Little Miss Sunshine (DVD) Testbericht
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Erfahrungsbericht von LilithIbi
Von der Nicht-Existenz des erfolgreich gelebten "American Dream"
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
==Little Miss Sunshine==
zu schwärmen begannen, dachte ich mir noch: „na gut, die haben halt Kinder“ und schlussfolgerte, dass ich mir jenen niemals ansehen würde. Ganz egal, für wie günstig jene DVD immer wieder im „Saturn“ zu haben war, ich machte immer und immer wieder einen Bogen drum ~ zu sehr klang die story nach platter und übertriebener Komödie, die mich im Leben nicht interessieren würde.
Vorab gesagt: so kann man sich täuschen.
Nachdem LoloMay mich fast durch die Leitung durch bekniete, ich möge dem Film einen Chance geben, räumte ich ein, dass ich mich schon des öfteren von diversen storybeschreibungen ins Land der falschen Vorstellungen hatte
führen lassen.
Das mich „Little Miss Sunshine“ dann schlussendlich jedoch derartig berührte, hätte ich trotzdem nicht erwartet.
Der _Inhalt dreht sich im Grunde darum, dass die kleine Olive (Abigail Breslin) an einem Schönheitswettbewerb teilnehmen will. Den eher dörflichen Talentwettbewerb in Alberquerque hatte sie bereits gewonnen, demnach rechnet sich die Familie auch in Kalifornien Chancen für ihre 7jährige aus. Olive ist im Grunde das, was in der Schule das Mobbingopfer schlechthin wäre, von allen Erwachsenen hingegen als absolut niedlich eingestuft wird: leicht (!) pummelig, übergroße Brille, merkwürdiges Haarband.
Nach kurzem zögern macht sich die gesamte Familie in einem sehr klapprigen VW-Bus auf den Weg; eigentlich nur aus dem Grund heraus, dass Onkel Frank (Steve Carell) nach einem missglückten Suizidversuch nicht alleine gelassen werden kann. Genausowenig wie den arg anstrengende Opa Edwin (Alan Arkin), Als wäre das nicht genug an Stress nervt Vater Richard ( Greg Kinnear) mit seinem selbstentwickelten „Stufenprogramm“ rund ums Thema „Gewinner und Verlierer“. Olives Bruder Dwayne (Paul Dano) spricht seit 7 Monaten nicht, um sein Durchhaltevermögen zu trainieren ~ nebenbei trainiert er jeden Tag hart, um irgendwann als Pilot Karriere zu machen.
Das recht eigene Familienkonstrukt wird zusammengehalten von Mutter Sheryl (Toni Collette), die stetig bemüht ist, jeden der einzelnen eigentümlichen Personen entgegenzukommen.
Kaum dass die Fahrt beginnt, beginnen jedoch auch gewisse Streitigkeiten, darüber hinaus fällt die Kupplung aus; die Werkstatt kann erst Tage später eine Reparatur durchführen... doch die Zeit rennt, um der kleinen Olive ihren Lebenstraum zu verwirklichen....
==Die Umsetzung==
könnte in der Tat absolut albern, platt, lächerlich und was weiß ich noch sein. Als ich von der story hörte, konnte ich mich wie gesagt dem Eindruck nicht erwehren, dass hier eigentlich recht ernste Probleme von der humoristischen Seite gezeigt werden sollten und dabei eine reine Klamotte herauskäme.
Dem ist jedoch nicht der Fall. Ohnehin trifft die Bezeichnung „Tragikkomödie“ mal wieder nur bedingt zu; vielmehr sollte man den Wortteil „Tragik“ dick unterstreichen sowie „Komödie“ in Klammern dahinter setzen. Sicherlich bietet „Little Miss Sunshine“ vereinzelten Anlass zum Schmunzeln oder gar amüsierten Auflachen, erst recht, wenn Opa Edwin seine Sprüche vom Stapel lässt. Irgendwo erinnert jener an eine Hardcore-Version von Arthur aus „King of queens“ ~ zusammenleben möchte man als Zuschauer mit ihm nicht, kann sich jedoch über seien Eigenarten auf gewisse Art und Weise, im gewährten Abstand, herzlichst amüsieren.
„Little Miss Sunshine“ zeigt auf nahezu eindringliche und absolut einfühlsame Art und Weise auf, welche Art von Träumen ein jedes Familienmitglied verfolgt ~ und wie jene Träume nach und nach zerstört werden.
Es hat definitiv etwas für sich, dass Frank, der sich aufgrund seines gebrochenen Herzens das Leben nehmen wollte, neben Dwayne am „normalsten“ wirkt. Das gängige Klischee, Menschen, die einen Suizidversuch unternahmen, müssten zwangsweise weitesgehend „gestört“ wirken, wurde hier erfreulicherweise ausgespart ~ darüber hinaus regt eben dieser Umstand vielleicht bei dem ein oder anderen endlich zum Nachdenken an.
