Braveheart (DVD) Testbericht

Braveheart-dvd-historienfilm
ab 3,75
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  sehr viel
  • Anspruch:  sehr anspruchsvoll
  • Romantik:  hoch
  • Humor:  kein Humor
  • Spannung:  sehr spannend

Erfahrungsbericht von Realjackass

FREIHEIT!

Pro:

Ein Meisterwerk

Kontra:

Garnichts

Empfehlung:

Ja

Ab wann ist eine Straftat eine Straftat? Verbrechen in jedweder Hinsicht sind verabscheuungswürdig, keine Frage. Dennoch, oder gerade deswegen, und das fällt mir gewiss nicht leicht, muss ich hier und heute ein Geständnis ablegen. Obwohl ich Gefahr laufe, dass mir danach mein Titel als verrückter Filmjunkie entzogen wird, muss endlich mal ans Licht, dass ich DAS Schlachtenepos schlechthin, "Braveheart", bis vor einigen Tagen noch nie gesehen habe. Ich weiß es ist ein Unding, eigentlich schon undenkbar. Obgleich ich immer wusste, dass irgend etwas in meiner Filmsammlung fehlt, wollte und wollte mir es einfach nicht einfallen. Bis mich die Erkenntnis dann eines Tages wie ein Donnerschlag traf und ich mir auf schnellstem Online-Wege eine DVD des Filmes sicherte, der jetzt schon als Klassiker bezeichnet werden darf. Und jetzt, wo ich Mel Gibson's Meisterwerk gesehen habe, muss ich sagen, dass ich es natürlich nicht bereut habe.




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+STORY+
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Zu Beginn des 14. Jahrhunderts unterdrückt der englische König Edward (Patrick McGoohan) das schottische Volk mit brutaler Grausamkeit. In dieser schweren Zeit wächst auch der kleine William Wallace (James Robinson) auf, der bei seinem Vater und seinen Brüdern auf einem armen Bauernhof in den schottischen Highlands lebt. Eines Tages bittet König Edward unter dem Vorwand einer Friedensverhandlung einige Schotten zu einer Unterredung, die er dann allerdings alle erhängen lässt. Einige Bauern wollen sich das nicht gefallen lassen und starten einen kleinen Aufstand, der jedoch von den Englischen Truppen niedergeschlagen wird. Auch William's Vater und seine Brüder sterben bei den Kämpfen. Er wird daraufhin von seinem gebildeten Onkel Argyle (Brian Cox) aufgenommen. Dieser untterichtet ihn im Lesen und Schreiben, bringt William zudem Fremdsprachen bei und zeigt ihm, wie man kämpft.

Etliche Jahre später ist William (Mel Gibson) zu einem starken und klugen Mann herangewachsen und kehrt nach vielen Reisen in seine ehemalige Heimat zurück. Dort trifft er auf viele alte Freunde, muss allerdings auch feststellen, dass sich die Situation keinesfalls gebessert hat. Noch immer wird die arme Bevölkerung geplündert und unterdrückt, während die adelige Oberschicht der Schotten wegsieht und sich teilweise sogar mit den Engländern verbündet. Mit der wunderschönen Murron (Catherine McCormack) begegnet William derweil der Liebe seines Lebens wieder. Es dauert nicht lange, bis die Beiden sich näher kommen und Heiratspläne schmieden. Da der Englische König aber ein Gesetz erlassen hat, das besagt, dass sich Schottische, frisch verheiratete Frauen den Englischen Landsherren für eine Nacht hingeben müssen, heiraten William und seine Geliebte nicht offiziell, sondern in einem abgelegenen Waldstück.

Das Glück der Vermählten wird jäh zerstört, als Murron in einem Dorf von Englischen Soldaten angegriffen und fast vergewaltigt wird. William kann die Männer davon abhalten, was aber zur Folge hat, dass Murron öffentlich hingerichtet wird, da sie sich gegen die Vergewaltigung zur Wehr setzte. William ist außer sich vor Wut und startet mit einigen Bauern einen Aufstand gegen die Besatzer. Was als kleiner Aufstand beginnt, entwickelt sich bald zu einem Krieg. William macht sich in Schottland einen Namen als derjenige, der seine Landsleute von der Unterdrückung der Engländer befreien möchte...




