Open Water 2 (DVD) Testbericht

Open-water-2-dvd-thriller
ab 5,59
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Erfahrungsbericht von LilithIbi

Machtlosigkeit.

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Es gibt Filme, die ich mir im regelmäßigen Abstand immer wieder ~ und obendrein gerne ~ ansehe und nicht zuletzt damit völlig konträr der weitverbreitesten Meinung agiere: während kaum jemand des Lobes voll im Bezug auf der Pseudo-Fortsetzung

===Open water 2=== ist, befand ich diesen schon beim ersten Ansehen als recht gelungen. Klar, dass man hier keinen _wirklichen_ zweiten Teil von „Open water“ zu sehen bekommt, sondern lediglich im Grunde die gleiche Story nur in ein wenig anders dargeboten wird, könnte den ein oder anderen potentiellen Zuschauer nicht nur enttäuschen, sondern überdies verärgern.

Tatsächlich liegt die _Handlung_ in recht ähnlicher Natur vor, sogar der Hinweis auf die angeblich wahren Begebenheiten fehlt hier ebenso wenig. Während in „Open water“ lediglich ein Paar beim Tauchgang auf offenem Meer vergessen wurde und lediglich im Innenleben eines Hais zum Teil je wieder gesehen war, sind es in dem bereits 2 Jahre später erschienenen (sprich: 2006) „Open water 2“ eine ganze handvoll Menschen, die um ihr Überleben kämpfen.

Dan (Eric Dane) feiert seinen 30. Geburtstag auf einer Yacht; am interessantesten hier vermutlich noch die Oben-Dreingabe von Amy (Susan May Pratt), die panische Angst vor Wasser hat und überdies ihr Baby Jessica mit an Bord brachte. Im Laufe der Party wird die Stimmung immer ausgelassener, die Freunde übermütiger, einer nach dem anderen beschließt ins Meer zu springen um sich eine Abkühlung zu verschaffen. Keiner denkt hierbei wirklich mit, und Dan eben noch weniger als die meisten: frei dem Motto „Konfrontationstherapie“ zieht er Amy mit ins Wasser, die daraufhin einen Schock erleidet und kurz bewusstlos ist. Kaum wieder bei sich, gibt’s zur Belohnung den nächsten Kracher: '''alle sprangen ins Wasser''' ~ und '''niemand benutzte die Leiter''', die man erstmal hätte ausfahren lassen müssen.

Ein Hoch auf die Technik, ein Hoch auf spontane Aktionen... nein, eher doch nicht.
Dass sodann die restliche Laufzeit des rund 95minütigen Films sich auf die Versuche bezieht, wieder an Bord zu gelangen, liegt auf der Hand....

===Die Umsetzung=== mögen vielerlei Gucker langweilig finden; ich persönlich habe dies anders empfunden. Während ich schon „Open water“ nicht gerade schlecht fand, und das, obschon die Hauptzeit lediglich zwei Personen bestritten, die hilflos im Wasser herum planschten, liefert „Open water 2“ schon alleine aus der Personenkonstellation und nicht zuletzt eben jener Anzahl einen Deut mehr Spannung.

Überdies beschuldigt man sich hier – natürlich – erst einmal gegenseitig; findet jedoch in Dan rasch den Hauptverantwortlichen, eben weil es „seine“ Yacht zu sein scheint. Schon über diese Schuldzuweisung mag man sich streiten können; nicht zu unterschätzen ebenfalls das Gefühl der Machtlosigkeit, welches sich auf den Zuschauer überträgt. Die große Frage, was man selbst tun würde, offenbart sich in vielerlei Filmen ~ doch „Open water 2“ besticht darüber hinaus dadurch, dass einem selbst nichts gescheites einfallen will.

Von Anfang an sieht die Situation recht ausweglos aus; die Verzweiflung der Protagonisten ~ allem voran Amy's ~ gebührt nicht zuletzt vor allem dem hilflosen Säugling an Bord. Dadurch, dass das Babyfon bis aufs offene Meer zu hören ist, verstärkt sich die allgemein bestürzte Stimmung, hektische Rettungsversuche, in denen oftmals die Redewendung „viele Köche verderben den Brei“ zu fußen beweist, wechseln sich mit dem stagnierenden Treibenlassen ab.

