Ritter Sport Jamaika Rum Trüffel Testbericht

Die-schokolade
ab 5,71
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Summe aller Bewertungen
  • Geschmack:  sehr gut
  • Geruch:  gut
  • Suchtfaktor:  gering
  • Anhalten der Frische nach Öffnen:  lang

Erfahrungsbericht von Raileigh

Zur Karies-Problematik von Jack Sparrow

5
  • Geschmack:  sehr gut
  • Geruch:  gut
  • Suchtfaktor:  sehr gering
  • Anhalten der Frische nach Öffnen:  durchschnittlich
  • Kaufanreiz:  Preis

Pro:

Der Geschmack

Kontra:

Die übliche zu geringe Menge von 100 Gramm

Empfehlung:

Ja

Wenn ich mich erholungssuchend mit einer Plasteflasche irgendeines Aldi Coca-Cola-Imitats in meiner Tchibo-Hängematte rekele, die zwischen den Ikea-Holzpalmen baumelt, welche auf meiner durch das Sammeln von Web-Miles erworbenen Karibikinsel unter einem gemalt blauen Tropenhimmel ihre Wipfel wedeln lassen, fehlt mir zum vollkommenen Glück nur eine gute Tafel Schokolade. Diese ziehe ich aus einer Kühltasche, die es mal bei Foto-Porst gratis zu einem Sixpack Fuji-Rollfilme dazu gab, damals, als man noch analog fotografierte. Das Unterschichten-Getränk ist warm und bäh und ich kippe es weit von mir, verfehle dabei nur knapp den aus Millionen zu Kleinstteilen zermalmten prähistorischen Meeresfrüchten bestehenden Strand und versaue mir damit mein weißes Badetuch, dass ich in einem Anflug von Rache aus einem Zwei-Sterne-Hotel mitgehen ließ in das mich das zweifelhaften Busunternehmen Holyday-Reisen einst verschleppte.

Ich greife also in die Porst-Kühltasche und fische mir eine Tafel Ritter Sport heraus. Hierbei handelt es sich um eine Ausgabe dieses Knick-Packs, die dem Ambiente mehr als angemessen zugeordnet ist: Jamaica-Rum-Trüffel. Ja da steckt Sonne in den kleinen Trüffel-Schweinchen, die ich beherzt erbreche und mit der für die herrschenden Temperaturen notwendigen Geschwindigkeit in den Hals torpediere. Wie ist es doch schön mit diesem Schmelz zwischen den Zähnen, der den Geschmack von vergessenen kleinen Rumschmuggler-Inseln in sich trägt, von salzigen Meeresbrisen, gefährdeten Schildkröten und bedauerlicherweise abwesenden Zahnbürsten.
Die Schokolade, die die Rum-Zucker-Melasse ummantelt schmeckt herb und etwas bitter, wie bei Edel-Vollmilch-Schokolade nicht unüblich. Ein leichtes Kratzen macht sich im Hals breit, wenn sich das Rumaroma allmählich aus dieser süßen Umklammerung löst und die Speiseröhre hinabsurft. Die Magenwände haben nur eine schlappe Entgegnung auf dieses Entermanöver. Ich muss kurz aufstoßen. Ja diese Schokolade verhält sich wie ein echter Pirat, überraschend, ungezügelt und respektlos. Ich greife noch einmal beherzt zu, doch ins Leere. Vorsichtig schiebe ich den Papagei von der Schulter und hebe das selbstgebatikte Kopftuch, dass mir als Augenklappe dient. Alle. Nichts mehr da.

Viel zu schnell verging die Zeit unter karibischer Sonne. Viel zu schnell verflog der Geschmack von Freiheit und Freizeit, der Traum von buckelnden Hotelpagen, braungebrannten tatoofreien badenden Inselschönheiten in knappen Bikinis. Viel zu schnell entwand sich mir dieser Traum aus Kakaobutter, Magermilchpulver, Sorbit- und Glukosesirup, Süßmolkepulver und dem Emulgator Lecithin, auch wenn er Spuren von Erdnüssen, anderen Nüssen und Weizen enthalten könnte. Aber wie jeder weiß, der in seinem Leben schon einmal Jack Sparrow hieß, ist gut gelogen häufig auch gut unterhalten. Wenn der Biss in eine Schokolade den Beissfreudigen für den Moment in die Karibik hineinillusioniert, dann ist es egal, ob der Rum echt ist oder nur hineingewünscht. Ich werde nun wohl zum Kompass greifen müssen, der nie nach Norden zeigt, sondern immer zur nächsten Schokoladenschatztruhe. Ich schwinge mich aus der Hängematte der Bühnendekoration, verstaue das Piratenkostüm wieder in der Garderobe des Hauptdarstellers und begebe mich zum Süßigkeitenautomaten an der Eingangstür zum Erlebnispark "Betriebskantine". Dort stecken die Ritter-Sport-Tafeln, die sich meinem weiteren Zugriff kaum entziehen werden können. Eine neue Runde im Ritter-Sport-Roulette. Ich esse fast alles, es sei denn Ritter-Sport entdeckt die Welt der alternativen Essgewohnheiten. Vor Ingwer-Dinkel-Trüffel würde ich vermutlich zurückschrecken.

10 Bewertungen, 7 Kommentare

  • Clarinetta2

    27.10.2007, 16:19 Uhr von Clarinetta2
    Bewertung: sehr hilfreich

    ungewöhnlich beschrieben

  • Puenktchen3844

    17.10.2007, 01:56 Uhr von Puenktchen3844
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein sehr schöner Bericht. LG

  • mami_online

    17.10.2007, 00:38 Uhr von mami_online
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh + LG, Nicole ... Du hast aber einen -netten- Schreibstil. Das gefällt mir, und trotzdem ist alles drin, was man wissen muss, selbst die Zutaten.. *grins

  • Miraculix1967

    16.10.2007, 21:51 Uhr von Miraculix1967
    Bewertung: sehr hilfreich

    Einen schönen Dienstag! LG Miraculix1967

  • der_Baer

    16.10.2007, 16:22 Uhr von der_Baer
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ingwer-Dinkel-Trüffel klingt aber schon sehr bio *g* Servus, Wolfgang

  • Gemeinwesen

    16.10.2007, 14:52 Uhr von Gemeinwesen
    Bewertung: sehr hilfreich

    Erbrochene Trüffel-Schweinchen. Wieviel Musik steckt doch in einer solchen Wendung. Beste Grüße vom Gemeinwesen.

  • Sandra107

    16.10.2007, 14:23 Uhr von Sandra107
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße Sandra107