Confession of Pain (DVD) Testbericht

Confession-of-pain-dvd-kriminalfilm
ab 15,70
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Erfahrungsbericht von David1980

Schmerz ist ein Antrieb, doch was wenn man keinen Weg mehr findet

Pro:

Story, filmische Darstellung

Kontra:

Etwas zäh und langatmig, Hauptfigur

Empfehlung:

Ja

Hong Kong ist ja immer eine Reise wert und wenn man das sich nicht leisen kann, sind es die Filme wert auch mal angesehen zu werden. Vor allem dann, wenn eine der absoluten Hong Kong Größen wie Andy Lau hinter dem Projekt steht und die Presse den Film wie Infernal Affairs feiert. Klar kommt der dann auch in meinen DVD Player und für Euch springt immerhin ein Bericht dazu raus! Also, viel Spaß bei Lesen!

Inhalt:
Ein junges Paar sitzt mit dem Vater der Frau gemütlich zu Abend und amüsiert sich. Naja ist ja auch kein Problem, wenn der Vater vermögend ist, und die Rechnung im Nobellokal übernimmt. Doch sollte dies der letzte solcher Abende werden, denn mitten in der Nacht wird der Vater überfallen und brutal ermordet.
Die Tochter ist am Boden zerstört und wendet sich voller Hoffnung an ihren Mann, der früher zu einer Sondereinheit der Polizei gehörte. Zwar ist das schon eine Weile her und hat ihm damals nur Ärger gebracht, aber für seine große Liebe tut er alles und so auch den Kontakt zu einem alten Freund wieder aufnehmen, den das Schicksal noch viel härter getroffen hat als ihn.
Er hat nämlich seine Frau Rachel durch Selbstmord verloren, da diese ihre heimliche Schwangerschaft durch einen Anderen und die Abtreibung nicht verkraften konnte. Yau konnte sich das nie verzeihen und stürzte seit dem von einem Tief ins Nächste. Hing seinen Job an den Nagel und wurde als Nebentätigkeit Privatdetektiv und zum Hauptberuf Alkoholiker.
Aber vielleicht ist gerade diese erneute Situation des Schmerzes, der Tod des Vaters von der Frau seines Freundes, endlich der Weg aus dem Ganzen. Denn genau diese Freundin heuert nun wegen der alten Tagen Yau an. Vielleicht aber auch deswegen, da ihr eigener Mann natürlich als einer der Erbberechtigten auch im Kreis der Verdächtigen ist.
So beginnen also schwere Zeiten, in denen nicht nur die Wahrheit ans Licht kommen muss, sondern auch noch mehr psychische Schmerzen und eine Sucht überwunden werden muss. Ob das ein einzelner Mann schaffen kann, wird sich zeigen, doch was wenn er es schafft und diese neue Welt schon wieder droht einzubrechen? Bleibt man da standhaft und schaut den Schmerzen erneut ins Gesicht?


Stab
Regie: Wai-Keung Lau aka Andy Lau
(Das Duell in der verbotenen Stadt, Infernal Affairs 1-3, the Park, Stormriders)

Detective Lau Ching Hei: Tony Leung Chiu Wai
(Sam Dung, zum Sterben zu müde, House of the flying Dagger, Chi Bi)

Detective Yau Kin Bong: Takeshi Kaneshiro
(Infernal Affairs, Under Control, der Himmel kann nicht warten, Kalte Wut)

Sai Fung: Qi Shu
(Gin Gwai 2, the Transporter, Gwai Muk)

Technische Daten:
Herstellungsland: Hong Kong (2006)
Originaltitel: Seung Sing
Laufzeit: ca. 106:29Min
Altersfreigabe: FSK 16
Bildformat: 1,78:1
Tonformat: Deutsch (Dolby Digital Stereo 5.1)
Deutsch (Dolby Digital Stereo 2.0)
Kantonesisch (Dolby Digital Stereo 5.1)
Kantonesisch (Dolby Digital Stereo 2.0)
Untertitel: deutsch

Extras:
Making Of
Pressekonferenz
Trailer
- Infernal Affairs 3
- Living & Dying
- Der Duft der grünen Papaya
- Cyclo
- Exit

Fassung:
Der Film ist in Deutschland bei Galileo Medien erschienen und uncut.


