Heyne Verlag Richard Laymon Das Spiel Testbericht

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ab 7,22
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Auf yopi.de gelistet seit 05/2007
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Summe aller Bewertungen
  • Handlung:  sehr spannend
  • Niveau:  durchschnittlich
  • Unterhaltungswert:  sehr hoch
  • Spannung:  sehr hoch
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Stil:  ausschmückend

Erfahrungsbericht von dottigross_juliaa

Wer spielt mit mir?

Pro:

Ansteigende Spannungskurve

Kontra:

Ab einem gewissen Punkt plötzlich unrealistisch, platt, niveaulos, obszön

Empfehlung:

Nein

| Kaufgrund
Ich weiß gar nicht mehr, warum dieses Buch bei meiner jährlichen Buchbestellung in meiner Bücherkiste gelandet ist. Ich vermute, dass mich die Inhaltsangabe angesprochen hat. Weder kannte ich den Schreibstil Richard Laymons noch wurde mir das Buch empfohlen. Ich lief also ziemlich blauäugig in dieses "Leseerlebnis" hinein. So wusste ich auch nicht, dass der Thriller unter der Rubrik "Hardcore" einzuordnen ist und das der Autor als Horror-Literat bekannt ist. Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich das Buch nämlich nicht gekauft.


| Fakten
Titel: Das Spiel
Autor: Richard Laymon
Verlag: Heyne
Erscheinungsjahr: 2007
Seitenzahl: 494
ISBN: 9783453675353
Preis 9,95 EUR

Autor: Richard Carl Laymon wurde 1947 in Chicago geboren, machte seinen Abschluss in Englischer Literatur und arbeitete als Lehrer, Bibliothekar und Berichterstatter in einer Anwaltskanzlei. Nach seinen ersten Erfolgen widmete er sich nur noch dem Schreiben. Unter anderem schrieb er "Der Keller", "Der Pfahl", "Der Regen" und "Das Grab". Er starb 2001.


| Inhalt
Die junge Bibliothekarin Jane findet an ihrem Arbeitsplatz einen geheimnisvollen Umschlag mit 50 Dollar und einem rätselhaften Satz, der von "MOG" - Master of Games - unterschrieben ist. Sie schließt daraus, dass irgendwo in der Bibliothek eine weitere Nachricht für sie hinterlegt ist. Nachdem sie abends die Türen der Bibliothek abgeschlossen hat, macht sie sich in den dunklen, unheimlichen Gängen der Bücherei auf die Suche nach dem Umschlag und findet... Brace.
Brace ist Dozent an der nahegelegenen Universität und hat - wie er Jane glaubhaft erklärt - nichts mit dem Umschlag zu tun. Er würde sich nur noch in der Bibliothek befinden, weil er gar nicht bemerkt hätte, dass es schon so spät sei. Brace schlägt Jane vor, ihr bei der Suche nach dem zweiten Kuvert zu helfen. Gemeinsam werden sie auch fündig: eine weitere Nachricht, eine weitere Aufgabe - und diesmal sind 100 Dollar beigefügt.

Für Jane ist eines klar: dahinter steckt System! Die Beträge scheinen sich mit jeder Nachricht zu verdoppeln. Aber auch die Rätsel und Anforderungen werden schwieriger. Von Umschlag zu Umschlag erhöhen sich der Schwierigkeitsgrad und die Gefährlichkeit der zu lösenden Aufgabe. So muss sie sich zum Beispiel auf einen Friedhof schleichen, um dort aus einem Lieferwagen, in dem ein zähnefletschender Kampfhund sitzt, einen weiteren Umschlag zu holen.
Doch sie hat ja Brace, mit dem sie sich angefreundet hat und der ihr zu Seite steht...


| Schreibstil
Die einzelnen Szenen werden detailliert beschrieben, ohne dass der Schreibstil besonders ausschmückend wirkt. Man kann sich die Personen, die Umgebung und die Szenen sehr gut vorstellen. Die Dialoge sind jedoch etwas flach und werden im Laufe der Geschichte immer niveauloser und wirklichkeitsfremder.
Die Absätze sind gut gegliedert. Auch nach einer längeren Lesepause findet man gut ins Geschehen zurück.


| Meine Meinung
Die Geschichte fängt interessant an. Jane, findet einen Brief, in dem eine Nachricht und 50 Dollar liegen. Ein kleines Rätsel lässt darauf schließen, dass ein weiteres Kuvert auf sie wartet. So weit so gut! Die Situation ist nicht unrealistisch. Jane wird als nette, junge Bibliothekarin beschrieben, deren Leben keine großartigen Höhen und Tiefen aufweist. Vielleicht gibt es da einen Mann, der dieses tägliche Einerlei ein wenig unterbrechen will? Vielleicht ein Verehrer? Vielleicht ein Mann aus ihrer Vergangenheit?
Sie trifft auf Brace, der zwar ein netter Kerl ist, bei dem aber immer ein gewisser "Unsicherheitsfaktor" bestehen bleibt. Verheimlicht Brace etwas? Hat er etwas mit den mysteriösen Briefen zu tun?

Die Spannungskurve steigt langsam an und man fiebert den nächsten Briefen entgegen. Ich wollte das Buch fast nicht mehr aus der Hand legen. Was wird als nächstes von Jane verlangt? Erhält sie im nächsten Kuvert wirklich die doppelte Menge Geldscheine? Wer ist MOG? Hat Brace doch etwas damit zu tun?

