Die Fliege (DVD) Testbericht

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ab 11,86
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Erfahrungsbericht von rosebud-riddle

Bin ich ein Mann oder eine Fliege?

Pro:

Story, Schauspieler, Regie

Kontra:

Das Ende

Empfehlung:

Ja

Wer träumt nicht davon, große räumliche Distanzen schnell zu bewältigen. Nie wieder von Flugangst geplagt, nie wieder die Fische füttern, weil man so seekrank ist und auch nie wieder stundenlang im Stau auf der Autobahn stecken. Diesen Traum hat auch Seth Brundle (Jeff Goldblum). Seth Brundle ist ein genialer Wissenschaftler, der aber sehr zurückgezogen lebt. Doch irgendwann überkommt es ihn. Er besucht eine Party und entdeckt eine recht attraktive Frau (Geena Davis). Sie verlassen schon bald die Party und landen bei Brundle daheim. Aber er zeigt ihr nicht seine Briefmarkensammlung, sondern den von ihm entwickelten Teleporter. Enttäuscht muss er feststellen, dass Victoria Quaife, eine Reporterin ist, die leider nicht an ihm, sondern nur an seiner Erfindung interessiert ist.

Doch Männer sind ja bekanntlich erfindungsreich. Mit der Verlockung einer Exklusivstory gelingt es ihm Victoria zu ködern. Und da sie infolge sehr viel Zeit miteinander verbringen, Victoria soll die ganze weitere Entwicklung des Teleporters dokumentarisch festhalten, folgt irgendwann das Unvermeidliche - sie werden doch noch ein Liebespaar.

Bislang gelang es Brundle nur leblose Gegenstände von einem Teleporter zum anderen zu teleportieren. Ein Versuch mit einem Pavian endet sehr unglücklich und mit dessem sehr unappetitlich dargestelltem Ableben. Doch sowas ist man ja aus der Wissenschaft gewohnt. Es gilt mit Rückschlägen fertig zu werden und diese zu beseitigen. Manchmal benötigt man dazu eine glückliche Eingebung. Und diese hat Brundle doch tatsächlich, als abends ein Steakessen angesagt ist.

Nun nimmt die Weiterentwicklung des Teleporters einen raschen Verlauf. Ein weiterer Versuch mit einem Pavian endet erfolgreich. Brundle möchte diesen Erfolg mit seiner Angebeteten feiern. Doch dieses wird leider verhindert. Stathis Borans (John Getz), Arbeitgeber und Exgeliebter Victorias, fühlt sich in seinem männlichen Ego verletzt und will „seine“ Victoria zurück haben. Dazu ist ihm jedes Mittel recht. Um ein für allemal mit ihrer Vergangenheit abzuschließen, vertröstet Victoria Brundle und verlässt ihn mitten in der Nacht.

Damit nimmt das Verhängnis seinen Lauf. Der sehr enttäuschte Brundle feiert allein seinen Triumph und spricht dabei dem Alkohol reichlich zu. Und wie das in so einem Fall ist, wenn der Verstand mehr oder minder stark getrübt ist, verfällt er auf den Gedanken eines Selbstversuchs. Schnell wird zur Tat geschritten, und der Versuch gelingt. Nur einen Wermutstropfen hat das Ganze. Unbemerkt von Brundle hatte sich eine Fliege mit in die Teleportationskabine verirrt. Und diese existiert am Ende des Teleportationsvorgangs nicht mehr. Aus der Empfängerkabine kommt nur Brundle heraus, ein scheinbar unveränderter Brundle. Die Auswirkungen, die es auf Brundle haben wird, dass der den Teleportationsvorgang steuernde Computer die zwei Lebewesen aufgrund ihrer DNS zu einem einzigen Organismus verschmolzen hat, sind vorerst noch nicht zu erkennen.

Aber die Veränderungen haben schon begonnen, als Victoria zurückkehrt. Brundle ist von einer starken Euphorie erfasst. Diese Euphorie geht einher mit einer verstärkten körperlichen Leistungsfähigkeit, sowohl kräftemäßig, als auch mit einem gesteigerten sexuellem Bedürfnis, das offensichtlich nicht zu stillen ist. Doch der Veränderungsprozess ist damit noch lange nicht abgeschlossen.

In immer schnellerem Maße verwandelt sich Brundle in ein Wesen, das nicht mehr Mensch ist, sondern ein Mischwesen, welches immer mehr Züge einer Fliege annimmt.

Hier möchte ich enden. Ich denke, es sind jetzt genügend Fragen aufgeworfen. Wie weit wird die Verwandlung Brundles noch gehen?. Wie reagiert Veronica? Lässt sich die Verwandlung rückgängig machen? Und nicht zu vergessen, was wird Veronicas Exgeliebter noch alles unternehmen?


