Tal der Wölfe (DVD) Testbericht
Auf yopi.de gelistet seit 11/2010
Erfahrungsbericht von nalcapon
Was sucht der türkische Rambo im Irak!?
Pro:
Viele realistische Szenen, Soundtrack
Kontra:
viel Propaganda und Nationalismus
Empfehlung:
Ja
"Tal der Wölfe" feierte in der Türkei schon als Serienfassung mit über 90 Folgen einen immensen Erfolg, wahrscheinlich haben die finanziellen Einnahmen durch die Serie mit Einschaltquoten von bis zu 35% die Produzenten zu diesem riskanten Schritt geführt, einen Film mit über 8 Millionen Budget zu produzieren - für die türkische Filmbranche eine unerreichbare Rekordsumme.
In der Serie stellt Polat Alemdar (Necati Sasmaz) einen türkischen Patrioten dar, der zunächst als Elitesoldat der türkischen Armee dient und später seinem Vaterland in den inneren Strukturen dienen will, in dem er sich vornimmt die zahlreichen Untergrundorganisationen auf seine Art zu vernichten.
Die Serie beruht sich dabei in vielen Fällen auf wahre Begebenheiten, zu mindest was diese Untergrundorganisationen und die Skandale betrifft.
Im Film "Tal der Wölfe - Irak" handelt es sich um den gleichen Polat Alemdar mit den gleichen patriotischen Einstellungen wie in der Serie, jedoch in einem anderen Plot.
Der Film beginnt mit dem Skandal, das sich im Juli 2003 im Irak ereignet hat, in dem amerikanische GIs eine 11köpfige türkische Spezialeinheit im Irak verhaften, denen Säcke über den Kopf ziehen und sie vor der Öffentlichkeit gedemütigt aus ihrem Stützpunkt herauszerren und später alles als ein Versehen der Presse mitteilen und sich beim türkischen Militär entschuldigen.
Dennoch kehren nach ihrer Freilassung die Soldaten in ihrer Ehre und in ihrem Stolz verletzt zurück. Diese Last wird dem Leutnant der Truppe unerträglich, womit er mit einem Abschiedsbrief Polat Alemdar über seine Gefühle und Gedanken berichtet und der Meinung ist, nicht der Ehre seiner Vorfahren gerecht wurde und dies nun die Aufgabe von Polat Alemdar sei, anschließend nimmt er sich das Leben.
Polat Alemdar macht sich mit seinen drei Weggefährten Memati ( Gürkan Uygun), Abdulhey(Kenan Coban) und Erhan (Erhan Ufuk) mit einem BMW X5 auf den Weg zum Irak, um den Stolz des türkischen Militärs zurückzuholen.
Auf der Suche nach dem Verantwortlichen - Sam William Marshall (Billy Zane) - treffen sie auf zahlreiche Problematiken im Land, die der Krieg mit sich gebracht hat.
So wie ein Einblick in die Brutalität des Krieges, in die Gedanken eines Selbstmordattentäters und den Problemen zwischen den unterschiedlichen Völkern im Land.
Mit zahlreichen Werbungen, TV-Berichten und Empfehlungen von Freunden zugebombt, hab ich mich beschlossen, diesen Film im Kino anzuschauen.
Als Kurde und mit meiner Sorge, dass es sich um einen sehr parteiischen Film handeln wird, ging ich dennoch mit der Hoffnung eine gute Unterhaltung zu genießen.
Doch vergeblich, gleich zu Beginn des Filmes, werden meine Befürchtungen wahr, als Polat Alemdar indirekt die kurdische Armee an der Grenze zur Türkei indirekt als ein Schwarm von verkäuflichen Menschen bezeichnet und anschließend die schwer bewaffnete fünfköpfige Grenztruppe mit seinen Begleitpersonen und einem Messer eliminiert. Die große Enttäuschung war schon vorprogrammiert, vor allem die unrealistische Handlung am Grenzposten führte eher zum Gähnen meinerseits als zur Spannung.
Im Laufe des Filmes muss ich weitere typisch türkische Ansichten über das Kurdenproblem ertragen, wo nicht nur in der Türkei die Kurden als ein Problem dargestellt werden, sondern auch noch im Irak, wo sie auf eine übertriebene Art und Weise als amerikanische Arschkriecher dargestellt werden, die auf Kosten von anderen Völker in Besitz von Landgut kommen.
Die Übertreibung im Film erlangt seinen Höhepunkt bei den Amerikanern und ihren zwei berüchtigten Bündnispartnern - Israel und England, die dafür sorgen das Gefangenen im Gefängnis die Organe an Israel, England und in die USA gesendet werden.
Fairerweise sollte man erwähnen, dass die Produzenten und Drehbuchautoren dafür gesorgt haben, dass im Film vieles auf wahre Begebenheiten basiert, so wie die Folterungen im "Abu Ghureib" Gefängnis, die Motive der Selbstmordattentäter und die andere von den Medien nicht gezeigte Seite des Islams.
Zum Ende hin wird es jedoch wieder sehr unrealistisch, in dem Polat Alemdar mit seiner 3köpfigen Armee dazu neigt ein Abklatsch vom wirklichen Rambo zu inszenieren.
Während beide seiner Männer mit 9mm Automatik sich bewaffnen, holt sich Polat Alemdar eine für diese ungleichen Verhältnisse angemessene Waffe.
Die einzigen wirklich überzeugenden Aspekte des Filmes bleiben bis zum Ende hin die andauernden Spezialeffekte á la Hollywood. Die Frage ist, ob es wunderlich ist, wenn kein geringerer als Oscarpreisträger Michael Medings dahinter steht, der in Action geladenen Filmen wie "Soldat James Ryan" und für "Black Hawk Down" Hand anlegte.
