Unbekannter Anrufer (DVD) Testbericht

Unbekannter-anrufer-dvd-thriller
ab 6,74
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Erfahrungsbericht von LilithIbi

"Gut, ich trink nie wieder Alkohol!" (Pause) "Gibt's Whiskey?"

Pro:

Grundidee an sich, kongeniales Haus ^^

Kontra:

Darsteller eher mittelmäßig, wirken sogar gelangweilt; Ungereimtheiten sowie Widersprüchlichkeiten

Empfehlung:

Nein

Nach wie vor bin ich mir nicht so wirklich schlüssig, was ich von dem Film mit dem unglaublich grauenhaft eingedeutschten Titel "Unbekannter Anrufer" halten soll. Ich kann nicht mal sagen, ob ich mich im Kino gelangweilt habe ~ zumal die Story an sich ohnehin nicht nur seit der Erstverfilmung "Das Grauen kommt um 10", sondern schon seit Anno dazumal als "Düstere Legende" jedem zweiten bekannt sein dürfte.



//DIE STORY AN SICH + DIE UMSETZUNG//

wurde hier natürlich ein wenig der heutigen Zeit angepasst und aufgepeppt ~ zumindest wurde das nachweislich versucht!

Somit klingt es auch nicht sonderlich überraschend, dass eine "etwas" überzogene Handyrechnung "Schuld" daran trägt, dass Jill nun via Babysitten die Rechnung bei den Eltern begleichen soll. Ich für meinen Teil frage mich zwar ernsthaft, wie viel Jill nun eigentlich bei dem Ehepaar Mandrakis verdienen soll, um die "800 Minuten über dem Limit" (!!!) wieder reinzukriegen; aber diese Nachrechnerei würde an dieser Stelle vermutlich zu weit führen.

Ferner wurde Jill ja zudem auferlegt, eine gewisse Zeit ohne Auto und Handy auszukommen; und obendrein darf sie die berühmt-berüchtigte Schulparty nicht aufsuchen, sondern muss ~ wer hätte es geahnt ~ babysitten.

Ich behaupte mal kühn, dass der Umstand des fahrenden Vaters dem Zuschauer das Gefühl von "oh mein Gott sie kann nicht fliehen" übermitteln soll ~ was aber in Anbetracht der anderen drei Autos die vor dem Grundstück stehen und dem hinderlich positionierten Ast nicht wirklich funktionieren kann.

Kaum ist Jill im Haus des Ehepaares Mandrakis angekommen bewundert nicht nur sie sondern auch der mit 10 Leuten besetzte Kinosaal dieses Gebäude.
Und ja, ich war beeindruckt!

Vor allem der integrierte "Fischteich" mit Bäumen und Vögeln drumherum in einem extra-Raum hatte es mir angetan. Meine Kinobegleitung hingegen war völlig fasziniert von der Erläuterung "das da drüben ist unser GästeHAUS". Tja, Gästezimmer oder gar Gästebetten scheinen out zu sein ~ und väterliche Verbote ebenso.

Denn wie wir schnell erkennen, hat Jill ihr Handy eben doch dabei ~ warum sie dann überhaupt jedem aufgibt, über das Haustelefon der Mandrakis anzurufen, muss ich demnach nicht verstehen. Dass ihr die Kosten relativ wurscht sind, haben wir doch spätestens dann verstanden, als Jill scheinbar aus Langeweile Heinz und Kunz ständig anruft; und auch erst beim dritten Versuch, die Hausdame Rosa zu erreichen, auf die Idee kommt, aufzulegen, bevor erneut die mailbox aktiviert wird.

Was das ganze mit der Hausdame bzw. dem Babysitter überhaupt soll entbehrt sich ohnehin jeder Logik: zwar kann es durchaus sein, das Rosa sich weigert, die Kinder zu hüten ~ aber da Mrs. Mandrakis ohnehin aufgibt, besser gar nicht erst die Zimmer der Kinder zu betreten, tendiert die ganze Geschichte mehr gen Lächerlichkeit.

