Lucky # Slevin (DVD) Testbericht
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Erfahrungsbericht von Junxmutter
Tarrantino und die 70er-Jahre Wohnen-nach-Wunsch-Tapeten
Pro:
spannend und lustig
Kontra:
bisschen verwickelt
Empfehlung:
Ja
Neuester Film, den ich mir reingezogen haben:
Eine Tarrantino-Parodie namens
Lucky # Slevin (sprich: Lucky number Slevin)
Fangen wir an mit der
S t o r y :
(wer den Film eventuell noch sehen möchte, sollte auf keinen Fall alles vom Inhalt lessen, weil sonst der Witz weg ist. Es kann dann nach den Sternchen weitergelesen warden)
Mal wieder ein verwickelter Film.
Am Anfang sehen wir, wie ein Mann nach dem anderen erschossen wird. Einer in einer Garage, einer beim Pferderennen. Dann ein kleiner Junge. Alles passiert ohne Erklärung.
Und dann stehen wir plötzlich in einem Flur mit einer schauderhaften 70er Jahre-Tapete mit grellem Muster und folgen der Kamera zu einem jungen Mann in einer Wohnung, der offenbar gerade aus der Dusche kam und ein Handtuch um die Hüften trägt.
Erst als die Nachbarin klingelt, um sich Zucker zu borgen, erfahren wir, dass der junge Mann Slevin heißt und gar nicht dort wohnt. Er wartet auf den Wohnungsinhaber Nick, der gerade abwesend ist.
Offenbar ist Slevin verletzt, hat eine gebrochene Nase und auf Nachfragen der Nachbarin Lindsey erzählt er ihr von seinem Pech in letzter Zeit: von seiner Kündigung im Job, dass er dann seine Freundin im Bett mit einem Fremden erwischt hat, weil sie ihn tagsüber nicht erwartet hatte und dass er schließlich auf der Straße überfallen wurde und man ihm Brieftasche und Ausweis etc. geraubt hat. Beide warten auf Nick, der aber nicht erscheint. Lindsey muss zur Arbeit, Slevin bleibt wartend allein zurück.
Kurze Zeit später stehen zwei Männer vor der Tür. Auch sie halten Slevin für Nick und bringen ihn – immer noch im Handtuch zu ihrem Boss. Slevin kann ohne Ausweis, der ihm ja geraubt wurde, nicht beweisen, dass er nicht Nick ist. Da Nick dem Boss 96.000 Dollar schuldet und der Boss Slevin immer noch für Nick hält, bekommt „Nick“ die Gelegenheit, die Summe abzuarbeiten. Seine Schulden sind vergessen, wenn er für den Boss den Sohn des „Rabbis“ ermordet. Slevin nimmt das Angebot an.
Slevin ist kaum wieder zurück in Nicks Wohnung, da wird er schon wieder von zwei Männern verschleppt. Die ihn natürlich auch für Nick halten. Sie bringen ihn zum Rabbi, in eine Wohnung mit schrillen 70er-Jahre Tapeten und grell gemustertem Boden. Bei diesem hat Nick auch Schulden. Und wieder kann Slevin ohne Ausweis nicht beweisen, dass er nicht Nick ist und wieder ist er im Zugzwang und sagt zu, dass er die Schulden bezahlen wird.
Der Rabbi will ebenfalls Geld von ihm. Da Slevin nicht weiß was er noch sagen soll, da ihm ja eh keiner glaubt, dass er nicht Nick ist, sagt er zu das Geld zu besorgen.
Es beginnt ein ziemliches Hin und Her vor dem Hintergrund wild gemusterter Wände, die immer wieder zum Lachen reizen. Teilweise sind die Schauspieler und Requisiten vor den Wänden gar nicht mehr zu erkennen...
Slevin kommt den beiden Gangsterbossen soweit auf die Spur, dass er endlich weiß, warum die beiden sich nicht grün sind, warum sie einer dem anderen den Tod wünschen, wer wen wann damals weswegen betrogen hat, wer wen hatte ausbooten wollen, warum der Sohn vom Boss von Handlangern des Rabbis erschossen wurden und und und. Und Slevin schafft es, in den jeweiligen „Festungen“ ein und auszugehen, wie es ihm beliebt. Schließlich denkt ja jeder „Mitarbeiter“ der Bosse, dass Slevin zu seiner Fraktion gehört. Und harmlos ist. Was ein gefährlicher Trugschluss ist.
