Der Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde II - Aufstieg des Hexenkönigs (PC Strategiespiel) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 03/2010
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Erfahrungsbericht von Nico10mega
Der Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde (PC)
Pro:
tolle Grafik; super Soundumsetzung; lange Spielzeit; gute \"Herr der Ringe\" - Atmosphäre; innovatives Spezialfähigkeitssystem; gut umgesetzte Heldenfähigkeiten; u . v . m .
Kontra:
zu hohe Spielgeschwindigkeit; etwas unausgegorener Schwierigkeitsgrad; etwas unübersichtliche Steuerung
Empfehlung:
Ja
1. Entwickler
===============
„Herr der Ringe – Die Schlacht um Mittelerde”, eines der wohl langersehntesten Echtzeit-Strategie-Spiele der letzten Jahre wurde von Electronic Arts programmiert, besser gesagt von dem Team, das sich auch schon für den letzten Teil der Command & Conquer Reihe verantwortlich zeichnete, und vermarktet. Erhältlich ist es im gut sortierten Fachhandel derzeit für knapp 40 Euro.
2. Systemanforderungen
===============
Mindestanforderungen:
1,3 GHz Prozessor
256 MB Ram
3,5 GB HDD
32 MB Grafikkarte
8-Fach DVD-Laufwerk
Windows 2000/XP
Empfohlene Anforderungen:
2,0 GHz Prozessor
512 MB Ram
3,5 GB HDD
128 MB Grafikkarte
8-Fach DVD-Rom
Windows 2000/XP
3. Genre
===============
Das Game ist einfach nur der Hammer. Echtzeit-Strategie besteht eigentlich aus dem Aufbau einer Basis, Ausbildung und Bau von Truppen verschiedener Typen und anschließend einem Überfall auf das gegnerische Lager. Anderst hier: Das Spiel ist actionreicher und teil taktischer als viele andere Titel, die knapp 20 Helden beider Seiten verleihen dem ganzen ein völlig neues Spielgefühl. Man kann hier von dem ersten Vertreter eines neuen Subgenres sprechen, dem Action-Taktik-Strategiespiel in Echtzeit!
4. Story
===============
Die Storyline orientiert sich selbstverständlich an der Handlung der Filme und der des Buches, wobei man sich hier wirklich eher am Film orientiert, um die optische Wiedererkennbarkeit zu geben.
In der guten Kampagne steuern sie die neun Gefährten, die Reiter Rohans (samt Theoden, Eowyn und Eomer) und die Truppen Gondors (samt Faramir) sowie einige Ents wie Baumbart & Co. Das Spiel beginnt in der Mine Moria und schlägt sich über die Schauplätze Amon Hen, Isengard, Helms Klamm, Osgiliath und die Hauptstadt Gondors bis hin zum schwarzen Tor von Moria.
Die böse Kampagne ist eine freie Erfindung der Spielmacher, aber dennoch sehr gut inszeniert. Man löscht einen guten Helden nach dem anderen aus, greift Helms Klamm an, verteidigt Isengard und hat – im krassen Gegensatz zum Film – Erfolg damit. Die böse Kampagne dreht also den Spieß um und gipfelt in der Zerstörung Gondors und der Niederwerfung Rohans durch die Truppen Sarumans und Saurons.
Einzelwertung: 5/5 Punkten – Gute Einflechtung der erfundenen Kampagne in die vorhandene Welt, dabei wird auch die Story des Film einwandfrei umgesetzt...
5. Gameplay
===============
Ich bin ehrlich: Am ersten Tag als ich das Spiel in Händen hielt, konnte ich es kaum erwarten es endlich auf meinem PC zu spielen. Also installiert, die „Kampfschule” (kleine Filmchen, die eine Art Tutorial bilden) angeschaut und ab ging\'s aufs Schlachtfeld – gleich in der dritten guten Mission in der Schwierigkeitsstufe „Mittel” wurde ich vom Gegner überrannt und das sogar mehrmals. Schon wollte ich das Spiel in die Ecke schmeißen, doch ich habe dem Spiel noch eine zweite Chance gegeben und wurde nicht enttäuscht...