Darüber hinaus involviert „Little Miss Sunshine“ eine kleine, aber feine Kritik am Usus der Schönheitswettbewerbe ~ und macht darüber hinaus nicht den naheliegenden Fehler, zugunsten eines ultimativen happy ends eine beinah-Unmöglichkeit zu präsentieren.
Besonders hervorzuheben ist wie bereits erwähnt die Ernsthaftigkeit, die dem Film innewohnt. Etliche Stellen (be)rühren, schmerzen und sorgen zugleich dafür, dass sich die Geschehnisse absolut lebensnah anfühlen. Bittersüße Szenen, in denen es bspw. heißt „Bitte bring dich heute Nacht nicht um“ ~ „Nicht, wenn du dabei bist, das würde ich dir nicht antun“ oder jene, in der Olive die einstige Schönheitskönigin fragt, ob diese denn auch Eis isst.... sind solche, in denen man sich zwischen schmunzeln und Herzschmerz nicht entscheiden kann.
Ohnehin verstört insbesondere Vater Richard seine Tochter mehr, als ihm im Leben bewusst sein wird ~ während ich in einer Frühstücksszene dem Vater genauso wie seine Frau ihm eine hätte watschen können, hätte ich vor dem Hintergrund einer späteren kurzen Hotelzimmerszene dem heimischen Fernsehapparat fast in meinen Schoko-Minz-Tee geweint.
==Summa summarum==
kann ich nur wiederholen, dass „Little Miss Sunshine“ ein weitgehend intensiverer und besonderer Film ist, als die DVD-Rückenbetextung oder sonstige Werbemaßnahmen es mich je hätten vermuten lassen.
Anstatt einer billigen Komödie wird hier ein fast 95%ig ernsthaftes Familiendrama präsentiert; welches trotz diverser Rückschläge schlussendlich zeigt, dass es sich lohnt, Träume zu haben, zu hoffen, zu kämpfen ~ und zusammenzuhalten.
Die Darsteller überzeugen allesamt absolut; ich persönlich sehe ohnehin Greg Kinnear sehr sehr gerne... zwar vergesse ich seinen Namen immer wieder aufs neue und erinnere mich an ihn lediglich als „Simon die Tunte“ aus „Besser geht’s nicht“ ~ doch das muss ja nichts heißen. Toni Collette als bemühte und zugleich entnervte Mutter ist die vermutlich beste Besetzung, die sich die Regisseure Jonathan Dayton und Valerie Faris hätten wünschen können.
Paul Dano hat an für sich eine recht schwierige (weil sehr schweigsame) Rolle, überzeugt jedoch ebenfalls in seiner auferlegten „I hate everyone“ Natur. Dass Abigail Breslin als Olive einfach nur zum niederknuddeln ist, versteht sich ohnehin von selbst.
Die Filmlänge von knapp 100 Minuten vergeht viel zu schnell; darüber hinaus wirkt das Gesehene einige Zeit nach.
Lange Rede, kaum Sinn: „Little Miss Sunshine“ ist einer der Filme, die ich ohne intensive ans-Herz-Legung einer weiteren Person nicht beachtet hätte ~ zwar hätte ich es dann gar nicht mal als Verlust betrachten können, eben weil halt; doch summa summarum bin ich mehr als angetan und werde mir dieses absolute Meisterwerk der Kritik in Bildform mit Sicherheit wieder und wieder ansehen.
32 Bewertungen, 11 Kommentare
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07.04.2010, 22:44 Uhr von tina08
Bewertung: sehr hilfreichViele Grüße .... Tina
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07.04.2010, 02:38 Uhr von Lale
Bewertung: besonders wertvollAllerbesten Gruß
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07.04.2010, 02:12 Uhr von technofreak1988
Bewertung: sehr hilfreichs.h., würde mich über eine gegenlesung sehr freuen! lg andi
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07.04.2010, 01:59 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichlg. ^^^^^^^^^^^^^petra
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06.04.2010, 23:19 Uhr von Surferboy03
Bewertung: sehr hilfreichKlasse Bericht, würde mich über ein paar Gegenlesungen freuen =)
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06.04.2010, 21:10 Uhr von senora
Bewertung: sehr hilfreichGut berichtet. Einen schönen Abend. LG
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06.04.2010, 19:09 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichsh, lg und einen schönen Abend noch, wünscht Dir Erik :-))
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06.04.2010, 19:03 Uhr von frecherkeks7
Bewertung: sehr hilfreichsehr schöner bericht. ich wäre über einige gegenlesungen sehr erfreut.
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06.04.2010, 19:01 Uhr von tipsi3
Bewertung: sehr hilfreichEinen schönen Dienstag wünsche ich dir ! Liebe Grüße tipsi3
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06.04.2010, 19:01 Uhr von Mondlicht1957
Bewertung: sehr hilfreichSehr hilfreich dein Bericht
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06.04.2010, 18:47 Uhr von sigrid9979
Bewertung: sehr hilfreichSh............Lg Sigrid
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