La Vie en Rose (DVD) Testbericht

ab 11,21
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Auf yopi.de gelistet seit 01/2007

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Erfahrungsbericht von MI6Remote

~ GROSSE SÄNGERIN, GROSSES KINO ~

Pro:

tolle Leistung der Hauptdarstellerin, wunderbare Musik und grandiose Kulissen

Kontra:

kein kontra

Empfehlung:

Nein

Liebe Leser, liebe Kulturfreunde,

es gibt sie tatsächlich noch zwischen all den Actionblockbustern...Kunstfilme die berühren und bewegen und dazu noch auf wahren Begebenheiten beruhen. Eben so ein Film ist "La Vie en Rose" und er erzählt die Lebensgeschichte der französischen Chansonsängerin Edith Piaf. Nun habe ich ihn mir endlich angesehen, in Originalsprache mit Untertiteln und hier nun mein Resumeé:

~ WER WAR EDITH PIAF ?~
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Edith Piaf wurde am 19. Dezember 1915 in Paris geboren und verlebte seitdem alles andere als eine glückliche und unbeschwerte Kindheit. Ihre Mutter Anita Maillard, selbst Sängerin, kümmerte sich nicht um ihre Tochter und verließ sie wenige Wochen nach der Geburt woraufhin Edith kurzzeitig bei ihrer Großmutter unterkam, dort jedoch aufgrund der Armutsverhältnisse beinahe verhungerte.
Ihr Vater, der Zirkusakrobat Louis Gasson nahm Edith zu sich und brachte sie vorerst bei seiner Mutter, einer Freudenhausbetreiberin, unter. Hier entdeckte Edith, umgeben von einem alkohol- und gewaltgetränkten Milieu ihre Freude am Singen.
Häufig nahm Gasson seine Tochter mit auf Zirkustournee, im Alter von 10 Jahren begann Edith schließlich auf der Straße zu singen.

Fünf Jahre später verließ Edith ihren Vater und versuchte gemeinsam mit einer Freundin ihr Glück als Sängerin, zunächst auf den Straßen von Paris wo sie eines Tages von dem Kabarretbesitzer Louis Lepleé entdeckt wird. Begeistert von ihrer jungen und wandelbaren Stimme, engagiert Lepleé sie für seine Show wo er ihr kurzerhand auch einen neuen Künstlernamen verschaffte: "La Môme Piaf" (der kleine Spatz).
Das allabendliche Publikum feierte die nur 1,47m große Sängerin und ein klein wenig scheu wie sie war, erfuhr sie wie es ist geliebt und akzeptiert zu sein.
Ihre erste LP nahm die Piaf 1935 im Alter von 20 Jahren auf, wenige Jahre später gelang ihr dank der Ausbildung und Unterstützung ihres Förderers Raymond Asso schließlich der große Durchbruch. Sie ging auf Tournee und nahm fortan dutzende Schallplatten auf, darunter Welthits wie "Milord", "Non, je ne regrette rien" oder auch "La vie en rose" die viele von uns kennen und lieben gelernt haben. Die Piaf war zu einem französischen Exportschlager avanciert. Selbst auf der Filmleinwand war sie ab und an präsent - von 1936 bis 1959 spielte sie kleinere Rollen in insgesamt neun Filmen.

Trotz ihrer großen Erfolge hatte Edith Piaf ihr ganzes Leben lang mit schweren Erkrankungen zu kämpfen. Schon in der Kindheit erblindete sie aufgrund einer Hornhautentzündung kurzzeitig. Später, nachdem ihre große Liebe, der Boxeer Marcel Cerdan, 1949 durch einen Flugzeugabsturz ums Leben kam, löste der daraus resultierende Schock eine chronische rheumatoide Polyarthritis (Gelenkentzündungen) aus. Immer mehr Medikamente musste die Sängerin zu sich nehmen, oft auch überdosiert und schließlich wurde sie abhängig von ihnen. Hinzu kam ihre Alkoholsucht weshalb sie mehere Entziehungskuren durchstehen musste.
Gesundheitlich am Boden und geschwächt durch Medikamente und Lebensstil brach Edith Piaf 1958 bei einem Konzert in Stockholm plötzlich auf der Bühne zusammen, wenig später stellten die Ärzte eine unheilbare Krebserkrankung fest. Doch sie trat weiterhin auf und ließ sich keinesfalls von der Krankheit beeindrucken, auch nicht von den hohen Morphiumdosen welche ihr auf Tourneen von einer privaten Krankenschwester verabreicht wurden.

Letztendlich starb Edith Piaf am 11. Oktober 1963 im Alter von nur 47 Jahren an Leberzirrhose. Sie liegt heute gemeinsam mit ihrem letzten Ehemann Théo Sarapo auf dem Cimetière du Père Lachaise in Paris begraben.

~ DER FILM - "LA VIE EN ROSE" ~
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Wie ich eingangs bereits erwähnte, ich habe mir den Film in französischer Originalsprache mit deutschen Untertiteln angesehen. Mag ich zwar immer nicht so gerne, weil ich mich stets zu stark auf die Untertitel konzentriere selbst wenn ich die Fremdsprache verstehe. Aber bei diesem Film war mir die Athmosphäre wichtig und eine französische Geschichte möchte ich, trotz meinem etwas eingerosteten Schulfranzösisch, auch in französisch erzählt bekommen. Im Nachhinein betrachtet war das auch wirklich die beste Wahl!