Am Anfang des Singleplayerspiels kann man sich für eine der beiden Kampagnen entscheiden: Entweder man wählt die gute (auf Seiten von Gondor, Rohan und den Gefährten) oder die böse Kampagne (mit Isengard und Mordor als spielbaren Armeen). Während die gute Seite durchschnittlich etwas schwerer und schneller ist und hauptsächlich auf Verteidigung aufbaut, ist die böse Kampagne langsamer und eher auf Aufbauen und dann den Gegner überrennen ausgelegt. Daher eignet sich die böse Kampagne eher für Einsteiger in dieses Spiel – Ich lege es jedem ans Herz zuerst einmal die Armeen Isengards und Mordors zu lenken.
Doch bevor wir detailliert zu den einzelnen Seiten kommen erst mal was zum Spiel allgemein. „Schalcht um Mittelerde” setzt den Fokus im Spiel auf schnelle, große Schalchten, weniger auf den Basisbau und die Nachschubbeschaffung. Zwar kann man große Stützpunkte der Armee mit etlichen Verteidigungstürmen errichten, dennoch ist es wichtiger zuerst einmal die Einheiten zu formieren, mit Einheiten in Veteranenstufen aufzusteigen (dann kämpfen sie besser) und die Helden ideal einzusetzen.
Helden gibt es auf beiden Seiten, während es auf guter Seite mehr als ein Dutzend sind, stehen einem auf böser Seite nur Saruman und Lurtz dauerhaft zur Verfügung, ab und zu lässt sich mal ein Ringgeist blicken, Saurons Auge ist als Aufklärungseinheit ganz nützlich und in einer Mission darf man auch die Riesenspinne Kankra samt Gollum spielen. Die Böse Seite hat also wesentlich weniger Helden als die Gute Seite, das spiegelt auch das Spielprinzip wieder, denn Mordor und Isengard dürfen doppelt so viele Einheiten bauen (maximal 600 Kommandeurspunkte) wie Rohan und Gondor (maximal 300 Kommandeurspunkte). Für die bösen Buben gilt also „Masse statt Klasse” und die guten Jungs setzen auf die Strategie „Qualität statt Quantität” - mit beiden Taktiken kommt die jeweilige Seite zum Erfolg. Auf guter Seite stehen des öfteren mal „Rollenspielmissionen” auf dem Programm, bei denen man nur auf Helden zurückgreifen kann, beziehungsweise keine Einheiten nachproduzieren kann.
Vorhin habe ich es bereits kurz angesprochen: Mit jedem gewonnenen Kampf sammelt jede Einheit Erfahrung. Bei „normalen” Einheiten wirkt sich dies in der Kampfstärke aus, die „Schlagkraft” von Einheiten steigt einfach, allerdings sieht dies bei Helden ganz anders aus, denn Helden können im Gegensatz zu normalen Einheiten nicht nur bis in den Rang 3 aufsteigen, nein, sogar Rang 10 ist möglich. Zu der gewonnenen Kampfstärke kommen noch Spezialfähigkeiten hinzu, die sich je nach Rang freischalten, so heilt Aragorn beispielsweise ab Rang 2 alle verbündeten Helden in der Nähe, während Saruman ab Rang 3 mächtige Feuerbälle auf Gegner verschießen kann. Die Spezialfähigkeiten wären für das Spiel eigentlich entscheidend, doch die Macher haben das Spiel dermaßen schnell gemacht, dass man kaum mehr einen Überblick über die Helden hat. Bei der Schlacht um Helms Klamm hat man beispielsweise so viel mit der Koordinierung seiner Truppen um die Ohren, dass man gar nicht dazu kommt alle Helden (bei großen Schlachten wie Helms Klamm oder der Belagerung von Minas Tirit sinds oft an die zehn Helden auf der guten Seite) perfekt in Szene zu setzen.
