Empire Earth II (PC Strategiespiel) Testbericht

Empire-earth-ii-pc-strategiespiel
ab 13,69
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Erfahrungsbericht von Lindi

Noch innovativer als Teil 1!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Der Age of Empires Rivale, der sich mal locker um 12.000 Jahre Menschheitsgeschichte kümmert, ist wieder da. Mit über 500 Einheiten und Gebäuden, vierzehn Zivilisationen, drei Kampagnen, fünfzehn Epochen Menschheitsgeschichte, einer überarbeiteten Engine und einigen neuen Features, stellt sich EE2 seinen Konkurrenten.


12.000 Jahre Menschheitsgeschichte
Im Einzelspieler hat der Spieler die Wahl zwischen einem mehrere Missionen umfassendem Tutorial, drei Kampagnen in denen man in Korea, Deutschland und Amerika spielt und einer Sammlung von Szenarien, wie die Landung in der Normandie. Spieler, die historische Präzision bis ins Detail erwarten, sollten aber die Finger davon lassen. Auf dt. Seite hat man beim Normandie-Szenario zu Beginn z.B. nicht eine einzige Einheit zur Verfügung, während man schon überrannt wird. Aber auch das Gefecht sollte erwähnt sein, dass sich bis auf den Fakt, dass man nur gegen die KI spielt, nicht vom Multiplayer unterscheiden lässt. Es bietet rund ein Dutzend Spielmodi, wobei es neben den Standardmodi auch z.B. den Königsmord-Modus gibt, in dem jeder Spieler einen König hat und ihn beschützen muss. Stirbt der König, hat der Spieler verloren.
In den drei Kampagnen spielt man die 12.000 Jahre menschlicher Geschichte einmal durch. Angefangen bei den Koreanern (von ca. 2300 v. Chr. bis 700 n. Chr.) über die Deutschen (von 1220 bis 1871) bis zu den Amerikanern (1898 bis 2070). Die einzelnen Missionen handeln dabei besondere zeitliche Abschnitte ab, wie zum Beispiel den Kalten Krieg oder den Weg zum dt. Kaiserreich 1871. Alles hängt mehr oder weniger zusammen, aber so etwas wie eine Story findet man nur zum Ende der amerikanischen Kampagne, wenn es darum geht einen abtrünnigen General zu schnappen, der die Welt vernichten will.


Die Neuerungen! Kronen...
Statt immer komplizierter zu werden, hat man sich bei Mad-Doc entschieden weite Teile des Spiels einfacher zu gestalten. Trotzdem hat man einige neue Features integriert.
Natürlich fängt man wieder mit einem Stadtzentrum (Namen änderbar) und ein paar Arbeitern an, mit denen man Ressourcen sammelt und Gebäude baut. Die Anzahl Gebäudetypen ist um einiges zusammengeschrumpft. Es gibt aber wie immer eine zivile und eine militärische Kategorie für die Gebäude. Das Stadtzentrum, ist das wichtigste Gebäude. Mit ihm und der Festung hält man ein Territorium, der Gegner muss sie übernehmen oder zerstören, um die Kontrolle über eine Region zu erlangen. Zusätzlich kann man Arbeiter im Stadtzentrum stationieren und erlangt so Boni auf die Ressourcengewinnung.
Möchte man forschen, muss man eine Universität bauen und dort Arbeiter stationieren, je mehr davon, desto schneller kann man Technologiepunkte gewinnen. Man kann aber nur max. drei Arbeiter stationieren, weshalb es wichtig ist weitere Gebiete zu erobern, denn man kann immer nur eine Universität pro Region bauen. Technologiepunkte sind die einzigen Ressourcen, die man für die Forschung bzw. das Aufsteigen in die nächste Epoche benötigt. Überraschend ist, dass es nur zwölf Technologien, je vier in den Bereichen Militär, Wirtschaft und Imperium, pro Epoche gibt. Um in die nächste Epoche aufzusteigen braucht man sogar nur sechs zu erforschen. Erforscht man alle vier Technologien eines Bereiches und liegt in der jeweiligen Wertung vor den anderen Spielern, kann man die Krone des jeweiligen Bereiches gewinnen. D.h. man muss für die Militärkrone viel Kämpfen, für die Wirtschaftskrone handeln und für die Imperiumskrone ein großes Reich mit Straßen, Brücken und vielen Einwohnern besitzen. Hat man eine Krone gewonnen, kann man einen zeitlich begrenzten, besonderen Bonus auswählen. Je nach Krone sind das Boni für bestimmte Einheiten oder auf die Ressourcengewinnung. Nach einer bestimmten Zeit fällt der Bonus wieder weg und es wird aufs Neue entschieden, wer die Krone gewinnt. Die restliche Gebäude sind alte bekannte (Häuser, Kaserne, Stall usw.)
Um seine Länderein zu schützen, kann man noch Mauern bauen und um abgelegene Territorien schneller zu erreichen Straßen pflastern und Brücken errichten. Das ganze geht einfach und schnell. Ein Linksklick für den Startpunkt und für jede Ecke einen weiteren, beendet wird mit der rechten Maustaste. Kinderleicht!


