicht seinen Status des Doppel-Null Agenten und will ihn zum ruhigen Außenposten auf die Falkland-Inseln versetzen. Doch Bond wäre nicht Bond, hätte er nicht seinen eigenen Kopf. Er entkommt seinen Bewachern und ermittelt fortan auf eigene Faust. Sein Ziel: Zao dingfest machen, den er seinerzeit bei seinem Kampf mit Moon nicht mehr erwischen konnte.
Spuren führen ihn auf eine vorgelagerte Insel von Kuba, auf der sich hermetisch abgeriegelt eine Schönheitsfarm verbirgt. Doch bevor er die Insel betreten kann, macht er Bekanntschaft mit Jinx, die ähnliche Ziele verfolgt. Doch wie Bond nun einmal ist, erst die Liebe dann der Job.... Dadurch, dass die beiden sich auf der Insel mehr behindern als unterstützen, kann Zao ihnen entkommen, nicht ohne jedoch Bond unfreiwillig seine Handelswährung zu überlassen. Wer jetzt auf Diamanten tippt, liegt richtig. Anhand des Schliffs und des Markenzeichens werden diese Diamanten aus den Minen von Gustav Graves zugeordnet.
Bond, nun eifrig dabei, beschließt, diesen Graves näher kennen zulernen. Zunächst in einem Londoner Club, wo sich beide ein rasantes Fechtduell liefern. Im Überschwang lädt Graves nach dem Duell Bond nach Island ein, wo er ein wissenschaftliches Experiment vorstellen will. Als Bond den Club verlassen will, erhält er eine Einladung des Secret Service im Untergrund. Der Chef glaubt nun wieder an Bonds Loyalität zur britischen Krone und bietet ihm die Rückkehr. Danach tritt dann Waffenexperte Q auf und der ergänzt natürlich gleich Bonds Waffenarsenal inkl. einem neuen Auto. Diesmal darf’s dann doch wieder Aston Martin sein, der (wie zu erwarten war) eine ganz besondere Ausstattung aufweist.
In Island erwartet Bond ein Zimmer im Eispalast. Zur Vorführung trifft er auch Jinx wieder und beide warten gespannt auf Graves Vorführung. Sein Waffe dient humanitären Zwecken, denken alle, denn mit Hilfe seiner Diamanten bastelte er eine zweite Sonne, um so für mehr Ackerbau auf der Erde zu sorgen. Doch seine eigentliche Intension ist eine andere....
Bond und Jinx durchschauen Graves Spielchen und versuchen nun seiner habhaft zu werden. Es folgt ein Katz und Maus-Spiel, aber Graves können sie nicht erwischen und so geht die Jagd fröhlich weiter....
So, was Graves und Konsorten bzw. Bond und Jinx so alles veranstalten, um sich gegenseitig aus dem Weg zu räumen, müsst Ihr Euch schon selber ansehen. Und dann ist da noch die Frage nach dem eigentlichen Streben von Graves....
Film II:
Nein, nicht noch eine Inhaltsangabe, sondern mehr etwas zum Film.
Die another day ist der nunmehr 20. Bond Film in 40 Jahren. Demzufolge haben sich Produzenten und Regisseur ganz besonders viel einfallen lassen. Einerseits sollte dieser Bond-Film eine Hommage an die vorangegangenen Abenteuer darstellen und andererseits hat man ganz besonders viel Action hineingeschrieben.
Die Hommage fällt vielen kaum auf, so steigt Halle Berry beispielsweise in ihrer ersten Szene in einem Bikini á la Ursula Andress (James Bond jagt Dr. No) aus dem Wasser. In der Waffenkammer von Q entdeckt Bond alte Utensilien aus „Liebesgrüße aus Moskau“ und Q selbst, erstmals gespielt von John Cleese, sagt den berühmten Satz seines Vorgängers „ich scherze nie, wenn es um meine Arbeit geht“. Da ist aber noch mehr – viel Spaß beim stöbern.
Hier hatten die Macher des Filmes mal eine gute Idee....