Ähnlich wie die Heldenfähigkeiten funktionieren die Fähigkeiten des „Einen Rings” (böse Seite) und die Fähigkeiten der Elbensteine (gute Seite). Je nach gesammelter Kampferfahrung in der Kampagne oder für bestimmte eroberte Gebiete erhält man Spezialfähigkeitspunkte, die man für Fähigkeiten und Eigenschaften der Armee investieren kann. Hier kann man zwischen aktiven Fähigkeiten (wie das Herbeirufen freundlich gesinnter Armeen oder das kurzzeitige Freisetzen zusätzlicher Rohstoffe) und passiven Eigenschaften (z.B. Gandalfs Fähigkeiten haben eine kürzere Regenerationsdauer oder für erschlagene Gegner gibts zusätzliche Rohstoffe). Je nach Qualität der Fähigkeit muss man mehr Punkte investieren (für das Herbeirufen eines mächtigen Balrogs muss man immerhin mit 20 Punkten blechen, das Vieh ist aber jeden Punkt wert!).
Während den Kampagnen kann man zwischen einigen fest vorgeschriebenen Missionen seine Angriffsziele selbst frei auswählen, vor der letzten Mission kann man sogar erst noch alle anderen Regionen Mittelerdes unterwerfen, man muss aber nicht. Auf der bösen Seite sind es mindestens 18 Missionen, die Guten müssen mindestens 21 Missionen bestreiten, wenn man aber ganz Mittelerde erobern will, kann man locker mit 30 und mehr Missionen kalkulieren. Jede eroberte Region Mittelerdes hat andere Vorteile, so kann man je nach Region mehr Rohstoffe abbauen, größere Armeen bilden oder eben Spezialfähigkeitspunkte erhalten. Man kann sich beispielsweise entscheiden, ob man eine Region, die „+10% Rohstoffe und 2 Spezialfähigkeiten” oder eine andere Region, die „+ 50 Kommandos und 1 Spezialfähigkeit” bietet. Spart man auf einen Balrog-Dämonen kann man sich vor der Endschlacht um Minas Tirit noch ein paar Regionen mit Spezialfähigkeits-Bonus angreifen, um die benötigten 20 Punkte zu sammeln.
Jede der beiden Seiten setzt sich aus mehreren Völkern zusammen, auf böser Seite kämpfen neben Saurons Orks aus Moria auch Sarumans Orks aus Isengard, die beide spezielle Einheiten im Petto haben. Aber die böse Seite zählt auch Menschen aus dem Süden, Olifanten und Trolle zu den ihren. Die gute Seite besteht hauptsächlich aus den Reitern Rohans und aus den Truppen Gondors, hinzu kommen die Ents und ein ganzer Sack voller Helden.
A propos Helden: Man muss nicht wirklich der Film-Story folgen, so kann man Boromir bei der Schlacht von Amon Hen auch das Leben retten und mit dem Brüderpaar Boromir/Faramir Gondor verteidigen. Solche entscheidenden Punkte, bei denen man einen Helden wirklich verlieren kann gibt es nur da, wo es auch im Film der Fall ist. Stirbt beispielsweise Gimli während einer Mission, so kann man ihn im nächsten Lager wieder auferstehen lassen oder spätestens in der nächsten Mission auf ihn zurückgreifen.
Was am Spiel leider etwas ärgerlich ist, ist die Tatsache, dass das Spiel auf der Schwierigkeitsstufe „Mittel” besonders auf guter Seite zu schwer ist und auf der Stufe „Einfach” viel zu leicht. Hat man sich erst einmal an die Spielgeschwindigkeit und den Schwierigkeitsgrad gewöhnt, so kann man pro Kampagne mit einer Spielzeit von mindestens 10 bis 15 Stunden rechnen, will man in beiden Feldzügen ganz Mittelerde erobern, darf man noch einmal so viel Spielzeit einrechnen, also gute 40 – 50 Stunden für das ganze Spiel.