Slevin verliebt sich in Lindsey, die in der Gerichtsmedizin arbeitet und auch eine der Leichen auf dem Tisch hat, die der Boss besser nicht untersucht wissen will. Sie wird kurzerhand erschossen. Was natürlich hoch dramatisch ist, schließlich hat Slevin sich in die Frau verliebt. Er wird das wohl kaum hinnehmen können, dass jemand vom Boss oder vom Rabbi in dessen Auftrag seine Freundin erschossen hat.
Kurz vor dem Showdown betäubt Slevin den Boss und den Rabbi und als diese wieder zu sich kommen, sind sie aneinandergefesselt und müssen seit Jahren das erste Mal miteinander sprechen. Dabei kommt heraus, dass der Rabbi den Sohn vom Boss erschossen haben soll, was dieser bestreitet, vom Rabbi aber seinerseits vorgeworfen bekommt, den Rabbi bei gemeinsamen Geschäften ausgebootet zu haben.
Noch während beide in vollem Streit sind, erscheint Slevin auf der Bildfläche (richtig: vor schrillem 70er Jahre Muster) und klärt die beiden darüber auf, dass er genau erreicht hat, was er geplant hatte. Nick, der Schuldner beider, musste leider dran glauben und wurde zwischengelagert, damit Platz für Slevin ist. Und Slevin hat mit den beiden noch ein Hühnchen zu rupfen. Schließlich ist er der kleine Junge, der am Anfang des Films umgebracht werden sollte. Und alles nur, weil sein Vater in einer gezinkten Wette mitwetten wollte, um seiner Familie mit einem großen Gewinn ein einigermaßen sicheres Leben zu geben. Lucky # (sprich: Number) Slevin war der Name des Rennpferdes in dem getürkten Rennen.
Geschickt hat Slevin alles eingefädelt, die gebrochene Nase ganz am Anfang, die Abwesenheit Nicks, die Auswahl von Nick überhaupt und auch Lindsey wundersame Auferstehung von den Toten. Schließlich hat er mit dieser Frau noch etwas vor! Boss und Rabbi, die sonst so großen Fadenzieher im Hintergrund sind dieses mal nur die manipulierten Marionetten von Slevin.
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Ab hier kann wieder gefahrlos weitergelesen werden.
Fazit:
Der ganze Film ist in düsteren Tarrantino-Farben gehalten, nur „aufgelockert“ durch die lächerlich bunten Hintergründe mit den irrsinnigen Tapeten. Egal wer in welche Richtung geht, wo immer Tapete sein kann im Film, ist auch schrill gemusterte Tapete. Das zieht sich wie ein Running Gag durch den ganzen Film.
Und wie in einem echten Tarrantino gibt es unzählige Leichen und fließendes Blut im Überfluss, dabei muss noch nicht mal ein ausreichender Grund vorhanden sein, jemanden umzubringen, so ganz aus Versehen kommt es auch vor!
Der Film ist eine ziemlich intelligente Parodie auf einen Tarrantino-Film und hat dabei noch eine gute eigene Handlung, ohne in Slapstick zu verfallen oder nur noch im Klamauk zu enden.
Ganz klassisch ein Spruch, der immer wieder auftaucht: ‚Das ist wie bei einem Kansas City Shuffle!’ ‚Hä? Was ist ein Kansas City Shuffle?’ ‚Während alles nach links schaut, gehst du rechts dran vorbei. Sprich: Ablenkung und Täuschung ist alles.
Da in diesem Film viel um Täuschung und Ablenkung geht, heißt es: Aufpassen wie ein Fuchs. Sonst geht’s einem wie dem Boss und dem Rabbi. Während man noch links verzweifelt guckt und versucht, Handlungsfäden aufzunehmen, ist rechts schon alles passiert und man macht nur noch überrascht „ahhh“. Es sind ein paar Zeitsprünge drin, so etwas wie ein filmischer Epilog. Den sollte man gut im Hinterkopf behalten, ganz am Ende geht’s genau da weiter.
