Bosch PSR 14.4 Li-2 + Bitset 31tlg. Testbericht

Bosch-psr-14-4-li-2-bitset-31tlg
ab 21,82
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Summe aller Bewertungen
  • Funktionalität:  sehr gut

Erfahrungsbericht von Tut_Ench_Amun

Schraube locker

Pro:

Li-Ion-Technik durchdachte Features Ergonomie Gewicht Verarbeitung

Kontra:

Preis Kein Bithalter am Gerät

Empfehlung:

Ja

Um manche Elektrowerkzeuge kommt man im Haushalt kaum herum, besonders wenn man beruflich vorbelastet ist und statt Hämoglobin als Grundstoff eher eine bunte Mischung aus Lithium-Polymer, Maschinenölen und Silikon durch die Adern rauscht. Selbst puristische Jünger der schwedischen Möbelhaus-Sekte "Die linken Hände Gottes", schwören ihrem Glaubenssymbol - dem zweifach-dreifaltigen Innensechskantwinkelschlüssel - irgendwann ab und greifen voll des Frevels zum gedungenen Akkuschrauber. Doch wie das so ist im Leben: Es gibt Solche und Solche (aber mehr Solche als Solche). Meist entscheidet erstens die Göttergattin und das - zweitens - auf Basis des Verkaufspreises über die Wahl des - ähem! - geeigneten Schraubsklaven.

Die fiebrigen Auges heruntergeleierte Litanei exquisiter technischer Daten und verzückte Aufzählung aller Must-Have-Features, gepaart mit der Schwärmerei über überragendes Handling, toller Ergonomie und geringem Gewicht nutzen für gewöhnlich wenig. "WAS soll der kosten?! Du hast wohl nicht mehr alle Hieroglyphen am Sarkophag!" Doch schon in der Bibel ist vermerkt, dass nicht nur eine lange Dürre erscheint, sondern gleichwohl Zeichen und Wunder geschehen. So begab es sich zu der Zeit, als der aktuelle Billig-Driller aus'm Sonderangebot unter dem verzweifelten Ächzen und Knirschen des letzten verfügbaren Elektrons aus dem hochwertigen Akku chinesischer Fertigung, seinen Geist aufgab. Finito. Die letzte Schraube war offensichtlich eine zu viel und das Wehklagen groß.

Das bereits mit einer erklecklichen Menge Zwiebelsaft auf weinerlich getrimmte Gesicht erwies sich diesmal jedoch als vollkommen unnötig. Auch die Knieschoner konnten wieder ab, es war kein zu Kreuze kriechen notwendig - offenbar schien die Holde mit dem Tagewerk (Die Einzäunung das herrscherlichen Anwesens) derart zufrieden und milde gestimmt, sodass ihre Güte keine Grenzen kannte: "Du wolltest doch immer so eine Metabo?!" Pochend Herz, schweig stille - Natürlich, was für eine Frage! Allerdings befallen den Göttergatten jetzt doch Skrupel die Situation schamlos auszunutzen, denn das ihm vorschwebende Akkubohrschrauber-Modell besagter Firma ist selbst dem enthusiastischten Pharao zu kostspielig. "Ehhhh-rrrrr!" gurgelte Merkwürden stattdessen trockenen Halses. "Joooo, Nöööö - muss nich'. Aaaber... endlich was Anständiges".

Wahltag
Die Anforderungen waren bereits klar, Marke und Modell jedoch nicht. Auf jeden Fall ein Gerät mit Lithium-Ionen Akku, möglichst viel Power, also einem Motor der mit Schmackes zu Werke gehen kann, sprich: ordentlich Drehmoment. Wichtig sind auch Gewicht und Egonomie, die klassische Pistolenform liegt generell gut in der Hand. Das Budget wurde auf maximal 200 Euro begrenzt, womit die absolute Oberklasse außen vor blieb. Nach etlichen Durchläufen mit diversen Probanden am Hagebau-Teststand, hat sich dennoch ein Markenhersteller eingeschmeichelt: Bosch. Modell: PSR LI-2. Leider war die eigentlich gewünschte Version, mit 18 Volt-Antrieb, derzeit nicht am Lager. Bestellen? Ein Blick aufs Datenblatt offenbart, was die das subjektive Gefühl während der Tests schon verriet: Der Vierzehnvierer ist nur geringfügig schwächer, dafür aber leichter und mit 139 Euro auch exakt 40 günstiger als sein großer Bruder. Gekauft.