Zusammen mit den Spezialeffekten bekommt auch der Sound seine Lorbeeren. In vielen Szenen bekommt der Zuschauer - in dem Fall der Zuhörer - sehr emotionalen, oft melancholischen, teils orientalischen und teils westlichen Sound zu hören und begibt sich ungewollt in Gefühlsschwankungen zwischen Spannung und Melancholie.
Ebenso lobenswert war die hervorragende Kameraführung, die den Zuschauer wirklich in das Geschehen hineinversetzte und man alles sehr gut Nachempfinden konnte, womit die Indizierung als selbstverständlich hätte empfinden müssen.
Der Film läuft in den Kinos mit deutschem Untertitel, wobei ich nur ab und zu mir die Übersetzung ungewollt durchlesen musste und festgestellt habe, dass die Übersetzung sehr oft nicht die Emotionen hervorhob wie der eigentliche Text.
Fazit
Wer sich in pure Action und Emotionen hingeben möchte, ist mit "Tal der Wölfe" sehr gut bedient.
Will der Zuschauer sich mit diesem Film auf die Suche nach politischen Hintergründen des Irak-Krieges begeben, ist mit "Tal der Wölfe" nur teilweise und sehr einseitig bedient.
Politisch gesehen, ist es in vielen Fällen jedoch reine Propaganda und widerspiegelt oft den eher unverständlichen türkischen Stolz, der eigentlich erst Recht ziemlich wenig im Irak verloren hat.
Wenn man den Film verarbeitet hat und sich gedanklich dem Inhalt widmet, wird man unvermeidlich zum Schmunzeln kommen, weil man sich nochmals fragen wird, wie drei leicht bewaffnete türkische mittelstarke Männer eine ganze amerikanische, schwer bewaffnete Einheit haben vernichten können und im ganzen Land als Helden gefeiert werden.
Falls es noch relevant sein sollte: Meine Tanten haben mich gezwungen diesmal sie zum Kino zu begleiten, womit ich ungewollt nochmals mit den Film anschauen musste und ernsthaft es geschafft habe, mitten im Film einzuschlafen.
Von mir bekommt der Film 5 von 10 Punkten.
Hier noch einige Informationen zum Film
Schauspieler:
Necati Sasmaz
Billy Zane
Bergüzar Gökce Korel
Ghassan Masoud
Gary Busey
Erhan Ufuk
Tito Ortiz
Diego Serrano
Gürkan Uygun
Kenan Coban
Spencer Garret
Genre: Action/Thriller/Krieg
Länge: 125 Minuten
Freigabe: ab 18 Jahren
Land/ Jahr: Türkei, 2005
Studio: PanaFilm
offizielle Webseite: www.valleyofthewolvesiraq.com
Regisseur: Serdar Akar
Drehbuch Autoren: Bahadir Özdener, Raci Sasmaz
Produzent: Raci Sasmaz
Musik: Gökhan Kirdar, LOOPUS
38 Bewertungen, 17 Kommentare
-
16.11.2010, 12:18 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichPolat Alemdar ist die lächerlichste Figur der Filmgeschichte, eine Art James Bond für arme Türken. Das du als Kurde den Film mit 3 Sternen bewertest ist eh noch recht nett, er ist tatsächlich Schrott. Null Inhalt, null Differenz, Kurden, Amis alle sehr klischeehafte Bösewichte. Ein Film für den Müll.
-
18.10.2008, 15:31 Uhr von Striker1981
Bewertung: sehr hilfreichSH und Liebe Grüße vom STRIKER
-
07.10.2008, 18:27 Uhr von wolli007
Bewertung: sehr hilfreichliebe Grüße, Wolli
-
07.10.2008, 01:59 Uhr von blackangel63
Bewertung: sehr hilfreichGuTe NaChT-gRüSsE.......aNjA
-
06.10.2008, 23:37 Uhr von doelau
Bewertung: sehr hilfreichEin schöner Bericht, Gruß doelau
-
05.10.2008, 22:59 Uhr von MasterSirTobi
Bewertung: sehr hilfreichSH, was sonst. LG MasterSirTobi
-
05.10.2008, 17:11 Uhr von mortima1986
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße mortima1986
-
05.10.2008, 15:00 Uhr von Baby1
Bewertung: sehr hilfreich.•:*¨ ¨*:•. Liebe Grüße Anita .•:*¨ ¨*:•.
-
04.10.2008, 17:27 Uhr von Clarinetta2
Bewertung: sehr hilfreichwäre nicht so mein film prima bericht
-
03.10.2008, 22:46 Uhr von sigrid9979
Bewertung: sehr hilfreichPrima Beicht lg Sigrid
-
03.10.2008, 21:47 Uhr von tk7722
Bewertung: sehr hilfreichEin sehr interessanter Bericht, liebe Grüße
-
03.10.2008, 20:14 Uhr von presscorpse
Bewertung: sehr hilfreichprima bericht! lg presscorpse
-
03.10.2008, 20:05 Uhr von Kerstin39
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfsreich> Liebe Grüße die Kerstin
-
03.10.2008, 19:33 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichwünsche dir ein schönes wochenende lg. petra
-
03.10.2008, 18:36 Uhr von Bunny84
Bewertung: sehr hilfreichKlasse Bericht. Lg Anja
-
03.10.2008, 18:13 Uhr von Zzaldo
Bewertung: besonders wertvollliebe Grüße sendet dir Stephan
-
03.10.2008, 18:01 Uhr von Mondlicht1957
Bewertung: sehr hilfreichAlles klar du bis Luis bei CIAO solltest du ins Profil schreiben :O)
Bewerten / Kommentar schreiben