Resident Evil 5 (Xbox 360 Spiel) Testbericht

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ab 30,00
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Auf yopi.de gelistet seit 11/2011

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Erfahrungsbericht von Scoopexx

Zombies auch in Afrika

Pro:

hervorragende Grafik & Sound, viel Freischaltbares, hohe Langzeitmotivation

Kontra:

Probleme bei Steuerung, eigenartig - übertriebenes Leveldesign

Empfehlung:

Ja

Resident Evil ist mittlerweile eine der Traditions-Spielereihen auf den Konsolen. Angefangen hat alles in den 90ern und damals noch auf der PSX mit einem Herrenhaus in den Wäldern vor Racoon City, in denen seltsame Ereignisse stattfanden, woraufhin ein Spezialteam der Polizei, das S.T.A.R.S., sich aufmachte, um nach dem Rechten zu sehen. Schnell fand sich das Team umzingelt von Zombies eingeschlossen in dem Anwesen wieder, während einer nach dem anderen von den leblosen, wankenden Gesellen dahingerafft wurde.
Mit dem 5. und aktuellsten Teil verlagert sich das Geschehen nach Afrika, wo der mittlerweile stark veränderte Virus unter der Bevölkerung wütet. Neben Chris Redfield, den man seit dem ersten Resident Evil kennt, steht dem Spieler noch Sheva Alomar, eine Afrikanerin zur Seite, die mit diesem Spiel neu ins Resident Evil Universum eintritt. Chris wurde in die fiktive afrikanische Stadt Kijuju geschickt, um den Waffenhändler Eddie Irving ausfindig zu machen, der mit biologischen Waffen handelt. So harmlos das Spiel mit dem Kontaktieren eines Informanten beginnt, so schnell gerät die Situation auch schon außer Kontrolle und ehe sie sich versehen sind Chris und Sheva eingeschlossen zwischen zombifizierten Mobs der Einheimischen.


Gameplay:
Ursprünglich als Action Adventure gestartet, hat die Spieleserie mittlerweile - etliche neue Teile, Neuauflagen alter Teile, vier Filme und einige Offspin-Spiele später - einen Wechsel in Richtung 3rd-Person Shooter vollzogen. Jetzt ist die Kamera direkt hinter Chris bzw. Sheva positioniert, so dass man ihnen beim Spielen quasi direkt über die Schulter schaut. Wer Resident Evil 4 schon kennt, wird sich schnell zurechtfinden, da bereits in diesem Teil die neue Sicht eingeführt wurde. Zudem hat die Serie viel von ihrem Horror eingebüßt und gegen Actionelemente getauscht. Die Umgebung, durch die die Protagonisten sich bewegen, sind nicht mehr so düster wie in früheren Zeiten und es gibt auch weniger wirkliche Schockeffekte. Dafür wird man nun von größeren Horden von Zombies angegriffen und hat ein deutlich größeres Waffenarsenal zur Verfügung, das von Pistole über Schrotflinte bis hin zu Raketenwerfern reicht. Mit zunehmendem Fortschritt im Spiel kann man zudem unendlich Munition für die Waffen freispielen, was auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad sehr hilfreich ist.
So läuft man also durch die strikt linear aufgebauten Levels des Spiels, bis einem die nächste Horde an Untoten entgegenkommt. Sind diese niedergestreckt worden, läuft man weiter bis zur nächsten Zombiemeute. So simpel sich dieses Spielprinzip anhört, so viel Spaß macht es dennoch, denn das Leveldesign ist, linear hin oder her, sehr gut gelungen. Man muss zumindest auf den höheren Schwierigkeitsgraden taktisch vorgehen, um weiter zu kommen und hier bietet das Leveldesign viele Möglichkeiten. Z.B. wird man an einer Stelle, an der man zwischen abgestellten Bahnwaggons hindurchläuft, von Hunden angegriffen, die ohne Probleme unter den Zügen hindurchlaufen können. Wenn man hier einfach stehen bleibt, dann wird man schnell viel Lebensenergie verlieren, da die Hunde nur kurz attackieren und dann wieder unter den Waggons verschwinden, so dass man kaum angreifen kann. Stattdessen sollte man die Hunde ins offene Gelände zurücklotsen, wo sie keine Deckung mehr haben. Dies ist nur ein Beispiel davon, wie das Leveldesign die Art zu Spielen beeinflusst. Jegliche Deckung spielt natürlich auch eine große Rolle, da die Zombies durch das "verbesserte" Virus jetzt auch in der Lage sind, mit Waffen umzugehen und somit auch auf einen feuern können.

