The 24th Day (DVD) Testbericht
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Erfahrungsbericht von LilithIbi
„Eine einzige Nacht zerstörte so viele Leben.“
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
===“The 24th day“=== der mich durch die rückseitig befindliche Storybeschreibung direkt in seinen Bann zog: fünf Jahre nach einer gemeinsamen Nacht, an die Dan (James Marsden) sich anfänglich rein gar nicht erinnern kann, bugsiert Tom (Scott Speedman) diesen in seine Wohnung. Was mit einem verbal-liebevollen Schlagabtausch beginnt, kehr sich rasch ins Gegenteil: Tom ist überzeugt davon, sich seinerzeit bei Dan mit HIV infiziert zu haben und entnimmt diesen gegen dessen Willen eine Blutprobe. Bis das Ergebnis vorliegt, soll Tom gefangengehalten werden ~ fällt das Ergebnis positiv aus, fühlt sich Dan in seiner Vermutung bestätigt und nimmt Tom sein Leben; so wie auch er sein Leben genommen hat...
~ Ein wenig bedauerlich an dem Szenario durchaus, das jener Knackpunkt sich im Film selbst langsam aufbaut, während der potentielle Zuschauer durch den Klappentext um diesen bereits weiß. Naturgemäß lässt sich die vermeintliche Interessenten-Zielgruppe auch nur durch diese Offenbarung anlocken; so dass _„The 24th day“_ nur messerscharf an einer kleinen Langatmigkeit vorbeischlittert.
Nichtsdestominder sollte der Interessierte wissen, dass die Szenerien beinahe ausschließlich in Tom's Wohnung stattfindet, „Außenszenen“ gibt es nur wenige, während darüber hinaus die gesamte Machart mitsamt überaus grober Schnitte an einen Film der mittleren 80er Jahre statt aus 2004 erinnert. Dem entgegen stehen kongeniale Wortgefechte, generell fetzige Dialoge voller Charme, Witz, Esprit wie auch Bedrohung. Während man eingehends noch über das Gespräch
~ _„Hast du einen Freund?“_
~ _„Nein, nur Bier.“_
durchaus schmunzeln kann, gestaltet sich die Schlagfertigkeit nach und nach in eine Atmosphäre, die man durchaus als hochspannend bezeichnen kann.
Dan agiert von Anfang an etwas über-aufdringlich, regelrecht manipulativ, und wird mir persönlich dadurch schnell einen Hauch unsympathisch, zumal seine eigene Art der Logik
„Ich muss dich schon ziemlich gut finden, wenn ich ein zweites Mal mit dir mitgehe, aber mich an das erste Mal nicht mehr erinnern kann.“
alles andere als für einen edlen Charakterzug spricht.
Besonders hervorzuheben an _„The 24th day“_ vorrangig der Aspekt, das beide Persönlichkeiten trotz ihrer Unterschiedlichkeit eine eigene Art der Raffinesse an den Tag legen. Darüber hinaus fällt es dem Zuschauer schwer, sich für auf eine „Seite“ zu schlagen ~ ist man dafür, dass Dan die Flucht gelingt? Oder fiebert man doch eher mit Tom, dass dieser seinen Part der Rache zelebrieren kann?
Fakt ist, ich persönlich tue mir in diesem Kontext mal wieder schwer, mich vollends auf die Seite des HIV-infizierten Tom zu schlagen. Die Vorwürfe, dass Dan seinerzeit kein Kondom benutzt hat, sollte er sich an für sich ebenfalls auf seine eigene Fahne schreiben ~ zu solcherlei Aktivitäten, respektive Unterlassungen, gehören meines Erachtens nach immer (mindestens) zwei Personen, sofern es sich nicht um eine Vergewaltigung oder wider besseren Wissens die Versicherung, HIV-negativ zu sein, handelt.
Durch früh platzierte Rückblenden kann sich der Zuschauer mehr oder minder darauf vorbereiten, dass es nicht nur um die bloße Konfrontation zwischen Tom und Dan geht. Jene eingeschobenen Szenen verwirren anfänglich, erhöhen jedoch gleichermaßen die Spannung und bringen Stück für Stück Licht ins Dunkel. Der Eckpfeiler, der sich sodann im letzten Drittel herausstellt, geht spürbar unter die Haut, bewegt und verstört gleichermaßen, so dass man Tom am liebsten stundenlang in die Arme schließen möchte.
Generell besticht _„The 24th day“_ durch etliche, jedoch stetig authentische Wendungen sowie dem Umstand, dass der Zuschauer oftmals eine Wendung erahnt, diese jedoch dann nicht eintritt. Durch die Interaktion der beiden Hauptakteure lernt man jene besser kennen, bekommt ein Gefühl für die jeweiligen Beweggründe und fiebert umso mehr dem Ausgang entgegen.