Boxenluder
Der Bohrschrauber kommt im Bosch-typisch grünen Plastik-Köfferchen. Mit im Lieferumfang befinden sich neben dem Gerät samt Li-Ion Akku natürlich die passende Ladestation für den selbigen, sowie ein doppelseitiges Posidrive Wechselbit Kreuz/Schlitz. Eine mehrsprachige Bedienungsanleitung inklusive den obligatorischen Sicherheitshinweisen liegt ebenfalls bei, wenngleich ein Akkuschrauber im Prinzip ja fast immer selbsterklärend ist. Der Akku ist bereits vorgeladen und sollte vor Erstbenutzung mindestens einmal für ca. 3 Stunden in die Ladestation verfrachtet werden - Hierzu kann er im Schrauber verbleiben. Seine volle Ladekapazität erreicht das Power-Pack übrigens erst nach dem 2. oder 3. Lade-Zyklus.

Drehwurm
Wie aus dem Modellnamen bereits versteckt hervorgeht, ist dies die 2. Version des Li-Ion-PSR, mit verbessertem (zudem leichterem und kompakteren) Akku, 3-stufiger Ladeanzeige und dem bei Bosch-Werkzeug mittlerweile fast schon allgegenwärtigen Powerlight. Dieses sitzt beim PSR LI-2 (egal ob 14.4er oder 18er) am vorderen, unteren Griffende und beleuchtet den Bereich unmittelbar vor dem Bohrfutter, sobald man den Abzug auch nur leicht betätigt. Sehr praktisch bei schlechten Lichtverhältnissen und es frisst auch kaum wertvolle Energie. Dank moderner LED-Bauweise ist das Powerlight ebenso sparsam, wie langlebig. Soweit zu den deutlichen Neuerungen gegenüber dem Vorgängermodell. Es gibt die PSR-Serie übrigens auch mit konventioneller NiCd-Technologie, diese fallen jedoch ein gutes Stück bulliger und schwerer aus.

Bei allen PSR ist das schlanke Oberteil baugleich, auch unabhängig davon, ob NiCd- oder Li-Ion. Das bedeutet, dass sämtliche Features - mit Ausnahme der Motorleistung/Drehmoment - ebenfalls weitgehend identisch sind. Dazu gehören: 2-Gang-Getriebe (Unterschiedliche Drehzahlen für Schrauben oder Bohren), stufenlose Drehzahlregelung über den Abzug, 25 wählbare Drehmomentstufen (Rutschkupplung) fürs Schrauben und eine fürs Bohren. Selbstverständlich gibt's auch Rechts-/Linkslauf (mit LED-Anzeige), das pflichtgemäße 10mm-Schnellspannfutter, sowie eine effektive Spindelbremse bzw. Arretierung. Der Griff ist an wichtigen Stellen mit Gummi armiert, was einerseits griffiger ist, andererseits die Übertragung etwaiger Vibrationen hemmt. Was leider fehlt, ist ein kleiner Bithalter am Gerät. Darauf haben die Bosch-Mannen - warum auch immer - verzichtet.

In der Praxis beweist sich der PSR als kräftiger Gesell mit sanftem Gemüt. In der Spitze stemmt der 14,4 Volt-Antrieb bis zu 30 Nm auf die Welle, normal sind es deren 22 - das ist abhängig von der Art, wie man sich dem maximalen Anzugsmoment nähert. Aus dem vollen Lauf (Stufe 2) heraus, ist mehr Bumms dahinter, als in der vergleichsweise langsamen Stufe 1, welche sich aus nachvollziehbaren Gründen sanfter an die Grenze herantastet was die Rutschkupplung früher zum Auslösen nötigt bzw. den Motor zum Stillstand zwingt. Das Drehmoment reicht für den Hausgebrauch abseits des Profilagers aber absolut aus und liegt deutlich über dem, was Billig-Schrauber zu leisten im Stande sind. Zumal der PSR dabei sehr konstant zu Werke geht. Auch mit nachlassender Kapazität des Akkus bleibt die Kraftentfaltung gleichmäßig.