Die Actionsequenzen sind wirklich reichhaltig. Es wird gesurft, dass sich die Wellen kräuseln oder aber auch mit Hovercraft-Booten eine Verfolgungsjagd veranstaltet. Natürlich fehlt auch nicht eine Verfolgungsjagd mit dem Aston Martin. Viel explodiert und manches schmilzt... Für mein Empfinden ist weniger aber manchmal mehr....
Ungewöhnlich für einen Bond-Film ist, dass die Eröffnungssequenz vor dem Hauptfilm einerseits bereits mit zur Handlung gehört und andererseits mit etwa 17 Minuten schon Überlänge aufweist. Und während Madonna ihr Liedchen trällert, heißt es dabeizubleiben, denn die Handlung läuft im weichgezeichneten Hintergrund weiter.
Schauspieler:
Pierce Brosnan durfte zum vierten Male Britanniens Allzweckwaffe mimen. Ich kann mir nicht helfen, aber an die Leichtigkeit eines Sean Connery reicht er nicht heran.
Hale Berry als seine Verbündete Jinx. Okay, sie störte nicht in dem Film. Das Begleitheft spricht von einem weiblichen Bond, hmm, da muss ich allerdings etwas widersprechen. Waffen passen irgendwie nicht zu ihr.
Die Bösewichter werden gespielt von Toby Stephens (Gustav Graves) und Rick Yune (Zao). Mir sind die beiden bislang absolut unbekannt. Sie geben sich alle Mühe, aber was die Schlechtigkeit oder Fiesheit dieser Rolle angeht, so kommen sie doch bei weitem nicht an Gert Fröbe heran („Goldfinger“).
John Cleese spielt, wie oben schon erwähnt, erstmals die Rolle des Q. In dem vorigen Streifen war er noch der Assistent des alten Waffenmeisters, der inzwischen verstorben ist. Sein Auftritt hinterlässt eine bleibende Wirkung. Es darf geschmunzelt werden....
Weiterhin wirken Oscar-Preisträgerin Judi Dench als Bonds Chefin „M“ (die ihre Sache besser macht als ihre männlichen Vorgänger) sowie auch Madonna mit, die den Titelsong zu dem Film beisteuerte.
DVD:
Was bietet die DVD sonst? Reichliche Extras, würde ich sagen.
Ein Muss sind die zwei Stunden, in den über die Entstehung und Durchführung der Tricks berichtet wird. Die Surfszene wurde beispielsweise vor Maui gedreht, an deren Nordküste sich die hohen Wellen „treffen“. Die Profi-Surfer, die dazu ausgewählt wurden, ließen sich mit Jet-Skis auf den Wellenkamm ziehen, um dann ihre Kunst zu zelebrieren. Mit eigener Kraft könnten sie so was gar nicht schaffen.
Weiterhin wird der Eispalast ausführlich behandelt. Nachempfunden wurde dieses „Gebäude“ einem skandinavischen Hotel, das nur im Winter existiert und komplett aus Schnee und Eis gebaut ist. Der im Film verwendete Palast stand natürlich nicht auf Island, sondern wurde in den Pinewood Studios gebaut. Aufgrund seiner Größe, wäre man aber auch mit Eis nicht weit gekommen und so musste Kunststoff und Beton her, denn der Palast hatte einiges auszuhalten.
Natürlich werden die Tricks der zahlreichen Verfolgungsjagden verraten. Ab und an bediente man sich auch digitaler Techniken, was man bei genauem Hinsehen im Film auch merkt.
Erzählt wird auch, wie sich die Autoren Jahre vor Drehbeginn den Kopf über mögliche Sequenzen zermartern. Immer in enger Zusammenarbeit mit den Produzenten. So dann der Regisseur mit ins Spiel kommt, wird vieles wieder umgestellt, ausgelassen oder neu mit aufgenommen.
Die im Film vorkommenden Waffen finden ebenfalls eine Rubrik für sich. Gezeigt wird nochmals das speziell ausgestattete Surfbrett oder die Herrichtung des Aston Martin. Damit die „Spielereien“ alle ihren Platz finden, musste ein kleinerer Motor eingebaut werden.
