Der Teufel trägt Prada (DVD) Testbericht




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Erfahrungsbericht von LilithIbi
Größe 36? Das gleicht Größe 44! Aber mit Gleitcreme könnte es gehen....
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Nichtsdestotrotz entschloss ich über kurz oder lang, mir diesen Film dann eben doch anzusehen ~ zum einen, weil es mich so herrlich an meine Bürozeit erinnerte und ich nun genügend Abstand gefunden habe, um über solche Situationen lachen zu können und zum anderen, weil ich Meryl Streep in derartigen Rollen einfach liebe.
//DIE STORY//
ist genauso abgedroschen wie seit eh und je begeisternd: die junge Andrea (Anne Hathaway) ist auf der Suche nach einem Job und landet somit eher unfreiwillig bei der Modezeitschrift „Runway“. Schon das Vorstellungsgespräch gleicht einem Desaster; zum einen, weil Andrea schon von der ersten Sekunde an von allen Seiten herablassend behandelt wird und obendrein noch zugibt, dass sie keine Ahnung hat, wer Miranda Priestly (Meryl Streep) ~ die Chefin jener Zeitschrift ~ eigentlich ist.
Als mitten in Andreas Monolog noch Nigel (Stanley Tucci), ein Assistent Mirandas hereinplatzt und keiner mehr zuzuhören scheint, verlässt Andrea mit hängendem Kopf die Agentur. Schon fast auf der Straße jedoch geschieht das vermeintliche Wunder: Emily, die erste Assistentin Mirandas soll Andrea zurückholen: sie hat den Job der zweiten Assistentin bekommen.
Doch dass es sich hierbei um alles andere als um einen Traumjob handelt, muss Andrea schnell erkennen ~ und wie so oft leidet auch ihre Beziehung zu ihrem Freund Nate (Adrian Grenier) unter der Anspannung.
Erst als Andrea bereit ist, ihren eigenen Modestil aufzugeben und sich in Markenklamotten zu hüllen, ist ihr die langsame Anerkennung Mirandas sicher ~ was jedoch nicht bedeutet, dass Andrea nun von schier unmöglichen Aufgaben („es herrscht ein Tornado, niemand will fliegen ~ besorgen Sie mir ein Flugzeug“ // „meine Töchter hätten gerne den unveröffentlichten Harry Potter!“) verschont bleiben würde. Auch wenn Andrea es selbst nicht zu bemerken scheint; so existiert sie mehr und mehr nur noch in dieser Modewelt ~ und entfremdet sich nicht nur von ihrem Freund und ihrem Freundeskreis, sondern auch von sich selbst....
//DIE UMSETZUNG sowie MEINE MEINUNG//
Zu aller erst muss ich loswerden, dass mich dieser Film absolut positiv überrascht hat. Natürlich hatte ich schon etwas unterhaltendes erwartet; sonst hätte ich die 6 EUR für den Eintritt auch gar nicht erst investiert ~ aber das „Der Teufel trägt Prada“ im Endeffekt so ein herrlich bösartiges Stück (was man ruhig doppeldeutig sehen kann!) hervorbringen würde hätte ich nun doch nicht erwartet.
Sicherlich sind einige Wendungen der Story mehr als voraussehbar; dass Andrea sich vom vermeintlichen „hässlichen Entlein“ zum schönen Schwan verwandelt sollte nun wirklich niemanden mehr überraschen. Dennoch „funktioniert“ die Geschichte; und fesselt obendrein.
Dem Filmmacher ist es somit zweifelsohne gelungen, etwas altbekannten noch die nötigen Aufpepper hinzuzufügen; ein paar bösartige Kleinigkeiten zu streuen und zig delikate Momente zu kreieren.
Wie schon gesagt, mir war schon nach Andreas „Stiländerung“ klar, dass diese Wandlung auf Zoff bzw. sogar eine Trennung mit dem Freund hinauslaufen würde; umso mehr „erfreute“ mich dann der Umstand, dass die von mir erwarteten Worte a la „du hast dich so verändert“ dann doch von der besten Freundin kamen.
Im Kinosaal befanden sich soweit ich erblicken konnte maximal 5 Männer; was mich vermuten lässt, dass auch der von den Comet Cinemas inszenierte „Frauentag“ ein voller Erfolg gewesen sein dürfte. Offenbar können sich Frauen einfach besser in diese Bürogeschehnisse hineinversetzen ~ jene, bei denen das erste Lehrjahr noch nicht so weit in der Vergangenheit liegt, vermutlich noch ne ganze Ecke mehr. Wie oft bin ich seinerzeit durch die Stadt gejagt, um Schuhe, Gürtel oder auch Pizzabrötchen abzuholen ~ und nie werde ich vergessen, wie eine Leidensgenossin 2 Stunden durch ganz Düren fegte um grüne (und keine anderen!) Teelichter zu besorgen. Von der Sinnigkeit solcher Aufträge müssen wir gar nicht erst reden ~ und selbst ich habe aufgegeben darüber nachzudenken, warum bei einer Gartenparty die Teelichter, die man ohnehin nicht sehen würde, unbedingt grün sein mussten. Auch die Szenen, in denen Miranda ihre Tasche und ihren Mantel auf den Schreibtisch Andreas warf kamen mir nur allzu bekannt vor ~ und nicht zuletzt die Bösartigkeit der lieben Kolleginnen.