Die Sympathien des Zuschauers liegen vermutlich definitiv auf Amy und ihrem Baby, während ihr Mann irgendwie sich nicht so recht in mein Herz zu kuscheln vermochte ~ ohne dass es hierfür einen echten Grund geben würde. Amy und Jessica hingegen sind die einzigen, die ohne eigene Interaktion in die vermeintliche Todes-Szenerie hineingerissen wurden.
Baby Jessica kann ohnehin nicht viel tun; Amy selbst wäre von sich aus nie ins Meer gehopst ~ alle weiteren Beteiligten tragen zumindest eine Mitverantwortung, auch, wenn es natürlich leicht fällt, Dan als definitiven Sündenbock hinzustellen.
Nur: wem nützt das?

Zig Versuche, die ebensowenig Nutzen tragen, geben dem Film immer wieder Momente der (An-)Spannung; die Kategorisierung „Psycho-Thriller“ ist hier durchaus treffsicher angelegt, während ferner und nicht zuletzt der dramaturgische Aspekt des gezeigten ausgefeilt wird. Nicht übertrieben, vielmehr nachvollziehbar und -empfindbar ~ genauso, wie ich persönlich es an Abenden mag, wo ich nichts allzu tiefschürfendes an Filmmaterial gucken mag.

Da verzeiht es sich fast schon von selbst, dass eine zerrissene Landes-Flagge etliche Einstellungen später wieder in ganzer Pracht zu bewundern ist.

Als '''DVD-Extra''' hingegen kann man ein an für sich recht umfangreiches Bonusmaterial bewundern; muss man aber auch hier nicht tun. Das '''making of''' ist weder sonderrlich aufschlussreich, noch sonderlich interessant; die '''Interviews''' gucke ich mir persönlich ohnehin nur in äußerstem Seltenheitsfall an und der '''Trailer''' ist meiner Ansicht nach auf der selbigen DVD ohnehin überflüssig. Sehenswert vielleicht die paar '''Outtakes''' sowie der '''alternative Anfang'''; aufs Audiokommentar war ich hingegen noch nie scharf, wobei man diesen hier immerhin auf deutsch bewundern darf und nicht gleichzeitig hören, gucken und lesen muss.

===Summa summarum===
Der Ausgang von „Open water 2“ hatte zwar von der ersten Minute an eigentlich lediglich 2 Varianten, mit denen man bis ins letzte Detail irgendwie rechnen konnte und überrascht somit damt nicht wirklich, dass eine davon dann zutrifft, gefällt mir persönlich jedoch trotzdem so gut, dass ich nach wie vor mit der Doppelbox liebäugele.

Richtig nervenzerreißend ist hier zwar nichts, dafür allerdings erfreulich un-übertrieben ~ alles, was man hier dank David Mitchells Drehbuch und der Regie seitens Hans Horn geboten bekommt, bleibt authentisch-wirkend und sorgt nicht zuletzt dafür, dass man selbst beim dritten Ansehen immer noch keinen Deut klüger ist, auf welche Rettungsidee man selbst gekommen wäre.

Ergo des Ergos: der richtige Film für die Momente, in denen man sich eingestehen mag, dass man auch _vor_ dem Bildschirm nicht immer der automatisch Klügere sein muss.

40 Bewertungen, 7 Kommentare

  • senora

    10.10.2010, 11:57 Uhr von senora
    Bewertung: sehr hilfreich

    Teil 1 fand ich schon doof. Den hier erspare ich mir. LG

  • anonym

    09.10.2010, 23:42 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schöne Grüsse, Talulah

  • XXLALF

    09.10.2010, 17:36 Uhr von XXLALF
    Bewertung: sehr hilfreich

    und ein wunderschönes wochenende

  • babygiftzwerg

    09.10.2010, 15:26 Uhr von babygiftzwerg
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende. LG Ulrike

  • katjafranke

    09.10.2010, 13:24 Uhr von katjafranke
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein sehr hilfreich LG KATJA

  • Lale

    09.10.2010, 12:38 Uhr von Lale
    Bewertung: sehr hilfreich

    Allerbesten Gruß ;-)

  • Lanch999

    09.10.2010, 12:18 Uhr von Lanch999
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein guter Bericht! LG von Lanch999 Meine Berichte freuen sich auf deinen Besuch! :D