Wolf Creek (DVD) Testbericht

ab 15,29
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Erfahrungsbericht von web242

Eine kleine Horrorperle

Pro:

Dichte Atmosphäre, exzellente Schauspieler

Kontra:

keine

Empfehlung:

Ja

Das Problem mit Horrorfilmen ist, dass auf einen guten 10 miserable kommen. Daher ist es nicht leicht, unter den ganzen Filmen, die in den Videothekenregalen prangen und die mit ihren reißerischen Covers um die Gunst des Cineasten buhlen, die Richtigen zu finden. Ich versuche mich immer vorher über die verschiedenen Veröffentlichungen zu informieren, und die, die mich interessieren könnten, kommen auf eine Liste. Auf dieser Liste stand auch „Wolf Creek“ und folgerichtig war es dann irgendwann soweit, dass ich ihn mir ansah.

Der Film, der von sich behauptet, auf wahren Begebenheiten zu beruhen, handelt von Kristy (Kestie Morassi) und Liz (Cassandra Magrath), zwei jungen Frauen aus England, die in Australien Urlaub machen. Hier begegnen sie Ben (Nathan Phillips), der aus Sydney stammt. Da man sich auf Anhieb sympathisch ist, beschließt man, die nächsten 3 Wochen zusammen zu verbringen und zu einem großen Meteoriteneinschlagskrater im Wolf Creek Nationalpark, mitten im Outback Australiens zu fahren. Von da aus soll die Reise quer durch Australien weiter gehen.

In Bens klapprigen Kombi machen die Drei sich auf den Weg, nicht ohne am Vorabend noch mal so richtig die Sau raus zu lassen. Bereits hier deutet sich an, dass es zwischen Ben und Liz gefunkt hat. Zunächst begleiten wir das Trio bei der Reise durch die atemberaubenden Landschaften Australiens und haben hierbei Gelegenheit, die drei näher kennen zu lernen. Hier fällt auf, dass die Charaktere nicht so stereotyp und überzeichnet sind, wie in ähnlichen Produktionen, sondern die Drei kommen sehr natürlich und glaubwürdig rüber.

Nach geraumer Zeit erreichen die Reisenden die letzte Tankstelle in 200 Meilen Umkreis. Beim Tanken kommt es zu einer Konfrontation mit den Einheimischen, die jedoch glimpflich ausgeht, so dass die Fahrt weitergehen kann. Schließlich erreicht man den Krater und die Truppe bereitet sich darauf vor, den Krater zu erklimmen. Oben angekommen bietet sich ein majestetischer Anblick und die Drei verweilen eine ganze Zeit lang. Hierbei kommen sich Liz und Ben näher und es kommt zum ersten Kuss. Als das Wetter sich jedoch verschlechtert und es zu regnen beginnt, beschließen die jungen Leute zum Auto zurückzukehren. Doch als sie losfahren wollen springt der Wagen nicht mehr an. Auch intensive Blicke unter die Motorhaube können den Wagen nicht umstimmen und so müssen die Drei die regnerische und kalte Nacht im Auto verbringen.

Mitten in der Nacht tauchen plötzlich Scheinwerfer auf und ein Auto nähert sich. Dieses entpuppt sich als riesiger Pickup des Outbackbewohners Nick (John Jarratt). Nick ist schon ein bisschen älter und kennt sich mit Autos aus. Nach kurzer Untersuchung stellt er fest, dass die Zündspule hin ist. Er bietet den Havarierten an, sie in sein Camp zu schleppen, wo er den Schaden noch in der Nacht reparieren könne. Nach abwägen des Für und Wieder und nachdem Ben sich versichert hat, dass die Reparatur umsonst erfolgen soll, willigen die Drei ein. Wie sich während der Fahrt herausstellt, liegt das Camp nicht ganz in der Nähe, wie Nick zunächst gesagt hatte, sondern man ist über 1 Stunde unterwegs. Der nun einsetzende, düstere Soundtrack lässt uns erahnen, dass es keine gute Idee war, dem Fremden zu vertrauen.

Dort angekommen stellt sich das Camp als eine alte Bergbauinstallation heraus. Zunächst setzt man sich erst mal ans Lagerfeuer, um sich aufzuwärmen. Hier erzählt Nick, dass er früher als Jäger auf einer Farm gearbeitet hat. Sehr lebendig erklärt er die verschiedenen Methoden, wie man die Wildtiere des Outbacks zu erlegen hat. Auch fällt hier schon der etwas merkwürdige Humor des kautzigen, aber durchaus netten Mannes auf. Als Ben dann einen Witz auf Nicks Kosten macht, ist die Stimmung plötzlich hin und Nick macht sich daran, den Wagen zu reparieren. Die Drei Reisenden schlafen dabei vor Erschöpfung ein.