Dass die Chefin sich scheinbar weigert, sich die Namen der neuen Mitarbeiter einzuprägen („Das ist meine neue Emily“) rührt genauso an den tatsächlichen Gegebenheiten in diversen Bürokomplexen wie auch der Umstand, dass dem entgegen die Chefs an die Decke gehen, wenn man den Namen der „wichtigen Kunden“ nicht im Schlaf aufsagen kann.
Kurz gesagt: „Der Teufel trägt Prada“ ist ein absolutes „muss“ für jene Büroangestellte, die sich danach sehnen, nicht selbst immer die Ar***aufgaben auferlegt zu bekommen sondern auch mal in der Lage sein wollen, darüber schmunzeln zu dürfen, wie jemand anderes den „falschen“ Kaffee besorgt. Und dieser natürlich wie so oft ohnehin ungetrunken bleibt.
Besonders gelungen fand ich die kurze Szene, in der quasi verdeutlicht wird, dass auch Miranda „nur ein Mensch“ ist ~ erfahren wir sie doch die meiste Zeit als eiskalte Karrierefrau, die ständig in Stress ist; Hektik verbreitet und ihre Angestellten nur allzu gerne öffentlich denunziert dürfen wir eben auch kurz an ihrem Gefühlsleben teilhaben, als klar wird, dass nicht erst eine Ehe in die Brüche ging. Dramatisch auch, dass kurz vor dieser Szene erst Andreas Beziehung ihr Ende fand; wodurch Andrea zweifelsohne endlich mal ein Licht aufgehen sollte.
Im Grunde könnte man sagen, dass die Modewelt hier herrlich auf die Schippe genommen wird; gleichzeitig jedoch fand ich persönlich dann doch etwas zu bedenklich, dass Andrea gegen Mitte des Filmes hocherfreut mitteilt, dass sie nun auch endlich in Größe 34 reinpasst. Dies könnte meiner Meinung nach doch ein wenig nach hinten losgehen; auch wenn der Zuschauer über die Aussage Emilys „Ich MUSS mit nach Paris; seit Tagen esse ich nichts und ernähre mich höchstens von einem Käsewürfel, wenn ich kurz vorm umkippen bin. Ich bin noch eine Darmgrippe von meinem Traumgewicht entfernt“ noch schmunzeln könnte.
Ob der Film nun in die Sparte „Drama“ oder doch eher „Komödie“ zu verbuchen ist, ist eine mehr als berechtigte Frage. Denn obschon man ohne jeden Zweifel oftmals lachen kann oder einem vor Empörung über diverse Bösartigkeiten der Mund offen steht ist es nun mal Fakt, dass es im „richtigen Leben“ eben oftmals genauso – oder so ähnlich – abläuft. Viel zu oft leidet nicht nur das Privatleben der Angestellten, sondern eben auch die Psyche; „Karriere um jeden Preis“ ist eben nicht bloß eine Idee, die im Buche entstanden ist.
Ich wage zu behaupten, dass „Der Teufel trägt Prada“ ohne Meryl Streep einfach nicht das selbe gewesen wäre. Oder mir auch nur annähernd so gut gefallen hatte! Schon vom ersten Augenblick an, als ich Miranda vor Augen hatte, musste ich an „101 Dalmatiner“ denken; zumal man fast schon die beiden Filme hätte verknüpfen können. Offensichtlich ist die Darstellerin Andreas - Anne Hathaway –ebenfalls mehr oder minder berühmt; ich für meinen Teil jedoch kann ihr Gesicht mit keinem anderen Film in Verbindung bringen. ~ Was natürlich nicht heißen soll, dass sie ihre Rolle schlecht gespielt hätte! Ganz im Gegenteil; sie hat meiner Ansicht nach genau das richtige Aussehen für diese Rolle gehabt, um es mal oberflächlich zu formulieren. Der türkise Pullover, den sie zu Anfang trägt (und der gewissermaßen zudem eine ganz besondere Rolle spielt) passt ebenso zu ihr wie die Designerklamotten ~ auch wenn letztere manchesmal in meinen Augen mehr als „obskur“ aussehen.
Die Rolle der ersten Assistentin Emily (Emily Blunt) wurde ebenfalls hervorragend besetzt; jene kann mit ihrem Gestik- und Mimenspiel fast noch mehr überzeugen als Anne Hathaway. Die Darstellung einer Angestellten, für die es das größte ist, mit nach Paris zu reisen und die regelrechte Ehrfurcht vor ihrer Chefin hat spielt Emily Blunt mehr als überzeugend. Jener Charakter verpackt sogar ihre Zeichen der Dankbarkeit in bösartige Sätze, so dass man sie wirklich schon näher kennen muss, um die richtige Interpretation zu finden.
