Heyne Verlag Der Kindersammler / Sabine Thiesler Testbericht
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Erfahrungsbericht von Binki
Ein Alptraum wird wahr !!!
Pro:
Ein sehr ernstes Thema spannend umgesetzt
Kontra:
stellenweise langatmig, der Mörder ist zu Beginn bekannt
Empfehlung:
Ja
wieder einmal möchte ich mich einem Buch widmen, welches mich doch schon sehr mitgenommen hat und worüber ich mir Anfangs nicht ganz klar war ob ich es zu Ende lesen werde oder nicht.
°°° Der Kindersammler °°° Sabine Thiesler °°°
~~~ Die Autorin ~~~
Sabine Thiesler ist geboren und aufgewachsen in Berlin. Sie studierte Germanistik und Theaterwissenschaften und arbeitete einige Jahre als Schauspielerin im Fernsehen und auf der Bühne. Sie war Ensemblemitglied der Berliner "Stachelschweine".
Außerdem schrieb sie erfolgreich Theaterstücke und zahlreiche Drehbücher fürs Fernsehen, unter anderem "Das Haus am Watt", "Der Mörder und sein Kind" und mehrere Folgen für die Reihen "Tatort" und "Polizeiruf 110").
"Der Kindersammler" ist ihr erster Roman." Das gleichnamige Hörbuch wird von Sabine Thiesler persönlich gelesen. Weitere Romane von ihr sind " Das Lebkuchenherz " und "Da war ihr Zimmer noch lila ".
~~~ Alle wichtigen Infos schon mal auf einen Blick ~~~
Autor: Sabine Thiesler
Titel: Der Kindersammler
Taschenbuch: 528 Seiten 12 x 19 cm, kartoniert.
Verlag: Heyne (Oktober 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453024540
ISBN-13: 978-3453024540
Stilrichtung: Krimi/ Thriller
Preis: 8,95 €
~~~ Die Geschichte ~~~
Kurzinhalt Buchrücken:
Er hat die Ausstrahlung eines Engels und ist der leibhaftige Teufel.
Anne und ihr Mann Harald erleben en Albtraum aller Eltern: Währen eines Toskana-Urlaubs verschwindet ihr Kind spurlos.
Die Suche der Polizei verläuft ergebnislos, und sie müssen ohne ihren Sohn Felix nach Hause fahren.
Zehn Jahre später kehrt Anne an den Ort des Geschehens zurück, um herauszufinden, was damals passiert ist.
Sie ahnt nicht, wie nah sie dem Täter kommt - und er ihr.
Inhalt:
Ein wirklicher Albtraum aller Eltern. Jeder kennt die Momente wo man seinem Kind einredet nie mit einem fremden Mann mitzugehen oder nie in fremde Autos einzusteigen, egal welche Versprechen gemacht werden.
Berlin 1986 - Auch der kleine Benjamin wurde von seinen Eltern über all diese Dinge aufgeklärt und immer wieder wurden auch ihm diese Dinge eingeredet. Benjamin lebt bei seiner an MS erkrankten Mutter und seinem Vater, der gerne mal zu tief ins Glas schaut und sich die Nächte in Kneipen um die Ohren schlägt. Wie jeden Tag geht er in die Schule, kommt aber an diesem einen Tag nicht wieder zurück, denn an diesem Tag hat der niedliche kleine blonde Junge Alfred kennen gelernt. Alfred hat ihm aus der Klemme geholfen und gewinnt so schnell das Vertrauen des Jungen. Leider … denn er verschleppt ihn in eine Laube … einen Moment dachte er noch an die Worte der Eltern und daran vielleicht doch die Flucht zu ergreifen … doch es nicht getan zu haben musste er nun mit seinem Leben bezahlen !
Doch Benjamin bleibt nicht das einzige Opfer. Alfred schlägt mehrmals zu, in ganz Deutschland verteilt. Die Polizistin Mareike Koswig nimmt sich als Ermittlerin der Sache an, aber sie kommt dem Mörder nicht auf die Spur. Der Kindermörder scheint nach Jahren wie vom Erdboden verschwunden.
Kurz nach Ende der deutschen Mordserien verschwinden auch in Italien in einem gewissen Gebiet 3 blonde kleine Jungen. Davon weiß Mareike Koswig allerdings zu der Zeit nichts.
