Whiteout (DVD) Testbericht



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Erfahrungsbericht von LilithIbi
Lass Tür ruhig auf, es sind ja nur -85 Grad.
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
==Whiteout==
ist nicht nur der Filmtitel, sondern darüber hinaus der Begriff für ein meteorologische Phänomen; sprich: die Helligkeit, die bei schneebedecktem Boden und gedämpftem Sonnenlicht beobachtet werden kann. Es kommt dann aufgrund der starken diffusen Reflexion des Sonnenlichts zu einer sehr starken Kontrastverringerung, d. h. die empfundenen Helligkeitsunterschiede sind sehr gering. _(vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Whiteout). Als würde dies allein nicht schon recht unlustig klingen, spielt die _Handlung obendrein in der Antarktis. Carrie Stetko (Kate Beckinsale) scheint sich allerdings in ihrem Job als Forschungsmitarbeiterin recht wohl zu fühlen, nimmt darüber hinaus nur allzu gerne die für ihr Gebiet abwechslungsreiche Aufgabe an, den Mord an dem Geologen Anton Weiss zu untersuchen.
Erstaunlicherweise ist mal wieder das FBI schnell zur Stelle, so dass die Vermutung nahe liegt, dass es bei der Sache noch um etwas ganz anderes geht. Tatsächlich offenbart FBI-Mitarbeiter Robert Pryce (Gabriel Macht) im weiteren Verlauf, dass zwischen dem toten Geologen sowie dem einstig abgestürzten Frachtmaschine einen Zusammenhang zu geben scheint ~ genauer gesagt, mit dem, was sich an Bord befand....
==Die Umsetzung==
verschenkt leider ein wenig Potential. Obschon man sich beim „Auftritt Mörder mit der Spitzhacke“ ähnlich wie ein „Düstere Legenden“ angegruselt fühlen mag, springt der Funke nicht derartig rüber, wie er es hätte tun können. Jenes mag zum einen daran liegen, dass vereinzelte Szenenbilder derartig verschneit sind, dass man selbst kaum etwas sieht (was sich hier merkwürdigerweise eher negativ auf die zu verbreitende Zuschauer-Panik auswirkt), zum anderen könnte natürlich der Umstand, dass hier ein Comic als Filmvorlage diente und der Regisseur Dominic Sena sich möglichst genau an jenes halten wollte.
Langweilig ist der Film allerdings ganz und gar nicht.
Konsequenterweise hat auch die Hauptprotagonistin in „Witheout“ mit ihrer eigenen Vergangenheit zu kämpfen; vereinzelt erfolgen ein paar Rückblenden, die den Zuschauer peut-a-peut ins Bild setzen, bis Carrie schließlich selbst ihre Geschichte erzählt.
Jene sorgt dafür, dass der Zuschauer in ein heiteres Rätselraten verwickelt werden _könnte; wem überhaupt zu trauen ist und wem nicht. Bedauerlicherweise bin ich jedoch entweder zu intelligent, um die schlussendliche Offenbarung nicht bereits recht früh vorausgesehen zu haben; oder aber der Film orientiert sich zu platt an dem, was schon x-fach dagewesen ist.
Nichtsdestotrotz schmälert jene Nicht-Überraschung den Filmgenuss nur unwesentlich; da „Whiteout“ gleichzeitig mehrere inhaltliche Problematiken vereint. Zum einen ist da natürlich der Mörder, der dick vermummt und scheinbar ohne Rücksicht auf Verluste durch die Minusgrade stapft; zum anderen natürlich jene Minusgrade, die die Ermittlungen nicht nur wahnsinnig erschweren, sondern ebenso dafür sorgen, dass die Station evakuiert werden soll. Die Zeit rennt also mal wieder... und wenn man sich nicht gleichzeitig fragen müsste, warum Carrie schon wieder ihre Handschuhe drinnen liegen lässt, obschon sie bereits zwei Finger amputiert bekam (was im Film nur indirekt gezeigt wird), dann wäre die Verfilmung nicht nur mittelmäßig, sondern sogar richtig gut.
Ich will gar nicht anfangen, lange auf gewissen Logikfehlern rumzureiten. Nur soviel: wieso zur Hölle lässt eigentlich jeder die Tür auf? Und wieso macht das hin und wieder so wenig aus? Während anfänglich eindrucksvoll gezeigt wird, dass ein verschütteter Kaffee direkt bei „Tür auf“ am Boden gefriert, darüber hinaus ein jeder, der das Gebäude verlässt, sich an eine Art Sicherungsseil festdingst, steht Carrie im weiteren Verlauf mal eben locker flockig – und vor allem unbejackt – keine 3m von der geöffneten Tür entfernt, ohne das auch nur ihre Frisur in Unordnung gerät.
