Braveheart (DVD) Testbericht

Braveheart-dvd-historienfilm
ab 3,75
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  sehr viel
  • Anspruch:  sehr anspruchsvoll
  • Romantik:  hoch
  • Humor:  kein Humor
  • Spannung:  sehr spannend

Erfahrungsbericht von elch33

Der Unbeugsame

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Der Schauplatz des Films ist wieder mal das rauhe, wilde schottische Hochland und spielt gegen Ende des 13.Jahrhunderts. Es ist für Alba (Schottland) eine sehr traurige Zeit: es gibt zahlreiche Plünderungen, Vergewaltigungen und Morde von den englischen Besatzern, die vom englischen König Edward mit ganz eiserner Hand geführt werden.

Der junge William Wallace wird Zeuge, wie eine Reihe von Unterhändlern die von englischen Soldaten verraten wurden, tot aufgefunden werden. Sie wurden allesamt aufgehängt – darunter auch einige Kinder. Daraufhin beschließen die Bauern der Umgebung ihrerseits die Soldaten zu bekämpfen. Sie sind sich bereits im Vorfeld darüber im klaren, das sie diesen Kampf nicht gewinnen können, aber dies ist für sie eher zweitrangig – sie möchten lieber sterben als in Knechtschaft zu geraten. Es kommt natürlich wie es kommen muß – sie werden vernichtend geschlagen. Bei diesem Kampf sterben Williams Vater und auch sein älterer Bruder. Fortan scheint der Junge auf sich allein gestellt. Aber schon kurze Zeit später meldet sich sein Onkel Argyll, nimmt ihn unter seine Fittiche und reist mit ihm durch Europa. Bei ihm lernt Wallace lesen, schreiben und er spricht auch einige Fremdsprachen. Zurück bleibt seine kleine Freundin Murron.

Viele Jahre später verheiratet der englische König Edward, seinen ältesten, allerdings schwulen Sohn und Thronfolger mit der Tochter des französischen Königs. Hintergrund ist die Sucht noch mehr Macht an sich reißen zu können. Es hält sich hartnäckig das Gerücht, das er um einen Enkel zu bekommen, sich seiner Schwiegertochter Isabelle selber annehmen muß.....

Um endlich in Schottland Tritt zu fassen, will Edward – übrigens gespielt von Patrick McGoohan – seinen Edelleuten Ländereien bieten, wenn sie Richtung Edinburgh ziehen. Sein Hauptgrund liegt darin, das dieses Land zu Zeit ohne König ist und er auch gerne das Zepter übernehmen möchte. Um den Edelleuten ein wenig Appetit auf ihr zukünftiges Leben zu machen, wird ein altes Gesetz wieder in Kraft gesetzt: das Recht der ersten Nacht – d.h. eine junge frisch vermählte Frau soll ihre Hochzeitsnacht mit einem solchen „Edelmann“ verbringen müssen. Auf diese Weise versucht Edward die Schotten aus ihrem Lande zu vertreiben.

Robert, seines Zeichens der siebzehnte Earl of Bruce und noch dazu Anwärter auf die schottische Krone, versucht die schottischen Edelleute dazu zu bewegen erst einmal Ruhe zu bewahren. Sein Vater, Mitglied des Rates ist schwer an Lepra erkrankt und gibt vor im Ausland unterwegs zu sein.

Der gereifte William Wallace – nun gespielt von Mel Gibson – kehrt auf das Land seines Vaters zurück um es zu bestellen. Er möchte sich gar nicht in die herrschenden Auseinandersetzungen einmischen, sondern eine Familie gründen und in Frieden leben. Als er nun ins Dorf reitet, findet dort gerade ein Hochzeitsfest statt. Dort trifft er seinen alten Jugendfreund Hamish und auch seine Jugendfreundin Murron wieder. Während dem Fest tauchen englische Soldaten zusammen mit dem Edelmann auf, um die Braut mitzunehmen.

