Jede Sekunde zählt - The Guardian (DVD) Testbericht
Auf yopi.de gelistet seit 01/2007
Erfahrungsbericht von Prisca
Rette mich!
Pro:
spannende Story, unterhaltsam erzählt - gute Darsteller
Kontra:
die letzten 30 Minuten wirken sehr in die Länge gezogen
Empfehlung:
Ja
*** JEDE SEKUNDE ZÄHLT - THE GUARDIAN ***
Große Erwartungen hatte ich an den Film eigentlich nicht. Er hört sich an, wie ein durchschnittlicher Abenteuerfilm wie man ihn schon häufiger gesehen hat. Deswegen ist der Film auch erst mal in meinem Regal gelandet, nachdem ich ihn geschenkt bekommen hatte.
Aber wollen wir nicht lange um das Thema herum reden, sondern lieber gleich mit dem
*** INHALT ***
beginnen. Dann könnt ihr am schnellsten entscheiden, ob dieser Film vielleicht etwas für euch ist.
Ben Randall ist schon jahrelang bei der Küstenwache als Rettungsschwimmer tätig. Sein Einsatz ist immer dann gefragt, wenn Menschen in Lebensgefahr geraten. Fischerboote, die zu kentern drohen, Kanufahrer, die in einen Sturm geraten. Dann wird die Küstenwache alarmiert, der Hubschrauber fliegt an den Einsatzort und die Rettungsschwimmer springen in das eiskalte, sturmumtoste Wasser, um Menschen zu retten.
Oft genug setzen sie dabei ihr eigenes Leben aufs Spiel - oft genug sind sie gezwungen, sich zwischen zwei Menschen zu entscheiden, weil es nur möglich ist, ein Leben zu retten. Der körperliche und psychische Druck ist immens.
Ben Randall gilt als "Vorzeige-Rettungsschwimmer" der bereit ist, immer einen Schritt weiter zu gehen als andere. Bis es dann schließlich geschieht. Bei einem Rettungseinsatz vereist der Hubschrauber und stürzt ab. Randall überlebt, er kann einen Freund und Kameraden noch ins Rettungsboot ziehen, doch er stirbt in seinen Armen, bevor Hilfe kommt. Randall hat an diesem Schicksalsschlag schwer zu knabbern. Sein Vorgesetzter versetzt ihn als Lehrer an die Ausbildungsstelle für angehende Rettungsschwimmer - nur auf Zeit, bis Randall sich wieder gefangen hat.
Randall geht ungern - letztlich nimmt er diese Aufgabe aber mit demselben Ernst an, den er auch bei seinen Einsätzen immer an den Tag gelegt hat. Seine Methoden sind ungewöhnlich und rücksichtslos. Er fordert von den jungen Rekruten alles - ein Versagen "bestraft" er mit Aussondern aus dem Team. Denn er weiß: im Einsatz wird von den Rettungsschwimmern alles abgefordert werden - nur wenn sie körperlich und mental bereit sind alles zu geben haben sie eine Chance, zu überleben!
Schwierigkeiten bereitet ihm Jake Fisher - ein angehender Rettungsschwimmer, der von Beginn an bereit ist, den Kampf mit einer Legende wie Ben Randall aufzunehmen - und der sagt: eines Tages werde ich die Rekorde von Ben Randall gebrochen haben ....
So, das soll es nun aber vom Inhalt gewesen sein. Kommen wir zu meinen
*** GEDANKEN UND GEFÜHLEN ***
die mich beim Ansehen beschäftigt haben.
Um es gleich vorweg zu nehmen: der Film hat mir sehr gut gefallen. Er hat das "Abenteuer/Heldengenre" sicher nicht neu erfunden - stellenweise habe ich mich stark an "Top Gun" erinnert gefühlt, auch wenn es dabei um Flugschüler geht und hier um Rettungsschwimmer.
Aber der Aufbau des Films ist durchaus vergleichbar. Abgesehen von den Anfangs- und Endszenen des Films, die auf den Ernstfall zurückgreifen, wird hier vor allem die Geschichte des Kadetten Jake Fisher und des Ausbilders Ben Randall gezeigt. Der Zuschauer begleitet sie (und die anderen Rettungsschwimmer-Anwärter" durch alle Höhen und Tiefen des harten Trainings - man erlebt Erfolge und Misserfolge. Man erlebt die Härte des Ausbilders - und man spürt, das er nicht aus Böswilligkeit triezen will, sondern das um die Gefahren dieses Berufes weiß und seine Schüler entsprechend vorbereiten will.
Neben der Ausbildung zum Rettungsschwimmer, die durchaus sehr spannend und realistisch dargestellt wird (wobei ich mir jetzt nicht anmaßen möchte, das ich über die Ausbildungsmethoden der amerikanischen Küstenwache Bescheid weiß - aber es wirkt glaubwürdig wie es dargestellt ist!) gibt es noch einen zweiten Handlungszweig hinter den Kulissen: die privaten Probleme mit denen sich Ben Randall und ganz offensichtlich auch Jake Fisher herumschlagen.
