Erfahrungsbericht von Dorilys
Ein Splatterfilm von Mel de Sade ^^
Pro:
Darsteller
Kontra:
Nicht viel mehr als eine blutige Gewaltorgie
Empfehlung:
Nein
Hallo liebe Leser,
gestern war ich mit meiner Freundin im Kino gewesen und habe mir die Passion Christi von Mel Gibson angesehen. Der Grund warum ich da reingegangen bin, war gerade weil ich sehr viele verschiedene Meinungen dazu gehört habe, und ich wollte mir persönlich meine Meinung dazu bilden.
Gerade weil der Film so umstritten ist, möchte ich darum bitten meinen Bericht und nicht meine Meinung zu bewerten – wobei ich weiß das bei Meinungsbewertern sowieso schon alles verloren ist, aber okay.
>>>>> Die Story <<<<
Der Film handelt von dem Zeitraum im Leben Jesu von seiner Festnahme im Garten Gethsemane und seiner Hinrichtung auf dem Berge Golgotha. Dazwischen sieht man immer wieder einzelne Rückblenden aus dem Leben Jesu.
Der ganze Film ist auf aramäisch, griechisch und Latein und ist mit Untertiteln versehen.
Dazu aber ausführlicher später in meiner Meinung.
>>>>> Die Darsteller <<<<<
Da ist zuerst mal der Hauptdarsteller James Caviezel, der die Figur des Jesus spielt. Um ehrlich zu sein weiß ich hier nicht recht, was ich sagen soll, denn groß spielen sieht man ihn nicht auch wenn er dauernd zu sehen ist. Eigentlich wird nur sein Körper zermatscht und er stöhnt dabei eben oder schreit. Gut gespielt ist allerdings die Angst Jesu im Garten, als er zu Gott betet das der Kelch an ihm vorübergehen möge. Ich weiß noch das es mich als Kind damals beeindruckt hatte, das sogar Jesus als Sohn Gottes solche Angst hatte, als wir die entsprechende Stelle in der Bibel durchgenommen hatten.
Maia Morgenstern spielt die Gottesmutter Maria. Sie wurde häufig gezeigt während Jesus gegeißelt wurde, was dem Film noch mal zusätzlich einen ziemlich schmerzlichen Effekt gibt, weil man sich selber vorstellt, wie das wohl für eine Mutter ist wenn ihr Sohn gerade so zermatscht wird. Und ich muss sagen ich finde es persönlich schade das in der Religion und in den Geschichten Maria immer sehr kurz kommt, aber hier nimmt sie doch einen wichtigen Platz ein, und die Gram der Mutter die ihren Sohn beim Leiden zusieht ist auch großartig gespielt.
Hristo Shopov spielt den Pontius Pilatis, der hier sehr positiv dargestellt wird, als ein kluger Mann der eigentlich weiß das es falsch ist Jesus hinzurichten, und auch versucht zu intervenieren und Jesus vor der Hinrichtung zu bewahren. Ich fand den Schauspieler im ganzen Film am besten, er passt vom Äußeren her auch gut in die Rolle, das einzig befremdliche ist die seltsame lateinische Aussprache und ich habe eine ganze Weile gerätselt ob das wirklich Latein ist, was er da spricht. Und der Schauspieler hat es tatsächlich geschafft, das ich, obwohl ich die Bibel und deren Ausgang ja kenne zwischendurch doch tatsächlich gehofft habe das Jesus doch nicht gekreuzigt wird, so sehr hatte mich das mitgerissen. Aber wie man die Geschichte so kennt, lenkt Pilatus am Ende ein, weil er den Zorn der aufgewiegelten Menge befürchtet.
Der Hohepriester Kaiphus wird von Mattia Bragia gespielt – ein Scheusal wie er im Buche steht. Lieder einen verurteilten Mörder freilassen als jemand der anders denkt als man selber.
Monica Belucci spielt hier Magdalen die in Zusammenhang mit Maria gezeigt wird. Und hier komme ich ins Grübeln, denn bei der Rückblende wird gezeigt das sie ihm treu dient seitdem Jesus sie vor der Steinigung bewahrt hat. Wenn hier Maria Magdalena gemeint ist, das war doch nicht die Ehebrecherin die gesteinigt werden sollte, das war doch die Hure die von ihrem eignen Dorf ausgestoßen war? Jedenfalls werde ich die entsprechende Passage noch mal nachlesen, ich bin verwirrt.