Toscana 1994 - Anne, die Mutter des in der Toskana verschwundenen Felix kehrt nach zehn Jahren an den Ort zurück, wo ihr Kind spurlos verschwand. Nach all den Jahren will sie endlich die Gewissheit haben das ihr Sohn wirklich tot ist und nie mehr zu ihr zurückkommt. In der Toskana kauft Anne ein Haus von Enrico und freundet sich schnell mit ihm an, sehr schnell … er gewinnt sehr schnell ihr Vertrauen und dabei ahnt sie nicht wie nah sie dem Geheimnis ihres verschwunden Sohnes kommt.
Es bleibt nun die Frage was Enrico und Alfred gemeinsam haben und ob Anne ihren Sohn findet und die Gewissheit das er wirklich tot ist … Müssen noch mehr Jungen ihr Leben lassen? Geraten noch mehr in die Falle des Mörders? Das müsst Ihr selber herausfinden.
Klappentext:
"Schrecklich realistisch."
dpa
""Der Kindersammler" von Sabine Thiesler macht wütend, zerrt an den Nerven, erschüttert zutiefst, reißt mit und lässt den Adrenalinspiegel fast unerträglich ansteigen."
dpa
~~~ Leseprobe ~~~
Auszug aus: Der Kindersammler
Dieser Mann hatte mich ja nicht angesprochen, dachte Benjamin, er hat mir geholfen, als ich in einer ganz beschissenen Situation war! Der war ja auf der Suche nach kleinen Kindern, um sie wegzufangen, der war nur zufällig in der Nähe, als ich Hilfe brauchte. Also ist er bestimmt nicht »so einer« von denen, die Mama und Papa meinten.
Benjamin konnte gut verstehen, dass der Mann sich allein fühlte und sich als Gegenleistung für seine Hilfe ein bisschen Gesellschaft und Unterstützung beim Meerschweinchenfüttern wünschte. Wahrscheinlich war das allein auch furchtbar langweilig.
Erst letzte Woche hatte Frau Blau im Religionsunterricht erzählt, dass ganz viele alte Leute schrecklich einsam sind. Die in den Altersheimen hatten es ja noch gut, die konnten mit anderen wenigstens Canasta oder Mau-Mau spielen, aber ganz viele lebten irgendwo in ihren Wohnungen und hatten niemanden. Keine Kinder, keine Verwandten und keine Freunde. Niemand wusste, dass sie da wohnten. Gerade in Neukölln gab es eine Menge, die noch nicht mal einen Kanarienvogel hatten, sondern nur einen Fernseher und kaum Geld, um sich genug zu essen zu kaufen.
Benjamin taten alle alten Leute, die so allein waren, furchtbar Leid, obwohl er es immer noch besser fand, einen Fernseher zu haben als einen Kanarienvogel. Aber er hatte immer geglaubt, allein ist man erst, wenn man alt ist. Dieser Mann war ja noch gar nicht so alt, aber trotzdem schon so schrecklich allein. Das fand Benjamin am allerschlimmsten.
Was sollte er denn jetzt tun? Himmel, er hatte doch nicht alle Zeit der Welt, der Mann hielt ihn an der Hand und zog ihn immer weiter in die Kolonie. Sollte er sich losreißen und wegrennen? Und wenn der Mann schneller war? Er sah sportlicher aus als sein Vater, und der konnte schneller rennen als er, wenn es darauf ankam. Beim letzten Sommerfest in der Hasenschneide hatte er mit seinem Vater Wettrennen gemacht, und sein Vater hatte gewonnen. Deswegen musste seine Mutter eine Runde Zuckerwatte spendieren, denn sie hatte gewettet, dass Benjamin gewinnen würde.
Ja, ich renne weg, sagte sich Benjamin, ich versuch's da vorne, an der nächsten Abbiegung renne ich weg. So schnell ich kann. Der Mann wird mir sowieso nicht hinterher rennen. Der wird nur traurig oder böse, aber das ist ja egal. Ich werde den sowieso nie wieder treffen, denn der wohnt ja gar nicht hier, der wohnt ja ganz weit weg in Heiligensee. Er kickte einen Kieselstein rollte schnell und weit vor. Benjamin hatte Lust Hinterherzurrhennen und weiterzukicken, aber der fremde Mann hielt ihn immer noch an der Hand.