Alle Nase lang trifft man zudem auf einen (Zwischen-)Endgegner, die besonders abnormal durch das Virus verändert wurden und die oft verdammt groß sind. Zwar sind diese nicht mehr so grandios in Szene gesetzt, wie noch bei Resident Evil 4, aber dennoch sehr, sehr sehenswert. Oft sind bei diesen Ungetümen bestimmte Taktiken nötig, um sie zu besiegen. Beispielsweise muss man einen von ihnen, der nur aus einer Art schwarze Würmer besteht und der fast beliebige Formen annehmen kann, in einen Verbrennungsofen hineinlocken und dafür sorgen, dass er dort drinnen bleibt, bis der Verbrennungsprozess starten kann.
Damit das Spiel nicht nach dem ersten Durchspielen langweilig wird, haben die Entwickler viel zum Freischalten und Sammeln mit eingebaut. Überall im Spiel findet man Edelsteine und Geld, die man in neue Waffen eintauschen kann und die wiederum gegen Bares aufrüstbar sind. Zudem bekommt man für das erfolgreiche Abschließen eines Levels Punkte, die man gegen unendlich Munition für die Waffen, neue Kostüme für Chris und Sheva sowie virtuelle Samelfiguren eintauschen kann. Bis man somit alles freigeschaltet hat, wird man demnach lange Zeit benötigen und selbst dann kann man noch versuchen, auf jedem Schwierigkeitsgrad einen S-Rang für jedes Level zu erreichen. Resident Evil 5 bietet demnach mehr als genug Spielspaß für etliche Dutzend Stunden.

Ein absolutes Highlight des Spiels ist zudem der Couch-Coop-Modus, bei dem man auf einem Fernseher zu zweit die Spielkampagne absolvieren kann. Dabei spielt einer auf der oberen Hälfte des Fernsehbildes und der andere auf der unteren Seite. Neben Gears of War 1&2 ist dies mit Abstand der beste Coop-Modus auf der Xbox360. Natürlich lässt sich auch hervorragend online über Xbox Live spielen, was insbesondere dann auch hilfreich ist, wenn man an einer Stelle nicht mehr weiter kommt.

Grafik & Sound:
Von der grafischen Seite gibt es wenig zu bemängeln. Das Spiel läuft absolut flüssig ohne Ruckler, die Charaktermodelle und Umgebungsgrafik sind aufwändig designed und mit hochwertigen Texturen versehen. Die Zwischensequenzen, die das Spielgeschehen immer wieder auflockern, sehen hervorragend aus.
Lediglich das Leveldesign lässt hier und da zu wünschen übrig - ganz einfach, weil es viel zu übertrieben und zu arcade-lastig ist. Resident Evil hat früher einen großen Reiz dadurch ausgeübt, dass es relativ realistisch war. Klar, Zombies sind schon ein bisschen abgedreht, aber dass Setting, in dem Resident Evil gespielt hat, war im Ursprug der Serie sehr bodenständig. Ein Anwesen mitten im Wald oder eine Kleinstadt sind eigentlich ideale Orte für ein Game dieses Genres. Spätestens seit dem 4 Teil der Serie ist das Setting aber nur noch abgedreht. Die ganze Sache startet hier auch wieder in einem kleinen afrikanischen Dorf, das wirklich sehr passend ist. Man nimmt dem Spiel das Setting hier noch ab. Spätestens allerdings, wenn man in eine Art Tempel hineinkommt, der stark an Mayas und Inkas erinnert (wir sind in Afrika, zur Erinnerung) und in dem man mit Schaltern riesige Tonnenschwere Treppen hoch und runter bewegen kann, während man von Zombie-Eingeborenen angegriffen wird... Nein, das ist nicht mehr Horror, das ist nur noch bemitleidenswertes Spieldesign. Zum Glück sind nicht alle Abschnitte des Spiels so schlecht, aber mich würde es sehr freuen, wenn Capcom in dieser Hinsicht mal wieder zu den Wurzeln der Serie zurückkomen würde und ein bodenständigeres Setting entwirft, das einen dann auch wieder kalte Grusel-Schauer über den Rücken laufen lässt.