Einzelwertung: 9/10 Punkten – Der hohe Schwierigkeitsgrad auf Schwierigkeitsstufe „Mittel” und die zu hohe Geschwindigkeit kosten einen Punkt.
6. Grafik
===============
Was die Entwickler da noch mal aus der „C&C – Generals” Grafikengine rausgeholt haben ist sagenhaft! Die Massenschlachten mit mehreren hundert Einheiten (pro Seite, wohlgemerkt) sind einfach nur bombastisch. Dabei sind die Animationen auch noch sehr geschmeidig (man achte nur mal auf die hin und wieder auftauchenden Olifanten) und die Landschaft ist extrem detailliert.
Auch hoch anzurechnen ist „Herr der Ringe – Die Schlacht um Mittelerde” das durch die Grafik die Atmosphäre der Filme voll rüberkommt. Man hat klugerweise die Menüführung und Kameraführung sowie die Buttons und Optionen allesamt im Herr der Ringe Style aufgebaut.
Einzelwertung: 5/5 Punkten – „Herr der Ringe” at its Best! Es geht kaum besser: Tolle Grafik, super Effekte, detailreich und stimmungsvoll.
7. Sound
===============
Die Musik wurde ebenfalls in Anlehnung an die Filme ausgewählt und spielt sozusagen mit. Schön ist es, dass für die Vertonung der Helden die Synchronsprecher des Films verpflichtet werden konnten. Die Effekte wirken glaubwürdig und man wird von den Antworten der Einheiten auch nicht so schnell gelangweilt.
Einzelwertung: 5/5 Punkten – Gute Arbeit, keine Fehler bei Synchronisation, Effekten oder Musikuntermalung.
8. Steuerung
===============
Bei solchen Massenschlachten, wie „Schalcht um Mittelerde” sie darstellt geht leider zu schnell die Übersicht flöten. Ganze Truppenteile habe ich wegen der hohen Figurenanzahl und der Schnelllebigkeit des Spiels verloren, Helden können in der Kürze der Zeit nicht alle ihre Spezialfähigkeiten einsetzen, da man während Schlachten seine Augen immer auf fünf Brennpunkte gleichzeitig konzentrieren muss. Die Steuerung an sich ist zwar intuitiv und gut, aber eine Pausenfunktion und die Möglichkeit noch weiter herauszuzoomen wären nötig gewesen, um in der Kategorie Steuerung von mir die vollen Punktzahl zu bekommen.
Einzelwertung: 4/5 Punkten – leider ist alles etwas zu hektisch und dadruch unübersichtlich geworden. Pausenfunkion und mehr Zoomoptionen hätte hier die volle Punktzahl eingebracht.
9. Fazit
===============
„Herr der Ringe – Die Schlacht um Mittelerde” ist für jeden Strategiefan etwas, der sich nicht so gerne „eingräbt”, auf Angriffe wartet und nur reagieren will – es ist ein Spiel, das sehr viel auf schnelle Aktionen legt, weniger auf Basisbau. Überzeugend sind die Helden und deren Spezialfähigkeiten, die mitsamt der allgmeinen Spezialfähigkeiten des „Einen Rings” und der „Elbensteine” fast das ganze Spiel entscheiden können.
Die Grafik ist überzeugend, die Sounduntermalung orientiert sich stark an den Filmen und profitiert von tollen Effekten, schöner Musik und den Originalsprechern, lediglich die Steuerung muss der hohen Spielgeschwindigkeit Tribut zollen. Die Spielzeit ist mit mindestens 25 bis 30 Stunden ordentlich, wer will, der kann aber ohne eine einzige Mission zwei mal spielen zu müssen locker 50 Stunden mit der Kampagne verbringen, hinzu kommen noch die Spieldauern für „Gefechte” (freies Spiel) und natürlich Mehrspielermatches. Durch die tolle Atmosphäre kommt eigentlich nie Langeweile auf und ein bereits angekündigtes Add-on dürfte noch für viel mehr Spielspaß sorgen!