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+DATEN ZUM FILM+
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Originaltitel: Braveheart
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1995
Laufzeit: ca. 170 Min.
Freigabe: FSK 16

Regie: Mel Gibson
Buch: Randall Wallace
Produzent: Bruce Davey, Mel Gibson, Alan Ladd Jr.
Kamera: John Toll
Schnitt: Steven Rosenblum
Originalmusik: James Horner
Casting: Patsy Pollock

Darsteller:
Mel Gibson.....William Wallace
Sean Lawlor.....Malcolm Wallace
Catherine McCormack.....Murron MacClannough
Sandy Nelson.....John Wallace
James Cosmo.....Campbell
Angus Macfadyen.....Robert the Bruce
Sophie Marceau.....Isabelle
Patrick McGoohan.....Longshanks, König Edward I
Tommy Flanagan.....Morrison
uvm.




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+BEZUGSMÖGLICHKEITEN+
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Durch das Label 20th Century Fox haben wir die Möglichkeit, beim Kauf einer Deutschen Fassung zwischen vier verschiedenen Versionen zu unterscheiden:
- Die Standardversion besticht dadurch, dass sie für einen recht niedrigen Preis zu erwerben ist, hat aber sonst keine nennenswerten Besonderheiten. Bild und Ton sind zufriedenstellend, aber nicht weltbewegend, und an Extras wurde leider komplett gespart. Bis auf einen Trailer und einen Audiokommentar geht der Käufer hier leer aus.
- In der Special Edition befindet sich die selbe DVD wie in der Single Disc Edition, inklusive einer Bous-Scheibe, auf der man die Dokumentation "Mel Gibson's Braveheart: A filmmaker's passion" vorfindet.
- Wer es gerne protzig mag, kommt an der Jubiläums - Edition des Films nicht vorbei. Neben der Ausstattung der Special Edition wird ein beachtliches Braveheart-Schwert gleich mitgeliefert, so dass man zu Hause seine eigenen Kriegsszenen paralell zum Film nachstellen kann. Das Teil ist auf 3000 Exemplare limitiert und wird in einer hübschen Holzbox geliefert.
-Ein, meines Erachtens nach, gänzlich sinnfreier Release ist das sogenannte Double Feature. Hierbei hat man die Möglichkeit, sich die Filme "Braveheart", sowie "Master & Commander" in einem Doppel-Amaray zuzulegen. Da die beiden Streifen rein garnichts miteinander zu tun haben, und sich zudem die Einzel-Discs in der Hülle befinden, sollte man um dieses Teil einen Bogen machen.




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+KRITIK+
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Es gibt Werke in der Filmgeschichte, die man nicht zwingend gesehen haben muss und welche, die in die Kategorie der unbedingten Allgemeinbildung fallen. Mit "Braveheart" hat Mel Gibson ein Epos erschaffen, das ganz klar in die zweite Kategorie fällt und von dem gewiss jeder zumindest schon gehört hat. Zwar können heutige Blockbuster deutlich mehr Gewinn einspielen, doch der Erfolg bei der damaligen Oscarverleihung dürfte für sich sprechen. Dennoch blieb auch "Braveheart" nicht frei von Kritik.

So wurde von vielen Seiten kommentiert, dass der Film sehr frei mit den historischen Tatsachen umgehe. Vieles um den Freiheitskämpfer William Wallace und um die damaligen Begebenheiten wurde abgeändert, das mag sicherlich stimmen. Wer mit derartigen Kritierien ankommt, sollte sich meiner Meinung mal die Frage stellen, ob er sich einen Film der Unterhaltung wegen ansieht, oder aufgrund einer eventuell 100% korrekten Darstellung von Geschehenissen, die schon mehr als 500 Jahre zurück liegen. Wenn jetzt Oliver Stone bei seinem "World Trade Center" die Twin Towers durch zwei Panzer zum Einsturz bringen würde, ja, das wäre dann unverzeihlich, aber bei "Braveheart" ist das etwas anderes. Wer zudem nicht gerade Geschichte studiert, oder sich ausgiebig über das Thema informiert hat, dürfte sich an der einen oder anderen Änderung kaum stören.

