Death Proof - Todsicher (DVD) Testbericht
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Erfahrungsbericht von web242
Tarantinos Schlechtester
Pro:
Die zweite Hälfte ist ganz passabel
Kontra:
In der Ersten gibt es dfür viel Langeweile
Empfehlung:
Ja
Zunächst mal zur Geschichte des Films. Bei Death Proof handelt es sich um den zweiten Teil des Grindehouse Projektes von Quentin Tarantino und Robert Rodriguez. Der andere Teil war Planer Terror, über den ich ja schon einen eigenen Bericht verfasst habe. Nachdem das eigentlich als Double Feature (also beide Filme hintereinander) geplante Projekt in den USA zu floppen drohte, entschloss sich der Verleih, die Filme weltweit getrennt zu vermarkten. Dafür wurden die Filme beide um einiges verlängert. Die Variante, auf die ich Bezug nehme, ist die Verleihversion.
Die Handlung ist denkbar simpel. Ein Psychopath, der sich Stuntman Mike nennt, hat es auf junge Frauen abgesehen. Er provoziert schwere Unfälle, bei denen die Frauen sterben, er aber, dank seines speziell präparierten Autos (eben todsicher, Death Proof) überlebt. Einis Tages jedoch gerät er an zwei Stuntfrauen und ihre Freundinnen und diese drehen den Spieß um.
Ja, ihr habt euch nicht vertan, das war im Prinzip die ganze Story. Diese erstreckt sich auf ca. 109 min. Die DVD ist ab 16 Jahren freigegeben und enthält den Film in Deutsch in DD 5.1 und dts und in Englisch in DD 5.1. Die Untertitel sind Deutsch. Das Bild ist 16:9 (anamorph) und an Extras die Möglichkeit, die Musiktitel des Filmes direkt anzuwählen und einen Haufen Trailer.
Das Konzept des Grindhouse Projektes ist es, die Trash Filme der 70iger Jahre wieder aufleben zu lassen, und das mit echter Bahnhofskino Atmosphäre inklusive Bildrissen und Kratzern. Daher sind sowohl der Ton als auch das Bild etwas schwer zu bewerten. Es gibt massenhaft Kratzer, Filmrisse und Sprünge, Unschärfen und sogar einen kurzen Teil in Schwarz-Weiß. Der Ton knackst und rauscht enorm. Trotzdem ist hinter den künstlich eingefügten Störungen eine technische Spitzenproduktion zu erkennen.
Um den Film zu begreifen ist es wichtig, ein paar Dinge über Tarantino zu wissen. Der Mann ist nämlich ein absoluter Filmjunkie. Er denkt Film, er redet Film, ja er atmet sogar Film. Sein Kopf ist die vielleicht größte Zitate Sammlung der Welt. Besonders Kung Fu Filme und die Thrash Filme der 70iger haben es ihm angetan. Mit Death Proof versucht er seinen Lieblingsstreifen einen Altar zu errichten. Und hier beginnt auch sein Scheitern. Er zitiert wie ein Verrückter darauf los, aus seinen eigenen, aber auch aus anderen Filmen. Dabei ist er so verspielt, dass er manchmal vergisst, den Film voranzutreiben. Der Zuschauer, der nicht zum Schlafengehen Filmlexika auswendig lernt, hat dabei aber arge Probleme, die Zitate zu erkennen. Denn die Filme, auf die sich die Zitate beziehen sind sicherlich nicht sonderlich bekannt. So fragt sich der geneigte Zuseher das ein oder andere Mal, warum die Kamera so lange auf diesem oder jenem Gegenstand weilt, warum der eine oder andere sich so seltsam verhält und so weiter.
Aber auch bei den Störungen wäre weniger etwas mehr gewesen. Während bei Planet Terror das Ganze noch recht authentisch wirkt, ist hier doch zu oft zu erkennen, dass es sich um absichtliche Fehler handelt. Auch ist es für die digitale Jugend und junge Erwachsenenschar heutzutage sicherlich etwas befremdlich, diese ganzen, analogen Störungen zu sehen. Merkwürdigerweise gibt es dann aber wieder Passagen, in denen das Bild glasklar und gestochen scharf ist. Das wirkt dann irgendwie, als würde es nicht zum Film gehören.