Scheinbar gehört beides in solchen Filmen immer zusammen. Allerdings muss ich zugeben, das mir die Umsetzung hier gefallen hat. Zwar enthält der Film durchaus eine gewisse Portion an Patriotismus und Heldentum. Wenn man solche Filme kennt, dann ist er bestimmt auch vorhersehbar. Trotzdem ist er spannend und interessant. Die handelnden (Haupt)Personen sind sympathisch. Ich als Zuschauer kann mich auf ihre Geschichten einlassen und mit ihnen fühlen.
Der Film ist recht flott erzählt - bis auf die letzten dreißig Minuten. Hier muss ich zugeben, das der Film für mich ein wenig verloren hat. Er wird etwas langatmig. Innerhalb dieser letzten dreißig Minuten habe ich DREImal erwartet, das der Film jetzt zu Ende ist - und es wäre jedes Mal ein Ende gewesen, das ich ok gefunden hätte. Nur: es war noch nicht das Ende. Es kam noch etwas - und noch etwas - und noch etwas.
Ich würde nicht einmal behaupten, das die Szenen nicht mehr zum Rest des Films gepasst haben. Das haben sie durchaus - trotzdem hatte ich hier irgendwie das Gefühl, das der Film unnutz in die Länge gezogen wird. Auf die eine oder andere Szene hätte man getrost verzichten können - OHNE das ich als Zuschauer im Film irgendetwas vermisst hätte.
Zum Glück fängt sich der Film zum (endgültigen) Ende hin dann wieder. Hierzu ist zu sagen, das es nicht nur das eigentliche Ende gibt, sondern auch ein alternatives Ende. Hier sagt selbst der Regisseur, das dieses Ende nur gedreht wurde, weil er befürchtete, das der Zuschauer "so etwas" sehen will. Zum Glück wurde dann aber doch darauf verzichtet und man hat sich auf der ursprüngliche Ende geeinigt.
Dieses Ende ist durchaus ziemlich gefühlvoll (vielleicht würde der eine oder andere sogar sagen: kitschig) - aber ich finde, es passt zum Rest des Films und vor allem zu den Personen. Kitschig wäre das alternative Ende gewesen!
Alles in allem ist es aber ein spannender und entspannender Film zugleich - nicht unbedingt anspruchsvoll, aber herrlich für einen Abend, an dem man sich nach getaener Arbeit einfach nur ein wenig unterhalten möchte.
Zu jedem guten (und natürlich auch zu jedem schlechten ;) ) Film gehören auch die
*** DARSTELLER ***
Mit ihnen steht und fällt letztlich jeder Film - sie können ein geniales Drehbuch verhunzen, sie können aber auch aus einem schwachen Drehbuch das beste herausholen, so das doch ein akzeptabler Film entsteht.
In diesem Fall ist die Story gut - und die Darsteller sehr gut. Als ersten möchte ich hier Kevin Costner erwähnen, der hier Ben Randall spielt. Man kann Costner mögen oder auch nicht - ich halte ihn für einen guten Schauspieler und auch hier zeigt er mal wieder, was er kann.
Er spielt die Rolle des Ben Randall sehr glaubhaft. Ein Mann, der nur für seinen Beruf lebt. Der bereit ist, sein eigenes Leben und seine Liebe für andere Menschenleben zu opfern. Als der Hubschrauber abstürzt und nur er überlebt, beginnt er zu (ver)zweifeln. Die Aufgabe als Ausbilder in der Schule nimmt er zunächst nur wiederwillig an - letztlich stellt er sich dieser Aufgabe aber, wie er sich seiner Arbeit immer gestellt hat. Er gibt alles - und er fordert alles - denn er weiß um die Gefahr des Berufes als Rettungsschwimmer. Ein kleiner Fehler - und Menschen werden sterben ...
Sehr gut gespielt finde ich sein Verhältnis zu Jake Fisher. Ich habe das Gefühl, das sich beide sehr ähnlich sind - und das er Fisher gerade deswegen besonders fordert.
Jake Fisher wird gespielt von Ashton Kutscher. Irgendwie verbinde ich seinen Namen eher mit Herz-Schmerz-Romantik. Er ist auch in diesem Film der "Strahlemann", der "Held", "der selbstbewusste" der sich nicht unterkriegen lässt. Und trotzdem spürt man als Zuschauer, das sich unter dieser Schale noch etwas verbirgt. Etwas unsicheres, ängstliches, das er versucht zu überspielen. das aber zumindest von Ben Randall sehr schnell durchschaut wird.
Ich denke nicht, das beide Charaktere eine wahnsinnige Tiefe besitzen - aber sie wirken sympathisch. Als Zuschauer kann ich mich von beginn an auf beide einlassen - und ich kann ihnen durch den Film hindurch folgen.
Alle anderen Darsteller im Film verkommen zu Nebenpersonen. Sicher gibt es die eine oder andere Rolle, die in paar mehr Filmminuten bekommt - die die Grundgeschichte mit einer kleineren Nebengeschichte aufpeppt. Die Rollen sind allesamt recht glaubwürdig besetzt. Es ist niemand, der mir unangenehm aufgefallen wäre. Das ist mehr als man von manch anderem Film sagen kann.