Apropos Sicherungsseil: wenn hinter mir ein Spitzhackenmörder herlatschen würde, so hätte ich vermutlich besseres zu tun, als den entsprechenden Sicherungshacken in vermeintlicher Seelenruhe von einem Seilchen zum anderen zu wechseln. Warum hält Carrie sich nicht einfach daran fest? Und wieso bleibt sie nicht am Haken kleben, wenn sie doch wenig später an der Stahltür festpappt und sich die halbe Handfläche aufreißt? (Und ja, diese Szene ist so fies wie sie klingt).
Von alledem aber mal abgesehen stellt „Whiteout“ durchaus einen ansehnlichen Film dar. Nichts, was einem vor Spannung von der Couch haut, nichts, was absolut an den Nerven zerrt, aber zweifellos etwas, was man sich sehr gut (ein- oder auch zweimal) angucken kann.
Nicht völlig unverantwortlich hierfür sind die wohlüberlegt ausgesuchten Darsteller; Tom Skerritt als väterlicher Dr. John Fury ist wie bereits in der Serie „Picket fences“ nicht nur herzallerliebst anzusehen, sondern peppt den Film an sich nochmal auf; verleiht im Tiefe und Standfestigkeit. Kann man nicht erklären, ist einfach so.
'''Die DVD selbst''' besticht vor allem mit ihren vereinzelt eingeblendeten Untertiteln als Übersetzungshilfe. So wird mitunter recht drollig „Camp“ mit „Camp“ übersetzt; leider jedoch kann man diese mehrfach auftretenden unfreiwilligen gags nichtmal richtig genießen, eben weil jene Untertitel viel zu schnell wieder ausgeblendet werden. Dass dem sogar am Filmanfang der Fall, als die russische Flugzeugbesatzung palavert, stellt sich ebenfalls als Minimanko dar: Mini in dem Zusammenhang, dass es ohnehin nicht sooooo interessant ist, mit welchen Trinksprüchen die Russen sich bedenken und beschenken.
'''Specials''' gibt es bis auf ein paar nicht verwendete Szenen übrigens keinerlei. Manche derer hätte ich persönlich übrigens gerne im Film gehabt, eben weil die Verzweiflung eines somit fast komplett herausgeschnittenen Charakters über seine geklauten Hanfpflanzen durchaus etwas amüsant-auflockerndes inne hatten. Wer trifft nur immer diese Entscheidungen?
==Summa summarum==
kann ich nur das wiederholen, was ich bereits ausführte: „Whiteout“ verfügt über mannigfaltige Richtungswechsel, Wendungen sowie Offenbarungen; bietet darüber hinaus ein wenig was fürs Herz im zweifachen Sinne. Nur leider fehlt es an dem großen Knalleffekt; vieles scheint eher lauwarm präsentiert, vereinzelt unausgereift und fast schon runtergeleiert. Vergleicht man „Witheout“ mit einem Silvesterevent, so stellt dieser Film lediglich einen Knallfrosch dar: nicht völlig zu verachten in der Wirkungsweise, zugleich jedoch nichts, für was es sich mitternächtlich unbedingt wachzubleiben lohnt.
Fans von „Cold prey“ hingegen dürften ihre helle Freude an dem Werk haben; während alle anderen zumindest die wunderbaren Naturschauspiel-Bildgens mit Wehmut betrachten können.
25 Bewertungen, 8 Kommentare
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13.05.2010, 12:51 Uhr von Clarinetta2
Bewertung: sehr hilfreichtolle filmvorstellung
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12.05.2010, 14:12 Uhr von Matze081
Bewertung: sehr hilfreichSchöne Grüße aus Greifswald ;)
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11.05.2010, 14:38 Uhr von sigrid9979
Bewertung: sehr hilfreichSH berichtet... Lg Sigi
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11.05.2010, 13:43 Uhr von jeanyoo1
Bewertung: sehr hilfreichSuper Bericht, Sh & Lg würde mich über Gegenlesungen freuen ;-)
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11.05.2010, 13:01 Uhr von [email protected]
Bewertung: sehr hilfreichBesten Gruss aus FFM. Freue mich stehts über Gegenlesungen.
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11.05.2010, 12:38 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichSH für deinen guten Bericht.Freue mich auf Gegenlesung.LG Bernd
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11.05.2010, 12:23 Uhr von crazy_angel
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße, Chrissy
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11.05.2010, 12:02 Uhr von Shirty1980
Bewertung: sehr hilfreichEin sehr schöner Bericht. Ich würde mich über eine Gegenlesung sehr freuen. Lg Shirty1980
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