Gesamtwertung: 28/30 Punkten
Abschlussbewertung: 5/5 Sternen, \"exzellent\"
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„Herr der Ringe – Die Schlacht um Mittelerde”, eines der wohl langersehntesten Echtzeit-Strategie-Spiele der letzten Jahre wurde von Electronic Arts programmiert, besser gesagt von dem Team, das sich auch schon für den letzten Teil der Command & Conquer Reihe verantwortlich zeichnete, und vermarktet. Erhältlich ist es im gut sortierten Fachhandel derzeit für knapp 40 Euro.
2. Systemanforderungen
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Mindestanforderungen:
1,3 GHz Prozessor
256 MB Ram
3,5 GB HDD
32 MB Grafikkarte
8-Fach DVD-Laufwerk
Windows 2000/XP
Empfohlene Anforderungen:
2,0 GHz Prozessor
512 MB Ram
3,5 GB HDD
128 MB Grafikkarte
8-Fach DVD-Rom
Windows 2000/XP
3. Genre
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Das Game ist einfach nur der Hammer. Echtzeit-Strategie besteht eigentlich aus dem Aufbau einer Basis, Ausbildung und Bau von Truppen verschiedener Typen und anschließend einem Überfall auf das gegnerische Lager. Anderst hier: Das Spiel ist actionreicher und teil taktischer als viele andere Titel, die knapp 20 Helden beider Seiten verleihen dem ganzen ein völlig neues Spielgefühl. Man kann hier von dem ersten Vertreter eines neuen Subgenres sprechen, dem Action-Taktik-Strategiespiel in Echtzeit!
4. Story
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Die Storyline orientiert sich selbstverständlich an der Handlung der Filme und der des Buches, wobei man sich hier wirklich eher am Film orientiert, um die optische Wiedererkennbarkeit zu geben.
In der guten Kampagne steuern sie die neun Gefährten, die Reiter Rohans (samt Theoden, Eowyn und Eomer) und die Truppen Gondors (samt Faramir) sowie einige Ents wie Baumbart & Co. Das Spiel beginnt in der Mine Moria und schlägt sich über die Schauplätze Amon Hen, Isengard, Helms Klamm, Osgiliath und die Hauptstadt Gondors bis hin zum schwarzen Tor von Moria.
Die böse Kampagne ist eine freie Erfindung der Spielmacher, aber dennoch sehr gut inszeniert. Man löscht einen guten Helden nach dem anderen aus, greift Helms Klamm an, verteidigt Isengard und hat – im krassen Gegensatz zum Film – Erfolg damit. Die böse Kampagne dreht also den Spieß um und gipfelt in der Zerstörung Gondors und der Niederwerfung Rohans durch die Truppen Sarumans und Saurons.
Einzelwertung: 5/5 Punkten – Gute Einflechtung der erfundenen Kampagne in die vorhandene Welt, dabei wird auch die Story des Film einwandfrei umgesetzt...
5. Gameplay
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Ich bin ehrlich: Am ersten Tag als ich das Spiel in Händen hielt, konnte ich es kaum erwarten es endlich auf meinem PC zu spielen. Also installiert, die „Kampfschule” (kleine Filmchen, die eine Art Tutorial bilden) angeschaut und ab ging\'s aufs Schlachtfeld – gleich in der dritten guten Mission in der Schwierigkeitsstufe „Mittel” wurde ich vom Gegner überrannt und das sogar mehrmals. Schon wollte ich das Spiel in die Ecke schmeißen, doch ich habe dem Spiel noch eine zweite Chance gegeben und wurde nicht enttäuscht...
Am Anfang des Singleplayerspiels kann man sich für eine der beiden Kampagnen entscheiden: Entweder man wählt die gute (auf Seiten von Gondor, Rohan und den Gefährten) oder die böse Kampagne (mit Isengard und Mordor als spielbaren Armeen). Während die gute Seite durchschnittlich etwas schwerer und schneller ist und hauptsächlich auf Verteidigung aufbaut, ist die böse Kampagne langsamer und eher auf Aufbauen und dann den Gegner überrennen ausgelegt. Daher eignet sich die böse Kampagne eher für Einsteiger in dieses Spiel – Ich lege es jedem ans Herz zuerst einmal die Armeen Isengards und Mordors zu lenken.