Jener hat es sodann absolut in sich, wirkt lange nach und involviert schlussendlich nicht den einzigen Gedankenanstoß, den der Film zu bieten hat.
Wer will, kann ohnehin wahnsinnig viel zwischen den Zeilen lesen, analysieren, erforschen... und doch stellt _„The 24th day“_ einen Thriller dar, den man sich um Grunde genommen nur ein einziges Mal angucken „kann“; ohne das dieser bei der Wiederholung einiges an Wirkung einbüßt. Meines Erachtens nach gelingt der Effekt der wieder- und wiederkehrenden Gänsehaut nur wenigen Perlen, so dass ich diesen Umstand kaum als wirkliches Manko bezeichnen würde.
Diskussionswürdig ist der Thriller allemale; während homophobe Gucker keinerlei Scheu verspüren müssen, hier ebenfalls einen intensiven Blick zu riskieren: Sexualität findet lediglich verbal in einer Art fragmentarischen Erinnerungsaustausch statt. Und wer mag, kann im verlängerten Zusammenhang einmal darüber nachgrübeln, warum sich die Homophobie eigentlich immer „nur“ auf die männlichen Homosexuellen bezieht, während obligatorische Lesbenszenen einen förmlichen Zuschauermagneten darstellen können.
Wie dem aber auch sein mag, '''die DVD selbst''' enttäuscht durch ihre Ausstattung ein wenig. Bis auf ein paar '''trailer''' wurde hier '''entgegen der DVD Betextung''' (!!!) nichts verewigt, überdies lässt sich der Film '''ausschließlich auf Deutsch''' ansehen; '''Untertitel gibt es keine'''. Dass sich darüber hinaus '''auf dem DVD Cover ein blamabler Komma-Fehler''' befindet, schließt sich dem Szenario somit lediglich an.
===Summa summarum=== führt es zwar unabstreitbar in die Irre, das in diesem Fall sogar jene uninteressanten Extras, die auf der Hülle erwähnt werden, nicht mal wirklich vorhanden sind... doch ich persönlich würde hierfür keinen Punktabzug geben, eben weil ich mir meine bebilderten Unterhaltungsprogramme selten (im Sinne von: nie) anhand potentieller DVD-Bonusmaterialen aussuche.
Verantwortung, Rechenschaft, Schönrederei, Ausreden, Konsequenzen, Vorwürfe, Verzweiflungstaten wie auch Eigenverantwortungsablehnung... all jenes sind Knackpunkte, die inmitten _„The 24th day“_ nicht mit Samthandschuhen angefasst werden.
Ergo des Ergos: Gänsehautbehaftete 5 Sterne sowie eine besondere Empfehlung für all jene, die sich gerne zwischenmenschlich eindenken und im Gegenzug dazu auf großspurige Bühnenshows verzichten können.
34 Bewertungen, 11 Kommentare
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18.09.2011, 01:25 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichlg. ^^^^^^^^^^^^^petra
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17.09.2011, 22:46 Uhr von goat
Bewertung: sehr hilfreichJa, das könnte was für mich sein. Muss ich mir gleich mal notieren.
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17.09.2011, 21:26 Uhr von katjafranke
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Wochenendgrüße von der Katja
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17.09.2011, 20:19 Uhr von sigrid9979
Bewertung: sehr hilfreichWünsche ein schönes Wochenende
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17.09.2011, 17:40 Uhr von Miraculix1967
Bewertung: sehr hilfreichSchönes Wochenende und LG aus dem gallischen Dorf Miraculix1967
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17.09.2011, 16:42 Uhr von 0Laggy0
Bewertung: sehr hilfreichWünsche ein angenehmes Wochenende ;)
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17.09.2011, 15:21 Uhr von JoergTh
Bewertung: sehr hilfreichSchön beschrieben! Sonnige Grüße und ein schönes Wochenende aus Hessen! Jörg
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17.09.2011, 13:14 Uhr von swissghostly
Bewertung: sehr hilfreichsehr schöner Bericht.
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17.09.2011, 12:59 Uhr von titus01
Bewertung: sehr hilfreichSchönes Wochenende und LG...titus01
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17.09.2011, 12:41 Uhr von [email protected]
Bewertung: sehr hilfreichein schönes WE
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17.09.2011, 12:40 Uhr von Mondlicht1957
Bewertung: sehr hilfreichSehr hilfreich und liebe Grüsse
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