Flags of Our Fathers (DVD) Testbericht
Auf yopi.de gelistet seit 07/2008
- Action:
- Anspruch:
- Romantik:
- Humor:
- Spannung:
Erfahrungsbericht von atrachte
Die Geschichte eines Fotos
Pro:
teiwleise die Inszenierung, Kritisch,
Kontra:
überforderte Darsteller, wirre Zeitsprünge, Spannungsarm,
Empfehlung:
Nein
Der Pazifik-Krieg ist im Februar 1945 im vollen Gange. Nach mehrtägigen Beschuss landen schließlich amerikanische Truppen auf der Kleininsel Iwo Jima, die weniger materiellen, gar taktischen als vielmehr psychologischen Nutzwert hat. Anders als zu erwarten kommt es bei der Landung der US-Truppen am Strand der Insel jedoch bereits zu heftigen Gefechten, die Japaner haben sich in ihren Höhlensystemen nahezu perfekt vor den Bombardements der Vortage verstecken können und lassen ihre Feinde nun ins offene Feuer laufen. Nach mehreren Tagen gelingt es einigen Truppen schließlich eine Anhöhe zu erklimmen, auf welcher sie die amerikanische Flagge hissen. Das Foto zu diesem Unterfangen avanciert zu eines der berühmtesten Militärbildern überhaupt, löst in der Heimat gar neuen Mut aus den Krieg gewinnen zu wollen. Dies kommt dem Militär und der Regierung sehr recht, denn der Krieg verursacht enorme, finanzielle Löcher die es zu stopfen gilt. So werden die drei überlebenden Soldaten die an der Aufstellung der Flagge beteiligt waren umgehend nach Hause geschickt um dort für den Fortbestand des Krieges die Werbetrommel zu rühren und die Bevölkerung zu animieren Kriegsanleihen zu kaufen. Doch nachdem John „Doc“ Bradley (Ryan Phillippe), Ira Hayes (Adam Beach) und Rene Gagnon (Jesse Bradford) immer mehr als gewinnbringende Helden isntrumentalisiert werden, kommen den Dreien Zweifel an ihrem neuen Status. Denn was nur sie bis Dato wissen ist das vor ihnen bereits ein anderer Trupp eine Fahne auf dem Hügel gehisst hat, doch davon spricht niemand ein Wort...
„I finally came to the conclusion that he maybe he was right. Maybe there's no such thing as heroes. Maybe there are just people like my dad. I finally came to understand why they were so uncomfortable being called heroes. Heroes are something we create, something we need. It's a way for us to understand what's almost incomprehensible, how people could sacrifice so much for us, but for my dad and these men, the risks they took, the wounds they suffered, they did that for their buddies. They may have fought for their country but they died for their friends. For the man in front, for the man beside him, and if we wish to truly honor these men we should remember them the way they really were, the way my dad remembered them.„
- James Bradley -
Die Schlacht um Iwo Jima gilt Heute als eine der bekanntesten Gefechte des zweiten Weltkrieges, nicht zuletzt da sie eine der verlustreichsten Schlachten auf japanischer Seite war. Von 22.000 stationierten Japanern überlebten während der tagelangen Gefechte auf der knapp 21 km² großen Insel gerade einmal 1000 Männer, die Amerikaner verloren bei dem Einsatz von 110.000 Mann fast 7000 Soldaten. Dabei hatte Iwo Jima eigentlich viel weniger wirklich, taktischen Nutzwert. Zwar avancierte sie nach der Einnahme für die Amerikaner als eine der wichtigsten Stationen für ihre Bomber, jedoch wurde mit der Eroberung der rund 1000 km vor Tokio gelegenen Insel vor allem die psychologische Karte ausgespielt. Mit „Flags of our Fathers“, dem ersten Teil von Eatwood´s „Iwo Jima“ Zweiteiler, werden die Geschehnisse aus amerikanischer Sicht wiedergegeben, überraschenderweise ist der Film jedoch weniger Schlachtfilm als vielmehr ein kritisches Statement gegen die patriotische Heldenverehrung, mit der die US-Regierung schließlich ihren Krieg weiter finanzieren wollte. So ist der Dreh- und Angelpunkt des Filmes die Aufstellung der amerikanischen Flagge auf dem Vulkan der japanischen Insel und die anschließende propagandistische Instrumentalisierung der drei überlebenden Aufsteller in der Heimat.