In dieser Szene spürt man sprichwörtlich den Hass, den Schotten auf die Engländer haben. Es ist ihnen sogar verboten, Waffen zu tragen. Dies ist eigentlich die größte Schmach – ein Highlander ohne Waffen, war zu dieser Zeit eigentlich unvorstellbar. Murron – gespielt von Catherine McCormack – ist mittlerweile zu einer jungen, sehr hübschen Frau herangereift. Wallace macht ihr den Hof und verliebt sich in sie. Ihre Eltern haben was gegen die Verbindung und so müssen sie sich heimlich treffen. Von einem gälischen Priester werden sie dann auch heimlich getraut.

Kurze Zeit später wird das junge Glück jäh zerstört. Einer den englischen Soldaten macht Murron an und fällt über sie her. Wallace bekommt dies mit und versucht ihr zu helfen. Sie wird allerdings von den Soldaten gefaßt und von deren Anführer kaltblütig ermordet. Es kommt zu einem ersten kleineren Gefecht mit den Soldaten, in deren Verlauf diese alle getötet werden. Bei der anschließenden Trauerfeier vergibt Murrons Vater Wallace, das dieser seine Tochter „geraubt“ hat. Für mich ist diese Szene, als der Vater William die Hand auf den Kopf legt, eine der ergreifendsten des gesamten Filmes.

Mit der Zeit schließen sich immer mehr Schotten Wallace an und sie beginnen nun die umliegenden Festungen von englischen Soldaten zu säubern und jagen diese zurück nach England. Dies ist natürlich etwas, was König Edward gar nicht gefallen mag. Obwohl sie insgeheim die Art bewundern, wie Wallace vorgeht, wollen sich Robert the Bruce und vor allem sein Vater diese Unruhen zu Nutzen machen und die eigene Position gegenüber den Engländern zu stärken. Ihnen geht es eigentlich nur darum, sich die schottische Krone zu sichern.

König Edward beauftragt seinen Sohn, das Chaos in Schottland zu beseitigen. Dieser wiederum erweist sich als völlig unfähig. Seine französische Frau – gespielt von der schönen Sophie Marceau – ist enttäuscht darüber, wie gleichgültig ihr Mann sie behandelt und hört sich gerne die Geschichten über Wallace an, die ihr ihre Zofe erzählt.

Unterdessen sammeln sich Engländer und Highlander in der Nähe von Stirling und bereiten sich auf eine erste Schlacht vor. In Anbetracht der englischen drei zu eins Überzahl, bekommen es viele Schotten mit der Angst zu tun und wollen doch lieber nach Hause gehen. Die schottischen Edelmänner wollen wenigstens noch zuerst verhandeln, bevor sie sich ergeben. Doch dann erscheint auch Wallace auf dem Schlachtfeld und hält eine flammende Rede. Er appelliert an die Ehre seiner Landsleute und schafft es tatsächlich sie so zu beeindrucken, das sie ihm zujubeln, dableiben und mit ihm kämpfen wollen.

Vor der Schlacht kommt es noch einmal zu einer Verhandlung mit den Engländern. Diese versuchen nun die schottischen Edelmänner mit Ländereien in England zu bestechen, haben aber ihre Rechnung ohne Wallace gemacht. Dieser lehnt dies natürlich kategorisch ab und fordert seinerseits den Rückzug der Engländer und eine Entschuldigung für jahrzehntelange Knechtschaft und Tyrannei. Lachend weist der englische Befehlshaber diese Forderung in der Überzeugung zurück, daß die Schotten doch keinerlei Chancen haben. Es passiert natürlich genau das, was keiner erwartet hat: erstmals werden die Engländer von den Hochländern ganz empfindlich geschlagen und für die Niederlage ist deshalb um so bitterer.