Doch bevor wir detailliert zu den einzelnen Seiten kommen erst mal was zum Spiel allgemein. „Schalcht um Mittelerde” setzt den Fokus im Spiel auf schnelle, große Schalchten, weniger auf den Basisbau und die Nachschubbeschaffung. Zwar kann man große Stützpunkte der Armee mit etlichen Verteidigungstürmen errichten, dennoch ist es wichtiger zuerst einmal die Einheiten zu formieren, mit Einheiten in Veteranenstufen aufzusteigen (dann kämpfen sie besser) und die Helden ideal einzusetzen.
Helden gibt es auf beiden Seiten, während es auf guter Seite mehr als ein Dutzend sind, stehen einem auf böser Seite nur Saruman und Lurtz dauerhaft zur Verfügung, ab und zu lässt sich mal ein Ringgeist blicken, Saurons Auge ist als Aufklärungseinheit ganz nützlich und in einer Mission darf man auch die Riesenspinne Kankra samt Gollum spielen. Die Böse Seite hat also wesentlich weniger Helden als die Gute Seite, das spiegelt auch das Spielprinzip wieder, denn Mordor und Isengard dürfen doppelt so viele Einheiten bauen (maximal 600 Kommandeurspunkte) wie Rohan und Gondor (maximal 300 Kommandeurspunkte). Für die bösen Buben gilt also „Masse statt Klasse” und die guten Jungs setzen auf die Strategie „Qualität statt Quantität” - mit beiden Taktiken kommt die jeweilige Seite zum Erfolg. Auf guter Seite stehen des öfteren mal „Rollenspielmissionen” auf dem Programm, bei denen man nur auf Helden zurückgreifen kann, beziehungsweise keine Einheiten nachproduzieren kann.
Vorhin habe ich es bereits kurz angesprochen: Mit jedem gewonnenen Kampf sammelt jede Einheit Erfahrung. Bei „normalen” Einheiten wirkt sich dies in der Kampfstärke aus, die „Schlagkraft” von Einheiten steigt einfach, allerdings sieht dies bei Helden ganz anders aus, denn Helden können im Gegensatz zu normalen Einheiten nicht nur bis in den Rang 3 aufsteigen, nein, sogar Rang 10 ist möglich. Zu der gewonnenen Kampfstärke kommen noch Spezialfähigkeiten hinzu, die sich je nach Rang freischalten, so heilt Aragorn beispielsweise ab Rang 2 alle verbündeten Helden in der Nähe, während Saruman ab Rang 3 mächtige Feuerbälle auf Gegner verschießen kann. Die Spezialfähigkeiten wären für das Spiel eigentlich entscheidend, doch die Macher haben das Spiel dermaßen schnell gemacht, dass man kaum mehr einen Überblick über die Helden hat. Bei der Schlacht um Helms Klamm hat man beispielsweise so viel mit der Koordinierung seiner Truppen um die Ohren, dass man gar nicht dazu kommt alle Helden (bei großen Schlachten wie Helms Klamm oder der Belagerung von Minas Tirit sinds oft an die zehn Helden auf der guten Seite) perfekt in Szene zu setzen.