Ich mochte auch den Schauspieler von Judas, Luca Lionello. Judas verkauft, wie man aus der Bibel kennt, seinen Herrn für 30 Silberlinge. Aber glücklich wird er damit nicht, denn bald bereut er sein Tun und begeht Selbstmord. Judas ist ein sehr menschlicher Charakter. Er träumt von Reichtum und dessen Annehmlichkeiten und lässt sich dadurch verführen, seinen Herrn zu verraten. Und auch wenn Jesus ihm vergibt, so kann Judas sich sein Tun selber nicht vergeben.
Auch Petrus Verhalten finde ich durchaus menschlich, das er nachdem er gesehen hat wie mit Jesus verfahren wurde erst mal Panik und Todesangst bekommt das ihm das Gleiche passiert. Und auch wenn Petrus immer in dem Zusammenhang negativ dargestellt wird, kann ich das Verhalten nachvollziehen. Zumal auch nach der Bibel Petrus danach viel Gutes getan hat, aber wenn er auch gestorben wäre, wäre auch keinem geholfen gewesen.
Bei dem Teufel bin ich etwas verwirrt – ich habe erst in den Berichten hier gelesen das eine Frau die Darstellerin war – irgend wie dachte ich während des ganzen Filmes das wäre ein Kerl, oder allenfalls geschlechtslos, aber für eine Frau hätte ich das nie gehalten. Rosalinda Celentano heißt die Darstellerin, und ich dachte am Anfang noch was für ein hübscher Kerl – Ähem Ja..... *schäm* Sehr interessant die Rolle, auch wenn ich mir bei diversen Einblendungen mit ihr nicht ganz schlüssig war, was das jetzt gesollt hatte, besonders am Ende bei der Kreuzigung frage ich mich was uns der Regisseur denn jetzt damit sagen will ^^
Auf jeden Fall fand ich die Darstellungen von allen sehr gut gelungen und auch sehr realistisch, man kann als Zuschauer die Gefühle der Personen sehr gut nachvollziehen und leidet auch wirklich mit.
>>>> Meine Meinung <<<<<
Ich fand den Film sehr spannend für die Tatsache, das man die Geschichte eigentlich kennt und weiß da es ausgeht, einfach aufgrund der Tatsache das ich am Film emotional beteiligt war das ich schon tatsächlich zwischendurch gehofft habe, das er doch nicht hingerichtet wird ;D Und ich denke, gerade das ist auch eine Kunst für sich, einen Film so zu gestalten das er trotz der Kenntnis der Geschichte eine innere Spannung erzeugt. Was aber vor allem auch daran liegt das man hofft das diese Gewaltorgie bald vorbei ist.
Ich hoffe man lege mir hier was ich jetzt schreibe nicht falsch aus, aber ich kann in dem Film keine antisemitischen Tendenzen erkennen, sorry. Schließlich waren ja nicht nur die Hetzer Juden, sondern auch die ganzen „Guten“ und im Endeffekt waren es ja die Römer, die Jesus so misshandelt und hingerichtet haben. Und langsam glaube ich man kann im Zusammenhang mit Juden überhaupt nichts mehr sagen ohne das man als Antisemit abgestempelt wird, sorry.
So und jetzt zu dem eigentlichen Kern des Films, und das ist Gewalt, pure abstoßende Gewalt. Mir wurde während des Films richtig schlecht, und auch danach noch war mir übel. Und ich hatte zwischendurch überlegt ob ich rausgehen soll, und verstehe auch Zuschauer, die das getan haben, ich bin im Endeffekt auch nur wegen meiner Freundin drin geblieben.
Anscheinend ist es so, wenn man einem Film das Etikett „historisch“ aufklebt, darf man alles. Ich kann auch die Argumentation nicht nachvollziehen die dann immer kommt, das war eben so und Jesus war eben nicht nur das süße Christkind, mir ist das zu schwarz-weiß. Es gibt doch nicht nur die beiden Extreme das man zeigt wie sich bei der Auspeitschung Jesu eine Peitsch mit Widerhaken in der Haut festklemmt und die dann einen Brocken Fleisch rausreißen oder das Jesus herumläuft und ihm die Sonne aus dem Hintern scheint. Ich empfinde diesen Film als Splatterfilm bei dem versucht wurde ihn auf historisch zu trimmen.