Während in der Ursprungsfassung noch vehement darauf gepocht wurde, dass die Babysitterin ganz einfach keine Lust hat nach den Kindern zu sehen, wird es hier Jill fast schon verboten; um die lieben kleinen nicht zu wecken. Der einzige Anruf, der wirklich noch den Kern der Legende trifft ("warum haben Sie nicht nach den Kindern gesehen?") kommt als Alleingänger viel zu kurz daher und trifft auch nicht mal mehr Ansatzweise des Pudels Kern.

In "Das Grauen kommt um 10", den ich als Teenie gesehen hab fand ich es noch gruselig dass ständig wer anrief und sich nach den Kindern erkundigte ~ und zwar mit "haben Sie nach den Kindern gesehen" BEVOR und mit "Warum haben Sie nicht nach den Kindern gesehen" NACHDEM die Kiddies getötet wurden. Das hatte dann irgendwo sogar noch nen tieferen Sinn; doch in "Unbekannter Anrufer" hingegen wird nur des öfteren ins Telefon gehechelt und eben ein einziges Mal jener Satz ausgesprochen.

Das der ominöse Anrufer sich obendrein über eine Minute zuquaseln lässt erscheint in der gesamten Umsetzung einfach nur albern; und die Aussage "Ich will Dein Blut auf meiner Haut spüren" bringt dann das langersehnte Kopfschütteln des Zuschauers ein ~ denn mir für meinen Teil wäre es absolut neu, dass man durch erwürgen einen Blutverlust erleidet.

Ohnehin stolpert die Story bei genauer Betrachtung des öfteren über sich selbst. Als Jill ihrer Freundin erzählt, dass sie nicht auf die Party darf, tut diese das, was nur besondere Freundinnen tun würden: "Ach, mach dir nix draus, die Party wird eh scheiße sein.... aber ich muss jetzt los, zur Party, ich freu mich schon total!" à Ähm... ja. Ohne Worte sag ich da nur!

Was mir ferner absolut unverständlich war ist und bleibt die Alarmanlage. Mal geht sie los, und mal nicht. Dass Jill den aufgeschriebenen Code auf der Alarmanlage positioniert hat und der Zettel wenig später verschwunden ist scheint auch nur mir aufgefallen zu sein. Als die Alarmanlage dann wirklich losgeht, schiebt die hypernervöse Jill, die eben noch bei jedem Tapser des Stubenkaters zusammenzuckte, dass ganze auf die Haushälterin, die wohl grade hereingekommen sein muss. Dass sie diese wenig später dann auch erblickt, mag man ihr zu gute halten ~ dennoch hätte selbst ich Couchkartoffel mir die Mühe gemacht, einfach mal nachzufragen, ob Rosa den Code vergessen hatte.

Doch Jill widmet sich lieber wieder dem Haustelefon ~ nur um ständig festzustellen, dass sie sogar die Anrufer, die sie kennt, nicht wirklich versteht. Aber immerhin wartet die holde Maid ja auf einen Anruf ihres Ex-Liebhabers, der sie wenige Tage zuvor mit ihrer besten Freundin betrogen hat. Klischee, Klischee.... auch, dass jene Freundin auf einmal in der Bude steht und sagt, dass Jill das ganze doch bitte nicht so ernst nehmen solle; der Alkohol sei schuld... bla bla halt.

Jene Tiffany bekommt dann "immerhin" von völlig anderer Seite ihre Strafe ~ was den ganzen "Hintergrund" des Filmes sodann absolut aus den Angeln hebt. Soll heißen: die Morde drehten sich in der Ursprungsfassung und in der Legende selbst "nur" um die Kinder und das jeweilige Kindermädchen bzw. dem Babysitter; nie aber um irgendwelche Deppen, die zufällig vorbeikamen. Und als der Killer die Kinder auch noch an sich vorbeilaufen lässt um sich lediglich Jill "zu widmen" hab ich dann doch mal schwer geseufzt.