Ähnlich wie die Heldenfähigkeiten funktionieren die Fähigkeiten des „Einen Rings” (böse Seite) und die Fähigkeiten der Elbensteine (gute Seite). Je nach gesammelter Kampferfahrung in der Kampagne oder für bestimmte eroberte Gebiete erhält man Spezialfähigkeitspunkte, die man für Fähigkeiten und Eigenschaften der Armee investieren kann. Hier kann man zwischen aktiven Fähigkeiten (wie das Herbeirufen freundlich gesinnter Armeen oder das kurzzeitige Freisetzen zusätzlicher Rohstoffe) und passiven Eigenschaften (z.B. Gandalfs Fähigkeiten haben eine kürzere Regenerationsdauer oder für erschlagene Gegner gibts zusätzliche Rohstoffe). Je nach Qualität der Fähigkeit muss man mehr Punkte investieren (für das Herbeirufen eines mächtigen Balrogs muss man immerhin mit 20 Punkten blechen, das Vieh ist aber jeden Punkt wert!).
Während den Kampagnen kann man zwischen einigen fest vorgeschriebenen Missionen seine Angriffsziele selbst frei auswählen, vor der letzten Mission kann man sogar erst noch alle anderen Regionen Mittelerdes unterwerfen, man muss aber nicht. Auf der bösen Seite sind es mindestens 18 Missionen, die Guten müssen mindestens 21 Missionen bestreiten, wenn man aber ganz Mittelerde erobern will, kann man locker mit 30 und mehr Missionen kalkulieren. Jede eroberte Region Mittelerdes hat andere Vorteile, so kann man je nach Region mehr Rohstoffe abbauen, größere Armeen bilden oder eben Spezialfähigkeitspunkte erhalten. Man kann sich beispielsweise entscheiden, ob man eine Region, die „+10% Rohstoffe und 2 Spezialfähigkeiten” oder eine andere Region, die „+ 50 Kommandos und 1 Spezialfähigkeit” bietet. Spart man auf einen Balrog-Dämonen kann man sich vor der Endschlacht um Minas Tirit noch ein paar Regionen mit Spezialfähigkeits-Bonus angreifen, um die benötigten 20 Punkte zu sammeln.
Jede der beiden Seiten setzt sich aus mehreren Völkern zusammen, auf böser Seite kämpfen neben Saurons Orks aus Moria auch Sarumans Orks aus Isengard, die beide spezielle Einheiten im Petto haben. Aber die böse Seite zählt auch Menschen aus dem Süden, Olifanten und Trolle zu den ihren. Die gute Seite besteht hauptsächlich aus den Reitern Rohans und aus den Truppen Gondors, hinzu kommen die Ents und ein ganzer Sack voller Helden.
A propos Helden: Man muss nicht wirklich der Film-Story folgen, so kann man Boromir bei der Schlacht von Amon Hen auch das Leben retten und mit dem Brüderpaar Boromir/Faramir Gondor verteidigen. Solche entscheidenden Punkte, bei denen man einen Helden wirklich verlieren kann gibt es nur da, wo es auch im Film der Fall ist. Stirbt beispielsweise Gimli während einer Mission, so kann man ihn im nächsten Lager wieder auferstehen lassen oder spätestens in der nächsten Mission auf ihn zurückgreifen.
Was am Spiel leider etwas ärgerlich ist, ist die Tatsache, dass das Spiel auf der Schwierigkeitsstufe „Mittel” besonders auf guter Seite zu schwer ist und auf der Stufe „Einfach” viel zu leicht. Hat man sich erst einmal an die Spielgeschwindigkeit und den Schwierigkeitsgrad gewöhnt, so kann man pro Kampagne mit einer Spielzeit von mindestens 10 bis 15 Stunden rechnen, will man in beiden Feldzügen ganz Mittelerde erobern, darf man noch einmal so viel Spielzeit einrechnen, also gute 40 – 50 Stunden für das ganze Spiel.
Einzelwertung: 9/10 Punkten – Der hohe Schwierigkeitsgrad auf Schwierigkeitsstufe „Mittel” und die zu hohe Geschwindigkeit kosten einen Punkt.
6. Grafik
===============
Was die Entwickler da noch mal aus der „C&C – Generals” Grafikengine rausgeholt haben ist sagenhaft! Die Massenschlachten mit mehreren hundert Einheiten (pro Seite, wohlgemerkt) sind einfach nur bombastisch. Dabei sind die Animationen auch noch sehr geschmeidig (man achte nur mal auf die hin und wieder auftauchenden Olifanten) und die Landschaft ist extrem detailliert.