Es hätte doch zum Beispiel auch gereicht wenn man gezeigt hätte, wie ein Nagel an Jesus Hand angehalten wird und man gehört hätte wie der Hammer zuschlägt, was dann auch nicht „das süße Christkind ist“. Wieso muss man ganze zehn Minuten lang in Zeitlupe zeigen wie jeder einzelne Hammerschlage getätigt wird und jeder einzelne Blutstropfen auf den Boden tropft?
Oder auch bei der Peitsche hatte man gesehen wie jemand auf den Tisch haut und die Widerhaken sich im Tisch festsetzen. Muss man denn wirklich noch bei der Auspeitschungen jeden Brocken zeigen der aus der Haut gerissen wird?
Kill Bill hat auch schon viel Aufsehen erregt, aber so wie ich das sehe hat Quentin Tarantino nur den Fehler gemacht den Film als surreal zu gestalten und nicht als historisch, denn ein historisch im Titel rechtfertigt ja anscheinend selbst die schlimmsten Gewaltorgien auf der Leinwand.
Und die Sache mit den Untertiteln ist für mich nur pure Augenwischerei, man versucht damit doch nur einen Film einen historischeren Touch zu versetzen der ohne diese Art der Manipulation nicht stand gehalten hätte. Und gut das ich schnell lese, andere in meinem Bekanntenkreis hätten da größere Probleme gehabt parallel zu lesen und dann auch noch auf den Rest der Leinwand zu achten.
Das einzige was ich gut fand, ist wie wieder mal gezeigt wird, wie Menschen behandelt werden, die „anders“ sind, was sich bis heute nicht viel geändert hat, Menschen die mit ihrer Meinung und ihrer Handlung von der Norm abweichen sind immer noch geächtet und gefürchteter als ein verurteilter Killer.
Ich frage mich heute welche Intention Mel Gibson hatte diesen Film in dieser Art zu drehen. Marquis de Sade wäre sicher stolz gewesen, besser hätte er sich das auch nicht ausdenken können, wobei seine Schilderungen im Gegensatz zu dem Gezeigten ja eher an Kinderbücher erinnern.
Grundlage des Filmes war auch wenige die Bibel gewesen, sondern die Schriften von
Anna Katharina Emmerich die sehr exzessiv ihren Fantasien in der Schrift „Das schmerzhafte Leiden unseres Herrn Jesus Christus“ ausgelassen hat.
Bei der Altersangabe wurde ab 16 angegeben, wobei ich mich da wiederuzm frage worauf sich diese Angabe begründet und andere Filme mit weniger Gewalt ab 18 freigegeben sind.
Zusammengefasst noch mal meine Meinung: Der Film ist ein Splatterfilm, und auch der Name Jesus im Titel kann daran nichts ändern. Und ich finde nicht das „historisch“ es rechtfertigt, was da gezeigt wurde, wie die Haut vom Körper um Brocken rausgerissen und sämtliche Knochen gebrochen werden. Ich habe jetzt gelesen Mel Gibson hätte kleine „Scherze“ in den Film eingebaut, beispielsweise das der Darsteller des Jesus auf aramäisch sagt „kümmere dich um die Wäsche“ während im Untertitel „pass auf dich auf“ steht. Was mich wieder zu der Frage der Intention bringt, was soll der Scheiß? Ich bin ein mensch der gerne und viel lacht aber nach dem ich diesen Film gesehen habe, habe ich für diese „kleinen Scherze“ kein Verständnis, die Zuschauer nach dem Blutbad auf der Leinwand auch noch veralbern zu wollen, und seit gestern ist Mel Gibson in meiner Achtung gesunken, und die nächste Zeit werde ich mir auch sicher keine Filme mehr mit ihm ansehen.
Ich vergebe zwei Sterne für den Film, und auch nur für die große schauspielerische Leistung gewisser Darstellung die recht gut war. Und keine Empfehlung, außer für Splatterfans – die werden hier voll auf ihre Kosten kommen, mein Geschmack ist er nicht, und ich werde ihn mir sicher nicht noch mal ansehen.
Gespannt wäre ich jedoch wie das ist wenn der Film mal im Fernsehen gezeigt wird - wenn die Sender ihrem eigenen Aussagen nach folgen und Gewaltszenen rausschneiden, haben wir einen schönen Kurzfilm.
