X-Men (DVD) Testbericht

X-men-dvd-actionfilm
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Erfahrungsbericht von Ondyx

Die etwas andere Comic-Verfilmung - Aufruf zu Toleranz und Minderheitenschutz

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

... das sind sicherlich zwei Punkte, die diesen Film vom Rest des Genres wohltuend unterscheiden, aber glücklicherweise wird das hier nicht in der sonst üblichen schwermütigen und langweiligen Art vermittelt.

Zum Inhalt:

Hat die Zukunft schon begonnen? Ausstattungsseitig verschonen uns die Macher mit extravaganten Modellen zukünftiger Automodelle oder fantastischen Stadtansichten, aber: die Evolution hat unter der Menschheit ein paar Exemplare mit besonderen Mutationen ausgestattet. Deren Fähigkeiten lassen sich von vielen nur als \"übernatürlich\" und damit gefährlich wahrnehmen. Deshalb will ein Senator des US-Parlaments ein Gesetz verabschieden nach welchem sich solche Mutanten bei den Behörden offen zu erkennen geben müssten. Ob dieser damit bewusst in Kauf nimmt, dass durch die Ängste der \"normalen\" Menschen möglicher Weise eine Hetzjagd auf die \"M-Men\" ausgelöst wird, beantwortet der Film nicht eindeutig, die tatsächlichen Motive des Senator kommen nicht wirklich deutlich zum Vorschein. (Insofern handelt es sich also doch um eine recht wirklichkeitsnahe Politiker-Darstellung)

Gegen diese Angst versucht Professor Charles Xavier anzukämpfen. Dieser hat eine kleine Gruppe von Vertrauten um sich geschart, die zusammen das Team der \"X-Men\" bildet, welches für seine Ideale einsteht und kämpft. Der Professor ist
selbst ein Mutant mit unglaublichen telepathischen Fähigkeiten, betreibt eine sogenannte \"Schule für Begabte\", in welcher er jungen Mutanten lehren will, ihre Fähigkeiten zu kontrollieren und nur für das Gute einzusetzen.

Seit jeher sein Gegenspieler ist \"Magneto\", ebenfalls ein sehr mächtiger Mutant, der beliebige Magnetfelder erzeugen und damit jede Form von Metall nach seinem Willen beeinflussen kann. Magneto ist überzeugt, dass es zum Krieg zwischen Mutanten und Menschen kommen wird, weshalb er eine Maschine erschaffen hat, die mit Hilfe seiner besonderen Kräfte seiner Meinung nach alle Differenzen zwischen Mutanten und Menschen beilegen kann. Und er wird keine Mittel scheuen um diese Maschine mithilfe seiner Anhänger, der \"Bruderschaft der Mutanten\", zum Einsatz zu bringen...
Interessant, dass im Film die Motive des Magneto durch eine kleine Seitengeschichte aus seiner Kindheit (Verschleppung ins KZ durch die Nazis) und indirekt auch die Herkunft seiner Fähigkeiten am breitesten dargestellt werden. Auch dies zeigt, dass eigentlich versucht wurde, die klassischen Klischees des Kampfes zwischen Gut und Böse zu vermeiden.


Ein paar Punkte will ich noch herausheben:

Die Produzenten haben ein interessantes Ensemble aus etablierten Charakterdarstellern (Prof. X ist Patrick Stewart und Magneto ist Ian McKellen) und damals noch relativ unbekannten \"Newbies\" (Hugh Jackman, Oscar-Beauty Halle Berry, Famke Janssen, Ray Park) gefunden, von dem man gerne auch mehr sieht. Der Film ist ja in der Art eines Pilotfilm angelegt und der große Erfolg in den USA lässt mit Recht auf Fortsetzungen hoffen. Leider habe ich noch keine Informationen darüber, ob diese tatsächlich auch als Kinofilme laufen werden oder in anderer Form auf den Markt kommen.

Auch dass hier die Superhelden mit einigen Brüchen in ihrer Persönlichkeit kämpfen müssen, hebt den Film etwas hervor, wünschenswert wäre aber gewesen, auch auf Seiten der \"Bösen\" (und nicht nur bei deren Boss Magneto) etwas über die Hintergründe zu erfahren.

Ach ja: Mit am coolsten fand ich die Szene, in der \"Toad\" (der mit der Zunge) vor dem verschlossenen Fahrstuhlschacht, in dem er soeben \"Storm\" sicher verwahrt zu haben glaubt, beinahe eine Original-Pose des \"Darth Maul\" aus Star Wars Episode I nachstellt; da es sich um den selben \"Schauspieler\" (bzw. Ex-Kampfsportler) handelt, hielt ich das für einen recht gelungenen \"Seitenhieb\" auf George Lucas - vielleicht ist das aber auch zuviel der Ehre und es handelt sich um einen reinen Zufall.

Und der \"Wolverine\" (irgendwie klingt der Name in meinen Ohren sehr weiblich...) wurde wirklich sehr überzeugend dargestellt und der gute Hugh hat ja mittlerweile eine beachtliche Karriere gemacht.

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