So geht es die meiste Zeit in „Flags of our Fathers“ recht gemäßigt zu, Eastwood versucht viel Wert auf seine Figuren zu legen und wie sie ihre neue Rolle als verehrte Helden in der Heimat erlebt haben. Doch hier liegt bereits eine der großen Mankos des Filmes, denn die drei Hauptdarsteller Ryan Phillippe („L.A. Crash“, „Franklyn“), Adam Beach („Windtalkers“, „Bottoms Up“) und Jesse Bradford („W.“, „Romeo + Julia“) verfügen leider nicht über das nötige Können den Film über die gesamte Laufzeit wirklich zu tragen, nicht einmal zu Dritt schaffen sie es wirklich etwas raus zu holen. So gelingt es lediglich Adam Beach seinem Charakter, den des Indianers Ira Hayes, wirklich den Hauch von Tiefgang zu geben, bleibt insgesamt, wie seine beiden Kollegen Phillippe und Bradford, aber beängstigend Unbekannt für den Zuschauer, der in zwei Stunden keinen Draht zu den Charakteren aufbauen kann. Für einen Film, der eigentlich von seinen Hauptdarstellern leben sollte, geradezu ein Genickbruch der den Film über weite Strecken vor allem aus emotionaler Sicht scheitern lässt. Auch der restliche Cast fällt kaum auf. Robert Patrick („Walk the Line“, „Akte X“) darf wenigstens mal zeigen das nicht jeder Colonel bei der Army ein lauthals schreiender Spinner ist während ein durchaus guter Mime wie Jamie Bell („Defiance – Unbeugsam“, „Billy Elliot“) und Paul Walker („Fast & Furios“, „Running Scared“) als Kanonenfutter herhalten müssen.
Anerkennen muss man Eastwood allerdings das er sich wirklich bemüht dem ausschweifenden Pathos fern zu bleiben, was ihn im Prinzip auch gelingt. Denn „Flags of our Fathers“ stellt ganz offen die Frage nach der Wahrheit und geht sowohl mit dem Militär, der Regierung als auch der Gesellschaft kritisch ins Gericht. So werden Hayes, Bradley und Gagnon regelrecht zum Instrument der Propagandamaschine um den amerikanischen Krieg gegen Japan auch weiterhin Finanziell bewerkstelligen zu können, als man in den Militärreihen erfährt wie das Aufstellen der Flagge auf Iwo Jima wirklich abgelaufen ist, werden daher alle zum Schweigen angehalten. Nach und nach gehen die drei Überlebenden an der Lüge kaputt, wobei vor allem Hayes mit seiner neuen Rolle als Held zu kämpfen hat. Zwar will die amerikanische Gesellschaft den Indianer als Helden und jubelt ihm zu, in Gaststätten wird der dunkelhäutige Mann trotzdem nicht bedient. So geht Hayes immer mehr zu Grunde, flüchtet sich in den Alkohol und zerbricht an seiner neuen Rolle vollkommen. Insoweit gelingt es Eastwood wirklich sich mit der Thematik Kritisch auseinander zu setzen, eine gewisse Verehrung für die Soldaten der Schlacht kommt aber immer wieder zum Vorschein, allerdings geschieht dies weitaus weniger Banal als bei vergleichbaren Filmen.
Dafür muss sich Eastwood allerdings vorwerfen lassen das ihm bei der Inszenierung das Ruder teilweise komplett aus den Händen geglitten ist. So wirken die vielen Zeitsprünge zwischen den einzelnen Handlungssträngen (auf Iwo Jima, in den USA und in der Gegenwart) oftmals einfach nur verwirrend und lösen einen sehr ungleichen Rhythmus aus, den man kaum nachzukommen vermag. Auch schafft es der Kino-Altmeister nur bedingt wirklich Spannung in seinem Werk unterzubringen, das merkt man spätestens dann wenn er versucht jene Spannung zu erzwingen indem er ab und an deftige Schlachtszenen einbaut die eigentlich recht unnötig sind. Das einzige was in „Flags of our Fathers“ wirklich einem Epos gleichkommt sind die oftmals atemberaubenden Bilder, welche eine Mischung aus viel CGI und Massensequenzen darstellen, sowie deren musikalische Untermalung, welche, Genretypisch, sehr Bombastisch ausfällt. Den CGI-Sequenzen, auf die Eastwood das erste mal in seiner Karriere als Regisseur zurückgreift, merkt man ihre Herkunft zwar deutlich an, sie wirken teilweise einfach nicht sonderlich flüssig und zu künstlich, jedoch fügen sie sich insgesamt zu einem fantastischen Gesamtbild zusammen das einfach überzeugt, auch wenn die blassen Filter während der Iwo Jima Szenen mit der Zeit ein bisschen zu Deprimierend wirken.