Ingesamt zieht sich die Story ohnehin mehr wie Kaugummi als das Spannung aufkommen würde. Das Jill ständig ihre Nase in ihr Buch hält, versucht, irgendwelche Leute anzurufen und obendrein bei fast jedem Geräusch "bewaffnet" durch die Hütte huscht nervt nach einer Weile schon ein wenig; zumal man nicht fassen kann, dass madame wirklich immer wieder und wieder ans Telefon geht und dem Hechler Fragen stellt; wo sie doch eigentlich verstanden haben müsste, dass sie ohnehin nie eine Antwort erhält. Der nette Polizist am Ende der Leitung versucht zwar, Jill zu beruhigen und ist es letztendlich auch, der ihr sagt, dass der Anruf aus dem gleichen Haus kommt ~ doch warum dieser überhaupt so lange auf sich warten lässt (und wie er überhaupt an der "Baumsperre" vorbeigekommen ist) erfahren wir ebenfalls nicht. Natürlich kommt er genau zu dem Zeitpunkt, als Jill den Anrufer überwältigt und an den Boden getackert hat ~ und siehe da, dass Ehepaar Mandrakis erschien ebenfalls just in diesem Augenblick.

Man könnte somit unterstellen, dass dies alles ein abgekartetes Spiel mit einem arrangierten Killer war; um die nervigen Gören loszuwerden ~ doch diese Idee hätte dem Film vermutlich zuviel Pep gegeben, was das gesamte Vorspiel noch blasser hätte aussehen lassen, als es ohnehin schon war.



//DAS GROSSE ERGO//

Bevor mich einer haut ~ die gesamten Darsteller waren mir unbekannt, wodurch ich auch auf sämtliche Namensauflistung verzichte. Ohnehin wirkte das ganze eher wie eine Laienschauspielgruppe, die sich zwar immer noch oberhalb der gesamten "GZSZ" Aria bewegten, aber so regelrechte Gefühlsausbrüche musste man hier nicht erwarten. Der Killer an sich wirkte eher wie Michael Myers; da er es schaffte, einen maskenartigen Gesichtsausdruck hinzulegen und obendrein im Gehschritt eine rennende Frau einzuholen.

Natürlich haben es Remakes insbesondere in diesem Quartal schwer, da es einfach zu viele von dieser Sorte gibt. Nachdem die meisten sich schon über "The hills have eyes" aufgeregt haben und alsdann nicht wussten, was sie denn von "Das Omen" halten sollten, wird man womöglich schon mit niederen Erwartungen an dieses Filmchen herangehen. Doch an und für sich sollte sich das derart auswirken, dass man umso positiver überrascht wäre ~ nur leider verlässt man hier das Kino und sagt sich im stillen "Das war ja klar".

Nicht, dass "Unbekannter Anrufer" von grundauf schlecht wäre; es ist nichtmal so, dass ich mich über die investierten regelrecht 6 EUR geärgert hätte ~ doch wer den Film nicht gesehen hat, der wird deswegen auch nicht in Tränen ausbrechen müssen.

Interessant war vor allem wirklich das Haus; zumal diese "Wohnart" noch zu regelrechten Diskussionen zwischen mir und Janne (meiner Kinobegleitung) führte. Er fand es toll, dass das Licht automatisch bei betreten des Raumes anging; während ich als praktisch denkende bald-wieder-"nur"-Hausfrau überlegte, wie freudig es ihn wohl stimmen würde, wenn er im Tiefschlaf durch meine spätere Schlafzimmereinkehr geweckt werden würde. Auch waren die diversen Kunstgegenstände und irgendwie pornografisch anmutenden Statuen es wert, einschlägig bestaunt zu werden ~ vor allem auch der Umstand, dass in diesem Riesenhaus die Kinder sich ein Zimmer teilen mussten, während der Kleider"schrank" der Eltern größer war als ein durchschnittliches Wohnzimmer.
Von der zweifelhaften Alarmanlage und der gleichzeitigen Möglichkeit, durch die Garage unbemerkt ins Haus zu huschen, möchte ich gar nicht erst anfangen ~ erst Recht nicht von dem Rätsel, wie augenscheinlich bruchsicheres Glas geräuschlos deaktiviert im Sinne von "zerbrochen" werden kann.
Zu gucken und staunen gibt's hier also allerhand; Eni und Mark von "Wohnen nach Wunsch" würden sich hier regelrecht austoben können (erst Recht wegen den durch und durch hässlichen Eichenmöbeln).