Auch hoch anzurechnen ist „Herr der Ringe – Die Schlacht um Mittelerde” das durch die Grafik die Atmosphäre der Filme voll rüberkommt. Man hat klugerweise die Menüführung und Kameraführung sowie die Buttons und Optionen allesamt im Herr der Ringe Style aufgebaut.
Einzelwertung: 5/5 Punkten – „Herr der Ringe” at its Best! Es geht kaum besser: Tolle Grafik, super Effekte, detailreich und stimmungsvoll.
7. Sound
===============
Die Musik wurde ebenfalls in Anlehnung an die Filme ausgewählt und spielt sozusagen mit. Schön ist es, dass für die Vertonung der Helden die Synchronsprecher des Films verpflichtet werden konnten. Die Effekte wirken glaubwürdig und man wird von den Antworten der Einheiten auch nicht so schnell gelangweilt.
Einzelwertung: 5/5 Punkten – Gute Arbeit, keine Fehler bei Synchronisation, Effekten oder Musikuntermalung.
8. Steuerung
===============
Bei solchen Massenschlachten, wie „Schalcht um Mittelerde” sie darstellt geht leider zu schnell die Übersicht flöten. Ganze Truppenteile habe ich wegen der hohen Figurenanzahl und der Schnelllebigkeit des Spiels verloren, Helden können in der Kürze der Zeit nicht alle ihre Spezialfähigkeiten einsetzen, da man während Schlachten seine Augen immer auf fünf Brennpunkte gleichzeitig konzentrieren muss. Die Steuerung an sich ist zwar intuitiv und gut, aber eine Pausenfunktion und die Möglichkeit noch weiter herauszuzoomen wären nötig gewesen, um in der Kategorie Steuerung von mir die vollen Punktzahl zu bekommen.
Einzelwertung: 4/5 Punkten – leider ist alles etwas zu hektisch und dadruch unübersichtlich geworden. Pausenfunkion und mehr Zoomoptionen hätte hier die volle Punktzahl eingebracht.
9. Fazit
===============
„Herr der Ringe – Die Schlacht um Mittelerde” ist für jeden Strategiefan etwas, der sich nicht so gerne „eingräbt”, auf Angriffe wartet und nur reagieren will – es ist ein Spiel, das sehr viel auf schnelle Aktionen legt, weniger auf Basisbau. Überzeugend sind die Helden und deren Spezialfähigkeiten, die mitsamt der allgmeinen Spezialfähigkeiten des „Einen Rings” und der „Elbensteine” fast das ganze Spiel entscheiden können.
Die Grafik ist überzeugend, die Sounduntermalung orientiert sich stark an den Filmen und profitiert von tollen Effekten, schöner Musik und den Originalsprechern, lediglich die Steuerung muss der hohen Spielgeschwindigkeit Tribut zollen. Die Spielzeit ist mit mindestens 25 bis 30 Stunden ordentlich, wer will, der kann aber ohne eine einzige Mission zwei mal spielen zu müssen locker 50 Stunden mit der Kampagne verbringen, hinzu kommen noch die Spieldauern für „Gefechte” (freies Spiel) und natürlich Mehrspielermatches. Durch die tolle Atmosphäre kommt eigentlich nie Langeweile auf und ein bereits angekündigtes Add-on dürfte noch für viel mehr Spielspaß sorgen!
Gesamtwertung: 28/30 Punkten
Abschlussbewertung: 5/5 Sternen, \"exzellent\"
19 Bewertungen, 2 Kommentare
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13.02.2007, 16:02 Uhr von titus_1982
Bewertung: sehr hilfreich:-) titus_1982
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07.07.2005, 16:45 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichDein Bericht ist ebenfalls exzellent! Wenn ich endlichen den passenden PC dazu habe, werd ich mir das Spiel auf jeden Fall kaufen!
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