Der Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde II - Aufstieg des Hexenkönigs (PC Strategiespiel) Testbericht

Der-herr-der-ringe-die-schlacht-um-mittelerde-ii-aufstieg-des-hexenkoenigs-pc-strategiespiel
ab 14,35
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 03/2010

5 Sterne
(23)
4 Sterne
(9)
3 Sterne
(3)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)

Erfahrungsbericht von ocirnes

Ein Ring sie zu knechten

Pro:

- Grafisch ganz nette (bis auf Kleinigkeiten) - Atmosphäre kommt wunderbar rüber - Lange Spielzeit - Gute Synchro - auf DVD / Editor dabei

Kontra:

- Erhebliche Mankos in der Bedienung - Grottenschlechte KI - Missionen spielen sich fast alle gleich - Keine Storypräsentation - Unausgewogener Schwierigkeitsgrad - Keine Massenschlachten wie in Screens / Videos - Wenig Optionen im MP

Empfehlung:

Ja

\"Ein Ring sie zu knechten.\" Doch im Jahr 2004 muss man auf ein weiteres Leinwandabenteuer verzichten. Abhilfe gibt es jetzt auch in Form eines weiteren Herr der Ringe-Spiels von EA. Basierend auf der C&C Generals-Engine bläst EA Pacific damit zum Großangriff. Die knapp 3,4 GB sind recht fix installiert und schon kann es losgehen. Bis dahin kann man etwas im 50 Seiten starken SW-Handbuch blättern und sich mit den Grundlagen des Spiels vertraut machen und Einheiten und Technologieeigenschaften studieren.

Eine Handlung, die man kennen sollte

Es wird sicherlich kaum jemanden verwunden, wenn es nun heißt, dass in \"Die Schlacht um Mittelerde\" der Spieler die Ereignisse der Filme/ Bücher nachspielt. Die Gemeinschaft des Ringes ist auf dem schweren Weg zum Schicksalsberg, um dort den Ring zu zerstören. Allerdings hat der dunkle Herrscher Sauron etwas dagegen und will den Ring haben, um ganz Mittelerde zu unterwerfen. Für die Menschen, Elben & Co steht damit eine ganz düstere Zukunft bevor und es hängt alles davon ab, ob sie es schaffen, ihr Ziel zu erreichen. Doch bis dahin ist es ein weiter und gefährlicher Weg. Im Gegensatz zum Film gibt es nicht nur die Möglichkeit sich mit Frodo, Sam und den anderen Gefährten durchzuschlagen, bis der Ring im Schicksalsberg vernichtet und Sauron am Schwarzen Tor geschlagen wurde, auch die \"böse Seite\" ist spielbar. Somit gibt es die Möglichkeit, auch dem dunklen Fürsten zum Sieg über ganz Mittelerde zu verhelfen und die bekannten Schlachten um Minas Tirith oder Helms Klamm zu gewinnen. Woran es im Spiel jedoch hapert ist die Präsentation der Story. Im Gegensatz zu beispielsweise dem Actionspiel \"Die Rückkehr des Königs\" gibt es keine zusammenhängenden Videos zwischen den Missionen, die die Geschichte erleben lassen. Hier sieht man auf einer Karte die Armeen herumziehen und ggf. vor und nach den Missionen eine kleine mit der Engine nachgestellte Filmszene, doch wer die Handlung nicht kennt, bekommt nicht mehr als einige lose Missionen präsentiert.

Multiplay & freies Spiel
Sowohl im freien Offline, LAN und Online-Game kann man sich in beliebigen Konstellationen mit bis zu acht Spielern und CPU-Gegnern auf 38 Maps austoben. Bis auf Teamfarbe und Spielpartei kann nichts eingestellt werden. Sehr dürftig. Möchte man das Game online spielen, so ist auch erst eine Registrierung bei EA mit Name, Vorname, E-Mail und Geburtsdatum nötig. Abzuwarten bleibt auch, wie es sich mit den Disconnects im MP Modus entwickeln wird. Bislang werden diese nur unsichtbar für EA gesammelt und noch haben Verlierer die einfache und bequeme Möglichkeit einfach das Game abzubrechen und so keine Niederlage gutgeschrieben zu bekommen.

Grafik, Sound & Hardware
SuM basiert auf der Generals Engine. Inzwischen ist jedoch Zeit vergangen und die Ansprüche der Gamer sind gestiegen. Wenn man nicht gerade heranzoomt, dann sieht es überwiegend recht gut aus. Leider gibt es nur einen recht beschränktes und nicht ganz so übersichtliches Zoom-Out. Die Soldaten verstecken sich hinter ihren Schilden, wenn Nazguls angreifen, Gebäude und Mauern werden sichtbar demoliert, stürzen ein, es gibt neben Rauch auch sehr schön anzusehende Hitzflimmereffekte. Die Videosequenzen vor und nach einer Schlacht zeigen zwar die 3D Engine, allerdings nur in sehr pixeliger Videoform. Die akustische Untermalung des Spiels lässt auch wenig Wünsche offen. Angefangen, dass DVD sinnvoll genutzt wird und es sich um eine multilinguale Version handelt, über viele bekannte Sounds & Stimmen aus den Filmen, bis hin zu erstklassiger 3D Sound Unterstützung wird alles geboten, damit man wunderbar in die Welt von Mittelerde eintauchen kann.

Meinung

Die Schlacht um Mittelerde hatte sicherlich auch nicht gerade mit geringen Erwartungshaltungen zu kämpfen. Aber leider wurde im Endeffekt, wie bei vielen anderen Lizenzgames auch, mehr auf Lizenz und Grafik geachtet. Keine Frage für Fans, die jeden Roman bzw. DVD-Dialog auswendig kennen, ist es ein extrem unterhaltsames Spiel mit vielen bekannten Gesichtern, Schauplätzen und Kämpfen. Lediglich die Schlachten um Helms Klamm & Co fallen für diese Gruppe der \"Wenig-Zocker\" eine Spur zu schwer aus. Doch wer neben dem Hintergrund Herr der Ringe auch gute RTS-Technik und Missionen erwartet, wird überwiegend enttäuscht. Ein Spiel sollte neben möglichst abwechslungsreichen Missionen (unterschiedliche Ziele), einer gängigen Steuerung, auch eine moderne Gegner- und Einheiten-KI besitzen, in der Truppen nicht suizidgefährdet sind. Auch sollte es in der Einzelspielerkampagne eine Story geben, die zumindest ansatzweise präsentiert wird und nicht nur vom Hintergrund lebt. Ebenfalls sollte der Mehrspielermodus etwas mehr Optionen und Möglichkeiten bieten. Insgesamt bleibt Schlacht um Mittelerde ein eher unfertiges Spiel (Termindruck?) hinter einer Lizenzfassade und viele der angeprisenen Features sind sehr, sehr nebensächlich/ uninteressant. Kann man auf den Namen \"Herr der Ringe\" verzichten, dann gibt es einige Alternativtitel, die insgesamt \"runder\" sind und so manches besser machen.

Mindestkonfiguration:
Pentium IV 1,3 GHz, 256 MB RAM, 3,5 GB Festplattenspeicher, 32 MB 3D-Grafikkarte, Win 2000/XP, Internetanschluss (optional)