Ebenso gibt es haufenweise Standbilder zu betrachten. Weiterhin kann man sich das Video von Madonnas Titelsong sowie die Entstehung dazu ansehen.
Standard ist ja schon fast, sich zum Film Audiokommentare des Regisseurs oder Hauptdarsteller anzuhören. Genauso ist es mit dem Werbetrailer des Filmes.
Die Filmmusik wurde auf die heutigen Stilrichtungen zurechtgetrimmt. Dabei machte man auch vor der James Bond-Melodie nicht halt, die man immer wieder in den verschiedensten Variationen zu hören bekommt. Mein Urteil hierzu: etwas dezenter hätt’s schon sein können, aber man will ja auch neue Kundschaft anlocken, also ein befriedigendes Urteil hierzu.
Alles in allem wurde hier viel interessantes zusammengetragen. Wer sich alles anschauen will, kann bestimmt einen halben Tag damit verbringen. Aber dann ist man selbst wahrscheinlich auch mehr geschüttelt als gerührt.
Technische Ausstattung:
Dies entspricht dem heutigen Standard. Anzusehen ist der Film im 16:9 Format und Heimkino-Enthusiasten kommen mit dem Dolby-Surround Ton auf Ihre Kosten. Die Bildqualität ist durchweg als gut einzustufen (wobei ich den Film lediglich auf meinem Laptop begutachtet habe). Untertitel werden in Deutsch, Englisch und Türkisch angeboten.
Bei der Menüführung ist MGM auch dem technischem Schnickschnack verfallen. Es dauert halt etwas bis sich die Inhaltsverzeichnisse der beiden DVD’s aufbauen, danach geht es aber schnell zum Ziel.
Summa summarum:
Ich fass denn mal zusammen: als neue Weltbedrohung wurde das kleine Nord-Korea auserkoren und Bond ermittelt auf seine eigene Art ohne Rücksicht und Befolgung von Anordnungen. Wäre ja auch noch schöner.... Gelungen finde ich die Einarbeitung von nostalgischen Elementen und John Cleese als neuer Waffenmeister stellt in meinen Augen eine Verbesserung dar. Digitale Tricks sind ja heute gang und gäbe, allerdings erinnern manche Kunststückchen schon mehr an Haaren herbeigezogene Zufallsaction. Aber da bin ich vielleicht zu mäkelig als einer, der lieber den alten Bond-Schinken den Vorzug vor diesem neumodischen Kram gibt. Ansonsten bleibt alles beim altbewährten, der Wodka Martini wird weiter geschüttelt und die Frisur sitzt auch während hektischer Verfolgungsjagden. Kurzweilig anzuschauen ist der Film allemal. Die vielen Extras sind wohl eher nur was für Hardcore-Bond-Fans. Bleibt mir eine nüchterne Empfehlung auszusprechen ohne in Enthusiasmus zu verfallen.
Danke fürs Lesen und viel Spaß
Gruß
denali
Film:
James Bond wird nach Nord-Korea geschickt, um dort den größenwahnsinnigen Militär-Offizier Moon zu töten, der illegale Waffengeschäfte betreibt. Seine Handelswährung: Diamanten. Natürlich kann er für diesen Auftrag nicht den normalen Reiseweg wählen und so ist der Weg vom Wasser her die scheinbar sinnvollste Alternative. Sein Reisemittel: ein Surfbrett, das natürlich mit kleinen Mengen Sprengstoff und einem GPS-Empfänger extra präpariert ist. Doch der Plan fliegt auf, da Bond verraten wird. Aus den ersten zaghaften nordkoreanischen Umklammerungen kann sich Bond, nachdem er den mitgebrachten Sprengstoff im Diamantenköfferchen per Fernzündung zur Explosion bringt, befreien. Seitdem läuft Moon’s erster Kämpfer Zao mit einer glitzernden Gesichtshälfte durch die Gegend. Bond hetzt derweil dem flüchtigen Moon hinterher und sieht ihn letztendlich eine tiefe Schlucht hinabstürzen. Doch die Freude währt nicht lange, denn die nordkoreanischen Truppen nehmen ihn nun wirklich fest. Bond erhält während seiner 14-monatiger Haftzeit eine besonders liebevolle Behandlung, die gespickt ist mit vielen Folterungen. Die Skorpione dabei scheinen nur das kleinere Übel zu sein.