Man hat's im Zeigefinger. Der Motor reagiert feinfühlig über den "Abzug". Drehzahlveränderungen verlaufen linear, kein Klemmen und Hakeln, kein plötzliches Ruckeln bei Lastwechseln, was gerade bei Senkkopfschrauben sonst ja gern zum hässlich ratternden Überspringen führt, was fast unweigerlich den Tod des (Kreuz-)Schlitzes durch Ausnudeln zur Folge hat. Damit diese Gefahr noch weiter minimiert werden kann, ist die Rutschkupplung mit ihren 25 Abstufungen großzügig justierbar. Hier zeigen sich die Vorteile von qualitativ hochwertigerem Werkzeug. Während vermeintliche Sonderangebote nicht nur grobschlächtiger sind und oft erst hohe Drehzahlen benötigen, um akzeptables Drehmoment zu entwickeln, so ist beim Gerät der gehobenen Klasse bereits im untertourigen Bereich wohldosierbare Power da. Auch ohne aufgedruckte Fantasie-Voltzahlen.

Das bringt uns zum Kraftwerk des Gerätes: Dem Li-Ion-Akku. Es ist noch gar nicht so lange her, dass diese vom nervigen Memory-Effekt freie Technologie in Werkzeuge Einzug hielt. Vorher kannte man diese Art Saftspender nur aus Handys. Doch die Energiedichte gepaart mit den kompakten Abmaßen, machte den Schritt logisch. So wiegt der 14.4er PSR der 2. Generation lediglich 1,4 Kilogramm, das konventionelle mit Nickel-Cadmium Zellen befeuerte - ansonsten nahezu baugleiche - Schwestermodell dagegen rund 2 kg. Zudem ist dieses untenrum ausladender und dadurch selbstredend auch etwas hecklastig. Der LI-2 hingegen ist nicht zuletzt wegen seines schlanken Akkus besser ausbalanciert. Die Gewichtsverteilung ist angenehmer und dadurch auf Dauer weniger ermüdend. Eine Ladung soll übrigens für "ca. 250 Schrauben" reichen, leider ohne Angabe, was für welche. Egal. Bis dem Teil die Puste ausgeht muss man schon einiges bohren und schrauben.

Fazit
Die kleinere Variante ist für die meisten Arbeiten im Heimwerkerbereich vollkommen ausreichend. Im Handel befindet sich auch noch eine Version mit zweitem Akku, was aber nur für Power-User Sinn macht. Es fällt schwer Kritikpunkte zu finden, die über simples Preisgejammer hinausgehen. Gutes Werkzeug kostet eben entsprechend, man kommt damit aber in der Regel besser weg, als mit einem ganzen Rudel Discount-Gurken. Dafür kann man neben den üblichen Standards auch wesentlich mehr erwarten: Tadellose, wertige Verarbeitung, praxisnahes Design, ergonomisches Handling und moderne Technologie. Dass so eine Kleinigkeit wie ein Bithalter übersehen wurde, ist ein Schönheitsfehler. Boschs durchdachte LI-2 Generation ist definitiv ein Kauf. Ob als 14.4er oder das 18-Volt Top-Modell muss individuell abgewägt werden und richtet sich nach den eigenen Anforderungen und Wünschen.

So Long

Der Bohrloch-Pharao

30 Bewertungen, 7 Kommentare

  • frankensteins

    19.08.2008, 00:59 Uhr von frankensteins
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr schön liebe Grüße Werner

  • gerrhosaurus1978

    05.11.2007, 22:54 Uhr von gerrhosaurus1978
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG, Daniela

  • anonym

    05.11.2007, 22:11 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh guter Bericht

  • winki36

    05.11.2007, 15:51 Uhr von winki36
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüsse

  • LittleSparko

    05.11.2007, 14:10 Uhr von LittleSparko
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg, daniela

  • moniseiki

    05.11.2007, 12:29 Uhr von moniseiki
    Bewertung: sehr hilfreich

    ************************************ *****Ich lese gerne zurück******** ************************************ ***Liebe grüße moniseiki******* ************************************

  • Gemeinwesen

    05.11.2007, 12:13 Uhr von Gemeinwesen
    Bewertung: sehr hilfreich

    Wahrlich: Wortgewaltiger ward ein Akkuschrauber nimmer beschrieben. Beste Grüße vom schreckschraubigen Gemeinwesen.