Ein Epos entsteht nicht nur durch beeindruckende Schlachten, sondern auch durch ein passendes Drumherum und das ist hier gegeben. Gibson kleidete die Erzählung um den Freiheitskämpfer Wallace in beeindruckende Bilder, die einen optimalen Einblick in das damalige Leben vermitteln. Während England im Streit mit Frankreich liegt, muss die schottische Bevölkerung bluten und unter der Tyrannei von König Edward leiden. Die Sets, die Kostüme, das Verhalten der Protagonisten lässt ein authentisches Historiengefühl aufkommen, man zweifelt nie an den gezeigten Bildern. Das Leben damals war hart und erbarmungslos, das wird hier schonungslos gezeigt. Die verarmten Bauern eines schottischen Dorfes werden von englischen Soldaten nach belieben misshandelt, Frauen vergewaltigt. Als William's Frau sich dagegen wehrt, scheut Gibson sich nicht davor, zu zeigen, wie dieser daraufhin kaltblütig die Kehle aufgeschnitten wird. Allgemein ist die Gewalt in "Braveheart" fast schon als exzessiv zu bezeichnen. In den Kriegsszenen bekommen Soldaten Schwerter ins Gesicht gestoßen oder den Rücken mit Hämmern zertrümmert, Gliedmaße fliegen durch die Gegend und das Blut spritzt nur so. Zwar erkennt man durch die teils ungünstigen Schnitte, dass es sich dabei nur um Effekte handelt, doch der Härtegrad des Ganzen ist dabei schon beachtlich.

Mit einer Länge von 170 Minuten kommt "Braveheart" zwar noch lange nicht an das Kaliber eines "Herr der Ringe" heran, doch das Sitzfleisch wird dennoch ganz schön beansprucht. Erstaunlicherweise finden sich in dem Werk dennoch keine langweiligen Passagen. Verständlicherweise gibt es nicht immer Kriegssituationen zu sehen, "Braveheart" baut viel auf dem Geschehen auf, das sich derweil in dem Englischen Königshaus und um Wallace herum abspielt. Die Charaktere stehen hier im Vordergrund und es wird ausgiebig auf sie eingegangen. Ganz egal ob nun König Edward, sein verweichlichter Sohn, oder dessen Gemahlin, Prinzessin Isabelle - sie alle werden ausreichend charakterisiert und vorgestellt. Selbiges gilt auch für die Meisten anderen Figuren
im Film. Genau dadurch erhält "Braveheart" die Tiefe, die er benötigt.

Die Aufnahmen Schottland's, die passende Begleitmusik, das alles wirkt sich äußerst positiv auf das Gesamtwerk aus. Natürlich kann "Braveheart" nicht mehr ganz am heutigen Standard dessen gemessen werden, was man von teuren Filmproduktionen gewohnt ist, doch trotz Kosten von "nur" 50 Millionen Dollar toppt er Filme wie "Königreich der Himmel" oder dergleichen noch allemal. Ganz egal ob der dreckige Realismus, die intriganten Verstrickungen und Verschwörungen, die sauber herausgearbeiteten Charaktere, die beeindruckenden Schlachtszenen oder die gefühlsbetonte Seite des Films - es darf ohne Scham gesagt werden, dass hier einfach alles stimmt.

Zwar wollte Mel Gibson den Hauptpart zuerst nicht spielen, doch nachdem ihm das Projekt anders nicht finanziert worden wäre, übernahm er neben dem Job als Regisseur und Produzenten auch den des Hauptdarstellers. Obwohl ich Gibson im Allgemeinen eher nicht mag, passt er hier einfach perfekt. Mit seinen langen Haaren und dem markanten Auftreten macht er den Eindruck eines heldenhaften Kriegers und das schrieb das Drehbuch ja auch vor. Gibson ist stets präsent und sticht dadurch hervor.




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+FAZIT+
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"Braveheart" ist ein Action-und Gefühlsbetontes Kriegsepos, an dem sich auch heute noch alle Filme dieser Art messen müssen. Gibson schuf ein Meisterwerk für die Ewigkeit, dass in dreckigen und rauen Bildern die Geschichte eines Volkshelden erzählt. Hier kommt jeder auf seine Kosten, "Braveheart" ist das beste Beispiel für packende und überwältigende Unterhaltung. Ein Pflichtfilm!

Darum vergebe ich 10 von 10 Punkten und eine definitive Empfehlung!

Mfg
Realjackass

17 Bewertungen, 4 Kommentare

  • Django006

    11.09.2006, 22:48 Uhr von Django006
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh & *lg* Alan :>))))

  • Tweety30

    11.09.2006, 15:14 Uhr von Tweety30
    Bewertung: sehr hilfreich

    ☼ sh. Sonnige Grüße, Tweety30! ☼

  • Zagge1988

    11.09.2006, 13:02 Uhr von Zagge1988
    Bewertung: sehr hilfreich

    Klasse Bericht! Freue mich über Gegenlesungen :) LG

  • Binki

    11.09.2006, 12:54 Uhr von Binki
    Bewertung: sehr hilfreich

    °°° sh und LG Binki °°°