300 (DVD) Testbericht

ab 100,99
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Erfahrungsbericht von atrachte

Bildgewaltiges Kinofeuerwerk

Pro:

großartige optische Umsetzung, gut inszenierte Kämpfe, durch den Schnitt gute Darsteller, passender Score,

Kontra:

schwache Handlung, hat einige Längen, fragwürdige Botschaft,

Empfehlung:

Ja

\\\\ Story ////
Schon im frühen Alter werden die männlichen Kinder der Spartaner im Kampf trainiert um einst gnadenlose Krieger zu werden und im Krieg ihren Mann zu stehen. Auch Leonidas (Gerard Butler) erging dies so. Im Alter von 40 Jahren ist er schließlich König von Sparta, verheiratet mit der wunderschönen Gorgo ( Lena Headey) und Vater eines Sohnes. Doch es droht Unheil für Sparta als 480 v. Chr der persische Großkönig Xerxes (Rodrigo Santoro) über Griechenland hereinfällt um dieses zu unterwerfen. Sich zu unterwerfen kommt für König Leonidas nicht in Frage und so zieht er, trotz fehlender Zustimmung des Orakels der Ephoren, mit 300 der besten Krieger Spartas los um an den Thermopylen gegen tausende persische Krieger in den Kampf zu ziehen. Während König Leonidas mit seinen Kämpfern alles daran tut die Perser bestmöglich von Sparta fernzuhalten, versucht Leonidas Frau Gorgo den Rat dazu zu überreden Unterstützung für ihren Mann zu schicken. Doch selbst im Rat gibt es Verräter die auf der Seite Xerxes´ stehen.

\\\\ Meine Kritik zu "300" ////
Eigentlich wollte Comiczeichner Frank Miller nicht das jemals einer seiner Graphic Novels die Umsetzung auf die große Leinwand schafft, bis es vor einigen Jahren schließlich Regisseur Robert Rodriguez schaffte den Altmeister zu überzeugen und von ihm das OK für die Umsetzung von, Miller´´s wohl bekanntestem Comic, "Sin City" bekam. Dieser hielt 2005 schließlich Einzug in die Lichtspielhäuser und wurde ein großer Erfolg, was sicherlich nicht zuletzt auch an seiner atemberaubenden Optik lag die es schaffte dem Zuschauer das Gefühl zu geben nicht einen Film sondern einen Lebendig gewordenen Comic zu sehen. Was Rodriguez mit "Sin City" so gut vorgemacht hat, will Zack Snyder, der sich unter anderem für das gelungene Remake des Zombieklassikers "Dawn of the Dead" verantwortlich zeigt, mit "300", ebenfalls ein Graphic Novel von Frank Miller, fortsetzen. Und tatsächlich kann Snyder in einigen Bereichen "Sin City" übertrumpfen, wenn man auch sagen muss das "300" insgesamt gesehen nicht ganz so Fehlerfrei wie Rodriguez´ Meisterwerk daherkommt.

Das liegt gar nicht mal daran das die Handlung des Filmes ein wenig hanebüchen und flach Umgesetzt wurde, sondern viel mehr daran das in die eigentliche Handlung, bedingt durch die Vorlage, ein Nebenplot einfließt der in seiner Umsetzung völlig langweilig auf den Zuschauer wirkt und diesen somit einige Längen aufdrückt. Gemeint ist damit der Subplot um Königin Gorgo, der, wäre er spannender Umgesetzt worden, für die Handlung sicherlich gut beigetragen hätte, letztendlich aber wirklich nur dazu benutzt wird dem Zuschauer ein wenig Pause von den Actionsequenzen zu geben. Eine schlechte Entscheidung wie ich finde. Nun ja, wie gesagt ist die Handlung, die sich an die Legende des spartanischen König Leonidas bedient der mit einem 300 Mann starken Trupp gegen über eine Millionen Perser in den Krieg gezogen sein soll, selbst auch nicht besonders stark denn im Vordergrund von "300" steht eindeutig die Action, daher sollte man nicht allzu viel geschichtlichen Tiefgang erwarten, wobei schon bei der Comicvorlage auf geschichtliche Fakten nicht allzu viel Wert gelegt wurde und Frank Miller vieles dazu erfunden hat. Wer also einen Bildungseffekt bei "300" erwartet ist hier in etwa so Falsch wie der Teufel im Himmel.

Wo wir schon mal beim Teufel und Himmel sind. Im Vorfeld wurde dem Film Rassismus und Propagandareiberei, vor allem von dem Iran, vorgeworfen da der Film die Perser angeblich als Barbaren und brutale Schlächter darstellt. Hierzu kann ich sagen dass das ganze Gerede eigentlich völliger Unfug ist, man könnte mit ein wenig Fantasie und im Anbetracht der aktuellen Weltsituation das ganze zwar als einen Propagandaversuch gegen den Iran verstehen aber bedenkt man das "300" als Graphic Novel bereits vor über 8 Jahren erschien ist es eigentlich Quatsch anzunehmen das dieser Effekt wirklich erwünscht war, wobei ich natürlich auch nicht sagen kann ob die Macher des Filmes solche Absichten nicht doch tatsächlich im Hinterkopf hatten. Was allerdings tatsächlich ein bisschen Fragwürdig ist, ist die extreme Glorifizierung des Heldentods und der Pathos, der einem besonders während der Dialoge und Monologe aufgetischt wird.

