Hooligans 2 (DVD) Testbericht
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Erfahrungsbericht von sunnyblack
Vom Milchbubi zum Schläger...
Pro:
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Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Da ich nicht allzulange Fackeln will, was es sich damit auf sich hat hier der Bericht:
Matt, ein zurückhaltender Harvard Student (so wie wir ihn lieben: Elijah Wood) wird zu Unrecht des Kokainbesitzes beschuldigt und dadurch von der Eliteuni verwiesen.
Er beschließt seine Schwester in England zu besuchen. Dort lernt er den charismatischen Pete Dunham kennen. Dieser führt Matt, obwohl er ihn für einen verweichlichten Yankee hält und Matt gerade deswegen bei allen unwillkommen ist, in die englische Hooliganszene ein.
Bower, einer der Konservativeren der Hooligangruppe kann Matt bereits jetzt nicht riechen.
Wird Matt sich in der GREEN STREET ELITE etablieren können?
Elijah Wood als Schläger? Ich habe genauso gestaunt wie wahrscheinlich Sie es im Moment tun. Seine Wandlung vom Milchbubi zum Schläger ist nicht immer überzeugend, was vor allem in den mäßig choreographierten Prügelszenen deutlich wird. Dennoch ist es bemerkenswert, dass er nach seiner Rolle als Frodo in der Herr der Ringe Trilogie, sein Faible für nicht kommerzielle Filme nicht verloren hat. Eine bewundernswerte charakterliche Eigenschaft, die ihn neben seinen knuffigen Kulleraugen nicht gerade deswegen zum Liebling vieler Cineasten macht: ein Lob also für seinen Mut, die Rolle angenommen zu haben und eine souveräne schauspielerische Leistung.
Kommen wir nun zu einer der bemerkenswertesten schauspielerischen Leistungen, der von Charlie Hunnam, der den charismatischen und energiegeladenen Pete Dunham spielt. Wunderbar wie er bereits zu Beginn der Geschichte britisches Flair ausstrahlt und als quasi Verkörperung britischer Rauheit das Zusammentreffen amerikanischer Mittelbürgerkultur mit englischer "Tief"bürgerkultur einführt.
Immer und jederzeit überzeugt seine Darstellung und sie wird zum Schluss verdientermaßen mit einer wundervollen Finalszene gekrönt, die sicherlich jedermann berühren und bewegen wird.
Auch Claire Foliani liefert eine überzeugende Darstellung in dem vom sicherlich als Männerfilm konzipierten Machwerk. Sie verkörpert die glückliche Schwester von Matt und damit die Ehefrau von Steve Dunham, Pete Dunhams Bruder.
In Szenen, wo ihre Zerrissenheit und ihr Unverständnis der Prügelei der Hooligans gegenüber deutlich wird, versteht sie es Mitgefühl und Empathie beim Zuschauer hervorzurufen und sorgt damit für einen kritischeren Touch im Film.
Erwähnenswert ist auch noch die Rolle von Leo Gregory als Bower, der den unsympathischen und konservativen Schlägerirren der Gruppe darstellt.
Die allseits unangenehme Aura, die seine Rolle im Film ausstrahlt wird von ihm (in seiner griesgrämigen Mimik und seinen Gesichtszügen) überzeugend verkörpert.
Die schwierig zu vollziehende Wandlung (die ich hier nicht erwähnen möchte, da der Film ja auch noch Spaß machen soll) im Film meistert er mit Können.
Der visuelle Stil des Films ist immer angenehm. Britische Atmosphäre kommt vor allem am Anfang gut rüber, die dann aber im weiteren Verlaufe des FIlmes nur noch eine Nebenrolle spielt und daher nachlässt. Die Farben sind nicht satt, so dass sich der Zuschauer nie richtig wohlfühlt.
Wohlgefühl kommt nur im Pub rüber, mit seinen warmen Farben, wodurch sicherlich eine beabsichtigte Diskrepanz zwischen den fröhlichen Szenen im Pub und dem rauhen britischen Flair auf den Straßen deutlich wird. Die Kameraarbeit wurde sorgfältig erledigt, in den Schlägereien erleidet sie ab und zu Konfusität, ansonsten ist nicht sonderlich viel zur konventionell gehaltenen Kamerführung zu sagen.
Die gelegentlichen Zooms der Kamera wurden sinnvoll und rar gestreut eingesetzt.
Lobenswert ist auch die Musik, die die Erschaffung eines britischen Flairs sicherlich unsterstützt. Die Songs hören sich gut an und erzielen immer eine unterstützende Wirkung. So werden die Schlägereien immer von Rockmusik begleitet und die ruhigen/ dramatischen Szenen von angenehmer, langsamer, typisch britischer Indie Musik. Das Drehbuch bzw. die Story von Regisseur Lexi Alexander ist gut durchdacht, Konflikte sind zahlreich vorhanden so dass die Spannung nie nachlässt. Angefangen von überraschenden Wendungen bis hin zu tragischen Situationen bietet die Story alles. Gegen Ende steuert jedoch alles dem Vorhersehbaren entgegen.
Zunächst einmal: Hooligans ist ein Männerfilm. Weibliche Aspekte sucht man vergebens. Einige Rollen, wie sie so oft in Gruppenfilmen vorzufinden sind, sind klischeehaft konzipiert. Die Dramaturgie lässt einen schon erahnen, welche Richtung die ganze Geschichte nehmen wird. Die Schlägereiszenen sind nicht immer gelungen in Szene gesetzt, teils sogar einfach nur schlecht choreographiert. Dass Elijah Wood nach dermaßen viel Dresche noch auf den Beinen steht, scheint unglaubwürdig, genauso wie die Tatsache, dass in einer Schlägerei 10 Hooligans gegen 40 auch nur irgendeine Chance hätten.
