Austin Powers in Goldständer (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von T-Shirt

Auch beim dritten Mal "groovy, Baby"

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Zum mittlerweile dritten Mal betritt Mike Myers in der Rolle des britischen Geheimagenten Austin Powers die Leinwand. Und auch beim dritten Aufguss hat die knallbunte Persiflage auf sämtliche James-Bond-Filme nichts von ihrem Charme eingebüßt: „Austin Powers“ ist so albern, bunt und saukomisch wie eh und je.

Musste Bond sich in den sechziger Jahren noch mit „Goldfinger“ auseinandersetzten, kämpft Powers diesmal gegen den holländischen Bösewicht „Goldständer“. Der rollschuhfahrende Schurke mit vergoldetem Genitalbereich hat es nämlich gewagt, Austins Vater Nigel Powers (Michael Caine) ins Jahr 1975 zu entführen. Mit einer Zeitmaschine verfolgt Austin den Bösewicht in die Seventies, wo er zufällig auch noch die FBI-Agentin Foxxy Cleopatra (Beyoncé Knowles) trifft, die ihm im Kampf gegen das Böse zur Seite steht. Das ist auch bitter nötig, denn schließlich gilt es nicht nur, Daddy Powers zu befreien – auch Austins altbekannter Gegenspieler Dr. Evil tritt wieder auf den Plan und droht damit, die Polarkappen abzuschmelzen und die ganze Welt zu überfluten ...

Doch die Handlung ist ohnehin nur schmückendes Beiwerk für das rasantes Gag-Feuerwerk, das Myers in bewährter Manier eineinhalb Stunden lang abbrennt. Schon die gewohntermaßen liebevoll gewählte Ausstattung sorgt für zahlreiche Lacher: Dr. Evils U-Boot, das selbstverständlich die Gesichtszüge des Ober-Bösewichts trägt, ist ebenso schreiend komisch wie die mit grellen Farben und Extrem-Plüsch ausgestattete Zeitmaschine des Agenten oder dessen köstliches 70-er-Jahre-Outfit mit Kitsch-Spazierstock und nicht enden wollenden Plateau-Sohlen.

Dass bei dieser Ansammlung von Albernheiten die Pointen immer wieder mal unter die Gürtellinie rutschen, kennt man bereits aus den ersten beiden Austin-Filmen – und man muss sich nicht wirklich daran stören. Selbst die Pinkel- und Furz-Witze sind mitunter so charmant und originell umgesetzt, dass auch weniger einfache Gemüter ohne schlechtes Gewissen darüber lachen können.

Natürlich wird beim dritten Teil mancher Gag der ersten beiden Folgen recycelt, aber da diese vereinzelten Wiederholungen sogar mitunter von Myers selbst entlarvt und ironisch aufgegriffen werden, kann man dem Film auch hierfür nicht böse sein. Kenner der ersten beiden Streifen haben zudem doppelten Spaß, weil altbekannt Figuren wie Nummer Zwei (Robert Wagner) oder Fieser Fettsack vorübergehend ihre Auferstehung erleben. Aber „Austin Powres“ klaut nicht nur bei sich selber – neben den Bond-Filmen werden unter anderem auch Klassiker wie „Star Wars“ und „Das Schweigen der Lämmer“ gnadenlos zitiert und parodiert.

„Austin Powers in Goldständer“ steht und fällt natürlich – wie die beiden Vorgänger-Filme – von der Spielfreude des Vollblut-Komikers Mike Myers, und da sind keinerlei Verschleiß-Erscheinungen zu entdecken. Myers tritt natürlich nicht nur in der Titelrolle in Erscheinung, sondern beweist - wie gewohnt - enorme Wandlungsfähigkeit und verkörpert nebenbei auch noch Dr. Evil, Fiesen Fettsack und Goldständer.

Neben Myers brilliert aber auch Michael Caine, der sichtlichen Spaß an der Rolle von Vater Powers hat. Beyoncé Knowles, bislang vor allem als Sängerin von „Destiny´s Child“ bekannt, kann in der Rolle des Powers-Girls (analog zum Bond-Girl) ebenfalls überzeugen, und Show-Größen wie Tom Cruise, John Travolta, Steven Spielberg, Britney Spears und Ozzy Osbourne (um nur einige zu nennen) sorgen mit ihren kurzen Gastauftritten gleichermaßen für Überraschungsmomente und für Lacherfolge.

Ob Austin Powers eine ähnlich lange Lebensdauer haben wird wie James Bond darf bezweifelt werden. Noch gibt es allerdings keinen Grund, diese erfolgreiche Serie einzustellen. Wer sich für Klamauk und albernen Humor erwärmen kann, wird beim neuesten Powers-Werk wieder voll auf seine Kosten kommen. Auch im dritten Anlauf ist „Austin Powers“ ein Großangriff auf die Lachmuskeln, und Mike Myers ist erneut in großartiger Form oder – wie seine Titelfigur sagen würde – einfach nur „groovy, Baby“.

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