Doch schon bald erreicht die Geschichte einen Punkt, an dem sie für mich unrealistisch wird. Spätestens an der wie oben beschriebenen Szene mit dem Kampfhund auf dem Friedhof wäre für mich das Ende erreicht gewesen. Jane wird zwar nur leicht verletzt, aber die Situation hätte für sie wesentlich schlimmer ausgehen können. An dieser Stelle hätte "der Spaß bei mir bereits ein Loch". Ich hätte abgebrochen!
Jane aber macht weiter - auch gegen den Rat ihres Freundes Brace. Sie giert dem Geld hinterher und, was noch viel absurder ist, sie ergötzt sich an ihren Verletzungen, die nach und nach an Schwere zunehmen. Und als "MOG" sie nachts besucht, und ihr - ohne dass sie aufwacht - Nachrichten auf Bauch und Rücken schreibt, da findet sie das noch aufregend und faszinierend. Sie findet immer noch Gefallen an diesem "Spiel", das inzwischen wahnwitzige, unrealistische, absurde Formen angenommen hat.

Ich möchte nicht zu viel vom Inhalt verraten. Aber die Aufgaben, die Jane zu erfüllen hat, und die gefährlichen Situationen, in die sie gerät, sind ab einem bestimmten Zeitpunkt so absurd, dass ich nur den Kopf schütteln konnte. Ich lese nicht oft Horrorgeschichten und vielleicht fehlt mir deshalb der Zugang. Vielleicht müssen Horrorgeschichten fern ab jeder Realität sein. Vermutlich, denn es wäre ja schlimm, wenn sie dem wahren Leben entsprechen würden. Aber wenn ich mich so gar nicht in die Situation und in die Personen hinein versetzen kann, dann finde ich auch keinen Zugang zu der Geschichte.
Wenn Jane keine einfache, nette Bibliothekarin gewesen wäre, sondern eine Sonderermittlerin der Polizei, dann wären mir die Vorkommnisse irgendwie logischer vorgekommen. Wenn Jane - die Bibliothekarin - Gewissensbisse gehabt oder Zweifel gezeigt hätte, wenn sie an einem gewissen Punkt abgebrochen hätte, um dann zu merken, dass sie aus diesem "Laufrad" nicht mehr entkommen kann, dann wäre das für mich auch irgendwie nachvollziehbar gewesen. Aber diese seltsame Wandlung der netten, lieben Jane zur besessenen Kampfmaschine fand ich nur... kitschig! Ich konnte ihre Gedanken und Gefühle einfach nicht verstehen. Was bringt jemanden dazu, seine Gesundheit für läppische 1200 Dollar aufs Spiel zu setzen? Warum bricht Jane nicht ab, als die Situation zu brenzlig wird? Hat sie den Verstand verloren?
Ab einem gewissen Punkt verändert sich auch Janes Vokabular. Der Autor lässt sie Wörter wie "F*****" und "Ar*******" gebrauchen und beschreibt sexuelle und/oder obszöne Szenen. Das Niveau sinkt im Laufe der Geschichte immer mehr ab, was mich sehr störte. Ich sah in dieser Wandlung keinen Sinn. Wollte der Autor damit auch die "Wandlung Janes" darstellen? Wollte er zeigen, wie sich ein Mensch bei so einem Spiel verändern kann? Mag sein. Aber da ich Janes Verhalten von Grund auf nicht nachvollziehen konnte, wollte ich vielleicht auch Janes Veränderung nicht verstehen.

Ich nehme an, dass diese Art von Buch einfach nichts für mich ist. Es tut mir deshalb fast leid, dass ich es - gegen den Trend anderer Rezensenten - abwerten muss. Aber da dies MEIN Erfahrungsbericht ist und hier nur MEINE Meinung zählt, vergebe ich nur 2 Sterne.


| Fazit
Absolut nichts für mich.

In diesem Sinne... Gedanken sind frei... eure Dotti

44 Bewertungen, 10 Kommentare

  • trullilu

    02.09.2010, 19:49 Uhr von trullilu
    Bewertung: sehr hilfreich

    Grüße schickt dir trullilu !!!

  • meisterjaeger86

    27.08.2010, 00:07 Uhr von meisterjaeger86
    Bewertung: sehr hilfreich

    klasse bericht lg

  • Humpen77

    26.08.2010, 22:57 Uhr von Humpen77
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr schöner Bericht! Lieben Gruß

  • Powerdiddl

    04.08.2010, 17:35 Uhr von Powerdiddl
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG und einen schönen Tag, Heidi

  • mima007

    04.08.2010, 17:33 Uhr von mima007
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele Gruesse, mima007

  • Iris1979

    04.08.2010, 11:32 Uhr von Iris1979
    Bewertung: sehr hilfreich

    Super Bericht. LG Iris

  • anonym

    04.08.2010, 11:30 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG, kids123

  • sigrid9979

    04.08.2010, 11:03 Uhr von sigrid9979
    Bewertung: sehr hilfreich

    Guter Bericht...Lg Sigi

  • atrachte

    04.08.2010, 01:27 Uhr von atrachte
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh. lg

  • morla

    04.08.2010, 00:44 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg. ^^^^^^^^^^^^petra