Stanley Tucci als Nigel schaffte es, eine regelrechte „Zuneigungsdrehung“ in mir zu erzeugen ~ schon im ersten Augenblick hatte ich ihn in die Kategorie arrogant, herablassend und selbstüberzeugt verbucht; doch während ich mich noch drüber wunderte, dass Andrea ausgerechnet zu ihm läuft um sich regelrecht auszuweinen offenbarte sich Nigel eben doch als „liebenswerter Retter in der Not“, der jedoch kein Blatt vor den Mund nimmt. (Ob das an dem Namen liegt? Nigel aus „Crossing Jordan“ weist ähnliche Charakterzüge auf; aber das mal wieder nur am Rande....)
Ein wenig verblüffend hingegen befand ich die Stelle, in der Andrea von Miranda bevorzugt; um nicht zu sagen: in der klar wird, dass Emily als „neue Versagerin“ abgestempelt wird. Nachdem Andrea die undankbare Aufgabe erhält Emily mitzuteilen, dass sie nur noch die zweite Geige spielen darf und eben nicht mit nach Paris kommen darf, wird Emily noch vor dieser Offenbarung angefahren und landet im Krankenhaus. Warum Andrea daraufhin nicht so geschickt ist einfach zu sagen, dass sie DESWEGEN an deren Stelle mit nach Paris fährt, will mir nicht in den Kopf.
Ähnlich auch die Anbandelung von Andrea mit einem Pressemenschen ~ „einfach so“ verwandelt sich diese Romanze in einen gelebten One night stand; ohne das der Zuschauer noch erfahren darf, wie derjenige welche mit dieser Enttäuschung anschließend umgeht.
Besonders gefallen hat mir insbesondere das Filmende, was vom totalen Happy end doch etwas entfernt seine Zelte aufschlägt.
Und dass der Film tatsächlich fast zwei Stunden dauerte, ist mir mal wieder gar nicht erst aufgefallen.
//ERGO//
Nun denn, ich kann wie gesagt an für sich nur gut von „Der Teufel trägt Prada“ sprechen, wenngleich ich jedoch nicht umhin komme, dazu zu sagen, dass der Film zwar ohne Altersbeschränkung freigegeben wurde, zweifelsohne aber wohl kaum für Kinder geeignet sein dürfte. Man wird zwar nicht mit irgendwelchen Nackedeis, Paarungsszenen oder körperlicher Gewalt konfrontiert ~ nichtsdestotrotz glaube ich nicht wirklich, dass 5 jährige der eigentlichen Handlung vollkommen folgen können.
Wie dem aber auch sei ~ ich kann mich nur wiederholen, in dem ich sage, dass auch ich mich der landläufigen Meinung, dass es sich hierbei um einen „Frauenfilm“ handelt, fast totalitär anschließe; und zwar ganz einfach aus dem Grund, dass es nun mal vorrangig Frauen sind, die in solche „Jobs“ hineingeraten. Nichtsdestotrotz würde ich aber auch allzu gerne zig Arbeitgeber in diesen Kinofilm schicken ~ vielleicht geht dem ein oder anderen ja dann doch ein Lämpchen auf.
27 Bewertungen, 13 Kommentare
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19.02.2007, 14:42 Uhr von doelau
Bewertung: sehr hilfreichEin ganz toller Bericht! Gruß doelau
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30.01.2007, 19:44 Uhr von taz772112
Bewertung: sehr hilfreichSH :o)
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27.01.2007, 19:16 Uhr von Matze1195
Bewertung: sehr hilfreichsh :o)
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26.01.2007, 16:54 Uhr von sandrad198
Bewertung: sehr hilfreichSuper Film. LG Sandra
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26.01.2007, 16:43 Uhr von mural9
Bewertung: sehr hilfreichSH & LG Inna
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26.01.2007, 16:30 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich
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26.01.2007, 16:16 Uhr von golfgirl
Bewertung: sehr hilfreich*sh* lg dani
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26.01.2007, 15:59 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichsh :o)
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26.01.2007, 13:31 Uhr von bodenseestern
Bewertung: sehr hilfreich***liebe Grüße von Petra***
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26.01.2007, 13:28 Uhr von sigrid9979
Bewertung: sehr hilfreichspizen bericht
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26.01.2007, 13:16 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichwenn meryl streep mitspielt lohnt es sich...ich wage zu behaupten... immer:)
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26.01.2007, 13:07 Uhr von aybalam
Bewertung: sehr hilfreichhab den film gesehen,.... der film ist genauso gut wie dein bericht :) deshalb kriegst du 5 sterne von mir
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26.01.2007, 12:48 Uhr von Chrissi79
Bewertung: sehr hilfreichsehr schön ;-)
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