Für seine Verdienste um Schottland wird Wallace von den Edelmännern zum Ritter geschlagen. Gleichzeitig wird er zum Hüter und hohen Protektor Schottlands ernannt. Dies ist Robert the Bruce natürlich ein Dorn im Auge, sieht er doch seine eventuelle Krone gefährdet. Wallace dagegen drängt darauf jetzt nicht zu warten, sondern direkt in England einzufallen. Aber die Uneinigkeit der schottischen Edelmänner macht ihm sehr stark zu schaffen. Sie machen es eigentlich unmöglich klare Strukturen im Land einzuführen. So – jetzt habe ich Euch genug über den Inhalt des Filmes erzählt – Ihr solltet ihn Euch natürlich selber ansehen.

Allein der Titel des Filmes sagt viel über die Mentalität und das Volk der Schotten aus. Brave läßt sich mit mutig, unerschrocken, tapfer oder couragiert übersetzen. Die Bezeichnung gibt es z.B. heute noch: die Spieler der schottischen Fußballnationalmannschaft werden als Bravehearts bezeichnet. Gerade die Spiele gegen den Erzrivalen England haben es immer in sich und verlieren niemals etwas von ihrem Reiz. Es geht auch um das niemals aufgeben – kämpfen bis zum Letzten – dies ist eine Ehrensache.

In der Nähe von Abbey Craig steht heute das Wallace Monument, das an diesen Sieg der Schotten im Jahre 1297 erinnert. Robert the Bruce wird Jahre später doch schottischer König und führt die Schotten im Jahre 1314 bei Bannockburn noch zu einem zweiten Sieg über die Engländer. Ihm zu Ehren wurde eine Statue im Stirling Castle errichtet. Noch heute zählen beide zu den schottischen Nationalhelden.

Mein Fazit:

Diese dreistündige Film gehört für mich zu den Meisterwerken der Filmgeschichte. Ich schaue ihn mir immer wieder sehr gerne an, nicht zuletzt weil mich die Geschichte des Landes eben sehr interessiert. So an die zehn Mal werde ich den Film mittlerweile gesehen habe. Ausgezeichnet wurde er unter anderem mit fünf Oscars für Regie, Ton, Kamera, Kostüme und besten Film. Meiner Meinung nach hätte er durchaus noch einen für die Musik bekommen dürfen. Gerade diese zieht sich wie ein roter Faden durch den kompletten Film, wiederholt sich immer wieder aber immer in anderen Nuancen. Es ist diese typische schottische Musik, teilweise unterlegt mit Dudelsäcken, die zu jener Zeit sogar verboten war.

Mel Gibson ging in seiner Arbeit für diesen Film richtig auf. Er führte hier nicht nur unter anderem Regie, sondern er trat auch noch neben der Schauspielerei als Produzent auf – wahrlich eine meisterhafte Leistung. Aber interessant auch die Rolle von Sophie Marceau. Sie war mir bis dahin doch eigentlich nur aus den „La Boum“ Folgen bekannt. Hier konnte sie meiner Meinung nach die Filmwelt überzeugen, das sie mehr kann, als nur das junge unschuldige Mädchen zu spielen. Nicht nur diese beiden Schauspieler liefern hier erstklassige Arbeit ab. Auch Patrick McGoohan als König Edward, Angus McFadyen als Robert the Bruce, Brendan Gleeson als Hamish und Catherine McCormack als Murron wissen in diesem Film sehr zu überzeugen und tragen zu einem sehr guten Gesamteindruck bei. Sehr gut gefallen hat mir übrigens auch die Mimik und Gestik der Schauspieler – hier konnte man sehr viele Reaktionen bereits ableiten.

Wunderschöne Landschaftsaufnahmen – z.B. in den nebligen Highlands, klasse Musik, viel Spannung und Action kennzeichnen diesen großartigen Film. Trotzdem kommen aber auch Dramatik, Liebe und Leidenschaft auch nicht zu kurz. Es ist alles in allem eine hervorragende Mischung aus vielen Komponenten, auch wenn die Schlachtszenen leider oft sehr brutal wirken. Aber diese Tatsache läßt sich leider nicht ändern.

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