TECHNISCHE DATEN ZUM FILM :

Originaltitel : The Fly

Darsteller : Jeff Goldblum, Geena Davis, John Getz, David Cronenberg

Regie : David Cronenberg

FSK : 18

Herstellungsland und Erscheinungsjahr : USA 1986

Filmlänge : ca. 91 Minuten


MEINE MEINUNG

Schon 1958 wurde dieses Thema mit Vincent Price in der Rolle des Wissenschaftlers unter der Regie von Kurt Neumann verfilmt. Doch im Gegensatz zu diesem Film, den ich persönlich eher im Science Fiction Bereich angesiedelt sehe, ist dieses Remake von 1986 eindeutig im Horrorgenre daheim. Und ich denke, es ist ein Film, bei dem jeder auf seine Kosten kommt.

Die Story ist durchwegs gut durchdacht und umgesetzt. Die Schauspieler, allen voran der noch jüngere Jeff Goldblum, verstehen etwas von ihrem Handwerk. Jeff Goldblum verkörpert einen liebenswerten, überaus genialen Wissenschaftler, der mit Leib und Seele in seiner Forschung aufgeht, dabei aber nicht so weltfremd und Menschenscheu ist, wie man es wohl vermuten könnte. Er ist zumindest Victoria gegenüber überaus charmant und offen und verfügt über eine der wichtigsten Eigenschaften überhaupt: Humor. Und dieser Humor verlässt ihn auch nicht, als er sich langsam aber sicher in „Brundlefliege“ verwandelt. Mit wissenschaftlicher Akribie, lässt er auch diese Verwandlungsstadien von Victoria dokumentieren und legt dabei einen fast unerschütterlichen Galgenhumor an den Tag. So zum Beispiel als er eines Tages einen Fingernagel komplett vom Fleisch lösen kann. Naja, wer braucht denn schon Fingernägel, schauen wir doch mal, was sich dafür neues bietet. Und so werden nach und nach alle sich ablösenden Teile Brundles, liebevoll von ihm gesammelt und archiviert.

Und hier erkennt man schon, mit zunehmender Verwandlung, wird das ganze auch wesentlich unappetitlicher für den Betrachter. Es ist durchaus möglich, dass sensibleren Gemütern bei der voranschreitenden Handlung etwas übel werden dürfte.

Aber auch die anderen Schauspieler können mich überzeugen. Geena Davis verkörpert die Reporterin Victoria Quaid, die auf der Suche nach einer Story ist. Hierbei befindet sie sich in Abhängigkeit von ihrem Exgeliebten und Arbeitgeber (John Getz), einem recht großen Macho. Dass sie aber kein unbedarftes Dummchen ist, sondern über eine gehörige Portion Selbstvertrauen und Durchsetzungsvermögen verfügt, merkt man recht schnell. Und um es nicht zu vergessen, in einer Nebenrolle taucht auch der Regisseur David Cronenberg auf, er spielt einen Gynäkologen.

Insgesamt betrachtet ist der Film sehr spannend und weist keine Längen auf. Man wird von Anfang an in die Story hineingezogen und bei der Stange gehalten. Die schrittweise Verwandlung des Wissenschaftlers, finde ich durchaus gelungen. Man leidet förmlich mit Brundle mit, ist aber dennoch fasziniert, mit welchem Galgenhumor er sich selbst zum wissenschaftlichen Forschungsobjekt erklärt und die Veränderungen seines Körpers entsprechend sachlich und humorvoll hinnimmt und dokumentiert. In diesem Zusammenhang möchte ich auch mal ein Lob für die damalige Maske ausprechen.

Das einzige, was mich an dem Film gestört hat, ist das Ende. Nicht das Ende als solches, sondern wie es umgesetzt wurde. Hier war ein Moment, der auf mich höchst unlogisch und übertrieben theatralisch wirkte. Schade eigentlich, das hätte in meinen Augen nun wirklich nicht Not getan.

Auch Splatterfreunde werden auf ihre Kosten kommen. So weist der Film etliche Szenen auf, die doch recht authentisch wirken und dazu beitragen, dass der Film zu Recht in FSK 18 eingestuft wurde.

Dieses hat allerdings nicht verhindert, dass einige Fernsehsender den Film auch schon in seiner vollen Länge ungekürzt ausgestrahlt haben. Bei der geschnittenen Version, die ebenfalls auf etlichen Fernsehkanälen ausgestrahlt wurde, fehlen in etwa 3 Minuten an Bildmaterial.

Falls der eine oder andere Leser jetzt in Erwägung ziehen sollte, diesen Film zu betrachten, so empfehle ich eindeutig die ungeschnittene Fassung. Wer nicht auf eine Übertragung im Fernsehen warten will, der kann sich den Film auch auf Videokassette oder DVD besorgen. Mein Bericht bezieht sich auf die DVD-Version, die natürlich auch zusätzlich zum Film noch einige Extras aufweist.


FAZIT

Die Fliege ist ein durchgängig spannender und interessanter Film, der durchaus auch ein Publikum ansprechen kann, welches nicht unbedingt dem Horrorgenre zugetan ist, der aber auch die Splatterfreunde nicht vernachlässigt. Story, Schauspieler und Regie verdienen Bestnoten. Aus diesem Grund kann ich diesen Film ohne Einschränkung empfehlen.

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