Zum Schluss wie immer noch ein paar nackte
*** FAKTEN RUND UM FILM UND DVD ***
Jede Sekunde zählt - The guardian
gedreht 2006 in USA
Regie: Andrew Davis
DVD Veröffentlichung Deutschland 2006 / Blue Ray 2007
Ton: dolby digital
Bild: 16:9
Sprachen: französisch, deutsch, ungarisch, englisch, tschechisch, türkisch
Untertitel: deutsch, englisch, schwedisch, norwegisch, dänisch, finnisch, isländisch, portugiesisch, niederländisch, tschechisch, ungarisch, türkisch, arabisch, kroatisch, französisch
An Ton und Bild gibt es nichts auszusetzen. das Bild ist flimmerfrei und ohne Aussetzer, der Ton klar und rauschfrei. Aber es ist eben normaler DVD Standart, nichts, was man besonders hervorheben müsste.
Lauflänge: 132 Minuten
FSK: 12 Jahre
Extras:
Audiokommentar von Regisseur Andrew Davis & Drehbuchautor Ron L. Brinkerhof
Alternatives Ende
Zusätzliche Szenen mit optionalem Audiokommentar von Regisseur Andrew Davis & Drehbuchautor Ron L. Brinkerhoff
Jede Sekunde zählt: Das Making Of
Echte Helden - Damit andere Leben
Die Extras sind teilweise wirklich informativ und bieten interessante Hintergrundinfos zum Film, aber auch zu der realen Arbeit der Rettungsschwimmer der amerikanischen Küstenwache. Sie sind nur in englischer Sprache, aber mit zuschaltbaren Untertiteln.
Preis:
neu ca. 12,-- Euro - die Blue ray DVD liegt preislich um die 30,-- Euro
*** MEIN FAZIT ***
Ein spannender, unterhaltsamer Abenteuerfilm. Wie es in solchen Filmen üblich ist, weist er eine Portion Heldentum und Patriotismus auf - aber es wird auf eine sehr sympathische Art dargestellt.
Lediglich die etwas langgezogene letzte halbe Stunde hinterlässt einen kleinen Wehrmutstropfen - hier wäre weniger wirklich mehr gewesen.
Letztlich ändert das aber auch nichts daran, das ich für diesem Film eine Empfehlung aussprechen möchte - einmal ansehen kann man ihn sich auf jeden Fall.
@ Priscalein - September 2008
39 Bewertungen, 17 Kommentare
-
05.10.2008, 22:57 Uhr von MasterSirTobi
Bewertung: sehr hilfreichBerichte schreiben ist dir wohl in die Wiege gelegt LG und Sh
-
27.09.2008, 15:44 Uhr von Tweety30
Bewertung: besonders wertvollIch wünsche dir ein schönes Wochenende!!!
-
27.09.2008, 09:05 Uhr von senora
Bewertung: besonders wertvollEin schönes Wochennde + LG
-
26.09.2008, 19:05 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüsse, Chrissy
-
26.09.2008, 19:05 Uhr von frankensteins
Bewertung: sehr hilfreichganz liebe Wochenendsgrüße Werner
-
26.09.2008, 17:03 Uhr von justme84
Bewertung: sehr hilfreichsh und Lg
-
26.09.2008, 13:32 Uhr von Kiki1988
Bewertung: sehr hilfreichSH ~*~*~lg Kiki~*~*~
-
26.09.2008, 11:55 Uhr von Fenja
Bewertung: sehr hilfreichPrima Bericht! Liebe Grüsse und einen schönen Start ins Wochenende wünscht Fenja
-
26.09.2008, 11:05 Uhr von HeikouSimone
Bewertung: besonders wertvollBW für den super Bericht! und lg von Simone
-
26.09.2008, 01:08 Uhr von swissghostly
Bewertung: sehr hilfreichsehr schöner Bericht
-
25.09.2008, 23:28 Uhr von Bunny84
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße und einen schönen Abend wünsch ich dir.
-
25.09.2008, 23:28 Uhr von sana232
Bewertung: sehr hilfreichSehr hilfreich! LG, Sandra
-
25.09.2008, 23:23 Uhr von presscorpse
Bewertung: sehr hilfreichprima bericht! lg presscorpse
-
25.09.2008, 23:01 Uhr von Daisy_Bluemchen
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich berichtet und viele Grüße
-
25.09.2008, 22:57 Uhr von blackangel63
Bewertung: sehr hilfreichLiEbE gRuEsSe....AnJa
-
25.09.2008, 22:27 Uhr von Mondlicht1957
Bewertung: sehr hilfreichSehr hilfreich und liebe Grüsse
-
25.09.2008, 22:16 Uhr von derheavy
Bewertung: sehr hilfreichschöner Bericht - ein schönes wochenende - lg michael
Bewerten / Kommentar schreiben