Kritik:
*Story*
Die Story ist eigentlich sehr spannend und wenn man nicht genau auf die Details achtet auch bis zum Schluss schwer zu erraten. Klar, wer natürlich aufmerksam schaut und etwas von Figurenkonstellation versteht, der ist ziemlich schnell im Bilde und hat dann das Problem, dass der Film sich ein wenig arg zieht. Das ist allgemein das Problem der Geschichte, da sie sehr linear erzählt wird und sehr direkt auf nur eine Lösung hinarbeitet. Man wird wenig von Randereignissen überrascht und verfolgt viel mehr ein viel zu langes Katz- und Mausspiel, dass man auch in 90 Minuten hätte effektiv erzählen können.

*Regie*
Auch wenn der Film langatmig wirkt, so ist er doch von Seiten der Regie aus sehr gut und ästhetisch erzählt. Die Charaktere sind ausgefeilt und offenbaren dem Zuschauer auf interessante und spannende weise ihr Leben, auch wenn das den Zuschauer irgendwann nicht mehr interessiert. Ebenso ästhetisch ist die Verarbeitung von Raum und Gefühl in diesem Film, der eben durch das asiatische Verständnis von Schmerz, nicht hektisch und gewaltig ist, sondern ruhig und tiefsinnig. Wie heißt es so schön, ein Schnitt tut mehr weh wenn er sauber und gezielt ausgeführt wird, als wenn man nur eine Kline durch das Fleisch rasen lässt. Für unsere Mentalität in Europa sicherlich schwer zu verstehen, aber wer Geduld hat, wird hier belohnt.

*Kamera*
Die Kamera arbeitet in diesem Film nicht nur mit feinen Nuancen und kreativen Darstellungen des Raumes, sondern auch mit einem gewissen Gefühl für Figuren. Jeder bekommt so sein eigenes Bild und seine eigene Verarbeitung, die genau erkennen lässt, wer in welcher Situation die Hauptfigur ist und wer nicht. Sicherlich oftmals sehr ungewöhnlich, aber wer auf Bildkomposition und Ästhetik wert legt ein Genuss.

*Schauspieler*
Tony Leung Chiu Wai gehört ja schon seit Ewigkeiten zu den Großen in Hong Kong und ist wahrscheinlich auch schon so steif wie jedes andere Fossil. Er kann einfach nicht mehr über seine Grenzen hinaus und die große Action wird viel mehr zu Thriller und intelligenter Story. Doch da ist das Problem, dass der gute Mann fast keine Mimik besitzt. Er kann einfach nur gute Reden schwingen und im richtigen Moment für ein paar Sekunden explodieren. Aber weinen, Rückgrat beweisen oder sogar ein Held sein, dass ist nicht mehr und daher wirkt der Film an manchen Stellen ein wenig flach, weil sich zwar die Figur öffnet, aber der Schauspieler nicht tief genug kommt.

Takeshi Kaneshiro ist da ganz anders. Er ist einfach der gefühlte Gauner des Hong Kong Kinos. Er schummelt sich in viele Rollen und amüsiert sich am Set zu Tode. Das Schöne dabei ist natürlich, dass er dies in die Rollen bringt und immer irgendwie überzeugt. Sei es als Säufer oder als rehabilitierter Cop. Ganz egal, er findet einen Weg zu seinem individuellen Glück und wenn er dafür alles ändern muss. Prima Sache und daher ein gern gesehener Kandidat in spannenden Hong Kong Filmen.

34 Bewertungen, 7 Kommentare

  • schmusenase

    13.01.2010, 15:47 Uhr von schmusenase
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH und Herzliche Grüße!

  • kongostar

    12.01.2010, 19:43 Uhr von kongostar
    Bewertung: sehr hilfreich

    Coole Bericht. Weiter so

  • sigrid9979

    12.01.2010, 07:57 Uhr von sigrid9979
    Bewertung: sehr hilfreich

    Klasse ....Grüße von Sigi

  • morla

    12.01.2010, 03:55 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg.^^^^^^^^^^^^^^^^ petra

  • mrwong

    12.01.2010, 00:15 Uhr von mrwong
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich . . .

  • bettie47

    11.01.2010, 22:32 Uhr von bettie47
    Bewertung: sehr hilfreich

    Klasse Bericht.Grüße von Bettie47

  • Vince

    11.01.2010, 22:25 Uhr von Vince
    Bewertung: sehr hilfreich

    Klingt ganz gut. lg Vince