Als Liz erwacht, stellt sie fest, dass sie gefesselt ist und Nick zeigt sein wahres, sadistisches Gesicht. Der nette alte Kautz mutiert zum brutalen Serienkiller und die Drei müssen um ihr Leben kämpfen. Ein Kampf, den zwei der drei verlieren werden...

Die DVD überzeugt in ihrer FSK/KJ Version mit gutem Ton, Deutsch in DD 5.1 und dts, Englisch in DD 5.1, und Bild (16:9 anamorph). Das Filmmaterial ist nicht so farbintensiv, wodurch der Mondlandschaftscharakter des Kraters und die realitätsnahe Stimmung unterstrichen werden. Untertitel gibt es nur auf Deutsch. Die Laufzeit ist ca. 95 min. Es gibt auch eine ab 16 Version, die um 7 min. Szenen erleichtert wurde. An Specials gibt es ein Making of, Geschnittene Szenen, Fotogalerien und eine Menge Trailer. Als Besonderheit hat die DVD ein Wendecover.

Greg McLean bietet uns mit seinem Spielfilmdebut von 2005 einen Backwoodslasher der etwas anderen Sorte. Der Film braucht fast 50 Minuten um zur Sache zu kommen. Trotzdem ist von Langeweile keine Spur. Durch schnelle Schnitte und Wackelkamera und durch die extrem guten Darsteller gelingt es ihm, eine quasidokumentarische Stimmung zu erzeugen. Die Dialoge sind wirklich gut und auch sehr realitätsnah. Anstatt blödem Teeniegeschwafel, dass
bei solchen Filmen normalerweise überwiegt, reden die Drei über völlig normale Dinge. Auch sind die Figuren nicht so übertrieben gezeichnet. Es handelt sich um ganz normale Menschen. Die Szene auf dem Krater, in der sich Liz und Ben näher kommen ist so natürlich gedreht, wie ich es bisher noch in kaum einem Film gesehen habe. Überhaupt regieren in den ersten 50 Minuten eher die ruhigen Töne.

Umso härter trifft einen dann der absolut brutale Nick, der hemmungslos gewalttätig ist. Da wir die Charaktere vorher ins Herz schließen konnten, wirken die Misshandlungen umso härter und ein flaues Gefühl macht sich im Magen breit. Der Film schafft es, obwohl es nicht viele harte Szenen gibt, sich nachhaltig unter die Haut zu wühlen. Noch längere Zeit nach dem Ende ist man irgendwie schockiert über das Gesehene. Völlig unerklärlich ist mir, dass die Schauspieler, mit Ausnahme von Nathan Phillips, seit Wolf Creek nicht mehr in Erscheinung getreten sind, stechen sie doch durch außergewöhnlich gute Leistungen hervor.


Fazit: Nichts für Schwache Nerven. Für Genre Fans aber ein echter Highlight.

34 Bewertungen, 14 Kommentare

  • cosch

    03.09.2008, 22:08 Uhr von cosch
    Bewertung: sehr hilfreich

    schönen abend noch und LG cosch

  • stefan103

    02.09.2008, 00:27 Uhr von stefan103
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele Grüße von Stefan

  • Zzaldo

    17.08.2008, 21:53 Uhr von Zzaldo
    Bewertung: sehr hilfreich

    klasse geschrieben. LG Stephan

  • morla

    17.08.2008, 20:43 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    wünsche dir einen schönen sonntag lg. petra

  • mickymaus5550

    17.08.2008, 19:57 Uhr von mickymaus5550
    Bewertung: sehr hilfreich

    grusel...lg micky...

  • bigmama

    17.08.2008, 19:49 Uhr von bigmama
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG Anett

  • Clarinetta2

    17.08.2008, 19:48 Uhr von Clarinetta2
    Bewertung: sehr hilfreich

    das wäre mir zu gruselig

  • Django006

    17.08.2008, 19:43 Uhr von Django006
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh & *lg* Alan ;>))))

  • tina08

    17.08.2008, 19:43 Uhr von tina08
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele Grüße .... Tina

  • Bunny84

    17.08.2008, 19:38 Uhr von Bunny84
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße und ein schönes Restwochenende wünscht dir Anja

  • presscorpse

    17.08.2008, 19:34 Uhr von presscorpse
    Bewertung: sehr hilfreich

    prima bericht! lg presscorpse

  • ingoa09

    17.08.2008, 18:16 Uhr von ingoa09
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr schön beschrieben! Liebe Grüße, Ingo

  • Puppekaa

    17.08.2008, 16:29 Uhr von Puppekaa
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr schön geschrieben

  • Sweeaty

    17.08.2008, 15:41 Uhr von Sweeaty
    Bewertung: sehr hilfreich

    ein guter bericht! liebe grüße und einen schönen restlichen sonntag!!