Nach dieser Zeit wird Bond ausgetauscht. Preis für die westliche Welt ist die Überstellung von Zao, der unangenehm aufgefallen ist. Der Secret Service lässt Bond danach allerdings fallen, weil man keine Ahnung hat, welche Geheimnisse er unter Drogeneinfluss verraten hat. Man streicht seinen Status des Doppel-Null Agenten und will ihn zum ruhigen Außenposten auf die Falkland-Inseln versetzen. Doch Bond wäre nicht Bond, hätte er nicht seinen eigenen Kopf. Er entkommt seinen Bewachern und ermittelt fortan auf eigene Faust. Sein Ziel: Zao dingfest machen, den er seinerzeit bei seinem Kampf mit Moon nicht mehr erwischen konnte.
Spuren führen ihn auf eine vorgelagerte Insel von Kuba, auf der sich hermetisch abgeriegelt eine Schönheitsfarm verbirgt. Doch bevor er die Insel betreten kann, macht er Bekanntschaft mit Jinx, die ähnliche Ziele verfolgt. Doch wie Bond nun einmal ist, erst die Liebe dann der Job.... Dadurch, dass die beiden sich auf der Insel mehr behindern als unterstützen, kann Zao ihnen entkommen, nicht ohne jedoch Bond unfreiwillig seine Handelswährung zu überlassen. Wer jetzt auf Diamanten tippt, liegt richtig. Anhand des Schliffs und des Markenzeichens werden diese Diamanten aus den Minen von Gustav Graves zugeordnet.
Bond, nun eifrig dabei, beschließt, diesen Graves näher kennen zulernen. Zunächst in einem Londoner Club, wo sich beide ein rasantes Fechtduell liefern. Im Überschwang lädt Graves nach dem Duell Bond nach Island ein, wo er ein wissenschaftliches Experiment vorstellen will. Als Bond den Club verlassen will, erhält er eine Einladung des Secret Service im Untergrund. Der Chef glaubt nun wieder an Bonds Loyalität zur britischen Krone und bietet ihm die Rückkehr. Danach tritt dann Waffenexperte Q auf und der ergänzt natürlich gleich Bonds Waffenarsenal inkl. einem neuen Auto. Diesmal darf’s dann doch wieder Aston Martin sein, der (wie zu erwarten war) eine ganz besondere Ausstattung aufweist.
In Island erwartet Bond ein Zimmer im Eispalast. Zur Vorführung trifft er auch Jinx wieder und beide warten gespannt auf Graves Vorführung. Sein Waffe dient humanitären Zwecken, denken alle, denn mit Hilfe seiner Diamanten bastelte er eine zweite Sonne, um so für mehr Ackerbau auf der Erde zu sorgen. Doch seine eigentliche Intension ist eine andere....
Bond und Jinx durchschauen Graves Spielchen und versuchen nun seiner habhaft zu werden. Es folgt ein Katz und Maus-Spiel, aber Graves können sie nicht erwischen und so geht die Jagd fröhlich weiter....
So, was Graves und Konsorten bzw. Bond und Jinx so alles veranstalten, um sich gegenseitig aus dem Weg zu räumen, müsst Ihr Euch schon selber ansehen. Und dann ist da noch die Frage nach dem eigentlichen Streben von Graves....
Film II:
Nein, nicht noch eine Inhaltsangabe, sondern mehr etwas zum Film.
Die another day ist der nunmehr 20. Bond Film in 40 Jahren. Demzufolge haben sich Produzenten und Regisseur ganz besonders viel einfallen lassen. Einerseits sollte dieser Bond-Film eine Hommage an die vorangegangenen Abenteuer darstellen und andererseits hat man ganz besonders viel Action hineingeschrieben.