Mir haben die Schauspieler sehr gut gefallen. Bruce Willis mal wieder als Killer, Ben Kingley als Rabbi und Morgan Freeman mal als böser Gangsterboss (und nicht als Gott). Josh Hartnett als Slevin quatscht sich mit seinen blöden Bemerkungen um Kopf und Kragen und manch gebrochene Nase und macht im Handtuch eine super Figur. Man (Frau!) wünschte sich, dass es mal bei dem vielen Hin und Her fiele, tut es aber nicht.
Fazit: intelligente Parodie, blutig, schrill, Tarrantino-like und einfach nur gut. Warum dieser Film nicht in den Deutschen Kinos war? Ich weiß es nicht!
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P r o d u k t i o n s d a t e n :
Originaltitel: Lucky Number Slevin
Genre: Krimi, Thriller, Drama, Comedy
Regie: Paul McGuigan
Drehbuch: Jason Smilovic
Land: USA, 2006
D V D - D e t a i l s :
~ Format: Dolby, DTS, PAL, Surround Sound
~ Sprachen: Deutsch, Englisch
~ Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
~ Bildformat: 16:9
~ DVD Erscheinungstermin: 25. Januar 2007
~ Länge: ca.105 Minuten
~ FSK: ab 16 Jahren
B o n u s - M a t e r i a l :
~ Audiokommentare
1. mit Regisseur Paul McGuigan
2. mit Schauspielern Josh Hartnett und Lucy Liu sowie Jason Smilovic (Drehbuch)
~ Making Of
Länge 13 Min. 15 Sek.
~ Deleted Scenes
jeweils in englisch mit deutschen Untertiteln:
1. Elvis und Sloe
2. Die Geschichte der Bodyguards
3. Alternatives Ende
~ Interviews, insgesamt ca. 12 Minuten
1. Bruce Willis
2. Sir Ben Kingsley
3. Morgan Freeman
~ Darstellerinfos
1. Josh Hartnett
2. Bruce Willis
3. Lucy Lui
4. Sir Ben Kingsley
5. Stanley Tucci
6. Morgan Freeman
Mit den Interviews der Schauspieler und den Darstellerinfos finde ich die DVD wirklich gut ausgestattet. Das hat man ja nicht immer. Making Ofs fand ich schon immer spannend und auch Deleted Scenes. Da ist dann noch mal so ein Extra-Schmankerl für denjenigen, der sich die DVD gekauft hat. Nett auch das Alternative Ende, zu dem ich hier aber nichts verraten will.
Fazit: gelungener Film und sehr gut gelungene DVD.
Unbedingt empfehlenswert für den, der’s blutrünstig mach und Thriller à la Tarrantino mag.
36 Bewertungen, 9 Kommentare
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20.10.2007, 18:18 Uhr von Miraculix1967
Bewertung: sehr hilfreichZauberhaftes Wochenende aus Gallien! LG Miraculix1967
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20.10.2007, 16:42 Uhr von sandrad198
Bewertung: sehr hilfreichSehr schön! lg Sandra
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20.10.2007, 13:53 Uhr von LittleSparko
Bewertung: sehr hilfreichlg, daniela
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20.10.2007, 11:58 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichLG Damaris
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20.10.2007, 01:49 Uhr von namiti
Bewertung: sehr hilfreichsh. L.G.Andrea
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20.10.2007, 01:48 Uhr von Puenktchen3844
Bewertung: sehr hilfreichEine gute Beschreibung. LG
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19.10.2007, 22:15 Uhr von oxalife
Bewertung: sehr hilfreichliebe grüße oxalife
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19.10.2007, 20:13 Uhr von frankensteins
Bewertung: sehr hilfreichsuper lg
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19.10.2007, 18:18 Uhr von Sweeaty
Bewertung: sehr hilfreichschöner bericht :) liebe grüße und schönes wochenende!!
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