\\\\ Daten zum Film ////
Original Filmtitel:
Flags of our Fathers (2006)
Länge des Filmes:
Ca. 132 Minuten
Darsteller:
Ryan Phillippe...John "Doc" Bradley
Jesse Bradford...Rene Gagnon
Adam Beach...Ira Hayes
John Benjamin Hickey...Keyes Beech
John Slattery...Bud Gerber
Barry Pepper...Mike Strank
Jamie Bell...Ralph "Iggy" Ignatowski
Paul Walker...Hank Hansen
...
Regisseur:
Clint Eastwood
FSK:
Ab 12 Jahren
\\\\ Fazit ////
Der große Wurf ist Eastwood mit „Flags of our Fathers“ nicht gelungen. Ein mittelmäßiger Cast, eine teils holprige Inszenierung und wenig Spannung – mit all diesen Problemen sieht sich der Film konfrontiert, man hat gar das Gefühl das sich Eastwood schlichtweg mit seinem ambitionierten Projekt übernommen hat. Immerhin funktioniert der Film aber als kritischer Blick auf die amerikanische Heldenschaffung und die Instrumentalisierung jener Produkte für die Propagandamaschine. Doch das hilft kaum darüber hinweg das der Auftakt zu Eastwood´s „Iwo Jima“ Duo einen enttäuschenden Nachgeschmack anhaftet.
5/10 Punkten für den Film „Flags of our Fathers“ und somit drei Sterne als Wertung.
49 Bewertungen, 19 Kommentare
-
21.07.2010, 10:27 Uhr von XXLALF
Bewertung: sehr hilfreichund einen wunderschönen tag
-
15.06.2009, 01:10 Uhr von Striker1981
Bewertung: sehr hilfreichSH und Liebe Grüße vom STRIKER
-
07.06.2009, 13:12 Uhr von Clarinetta2
Bewertung: sehr hilfreichda ist kein film für mich, prima bericht
-
07.06.2009, 12:58 Uhr von peter_nordberg
Bewertung: besonders wertvollSchöner Bericht. Freue mich über Gegenlesungen. lg Peter
-
04.06.2009, 11:10 Uhr von tk7722
Bewertung: sehr hilfreichEin sehr interessanter Bericht, liebe Grüße
-
02.06.2009, 01:06 Uhr von Mondlicht1957
Bewertung: besonders wertvollSehr hilfreich und liebe Grüsse
-
01.06.2009, 12:05 Uhr von krullinchen
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße!
-
01.06.2009, 08:10 Uhr von droehn
Bewertung: sehr hilfreichToller Bericht, lg droehn
-
01.06.2009, 01:00 Uhr von werder
Bewertung: sehr hilfreichToll berichtet! LG aus Hannover! Freu mich immer über Gegenlesung!
-
01.06.2009, 00:46 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichwünsche dir einen schönen abend lg. petra
-
31.05.2009, 23:45 Uhr von pepe26
Bewertung: sehr hilfreicheinfach gut geschrieben,freue mich auf gegenlesung!lg
-
31.05.2009, 21:58 Uhr von Lale
Bewertung: sehr hilfreichBeste Grüße, die Lale.
-
31.05.2009, 21:32 Uhr von billabbong
Bewertung: besonders wertvollsehr schön beschrieben. freue mich auch auf gegenlesungen. lg
-
31.05.2009, 21:29 Uhr von Bunny84
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße sendet dir Anja. Freue mich über weitere Gegenlesungen.
-
31.05.2009, 21:27 Uhr von rob1980
Bewertung: sehr hilfreichtoller bericht, freue mich auf gegenlesungen...lg rob1980
-
31.05.2009, 21:14 Uhr von sigrid9979
Bewertung: sehr hilfreichGut berichtet , freue mich auch über Gegenlesungen.. Lg Sigi
-
31.05.2009, 21:11 Uhr von minasteini
Bewertung: sehr hilfreichSehr hilfreich und schöne Pfingsten.
-
31.05.2009, 21:06 Uhr von gamzef
Bewertung: sehr hilfreichEin ausführlicher und qualitativer Bericht! P.S.: Freue mich auf Gegenlesungen.
-
31.05.2009, 21:05 Uhr von Spiderboy
Bewertung: sehr hilfreichEin guter Bericht!, schön geschrieben. Freu mich über Gegenlesung. LG: Olli aus Bremen
Bewerten / Kommentar schreiben