Die Hommage fällt vielen kaum auf, so steigt Halle Berry beispielsweise in ihrer ersten Szene in einem Bikini á la Ursula Andress (James Bond jagt Dr. No) aus dem Wasser. In der Waffenkammer von Q entdeckt Bond alte Utensilien aus „Liebesgrüße aus Moskau“ und Q selbst, erstmals gespielt von John Cleese, sagt den berühmten Satz seines Vorgängers „ich scherze nie, wenn es um meine Arbeit geht“. Da ist aber noch mehr – viel Spaß beim stöbern.
Hier hatten die Macher des Filmes mal eine gute Idee....
Die Actionsequenzen sind wirklich reichhaltig. Es wird gesurft, dass sich die Wellen kräuseln oder aber auch mit Hovercraft-Booten eine Verfolgungsjagd veranstaltet. Natürlich fehlt auch nicht eine Verfolgungsjagd mit dem Aston Martin. Viel explodiert und manches schmilzt... Für mein Empfinden ist weniger aber manchmal mehr....
Ungewöhnlich für einen Bond-Film ist, dass die Eröffnungssequenz vor dem Hauptfilm einerseits bereits mit zur Handlung gehört und andererseits mit etwa 17 Minuten schon Überlänge aufweist. Und während Madonna ihr Liedchen trällert, heißt es dabeizubleiben, denn die Handlung läuft im weichgezeichneten Hintergrund weiter.
Schauspieler:
Pierce Brosnan durfte zum vierten Male Britanniens Allzweckwaffe mimen. Ich kann mir nicht helfen, aber an die Leichtigkeit eines Sean Connery reicht er nicht heran.
Hale Berry als seine Verbündete Jinx. Okay, sie störte nicht in dem Film. Das Begleitheft spricht von einem weiblichen Bond, hmm, da muss ich allerdings etwas widersprechen. Waffen passen irgendwie nicht zu ihr.
Die Bösewichter werden gespielt von Toby Stephens (Gustav Graves) und Rick Yune (Zao). Mir sind die beiden bislang absolut unbekannt. Sie geben sich alle Mühe, aber was die Schlechtigkeit oder Fiesheit dieser Rolle angeht, so kommen sie doch bei weitem nicht an Gert Fröbe heran („Goldfinger“).
John Cleese spielt, wie oben schon erwähnt, erstmals die Rolle des Q. In dem vorigen Streifen war er noch der Assistent des alten Waffenmeisters, der inzwischen verstorben ist. Sein Auftritt hinterlässt eine bleibende Wirkung. Es darf geschmunzelt werden....
Weiterhin wirken Oscar-Preisträgerin Judi Dench als Bonds Chefin „M“ (die ihre Sache besser macht als ihre männlichen Vorgänger) sowie auch Madonna mit, die den Titelsong zu dem Film beisteuerte.
DVD:
Was bietet die DVD sonst? Reichliche Extras, würde ich sagen.
Ein Muss sind die zwei Stunden, in den über die Entstehung und Durchführung der Tricks berichtet wird. Die Surfszene wurde beispielsweise vor Maui gedreht, an deren Nordküste sich die hohen Wellen „treffen“. Die Profi-Surfer, die dazu ausgewählt wurden, ließen sich mit Jet-Skis auf den Wellenkamm ziehen, um dann ihre Kunst zu zelebrieren. Mit eigener Kraft könnten sie so was gar nicht schaffen.
Weiterhin wird der Eispalast ausführlich behandelt. Nachempfunden wurde dieses „Gebäude“ einem skandinavischen Hotel, das nur im Winter existiert und komplett aus Schnee und Eis gebaut ist. Der im Film verwendete Palast stand natürlich nicht auf Island, sondern wurde in den Pinewood Studios gebaut. Aufgrund seiner Größe, wäre man aber auch mit Eis nicht weit gekommen und so musste Kunststoff und Beton her, denn der Palast hatte einiges auszuhalten.
