James Bond 007 - Stirb an einem anderen Tag (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von andy77

Moneypenny am Ziel ihrer Träume???

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Was vor 40 Jahren als ein B-Movie unter vielen begann, zählt heute zu der erfolgreichsten Reihe der Filmgeschichte. 40 Jahre, in denen 5 Darsteller in 20 Filmen verschlissen wurden, um eine Rolle zum Besten zu geben, die immer auch ein Spiegelbild der Zeit darstellt, in der die Filme gedreht wurden. So auch diesmal. P

ierce Brosnan agiert in der Rolle des traditionellen Spionage-Agenten, der erstmals in Nordkorea gefangen genommen wird. 14 Monate dauert dieses Martyrium, bis er endlich vom britischen Geheimdienst freigekauft wird. Er kann sich also nicht selbst aus dieser Lage befreien. Im Gegenteil, M lässt ihn fallen und wird durch äußere Umstände gezwungen den ungeliebten Sohn zurückzunehmen. Bond tritt als geistig und körperlich ruinierter Charakter auf, der gebrochen scheint und anders in seinen früheren Filmen persönliche Rehabilitation sucht. Nicht die Queen ist der Maßstab allen Handelns, sondern die eigene Rache, an den Schurken, die ihm dies antaten.

Doch was wäre ein James Bond Film ohne die nun folgende Wiederauferstehung. Man mag glauben, dass die Demontage und Demütigung nur ein Mittel dazu waren, um ihn anschließend noch heldenhafter, unverwundbarer wieder aufzubauen. Eine kleine Auferstehung also, die im ersten Moment unglaubhaft wirkt. Man fragt sich, während der berühmte Vorspann läuft (diesmal mit Folterbildern gespickt), weshalb denn diese Heldenfigur nun in Frage gestellt wird und erhält bis zum Schluss keine befriedigende Antwort. So läuft der Versuch der Weiterentwicklung der Figur, die mit der Zeit geht, ins Leere.

Doch \"Stirb an einem anderen Tag\" ist abgesehen vom Titel sehr gelungen. Lee Tamahori schafft es die Tradition dieser Filmfigur gekonnt ins heutige Weltbild zu projizieren. Die Schurkenstaaten werden immer weniger und so orientiert man sich an der \"Achse des Bösen\" - also Irak, Iran und Nordkorea. Alles Länder, die für ein gutes Einspielergebnis nebensächlich sind. Und die Amerikaner üben auch hier den Schulterschluss mit ihren britischen Freunden. In den früheren Bond-Filmen wirkten sie eher tollpatschig und unbeholfener als ihre stilvollen britischen Kollegen.

Im 20. Bond ist die amerikanische Agentin Jinx ihrem Partner fast gleichgestellt, zu Beginn jedenfalls, bis auch sie (wie die gesamte Menschheit) von Bond gerettet werden muss. Halle Berry macht dabei eine durchaus gute Figur, wird aber meiner Ansicht nach vom zweiten Bondgirl Rosamund Pike in den Schatten gespielt. Sie hat auch die überaus schwierigere Rolle, denn sie muss Bond über die Hälfte des Film abwehren und seinen Avancen widerstehen. Dies spielt sie so eiskalt, dass es einem den Atem gefriert und nebenbei nimmt sie damit den Ort des Showdowns vorweg.

Der 20. Bond ist von der Story sicher keine Offenbarung. Er hangelt sich von Action Szene zu Action Szene, um ja keinen dramaturgischen Faden zu benötigen. Jedoch machen die vielen Zitate früherer Filme aus der Reihe, die stilecht auftretenden Darsteller, die ausgeklügelte Technik einfach Spaß. Dies war und ist ein Markenzeichen eines guten James Bond Filmes und dieser gehört zweifellos dazu. Schon allein, wegen der vorletzten Szene, in der Miss Moneypenny, die mittlerweile 40 Jahre ihrem Boss hinterher schmachtet, endlich ihrem James näher kommt, oder doch nicht?

Wertung: 7,5/10

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