Dieser Bericht enthält 1621 Wörter
Liebe Grüße
Dorilys
gestern war ich mit meiner Freundin im Kino gewesen und habe mir die Passion Christi von Mel Gibson angesehen. Der Grund warum ich da reingegangen bin, war gerade weil ich sehr viele verschiedene Meinungen dazu gehört habe, und ich wollte mir persönlich meine Meinung dazu bilden.
Gerade weil der Film so umstritten ist, möchte ich darum bitten meinen Bericht und nicht meine Meinung zu bewerten – wobei ich weiß das bei Meinungsbewertern sowieso schon alles verloren ist, aber okay.
>>>>> Die Story <<<<
Der Film handelt von dem Zeitraum im Leben Jesu von seiner Festnahme im Garten Gethsemane und seiner Hinrichtung auf dem Berge Golgotha. Dazwischen sieht man immer wieder einzelne Rückblenden aus dem Leben Jesu.
Der ganze Film ist auf aramäisch, griechisch und Latein und ist mit Untertiteln versehen.
Dazu aber ausführlicher später in meiner Meinung.
>>>>> Die Darsteller <<<<<
Da ist zuerst mal der Hauptdarsteller James Caviezel, der die Figur des Jesus spielt. Um ehrlich zu sein weiß ich hier nicht recht, was ich sagen soll, denn groß spielen sieht man ihn nicht auch wenn er dauernd zu sehen ist. Eigentlich wird nur sein Körper zermatscht und er stöhnt dabei eben oder schreit. Gut gespielt ist allerdings die Angst Jesu im Garten, als er zu Gott betet das der Kelch an ihm vorübergehen möge. Ich weiß noch das es mich als Kind damals beeindruckt hatte, das sogar Jesus als Sohn Gottes solche Angst hatte, als wir die entsprechende Stelle in der Bibel durchgenommen hatten.
Maia Morgenstern spielt die Gottesmutter Maria. Sie wurde häufig gezeigt während Jesus gegeißelt wurde, was dem Film noch mal zusätzlich einen ziemlich schmerzlichen Effekt gibt, weil man sich selber vorstellt, wie das wohl für eine Mutter ist wenn ihr Sohn gerade so zermatscht wird. Und ich muss sagen ich finde es persönlich schade das in der Religion und in den Geschichten Maria immer sehr kurz kommt, aber hier nimmt sie doch einen wichtigen Platz ein, und die Gram der Mutter die ihren Sohn beim Leiden zusieht ist auch großartig gespielt.
Hristo Shopov spielt den Pontius Pilatis, der hier sehr positiv dargestellt wird, als ein kluger Mann der eigentlich weiß das es falsch ist Jesus hinzurichten, und auch versucht zu intervenieren und Jesus vor der Hinrichtung zu bewahren. Ich fand den Schauspieler im ganzen Film am besten, er passt vom Äußeren her auch gut in die Rolle, das einzig befremdliche ist die seltsame lateinische Aussprache und ich habe eine ganze Weile gerätselt ob das wirklich Latein ist, was er da spricht. Und der Schauspieler hat es tatsächlich geschafft, das ich, obwohl ich die Bibel und deren Ausgang ja kenne zwischendurch doch tatsächlich gehofft habe das Jesus doch nicht gekreuzigt wird, so sehr hatte mich das mitgerissen. Aber wie man die Geschichte so kennt, lenkt Pilatus am Ende ein, weil er den Zorn der aufgewiegelten Menge befürchtet.
Der Hohepriester Kaiphus wird von Mattia Bragia gespielt – ein Scheusal wie er im Buche steht. Lieder einen verurteilten Mörder freilassen als jemand der anders denkt als man selber.
Monica Belucci spielt hier Magdalen die in Zusammenhang mit Maria gezeigt wird. Und hier komme ich ins Grübeln, denn bei der Rückblende wird gezeigt das sie ihm treu dient seitdem Jesus sie vor der Steinigung bewahrt hat. Wenn hier Maria Magdalena gemeint ist, das war doch nicht die Ehebrecherin die gesteinigt werden sollte, das war doch die Hure die von ihrem eignen Dorf ausgestoßen war? Jedenfalls werde ich die entsprechende Passage noch mal nachlesen, ich bin verwirrt.