Der Sound ist hervorragend gelungen. Die Synchronsprecher sind allesamt professionell und die Soundeffekte sind reichhaltig und von hoher Qualität. Musik spielt eher eine untergeordnete Rolle, aber die wenige Musik, die im Spiel vorkommt, ist sehr gut produziert.

Steuerung:
Unnötig schwer gemacht hat es Capcom dem Spieler bei der Steuerung. Zu 90% ist diese zwar sehr gut gelungen, aber es ist nicht möglich, gleichzeitig zu schießen und sich zu bewegen. Immer, wenn man die Waffe hebt, bleibt Chris bzw. Sheva stehen und ist damit hoffnungslos Attacken von nahen Feinden ausgesetzt. Dass es möglich ist, eine Steuerung in ein Spiel dieser Art einzubauen und dass dies deutliche Vorteile hat, beweißt z.B. Dead Space. Der Rest der Steuerung geht allerdings flüssig von der Hand und ist gut gelungen.


Fazit:
Resident Evil ist ein sehr gut gelungenes Zombie-Action-Spiel für die 360. Leider hat es dadurch, dass es sich zu sehr von seinen Wurzeln entfernt und heute mehr Action-Shooter als Horror-Adventure ist, viel Potenzial eingebüßt. Die neue Spielumgebung in Afrika hat sich ebenfalls als sehr gelungen herausgestellt, leider wird dies teils durch das oben bereits angesprochene übertriebene Leveldesign in manchen Stages wieder zunichte gemacht. Allerdings reißt das insbesondere der hohe Wiederspielwert sowie der geniale 2-Spieler Offline Koop-Modus mehr als heraus. Was unterm Strich bleibt betrachtet man einerseits mit einem weinenden Auge, wenn man an die besseren Ursprünge der Serie zurückdenkt, aber andererseits auch mit einem lachenden Auge angesichts des hervorragenden Spiels, das Capcom produziert hat.

18 Bewertungen, 6 Kommentare

  • l.x.klar@gmx.net

    16.12.2009, 17:39 Uhr von [email protected]
    Bewertung: sehr hilfreich

    greetz from wallcity beartown

  • ribanna77

    11.12.2009, 23:59 Uhr von ribanna77
    Bewertung: sehr hilfreich

    kenn ich nur von der play station, sehr informativer bericht.lg angie

  • try_or_die87

    11.12.2009, 17:34 Uhr von try_or_die87
    Bewertung: sehr hilfreich

    Bin wieder da und lese gegen. LG

  • sigrid9979

    11.12.2009, 17:30 Uhr von sigrid9979
    Bewertung: sehr hilfreich

    Guter Bericht...Lg Sigi

  • DMaster89

    11.12.2009, 16:57 Uhr von DMaster89
    Bewertung: sehr hilfreich

    Toller Bericht! Viele Grüße und ein schönes Wochenende. Über eine Gegenlesung würde ich mich sehr freuen :-)

  • Bunny84

    11.12.2009, 15:33 Uhr von Bunny84
    Bewertung: sehr hilfreich

    Toller Bericht. Wünsche dir einen angenehmen Start ins Wochenende. Liebe Grüße BUNNY84