Die Handlung des Films bewegt sich logischerweise im Rahmen meiner oben niedergeschriebenen Biographie der Sängerin Piaf - der Zuschauer begleitet sie von früher Kindheit über viele ihrer Lebensstationen bishin zu ihrem Tod.
Hier setzt jedoch schon das erste filmische Kunstelement ein, was diesen Film für mich eben zu einem Kunstfilm macht: es finden viele Zeitsprünge statt. Sieht man in einer Szene die junge Edith Piaf, so wechselt der Film wenige Minuten später zur gealterten und kranken Sängerin. Ein klein wenig wie ein Flickenteppich ist der Film aneinandergereiht und trotzdem bleibt es dem Zuschauer möglich, das Gesehene logisch zusammenzufügen.
Grandiose Bilder gibt es im Film ebenso zu sehen wie die tristen und teils dreckigen 20´er Jahre Vorstadtkulissen Frankreichs. Beides wird mir als Zuschauer (wahrscheinlich bewusst) abwechselnd vor Augen geführt um die schwierigen Lebensumstände begreifen zu können in denen Edith Piaf lebte. Egal ob nun matschige Hinterhöfe oder gehobenes Pariser Ambiente, die Kulissen des Films sehen mit all ihren vielen kleinen Details fantastisch aus und ziehen mich förmlich in die Geschichte hinein. Somit schwingt die Balance des Films von Anfang bis Ende quasi fortwährend zwischen Augen- und Ohrenschmaus was mir sehr gut gefallen hat.

Beim Zusehen kann man wunderbar die Leidenschaft spüren durch die dieser Film so großartig wurde. Lebensgeschichten berühmter Personen zu verfilmen ist eine schwierige Sache - Authentizität ist hier ausschlaggebend und dieser Film ist meines Erachtens sogar in hohem Maße ergreifend authentisch realisiert worden. Man freut sich, leidet und fühlt mit der großen Chanteuse Piaf - und das alles abwechselnd - ein Wechselbad der Gefühle und Krisen wie sie Edith Piaf tatsächlich in ihrem Leben erfahren hat.
Natürlich zu erwähnen ist die wundervolle musikalische Untermalung des Films. Man bedenke, daß einige der Piaf Titel locker 77 Jahre auf dem Buckel haben und im Film trotz allem sensationell klar und qualitativ hochwertig klingen, gerade mit Surround Sound was das heimische Wohnzimmer dann schon fast in ein Kabarret verwandelt.
Sozusagen ein "Best Of" der bekanntesten Piaf Titel ist im Film würdig vertreten, von den ältesten bishin zu Titeln welche sie noch kurz vor ihrem Tod aufgenommen hatte. Ein Fest für die Ohren kann ich da nur sagen.


~ DIE SCHAUSPIELER ~
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Marion Cotillard - Edith Piaf
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Die Schauspielerin Cotillard war die optimale Besetzung für diesen Film. Mit viel Gefühl und einer beispiellosen Hingabe verkörpert sie die große Edith Piaf - gleichermaßen fröhlich und lebenshungrig wie innerlich zerrissen und traurig. Vergleicht man einmal Fotos und Filmaufnahmen der echten Edith Piaf mit der Leistung von Schauspielerin Cotillard so wird man staunen! (Deswegen habe ich in meinen Fotos auch eine Montage angehängt)
Die stets leicht gebückte Haltung der Piaf, gleichermaßen Mimik und Gestik - Marion Cotillard hat sie nicht plump für den Film einstudiert oder kopiert sondern lebt sie. Eine ehrliche und großartige Leistung, von der ersten bis zur letzten Minute die mich umgehauen und überzeugt hat! Da wäre sogar ein Oscar möglich!
Gewonnen hat Marion Cotillard bereits beim Cabourg Romantic Film Festival wo sie für ihre Darbietung als beste Schauspielerin ausgezeichnet wurde, ebenso den Breakthrough Performance Award beim Palm Springs International Film Festival sowie den Golden Space Needle Award Seattle International Film Festival.

Gerard Depardieu - Louis Lepleé
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Leider hat der "große Franzose" hier nur eine verhältnismäßig kleine Nebenrolle als Kabarettbesitzer Lepleé, aber trotzdem ist sie enorm wichtig für die Handlung, da sein Charakter Sprungbrett für die Karriere der Piaf war. Über die schauspielerische Leistung kann man hier bei deiesem Film nun nicht wirklich viel sagen, dafür ist die Rolle des Lepleé einfach zu wenig präsent. Dennoch ist es interessant, einmal die französische Originalstimme Depardieus zu hören.
Weitere Darsteller
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Sylvie Testud - als - Mômone
Pascal Greggory - als - Louis Barrier
Emmanuelle Seigner - als - Titine
Jean-Paul Rouve - als - Louis Gassion
Clotilde Courau - als -Anetta
Jean-Pierre Martins - als - Marcel Cerdan
Catherine Allégret - als - Louise
Marc Barbé - als - Raymond Asso
Caroline Sihol - als - Marlene Dietrich


~ DIE DVD ~
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Die DVD "La vie en rose" ist seit dem 6. September 2007 in deutschen Landen erhältlich und ab ca. € 18 zu haben.
Bild:
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16:9 Breitbildformat (2:35:1 Anamorphic)
Ein Superbild muß ich da sagen! Gestochen scharf und auch wenn´s blöd klingen mag, aber der Film verbraucht enorm viel Farbkraft welche natürlich satt vorhanden ist. Also hier gibt es keinerlei Mängel die ich beanstanden müsste.