Ich mochte auch den Schauspieler von Judas, Luca Lionello. Judas verkauft, wie man aus der Bibel kennt, seinen Herrn für 30 Silberlinge. Aber glücklich wird er damit nicht, denn bald bereut er sein Tun und begeht Selbstmord. Judas ist ein sehr menschlicher Charakter. Er träumt von Reichtum und dessen Annehmlichkeiten und lässt sich dadurch verführen, seinen Herrn zu verraten. Und auch wenn Jesus ihm vergibt, so kann Judas sich sein Tun selber nicht vergeben.
Auch Petrus Verhalten finde ich durchaus menschlich, das er nachdem er gesehen hat wie mit Jesus verfahren wurde erst mal Panik und Todesangst bekommt das ihm das Gleiche passiert. Und auch wenn Petrus immer in dem Zusammenhang negativ dargestellt wird, kann ich das Verhalten nachvollziehen. Zumal auch nach der Bibel Petrus danach viel Gutes getan hat, aber wenn er auch gestorben wäre, wäre auch keinem geholfen gewesen.
Bei dem Teufel bin ich etwas verwirrt – ich habe erst in den Berichten hier gelesen das eine Frau die Darstellerin war – irgend wie dachte ich während des ganzen Filmes das wäre ein Kerl, oder allenfalls geschlechtslos, aber für eine Frau hätte ich das nie gehalten. Rosalinda Celentano heißt die Darstellerin, und ich dachte am Anfang noch was für ein hübscher Kerl – Ähem Ja..... *schäm* Sehr interessant die Rolle, auch wenn ich mir bei diversen Einblendungen mit ihr nicht ganz schlüssig war, was das jetzt gesollt hatte, besonders am Ende bei der Kreuzigung frage ich mich was uns der Regisseur denn jetzt damit sagen will ^^
Auf jeden Fall fand ich die Darstellungen von allen sehr gut gelungen und auch sehr realistisch, man kann als Zuschauer die Gefühle der Personen sehr gut nachvollziehen und leidet auch wirklich mit.
>>>> Meine Meinung <<<<<
Ich fand den Film sehr spannend für die Tatsache, das man die Geschichte eigentlich kennt und weiß da es ausgeht, einfach aufgrund der Tatsache das ich am Film emotional beteiligt war das ich schon tatsächlich zwischendurch gehofft habe, das er doch nicht hingerichtet wird ;D Und ich denke, gerade das ist auch eine Kunst für sich, einen Film so zu gestalten das er trotz der Kenntnis der Geschichte eine innere Spannung erzeugt. Was aber vor allem auch daran liegt das man hofft das diese Gewaltorgie bald vorbei ist.
Ich hoffe man lege mir hier was ich jetzt schreibe nicht falsch aus, aber ich kann in dem Film keine antisemitischen Tendenzen erkennen, sorry. Schließlich waren ja nicht nur die Hetzer Juden, sondern auch die ganzen „Guten“ und im Endeffekt waren es ja die Römer, die Jesus so misshandelt und hingerichtet haben. Und langsam glaube ich man kann im Zusammenhang mit Juden überhaupt nichts mehr sagen ohne das man als Antisemit abgestempelt wird, sorry.
So und jetzt zu dem eigentlichen Kern des Films, und das ist Gewalt, pure abstoßende Gewalt. Mir wurde während des Films richtig schlecht, und auch danach noch war mir übel. Und ich hatte zwischendurch überlegt ob ich rausgehen soll, und verstehe auch Zuschauer, die das getan haben, ich bin im Endeffekt auch nur wegen meiner Freundin drin geblieben.
Anscheinend ist es so, wenn man einem Film das Etikett „historisch“ aufklebt, darf man alles. Ich kann auch die Argumentation nicht nachvollziehen die dann immer kommt, das war eben so und Jesus war eben nicht nur das süße Christkind, mir ist das zu schwarz-weiß. Es gibt doch nicht nur die beiden Extreme das man zeigt wie sich bei der Auspeitschung Jesu eine Peitsch mit Widerhaken in der Haut festklemmt und die dann einen Brocken Fleisch rausreißen oder das Jesus herumläuft und ihm die Sonne aus dem Hintern scheint. Ich empfinde diesen Film als Splatterfilm bei dem versucht wurde ihn auf historisch zu trimmen.