Womit "300" in erster Linie überzeugen kann ist seine phänomenale, optische Umsetzung. Wen "Sin City" diesbezüglich bereits begeistern konnte, der wird bei "300" völlig aus dem Häuschen sein, denn was hier am Computer entstanden ist, ist ein wahres Meisterwerk, zumindestens wenn man sich rein Optisch auf die Qualität des Filmes bezieht. Die Farben wurden so gewählt und der Kontrast soweit zurück geschraubt das man einmal mehr den Glauben gewinnt einen Lebendig gewordenen Graphic Novel auf der Leinwand zu sehen. Der Himmel im Film ist immer schwarz, wenn tausende Pfeile auf die Spartaner los fliegen wird die Sonne völlig verdunkelt, selten finden helle Farben im Film den Einsatz, wie etwa der Blick auf das weite, ferne Meer. Die Charaktere sind stets durchtrainiert und perfekt in Szene gesetzt, ebenso wie ihr brutaler Tod. Diese Darstellung ist sicherlich völlig übertrieben, wie eben in einem Comic, passt aber wie die Faust auf´s Auge. Solche Bildgewalt ist man sonst wahrlich nur von wenigen Filmen gewohnt und macht "300" zu einem absoluten Meister seiner Klasse.

Auch bei der Darstellung der Actionszenen bekommt man berauschende Bilder auf die Augen gedrückt. Selten habe ich in einem Film so packende Kämpfe gesehen die auch wirklich wie Kämpfe wirken und nicht wie einchoreographierter Scheiß, bei welchem die Schauspieler nicht vollen Elan in das Spiel setzen aus Angst sich nicht gegenseitig zu verletzen. Doch die zu sehenden Kämpfe sind auch eines: Brutal. Wenn etwa die Zeitlupe einsetzt, die Szenerie von einem gewaltigen Orchester Sound unterlegt wird und man Leonidas wie in einem 2D Beat&Up Videospiel von links nach rechts durch das Bild laufen sieht, werden Beine abgeschlagen, Schwerter in die Brust des Gegners gerammt und Köpfe vom Hals gehauen. Die raue Brutalität des Filmes ist dabei aber stets Geschmackvoll und nicht Explizit dargestellt und wird seiner optischen Genialität völlig gerecht, denn der Film legt stets einen gewissen Stil an den Tag sodass man nie das Gefühl hat das die Schlachtszenen nur der banalen Unterhaltung dienen, auch wenn sie dies letztendlich natürlich tun. Etwas verwunderlich ist aber das die Altersfreigabe von "300" gerade einmal bei 16 Jahren liegt.

Es ist vor allem Gerard Butler als König Leonidas der im Film zu überzeugen weiß. Zwar ist der Charakter des Leonidas recht Eindimensional, wie die der anderen auch, trotzdem schafft es Butler dem Protagonisten des Filmes viel Leben ein zu hauchen. Auch Lena Headey als Königin Gorgo gefällt, nicht nur optisch, sehr gut, auch wenn der Nebenplot in dem sie die wichtige Figur ist an sich recht Schwach ist. Ebenfalls ganz gut gefallen David Wenham als Dilios, der die Geschichte aus dem Off erzählt, und Vincent Regan als Captain, der besonders in einem emotionalen Moment seines Charakters ein gutes und authentisches Spiel an den Tag legt. Rodrigo Santoro als Bösewicht Xerxes wirkt in seiner Darstellung hingegen recht Flach. Das gleiche gilt für Dominic West der Theron spielt und diesen nicht wirklich gut rüber zu bringen weiß.

\\\\ Daten zum Film ////

Original Filmtitel:
300 (2006)

Länge des Filmes:
Ca. 117 Minuten

Schauspieler:
Gerard Butler (König Leonidas)
Lena Headey (Königin Gorgo)
Dominic West (Theron)
David Wenham (Dilios)
Vincent Regan (Captain)
Rodrigo Santoro (Xerxes)

Regisseur:
Zack Snyder

FSK:
Ab 16 Jahren

Verleiher:
Warner Bros.

\\\\ Fazit ////
Ich muss sagen das "300" meine Erwartungen voll und ganz erfüllen konnte und sie sogar noch ein bisschen übertroffen hat. Sicherlich ist der Film Handlungstechnisch nicht gerade ein Highlight und ein paar fragwürdige Signale sendet der Film zudem auch aus, dafür aber ist der Film Optisch ein Meisterwerk das in den Klassen eines "Sin City" und "King Kong" spielt, diese sogar in einigen Belangen zu übertreffen weiß. Es sind vor allem die perfekt in Szene gesetzten Kämpfe, unterlegt mit orchestralischer Musik und eben die grandiose Optik die diesen Film ausmachen und zu einem der besten Filme 2007 avancieren lassen. Das die meisten Schauspieler in diesem Handlungsfreien Vergnügen dann auch noch überzeugen dürfen, wobei dies vor allem auf Hauptdarsteller Gerard Butler zutrifft der hier eine wirklich gute Performance abgibt, kann man als Sahnehäubchen auf dem ganzen sehen. Wie gesagt: Wer hier große Geschichtserzählungen sucht ist an der falschen Adresse, wer aber fesselnde und brutale Schlachten in einer famosen Umsetzung sehen will kommt an "300" kaum vorbei.

8,5/10 Punkten für den Film "300" und somit fünf Sterne als Wertung.

Homepage des Filmes :
http://wwws.warnerbros.de/300/

Homepage des Verleihers :
www.warnerbros.de

IMDB Link mit weiteren Informationen:
http://german.imdb.com/title/tt0416449/

19 Bewertungen, 4 Kommentare

  • Iris1979

    22.07.2008, 15:47 Uhr von Iris1979
    Bewertung: sehr hilfreich

    Super Bericht. LG Iris

  • LittleSparko

    15.09.2007, 14:35 Uhr von LittleSparko
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg, daniela

  • JoergTh

    14.09.2007, 23:41 Uhr von JoergTh
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße, Jörg

  • Mondlicht1957

    14.09.2007, 23:21 Uhr von Mondlicht1957
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH LG Pet