...Zivilistenmanager und Kriegsplaner
Natürlich braucht man aber für alles Ressourcen, die von den Arbeitern gesammelt werden. Neben den üblichen Ressourcen Nahrung, Holz, Stein und Gold kommen im Laufe der Zeit Ressourcen dazu und verschwinden wieder. Für die Moderne braucht z.B. Öl und später Uran, für das Mittelalter braucht man Zinn und für die Aufklärung Salpeter. Gemanaged wird das entweder auf die übliche Art und Weise - man schaut nach jedem Arbeiter einzeln - oder nutzt den Zivilistenmanager. Im Zivilistenmanager sieht man eine Karte, auf der alle bekannten Ressourcen eingetragen sind. Rechts wird eine übersicht der Ressourcen angezeigt und wie viele Arbeiter den jeweiligen Rohstoff sammeln. Per Linksklick verteilt man die freien Arbeiter sehr einfach auf die Ressourcen. Zusätzlich kann man noch Felder für Nahrung , Ölbohrtürme und Uranminen bauen.
Aber das ist nicht alles, mit einem Klick schaltet man zum Kriegsplaner um, ebenfalls sehr nützlich. Hier kann man einen Plan schmieden und ihn an seine Verbündeten schicken, so lassen sich Absprachen, besonders im Multiplayer, besser umsetzen. Außerdem finden wir hier noch die Diplomatie. Man kann Allianzen eingehen, deren Dauer man selber festlegt und deren Offenheit variabel ist. D.h. man kann einstellen, ob man den Sichtbereich teilt oder die Truppen des Bündnispartners durch das eigene Land dürfen usw.
Das Wetter in Empire Earth 2 ist ebenfalls bemerkenswert. Schnee, Regen und Wind haben Einfluß auf die Einheiten. Sie bewegen sich langsamer und ihr Sichtbereich ist eingeschränkt. Außerdem gibt es richtige Stürme, die noch krassere Effekte auf die Einheiten haben. Zudem läuft das Spiel in Jahreszeiten ab, was taktische Möglichkeiten für Angriffe bietet.


Boni über Boni
Boni gibt es in EE2 reichlich. Neben den zeitlich begrenzten Boni durch Kronen, besitzt jede Zivilisation auch ihre eigenen Vorteile und Spezialeinheiten. Die Deutschen z.B. besitzen den Jagdpanther oder den Deutschordensritter und können Spezialressourcen schneller abbauen. Jede Zivilisation kann darüber hinaus drei Weltwunder bauen, die zusätzliche Boni bringen. Bei den westlichen Zivilisationen bringt das Brandenburger Tor z.B. für je fünf zerstörte Einheiten einen Technologiepunkt(Kriegsbeute). Die Region, aus der die Zivilisation kommt spielt auch eine Rolle. Die westlichen Zivilisationen(Amerika, Deutschland usw.) können schneller forschen, während die Zivilisation des Nahen Ostens(Türkei, Ägypter) mehr Geld aus dem Handel holen. A propos Handel, den sollte man nicht unterschätzen, er ist eine gute Einnahmequelle.
Neben diesen Fähigkeiten, besitzt jede Region auch Fertigkeiten, jeweils drei auf die Epochen aufgeteilt. Deutsche, Amerikaner, Briten, Griechen und Römer können z.B. in den ersten fünf Epochen kurzeitig die Sammelrate erhöhen(Stammesbräuche), danach die Forschung beschleunigen (wissenschaftliche Freiheit) und später Truppen zum einem beliebigen, sichtbaren Punkt auf der Karte ohne Zeitverlust transferieren (Schneller Einsatz). Allerdings nur einmal pro Anwendung, danach muss sich diese Fertigkeit erst wieder aufladen.