Wer auf Grusel~ oder gar Horrorstimmung hofft, der wird hier jedenfalls eher enttäuscht werden: im gesamten Film sieht man nicht mal einen einzigen Tropfen Blut; die Farbe Rot wird lediglich von einem Luftballon und einem angeschmolzenen Eis abgedeckt. Obschon in den ersten Filmminuten ein Mord in einem anderen Haus angespielt wird sieht man hier ebenfalls nichts ~ die Leichensäcke und einen würgenden Ermittler sind alles, was wir hier zu Gesicht bekommen. In Jills Umgebung dürfen wir dann noch mal eine Wasserleiche und eine Strangulierte betrachten ~ und das wars.

An dieser Stelle tut sich dann wie so oft auch die Frage der FSK Vergabe auf ~ im Vergleich zu "Jurassic Park", wo auch 12 jährige einen abgerissenen Arm bewundern dürfen finde ich die "ab 16" Vergabe hier doch ein wenig übertrieben.

Gruselig sind im gesamten Filmgeschehen höchstens die einschlägigen (Eigen-)Geräusche im Haus. Und ja, ich gebe zu, einmal gezuckt zu haben ~ allerdings bei der unspektakuläre Stellen, in der Jill rückwärts geht und gegen die Tür knallt.

Zweifelsohne wurde hier versucht, der Grundstory noch einen Rahmen zu stricken ~ Jill ist nicht einfach nur eine Babysitterin, nein, sie geht auch brav zur Schule und versucht, ihren Laufrekord zu schlagen, was ihr frei nach dem Motto "an allem sind die Männer Schuld" in Anbetracht ihres Fremdknutscherfreundes nicht gelingen mag. Somit dürfen wir zu Anfang noch ein wenig die Streiterein zwischen Jill und ihrem Ex sowie ihrer Exbesten Freundin Tiffany bestaunen und auch dem Vater zuhören, der Jill etwas wie Verantwortungsbewusstsein einimpfen will.

Allerdings gelingt dieses "Rahmenprogramm" nur ansatzweise und wirkt demnach ein wenig befremdlich auf den Zuschauer; eben weil es nichts halbes und nichts ganzes ist, was uns da präsentiert werden soll. Was somit zumindest wieder zur Schlussszene passt!

Ergo des Ergos: wer Lust hat, noch mal ein nettes und nicht zu hartes Filmchen zu gucken, der ist mit "Unbekannter Anrufer" doch ganz gut beraten. Allerdings darf man hier kein Werk erwarten, in dem es so richtig zur Sache geht, in welcher Hinsicht auch immer!

Doch zweckentfremdet zur Hausbesichtigung wird man von diesem Machwerk zweifelsohne ein wenig geplättet sein.

30 Bewertungen, 9 Kommentare

  • MKuschel

    31.07.2007, 16:56 Uhr von MKuschel
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr ausführlich, nur der Preis fehlt

  • Sayenna

    14.01.2007, 21:25 Uhr von Sayenna
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh :-)

  • LittleSparko

    13.01.2007, 21:38 Uhr von LittleSparko
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg, daniela

  • Vicky

    13.01.2007, 20:32 Uhr von Vicky
    Bewertung: sehr hilfreich

    * Sehr hilfreich - Vic *

  • Baby1

    13.01.2007, 19:14 Uhr von Baby1
    Bewertung: sehr hilfreich

    * ~~ * Lieben Gruß Anita * ~~ *

  • B_Engal

    13.01.2007, 19:01 Uhr von B_Engal
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sh von mir. MfG B_Engal

  • anonym

    13.01.2007, 18:38 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh :o)

  • Gozo-Bernie

    13.01.2007, 18:27 Uhr von Gozo-Bernie
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh aus Catania - bernie

  • Mondlicht1957

    13.01.2007, 18:22 Uhr von Mondlicht1957
    Bewertung: sehr hilfreich

    Klasse bericht SH LGPet