Es hätte doch zum Beispiel auch gereicht wenn man gezeigt hätte, wie ein Nagel an Jesus Hand angehalten wird und man gehört hätte wie der Hammer zuschlägt, was dann auch nicht „das süße Christkind ist“. Wieso muss man ganze zehn Minuten lang in Zeitlupe zeigen wie jeder einzelne Hammerschlage getätigt wird und jeder einzelne Blutstropfen auf den Boden tropft?
Oder auch bei der Peitsche hatte man gesehen wie jemand auf den Tisch haut und die Widerhaken sich im Tisch festsetzen. Muss man denn wirklich noch bei der Auspeitschungen jeden Brocken zeigen der aus der Haut gerissen wird?
Kill Bill hat auch schon viel Aufsehen erregt, aber so wie ich das sehe hat Quentin Tarantino nur den Fehler gemacht den Film als surreal zu gestalten und nicht als historisch, denn ein historisch im Titel rechtfertigt ja anscheinend selbst die schlimmsten Gewaltorgien auf der Leinwand.
Und die Sache mit den Untertiteln ist für mich nur pure Augenwischerei, man versucht damit doch nur einen Film einen historischeren Touch zu versetzen der ohne diese Art der Manipulation nicht stand gehalten hätte. Und gut das ich schnell lese, andere in meinem Bekanntenkreis hätten da größere Probleme gehabt parallel zu lesen und dann auch noch auf den Rest der Leinwand zu achten.
Das einzige was ich gut fand, ist wie wieder mal gezeigt wird, wie Menschen behandelt werden, die „anders“ sind, was sich bis heute nicht viel geändert hat, Menschen die mit ihrer Meinung und ihrer Handlung von der Norm abweichen sind immer noch geächtet und gefürchteter als ein verurteilter Killer.
Ich frage mich heute welche Intention Mel Gibson hatte diesen Film in dieser Art zu drehen. Marquis de Sade wäre sicher stolz gewesen, besser hätte er sich das auch nicht ausdenken können, wobei seine Schilderungen im Gegensatz zu dem Gezeigten ja eher an Kinderbücher erinnern.
Grundlage des Filmes war auch wenige die Bibel gewesen, sondern die Schriften von
Anna Katharina Emmerich die sehr exzessiv ihren Fantasien in der Schrift „Das schmerzhafte Leiden unseres Herrn Jesus Christus“ ausgelassen hat.
Bei der Altersangabe wurde ab 16 angegeben, wobei ich mich da wiederuzm frage worauf sich diese Angabe begründet und andere Filme mit weniger Gewalt ab 18 freigegeben sind.
Zusammengefasst noch mal meine Meinung: Der Film ist ein Splatterfilm, und auch der Name Jesus im Titel kann daran nichts ändern. Und ich finde nicht das „historisch“ es rechtfertigt, was da gezeigt wurde, wie die Haut vom Körper um Brocken rausgerissen und sämtliche Knochen gebrochen werden. Ich habe jetzt gelesen Mel Gibson hätte kleine „Scherze“ in den Film eingebaut, beispielsweise das der Darsteller des Jesus auf aramäisch sagt „kümmere dich um die Wäsche“ während im Untertitel „pass auf dich auf“ steht. Was mich wieder zu der Frage der Intention bringt, was soll der Scheiß? Ich bin ein mensch der gerne und viel lacht aber nach dem ich diesen Film gesehen habe, habe ich für diese „kleinen Scherze“ kein Verständnis, die Zuschauer nach dem Blutbad auf der Leinwand auch noch veralbern zu wollen, und seit gestern ist Mel Gibson in meiner Achtung gesunken, und die nächste Zeit werde ich mir auch sicher keine Filme mehr mit ihm ansehen.
Ich vergebe zwei Sterne für den Film, und auch nur für die große schauspielerische Leistung gewisser Darstellung die recht gut war. Und keine Empfehlung, außer für Splatterfans – die werden hier voll auf ihre Kosten kommen, mein Geschmack ist er nicht, und ich werde ihn mir sicher nicht noch mal ansehen.
Gespannt wäre ich jedoch wie das ist wenn der Film mal im Fernsehen gezeigt wird - wenn die Sender ihrem eigenen Aussagen nach folgen und Gewaltszenen rausschneiden, haben wir einen schönen Kurzfilm.
Dieser Bericht enthält 1621 Wörter
Liebe Grüße
Dorilys
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