Empire-Gameplay
Bei der Steuerung hat sich ansonsten nicht viel getan, man konnte ja auch auf ein bewährtes System zurückgreifen. Die Einheiten bewegt man per Rechtsklick, zusätzlich kann man mit gedrückter rechten Maustaste die Ausrichtung der Formation bestimmen, von denen man auch ein paar zur Auswahl hat und die sich ebenfalls auf den Kampf auswirken. Außerdem kann man seine Einheiten wieder auf Erkundungen bzw. auf Seek&Destroy-Missionen schicken und ihre Einstellung ändern (aggressiv, defensiv, Feuer einstellen usw.). Flugzeuge werden gesondert gesteuert. Dem Flughafen wird einfach ein Missionsziel gegeben, woraufhin alle Flugzeuge starten, außerdem kann man einen Alarmstart befehlen, wenn der Flughafen kurz vor der Zerstörung steht.
Neuerdings kann man seine Einheitentypen auch aufwerten, auf Veteran und später Elite. Das bringt noch mehr Schwung in die Sache, steigt man nämlich in die nächste Epoche auf, gehen diese Aufwertungen verloren. Man sollte sich deshalb gut überlegen, wann man aufsteigt. Manche Einheiten können so zum Teil besser sein als ihre unaufgewerteten Nachfolger.
Das Spielfeld ist übersichtlich und wichtige Elemente des Spiels sind gut zu erreichen, fast immer über nur einen Klick. Ärgerlich: Die Minimap dreht bei Kameraschwenks nicht mit, dadurch das die Kameradrehung nicht über die Maus ausgeführt wird, bleibt die Kamera aber meistens in der Nord-Position. Hat man mehrere Einheiten ausgewählt, sieht man die Anzahl der jeweiligen Einheitentypen im Infofenster, sind darunter schwer beschädigte Einheiten werden sie jeweils gesondert angezeigt. So kann man verletzte Einheiten oder einen speziellen Typ schnell auswählen. Mit der Bild-in-Bild-Anzeige kann man wichtige Orte oder Einheiten immer im Blick behalten kann.


Technik pur!
EE2 ist auch technisch general-überholt worden. Die Grafik ist schön anzusehen und zudem auch regelbar. Man sollte aber aufpassen, dass man das Spiel nicht mit einer 64 MB Grafikkarte spielt und auch bei besseren Karten gibt es spätestens bei etwas über 1500 Einheiten Probleme. Für den richtigen Spielspaß sollte also etwas mehr GPU-Power vorhanden sein. Verglichen mit der Pracht die auf den ersten Screenshots von Age of Empires 3 zu sehen ist, verblasst die Grafik von EE2 jedoch. Was außerdem etwas störte, waren die unstimmigen Proportionen zwischen den Einheiten, darüber kann man aber hinwegsehen.
Sounds und Musik sorgen für die richtige Atmosphäre und auch die KI ist nicht dumm und so machen die Einzelspieler-Gefechte auch richtig Spaß und sind fordernd. Die eigenen Einheiten bewegen sich auch gut, im Test ist mir keine verhakte Einheit untergekommen. Wenn der Weg blockiert ist, versuchen sie es einfach später noch mal. Die Gegner-KI lässt sich auf drei Stufen einstellen. Außerdem kann man sich selbst ein Handicap verpassen, wer z.B. meint er sei ein Spielgott, kann man auch mal versuchen mit 20% längeren Produktionszeiten und schlechteren Kampfwerten die KI zu bezwingen.
Der Multiplayer ist ebenso umfangreich wie der Rest des Spiels. Bis zu zehn Spieler können sich in einem guten Dutzend Spielmodi im Team oder alleine bekämpfen, der Kartengenerator sorgt für Abwechslung. Außerdem ist mit dem Karten- und Szenarioeditor ebenfalls für Nachschub gesorgt. Langer Spielspaß ist also fast garantiert.

5 Bewertungen, 2 Kommentare

  • kG1UNIT

    14.02.2006, 19:10 Uhr von kG1UNIT
    Bewertung: sehr hilfreich

    Super Bericht! kG

  • RudiRe

    30.07.2005, 22:51 Uhr von RudiRe
    Bewertung: nicht hilfreich

    Hier steht das Original: http://www.gamecaptain.de/page.php?plat=PC&flap=2&file=showTest.php&id=1923