Ton
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Zwei Sprachen kann man wählen: Deutsch & Französisch (beide in glaskarem Dolby Digital 5.1), dazu kann man die deutsche Tonspur in DTS 5.1 genießen wenn man das passende Equipment hat.
Der Klang in 5.1 Surround ist toll! Normale Level, keine Übersteuerungen und die Chansons der Piaf kommen wunderschön zur Geltung.
An dieser Stelle noch mal eine kleine Randnotiz zur französischen Originalfassung: ich habe in die deutsche Sprachfassung ca. 30 Minuten reingehört und war gar nicht begeistert davon. Schwer zu beschreiben, aber mir fehlte da beim Zuhören einfach das Feeling und die Aussagekraft des Films. Deswegen habe ich auf Französisch umgestellt und kann dazu sagen, daß man hier nicht nur ständig Untertitel lesen muß. (Selbige sind als deutsche Untertitel für Hörgeschädigte auf der DVD vorhanden) Man bekommt trotzdem alles mit und das Filmerlebnis ist viel intensiver. Letztlich muß das jeder selbst entscheiden. Wer natürlich mit der französischen Sprache gar nix anfangen kann, dem ist mit der Originalfassung ganz klar nicht geholfen.

Bonusmaterial
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Auf der DVD findet sich ein interessantes und informatives 25minütiges Making Of des Films, ebenso Informationen zu den sechs wichtigsten Darstellern des Films sowie eine (für mich stets uninteressante) Trailershow.

~ DATEN ZUM FILM ~
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Originaltitel: "La Môme"
Produktionsland: Frankreich
Produktionsjahr: 2007
Premiere: 08. Februar 2007 beim internationalen Film Festival Berlin

Laufzeit: 135min
Regie: Olivier Dahan
Musik: Christopher Gunning
Kamera: Tetsuo Nagata

Einspielergebnisse: USA = $10,042,799

~ WEBLINKS ~
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Wer sich zusätzlich über den Film und über Edith Piaf informieren möchte, dem seien folgende Links empfohlen. Bei YouTube gibt es eine Fülle von Liveaufnahmen der großen Piaf, zwei Links habe ich hier mal eingefügt. Anschauen lohnt sich!

www.edithpiafmovie.com (Offizielle Seite - US)
www.tfmdistribution.com/lamome/lamome.htm (Offizielle Seite - FR)
http://www.piaf.film.de (Offizielle Seite - DE)
http://www.trailerseite.de/archiv/trailer-2007/la-vie-en-rose-trailer.html

www.edith-piaf.homepageservice4you.de (DE)
www.little-sparrow.co.uk (UK)
http://www.youtube.com/watch?v=i_QABS88nDc (Edith Piaf Live)
http://www.youtube.com/watch?v=2yKmovWbJQ8 ("Milord" - Live)

~ MEIN FAZIT ~
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Also ich war wirklich begeistert von dem Film! Er vereinte alles was man sich im Vorfeld davon erwartet hatte: Liebe, Leidenschaft, Leid und Musik die man nur schwer wieder aus den Ohren bekommt. Es ist eine grandios verfilmte Lebensgeschichte der großen und willensstarken Persönlichkeit Piaf, ein filmisches Denkmal das gleichermaßen zu unterhalten und zum Nachdenken anzuregen weiß.
Ich spreche eine ganz deutliche Empfehlung aus und vergebe alle sechs Sterne...habe aber einen siebten im Sinn ;)

Liebe Grüße,
B E N N I

24 Bewertungen, 5 Kommentare

  • HEIDIZ

    16.09.2008, 08:22 Uhr von HEIDIZ
    Bewertung: besonders wertvoll

    dieser Bericht ist so, wie man ihn sich vorstellt, interessant geschrieben, lässt keine Fragen offen, unbedingt BH. GLG HEIDIZ

  • Miraculix1967

    30.10.2007, 00:18 Uhr von Miraculix1967
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH und LG Miraculix1967

  • Engelchen0109

    28.10.2007, 17:25 Uhr von Engelchen0109
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH einen schönen Sonntag und ganz liebe Grüße Nadine

  • Mondlicht1957

    28.10.2007, 17:10 Uhr von Mondlicht1957
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein sehr hilfreicher Bericht für den Verbraucher, LG Pet

  • winki36

    28.10.2007, 15:55 Uhr von winki36
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr schöner Bericht