Außerdem ist Papa bestimmt stinksauer, wenn ich mit dem Mann in die Laube gehe, fiel Benjamin noch ein, wahrscheinlich saurer als über die Fünf und die Sechs. Ja, es ist besser. Ich muss abhauen. Zehn Meter noch, dann renne ich nach rechts. Ohne was zu sagen. Ganz plötzlich.
»Du bist ein wirklich netter Junge«, sagte der Mann plötzlich und lächelte. »Ich hab dir geholfen, und jetzt hilfst du mir. Das finde ich prima. Und ich denke, wir sollten Freunde werden. Meinst du nicht auch?«
Benjamins Herz machte einen Sprung. Nein, jetzt konnte er nicht wegrennen. Das wäre einfach gemein. Der Mann war so nett, und er vertraute ihm. Er konnte ihn jetzt nicht enttäuschen. Schnell einen Kakao trinken und dann das bisschen Meerschweinchenfüttern, das ging ja schnell. So viel Zeit hatte er noch, er würde es auf alle Fälle rechtzeitig nach Hause schaffen und seinen Eltern gar nichts davon erzählen, damit sein Vter nicht dachte, er wäre dumm und ungezogen, weil er nicht auf ihn gehört hätte.
Benjamin schaute auf seine Armbanduhr, die ihm seine Oma aus Bayern zu Weihnachten geschenkt hatte. Sie war sehr schlicht und unauffällig, Benjamin gefiel sie nicht. Das war sicher auch der Grund, warum ihm die Typen vorhin die Uhr nicht geklaut hatten. Es war beinahe eine Mädchenuhr, fand Benjamin. Er hatte sich ein richtiges Chronometer gewünscht. Mit Sekundenzeiger, Stoppuhr, Datumsanzeige, Wecker, Weltzeituhr und natürlich wasserfest. So eine Uhr war sein Traum, aber darauf musste er wohl noch eine Weile warten.
Es war jetzt fünf nach zwölf. Normalerweise hatte er heute sechs Stunden, seine Mutter würde erst kurz vor zwei mit ihm rechnen. Ich hab ja noch Zeit, dachte Benjamin, ich kann dem netten Mann eigentlich den Gefallen tun.
~~~ Meinung / Fazit / usw. ~~~
Als ich das Buch geschenkt bekam war ich mir nicht ganz so sicher ob ich es lese oder nicht. Der Titel des Buches war schon etwas unheimlich und auch die Inhaltsangabe ließ mich vermuten das dies nichts für schwache Nerven ist. Der erste Anlauf das Buch zu lesen ging nur bis zum Ende des Prologes und dann habe ich mich entschieden nicht weiter zu lesen. Ein zweiter Anlauf knapp ein halbes Jahr später war dann erfolgreicher.
Der Roman wurde in zwei Teile aufgeteilt. Den ersten Teil trägt der Name "Alfred" und der zweite Teil trägt den Namen "Enrico". Beide Kapitel lassen sich einfach lesen, teilweise ist das ein oder andere etwas in die Länge gezogen und dies macht es dann immer schwer sich voll zu konzentrieren, denn es wird dann immer schnell langweilig. Solche Stellen gab es aber nur drei oder vier mal, also durchaus annehmbar.
Das Cover des Buches ist recht gut aufgemacht. Im Vordergrund sieht man einen Teil von einem Baum und eine leere Schaukel an einem der Äste hängen. Darüber findet man den Titel, der irgendwie schon unheimlich aussieht. Zum Roman und deren Handlung passt das Cover perfekt. Die leere Schaukel könnte man schnell mit einem verschwundenen Kind in Verbindung bringen. Eben hat es noch auf der Schaukel fröhlich geschaukelt und Sekunden später ist es verschwunden.
Tja, leider handelt das Buch von keiner erfunden Geschichte, sondern heutzutage ist dies die bittere Realität. Der Roman greift ein Thema auf das immer wieder Angst und Schrecken hervorruft. Jeder der selber Kinder hat, kann teilweise die Angstgedanken nachempfinden die Eltern manchmal plagen. Gerade wenn man immer wieder solche Schreckensmeldungen in den Medien hört.