Hooligans ist dennoch kein Schlägereien Film, er lebt von seinen Konflikten, von seinen Figuren: eine weise Entscheidung des deutschen Regisseurs Lexi Alexander nicht die Gewalt in den Vordergrund gestellt zu haben. Neue, filmbewegende Aspekte sucht man allerdings vergeblich. Dennoch sind die Konflikte so angelegt, dass ihr Ausgang meist vorherehbar ist. Um nicht zu viel zu verraten verzichte ihr auf eine weitere Ausführung.
Das gelungene britische Flair und etwas mehr vom Leben der britischen Hooligans wäre interessanter, wenn auch nicht notwendig gewesen. Das Potential des "Amerikaner" trifft auf "Engländer" Konfliktes hätte noch weiter ausgeführt werden können, wo doch Charlie Hunnam als einer der am besten agierenden Schauspieler sich in dieser Hinsicht grandios entfaltete. Die Botschaft des Films ist aber ziemlich fraglich auch wenn sie immer etwas anderes zu vermitteln versucht.
Die Tatsache, dass die Schlägereien verherrlicht teilweise sogar verharmlost werden, wird durch die wenigen Anhaltspunkte, dass Schlägereien aber dennoch zu nichts führen nicht wirklich entkräftet.
Hier wäre eine weitaus umfangreichere Kritik und ein gesundes Maß an Abstand zu den Schlägereien logischer und lobenswerter gewesen.
FAZIT:
Hooligans ist ein hervorragendes Drama, das einige, wenn auch oberflächliche Einsichten in die britische Hooliganszene ermöglicht. Wer auf Action aus ist, sollte sich trotz der zahlreichen Schlägereien, die zwar teilweise konfus in Szene gehalten und auch schlecht choreographiert wurden, zwei mal überlegen, ob er sich diesen Film ansieht.
Hooligans ist nämlich ein Figurenfilm und lebt von den Konflikten seiner Charaktere, und dadurch seinen Schauspielern. Die dramaturgischen Finessen schaffen es die Spannung immer hoch zu halten, so dass Langeweile kaum auftritt. Die Charakterentwicklung des Protagonisten Matt (Elijah Wood) steht dabei an oberster Stelle.
So verfolgt man gebannte 109 Minuten den Fortgang der Geschichte ohne sich richtig zu langweilen und sagt sich zum Abspann des Films :
ein guter Film.
Originaltitel: Green Street Hooligans
Jahr: 2005
Dauer: 109 min
Genre: Drama
Regisseur: Lexi Alexander
Schauspieler: Elijah Wood, Charlie Hunnam, Claire Forlani, Marc Warren, Leo Gregory
Drehbuch: Lexi Alexander, Dougie Brimson
Land: USA/ UK
Zur DVD:
Das Bild und Tonformate sind exzellent. Die Extras sind ebenfalls sehr aufschlussreich, wobei das Interview mit Cast und Crewmitgliedern (typisch für derartige Interviews) zu einem Loblied für den Film verkommt. Der knapp 70 Minütige Film mit Gary Oldman, der eine BBC Produktion ist ist sehr interessant und eröffnet Vergleichsweisen zu Hooligans. Dadurch wird meines Erachtens der Kaufpreis für die DVD in diesem schönen Steelbook absolut lohnenswert.
Regionalcode: 2
Verpackung: Steelbook
Bildformat: 2,35:1 (anamorph / 16:9)
Tonformat: Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)
Kommentar (Dolby Digital 2.0 Stereo)
Untertitel: Deutsch
DVD 1 (Hauptfilm) DVD-9
Animiertes Menü mit Soundeffekten
Kapitelauswahl (16) mit bewegten Bildern
• Deutscher Kommentar von Lexi Alexander
• Deutscher Kinotrailer
• USA-Trailer
• Original Teaser
• Trailershow
DVD 2:
• BBC-Spielfilm "The Firm" mit Gary Oldman
• Interview mit Regisseurin Lexi Alexander
• Interviews mit Cast & Crew:
• Hinter den Kulissen
• Spiegel-TV-Beiträge zum Thema Hooligans
• Storyboard-Vergleiche
• Bildergalerie
• Musikvideo: Therence Jay "One Blood"
• 8-seitiges Booklet
16 Bewertungen, 7 Kommentare
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09.10.2007, 01:22 Uhr von Puenktchen3844
Bewertung: sehr hilfreichWieder ein tadelloser Bericht von Dir. LG
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07.10.2007, 13:25 Uhr von [email protected]
Bewertung: sehr hilfreichKlasse Bericht, lg Sabrina
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06.10.2007, 12:46 Uhr von freshmaik
Bewertung: sehr hilfreichAchtung: Jeder Leser provoziert eine Gegenlesung!
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18.09.2007, 09:36 Uhr von theking123
Bewertung: sehr hilfreichLG vom King
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17.09.2007, 19:29 Uhr von gerrhosaurus1978
Bewertung: sehr hilfreichLG, Daniela
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17.09.2007, 18:48 Uhr von Vicky
Bewertung: sehr hilfreichSH - Vic
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17.09.2007, 16:39 Uhr von hendo
Bewertung: sehr hilfreichsehr guter Film.Grüße von mir
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