Wenn man den Film in seiner Abfolge betrachtet, so hat der Beginn so viel 70iger Flair, das man quasi spürt, wie einem ein spontaner Afrolook wächst. Die dann folgenden Dialoge der jungen Damen sind aber so auf cool getrimmt, dass sie einfach nur nerven. Untermauert wird das noch durch die nicht gerade oscarreife Leistung von Sydney Tamiia Poitier. Ganz nebenbei schleichen sich immer mehr kleine Atmosphärekiller ein. Da wären zum Beispiel ein I-Pod, ein Handy und ähnliches. Diese HighTech Geräte wirken in der 70iger Stimmung irgendwie fehlplaziert. Der Gipfel ist dann eine völlig überdimensionierte Nachtclub-Szene, in der sich endlose Einstellungen einer Musicbox beim Plattenwechseln und -spielen mit den immer gleichen Gesprächen der Ladies mischen. Quentin hat hier seinen obligatorischen Auftritt und, man höre und staune, ich glaubte noch jemanden zu erkennen. Ein Blick in den Abspann bestätigte meinen Verdacht. Eli Roth (Regisseur von Hostel) hat auch eine kleine Rolle bekommen. Schließlich taucht dann endlich Kurt Russel ins Geschehen ein. Ab diesem Moment werden die Dialoge auch schlagartig besser. Waren sie vorher krampfhaft Tarantino Style, so haben sie nun fast die Lockerheit seiner älteren Filme. Der Mord an einer Mitfahrerin und der Crash mit den jungen Damen sind dann von einer solchen wuchtigen Härte, dass man verdutzt den Bildschirm anstarrt...
Peng, schon wieder vier Frauen auf dem Weg zu einer Party. Was fast wie ein Dejavu wirkt, hat trotzdem deutlich mehr zu bieten, als die erste Hälfte. Die Damen haben sich nämlich wirklich was zu erzählen und sind nicht nur die ganze Zeit cool. Auch sind sie viel sympathischer gezeichnet, als die Vorgängerrinnen. Und sie sind noch etwas, nämlich tough, verdammt tough. Als Kurt sie ins Visier nimmt, drehen sie nicht nur den Spieß rum, nein, sie demontieren geradezu seine Machoallüren und machen ihn zu einem winselnden Lappen.
Wieder Peng, der Film ist vorbei. Irgendwie kam das Ende ziemlich unerwartet und meiner Meinung nach viel zu schnell.
Warum funktioniert der Film nicht? Im Gegensatz zu Planet Terror, der mit seiner rasanten, augenzwinkernden Zombie Action voll überzeugen konnte, hat Tarantino sich eine sehr dünne und dabei auch noch dialoglastige Story ausgesucht. Vor lauter Huldigung seiner Lieblingsfilme vergisst er manchmal, dem Film etwas Tempo zu verpassen. So langweilen einige Passagen doch gewaltig (insbesondere, da die Dialoge auch nicht viel hergeben). Das könnte natürlich auch daran liegen, dass etliche Szenen hinzugefügt wurden. Vielleicht ist der Film in seiner, kürzeren Originalfassung um einiges besser. Vielleicht ist er aber auch so ein Perfektionist, das er absichtlich dieselben Fehler macht, die schon etliche Trash Filme vorher gemacht haben. Mir wirkt der ganze Film auf jeden Fall zu angestrengt, zu unlocker. Auch wenn er in der zweiten Hälfte deutlich gewinnt und am Ende schon fast ein glühendes Plädoyer für die Frauenbewegung darstellt, indem hier ein paar toughe Frauen den testosteronstrotzenden Actionhelden in einen nach Mama schreienden Waschlappen verwandeln, hat er mir nicht wirklich gefallen. Ich würde 3 von 5 Sternen geben und bin trotzdem froh, dass ich ihn jetzt endlich gesehen habe.
37 Bewertungen, 14 Kommentare
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15.10.2008, 03:00 Uhr von MasterSirTobi
Bewertung: sehr hilfreichDa hast du dir ein SH verdient. LG MST
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09.09.2008, 23:24 Uhr von tk7722
Bewertung: sehr hilfreichEin sehr interessanter Bericht, liebe Grüße
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09.09.2008, 22:58 Uhr von Mondlicht1957
Bewertung: sehr hilfreichSehr hilfreich und liebe Grüsse
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06.09.2008, 13:11 Uhr von cosch
Bewertung: sehr hilfreichLG cosch
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06.09.2008, 02:03 Uhr von Estha
Bewertung: sehr hilfreichHallöööööchen, ich bins nur..,.
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06.09.2008, 01:40 Uhr von blackangel63
Bewertung: sehr hilfreichLiEbE gRuEsSe.....AnJa
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04.09.2008, 23:39 Uhr von tina08
Bewertung: sehr hilfreichViele Grüße .... Tina
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02.09.2008, 21:34 Uhr von frankensteins
Bewertung: sehr hilfreichliebe Grüße Werner
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02.09.2008, 00:38 Uhr von bigmama
Bewertung: sehr hilfreichLG Anett
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02.09.2008, 00:38 Uhr von Jerry525
Bewertung: sehr hilfreichGuter Bericht sh LG Jerry
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01.09.2008, 23:59 Uhr von Tuffi2106
Bewertung: sehr hilfreichSH. Lieben Gruß! Tuffi
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01.09.2008, 23:45 Uhr von Turbotisl1
Bewertung: sehr hilfreichGuter Bericht ! Liebe Grüße !
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01.09.2008, 23:42 Uhr von stefan103
Bewertung: sehr hilfreichViele Grüße sendet Stefan
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01.09.2008, 23:16 Uhr von ingoa09
Bewertung: sehr hilfreichSehr schön beschrieben! Liebe Grüße, Ingo
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