"Der Kindersammler" ist ein Roman der, der wahrscheinlichen Realität, viel zu nahe kommt. Er berührt, aber zumeist erschreckt dieser und immer wieder betet und hofft man das es doch noch ein gutes Ende nimmt … und man ist schrecklich enttäuscht und erschüttert wenn es doch so kommt wie es niemals kommen sollte. Oftmals habe ich immer wieder überlegt ob ich mir dies Buch wirklich antun sollte, denn ich habe selber einen kleinen Jungen und automatisch machen sich Ängste breit das man dies auch wirklich erleben könnte!
Immer wieder spielt die Autorin mit den unseren Ängsten, unseren Beschützerinstinkten die ein jede Mutter oder Vater hat. Dennoch ist der Roman ist spannend. Fast jedes Kapitel ist mit einem Zeitsprung verbunden. Am Anfang fand ich das schon etwas nervig, weil man sich immer wieder in neue Personen und Situationen reinversetzen musste, dennoch ist es eine sehr gute Methode um viel Hintergrundwissen von verschiedenen Personen gleichzeitig zu übermitteln. Die zwei Teile "Enrico" und "Alfred" sind sehr gut getrennt und doch gut miteinander verbunden. Geschmackssache ist es allerdings den Mörder von Anfang an zu kennen, dies nimmt einem doch die Spannung und verhindert das man sich den Kopf zerbrechen muss wer es denn nun gewesen ist.
Die Story an sich ist von Klischees überfüllt. Wieder ist es dieses Schema das der Mörder der eine zerstörte Kindheit vorzuweisen hat. Die Kinder stammen wie immer aus zu glücklichen Familien. Die Autorin schildert die verschiedenen Charaktere der einzelnen Personen super spannend.
Zum Schluss bleibt mir nur zu sagen das dies Buch für sehr Zartbesaitete nichts ist, da es nun mal Kindesmissbrauch und Kindesmord thematisiert. Zwar geht die Autorin nicht ganz bis in kleinste Detail, jedoch ist die eigene Vorstellungskraft / Phantasie meist um einiges schlimmer. Dann bleibt mir nur noch zu sagen das Leser, die Anspruch und absolute Logik erwarten, hier nicht bedient werden.
Somit bedanke ich mich mal wieder fürs Lesen und freue mich auf Eure Kommentare.
Liebe Grüße
Binki
°°° Meine Berichte werden auch bei Ciao und Preisvergleich unter dem Namen Binkie veröffentlicht °°°
39 Bewertungen, 16 Kommentare
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05.09.2009, 16:04 Uhr von testwriter
Bewertung: sehr hilfreichtoller Bericht..lg
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20.03.2009, 23:45 Uhr von LiFo
Bewertung: sehr hilfreichSehr hilfreich! Liebe Grüße, Lifo
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15.07.2008, 07:45 Uhr von sandieheinrich
Bewertung: sehr hilfreichgrüßle von sandieheinrich
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26.06.2008, 10:40 Uhr von Mondlicht1957
Bewertung: sehr hilfreichSehr hilfreicher Bericht ich wünsche Dir einen schönen Tag LG Pet
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05.02.2008, 21:05 Uhr von campino
Bewertung: sehr hilfreichlg andrea
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11.01.2008, 23:28 Uhr von BroeselWerner
Bewertung: sehr hilfreichliebe Grüße
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25.05.2007, 11:19 Uhr von panico
Bewertung: sehr hilfreichlg panico:-)
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19.05.2007, 16:59 Uhr von Tut_Ench_Amun
Bewertung: sehr hilfreichRIRA rutsch?
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13.05.2007, 01:54 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichsh, LG Biggi
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12.05.2007, 11:32 Uhr von Sayenna
Bewertung: sehr hilfreich- sh - lg - Ela -
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11.05.2007, 23:23 Uhr von bigmama
Bewertung: sehr hilfreichLG Anett
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11.05.2007, 21:49 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichschönes wochenende. l. g. petra
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11.05.2007, 20:57 Uhr von LittleSparko
Bewertung: sehr hilfreichlg, daniela
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11.05.2007, 20:33 Uhr von engelsbrief
Bewertung: sehr hilfreichsh - liebe Grüsse
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11.05.2007, 14:15 Uhr von MasterT86
Bewertung: sehr hilfreichHört sich interessant an. Lg Tobias
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11.05.2007, 13:45 Uhr von Vicky
Bewertung: sehr hilfreichSehr hilfreich - Vic
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