Natürlich werden die Tricks der zahlreichen Verfolgungsjagden verraten. Ab und an bediente man sich auch digitaler Techniken, was man bei genauem Hinsehen im Film auch merkt.
Erzählt wird auch, wie sich die Autoren Jahre vor Drehbeginn den Kopf über mögliche Sequenzen zermartern. Immer in enger Zusammenarbeit mit den Produzenten. So dann der Regisseur mit ins Spiel kommt, wird vieles wieder umgestellt, ausgelassen oder neu mit aufgenommen.
Die im Film vorkommenden Waffen finden ebenfalls eine Rubrik für sich. Gezeigt wird nochmals das speziell ausgestattete Surfbrett oder die Herrichtung des Aston Martin. Damit die „Spielereien“ alle ihren Platz finden, musste ein kleinerer Motor eingebaut werden.
Ebenso gibt es haufenweise Standbilder zu betrachten. Weiterhin kann man sich das Video von Madonnas Titelsong sowie die Entstehung dazu ansehen.
Standard ist ja schon fast, sich zum Film Audiokommentare des Regisseurs oder Hauptdarsteller anzuhören. Genauso ist es mit dem Werbetrailer des Filmes.
Die Filmmusik wurde auf die heutigen Stilrichtungen zurechtgetrimmt. Dabei machte man auch vor der James Bond-Melodie nicht halt, die man immer wieder in den verschiedensten Variationen zu hören bekommt. Mein Urteil hierzu: etwas dezenter hätt’s schon sein können, aber man will ja auch neue Kundschaft anlocken, also ein befriedigendes Urteil hierzu.
Alles in allem wurde hier viel interessantes zusammengetragen. Wer sich alles anschauen will, kann bestimmt einen halben Tag damit verbringen. Aber dann ist man selbst wahrscheinlich auch mehr geschüttelt als gerührt.
Technische Ausstattung:
Dies entspricht dem heutigen Standard. Anzusehen ist der Film im 16:9 Format und Heimkino-Enthusiasten kommen mit dem Dolby-Surround Ton auf Ihre Kosten. Die Bildqualität ist durchweg als gut einzustufen (wobei ich den Film lediglich auf meinem Laptop begutachtet habe). Untertitel werden in Deutsch, Englisch und Türkisch angeboten.
Bei der Menüführung ist MGM auch dem technischem Schnickschnack verfallen. Es dauert halt etwas bis sich die Inhaltsverzeichnisse der beiden DVD’s aufbauen, danach geht es aber schnell zum Ziel.
Summa summarum:
Ich fass denn mal zusammen: als neue Weltbedrohung wurde das kleine Nord-Korea auserkoren und Bond ermittelt auf seine eigene Art ohne Rücksicht und Befolgung von Anordnungen. Wäre ja auch noch schöner.... Gelungen finde ich die Einarbeitung von nostalgischen Elementen und John Cleese als neuer Waffenmeister stellt in meinen Augen eine Verbesserung dar. Digitale Tricks sind ja heute gang und gäbe, allerdings erinnern manche Kunststückchen schon mehr an Haaren herbeigezogene Zufallsaction. Aber da bin ich vielleicht zu mäkelig als einer, der lieber den alten Bond-Schinken den Vorzug vor diesem neumodischen Kram gibt. Ansonsten bleibt alles beim altbewährten, der Wodka Martini wird weiter geschüttelt und die Frisur sitzt auch während hektischer Verfolgungsjagden. Kurzweilig anzuschauen ist der Film allemal. Die vielen Extras sind wohl eher nur was für Hardcore-Bond-Fans. Bleibt mir eine nüchterne Empfehlung auszusprechen ohne in Enthusiasmus zu verfallen.
Danke fürs Lesen und viel Spaß
Gruß
denali
22 Bewertungen, 1 Kommentar
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30.06.2008, 23:50 Uhr von Flockymeister
Bewertung: sehr hilfreichSuper Testbericht!!!!
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