Dead Silence (DVD) Testbericht
Erfahrungsbericht von LilithIbi
Ventriloquist.
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Die Macher von „Saw“ legten es in ihrem Ursprungswerk nicht auf bloße Brutalität an, sondern versuchten – mehr als erfolgreich – das Grauen hintenrum fungieren zu lassen. Somit hegte in mir, allen vorangegangenen Informationen zum Trotze, die naive Hoffnung, schlussendlich von dem knapp 85minütigen Werk
===Dead Silence=== vergleichbar angetan sein zu können. Vorab: nein, ich konnte es nicht.
Jenes liegt nicht einmal daran, dass die _Handlung rund um eine mordende Puppe in der heutigen Zeit (nicht ausschließlich Chucky sei Dank) schon gar nicht mehr neu sein kann und ich darüber hinaus sogar einen recht ähnlichen Film (oder gar eine Filmreihe?) bereits (mehrfach?) gesehen habe ~ sondern einfach an der fast schon leblosen Art, wie die story hier vorangetrieben wird. Es scheint stellenweise so, als hätte man zu viel Wert darauf gelegt, die Puppen lebendig aussehen zu lassen, so dass gleichzeitig die Lebendigkeit der immerhin _wirklich lebendigen Darsteller grob vernachlässigt wurde.
Dabei fängt „Dead Silence“ recht vielversprechend an ~ noch vor Ablauf der 10.ten Minute stirbt Lisa (Laura Regan); ihr Mann Jamie (Ryan Kwanten) wird des Mordes verdächtigt. Seine Ausführung, er habe kurz zuvor eine Bauchrednerpuppe erhalten, die einer Legende nach immer ein schlechtes Zeichen darstellt, wirkt nicht sonderlich überzeugend ~ weder auf den zuständigen Detective Jim Lipton (Donnie Wahlberg), noch auf den Zuschauer.
Da keine handfesten Beweise gegen Jamie vorliegen, kann dieser immerhin gehen ~ und macht sich auf die Suche nach dem Mörder seiner Frau. Bzw. fährt erstmal mit jener Gruselpuppe zu seinem Vater ~ wieso, warum, weshalb er dahin fährt und die Puppe als treuen Begleiter sogar ins Hotelzimmer mitnimmt, der er einen bösen Zauber unterstellt, wird auf ewig sein Geheimnis bleiben. Nichtsdestotrotz erfährt er in dem fast ausgestorbenen (weil ausgelöschten) Ravens Fair mehr über die Sage rund um die verstorbene Bauchrednerin Mary Shaw (Judith Roberts)....
===Die Umsetzung=== fängt wie gesagt recht überzeugend an, verliert aber rasch an Tempo, Spannung und Überzeugungskraft. Blöd vor allem, dass die absolute (und irgendwie auch einzige) Sympathiefigur des Gesamtwerkes binnen der ersten Minuten bereits das Zeitliche segnet ~ mit Jamie konnte ich tatsächlich eher weniger mitfühlen, wenngleich ich dies nichtmal wirklich begründen kann.
Vermutlich hat mich von Anfang ein eher irritiert, wie er wann und warum agiert bzw. reagiert hat; seine fast schon trantütige Art ist nichts, mit dem ich mich anfreunden konnte. Überdies ist mir nicht klar, warum man eine Puppe, die absolut gruselig aussieht und von der man ohnehin nichts gutes ahnt, ins eheliche Bett parkt. Und ich meine: sie sieht _wirklich unheimlich aus. Dagegen ist jene Ausführung, die man in „Saw“ bewundern darf, die reinste Kinderstube.
Erfreulicherweise verzichteten die Macher auf zig Szenen, in denen die Puppe durchs Bild huscht. Tatsächlich sieht man sie eigentlich in keiner einzigen Einstellung auf jemanden zulaufen, kann sie nicht dabei ertappen, wie sie überhaupt von Ort zu Ort gelangt. Hin und wieder dreht sie den Kopf, guckt einen urplötzlich an ~ und überzeugt eben auf diese Art. Es liegt auf der Hand, dass mordende Bauchrednerpuppen fast schon zwangsläufig lächerlich aussehen; ein Umstand, der spätestens bei „Chuckys Braut“ als solcher erkannt und erbarmungslos selbst-veralbert wurde. Ferner finde ich persönlich es gruseliger, wenn man sich lediglich durch ein Augenpaar beobachtet fühlt.
Allerdings ist das im Groben und Ganzen auch das einzige, was für „Dead Silence“ spricht. Vom phänomenalen Ausgang, der fast schon als Markenzeichen von Wan & Whannell gelten dürfte, wohlweislich definitiv abgesehen.
'''Erstaunlicherweise liefert „Dead Silence“ recht wenig, was zum panischen Weggucken animiert''' ~ was einerseits natürlich lobenswert ist, andererseits den Film jedoch noch schwächer erscheinen lässt, als er sein müsste. Wie gesagt, die _Handlung ist weder neu noch überraschend; vielmehr mag stattdessen verwundern, dass noch keiner der Bewohner von „Ravens Fair“ auf die grandiose Idee kam, die verlassene Puppenstube kurzerhand abzufackeln. Logik sucht man sicherlich vergebens; kann über die Idee, dass der Geist von Mary Shaw nur dann zuschlagen kann, wenn jemand schreit, immerhin milde Lächeln. Was blieb den Machern nach Freddy Krueger, der Zahnfee, dem Boogeymann und Konsorten auch an Alternative übrig?
Dies allein wäre nicht einmal tragisch; doch insgesamt... wuppt es hier erschreckend wenig. Eine beklemmende Atmosphäre oder gar eindringliche Gruselstimmung erhofft man hier vergebens, nur wenige Momente liefern kleinere Ansätze, die jedoch kurzerhand im weiteren Keimvorgang erstickt werden.
Vermeintliche Gags, die hoffentlich überhaupt welche sein sollten, wollen nicht so richtig aus sich raus kommen; einzelne sarkastische Sprüche seitens Detective Lipton sind eher gewollt als gekonnt; die Vorliebe der Regisseure, eben jenen Darsteller (wie bereits in Saw 2-4) erneut in eine Polizistenrolle zu stecken und ihn über kurz oder lang brutal-schnell sterben zu lassen, hat immerhin fast schon wieder etwas für sich.
Über den versteckten Sinn der Aussage
„Es gibt Dinge, an die du dich immer erinnerst. Und es gibt Dinge, die du nicht vergessen kannst“
kann man gewissermaßen eine Weile nachdenken (same same but difference?), wer mag, beschäftigt sich mit der weiteren Frage, wer eigentlich warum eine Genehmigung erhält, sich gemeinsam mit seinen 101 Dalma... äh, Puppen, beerdigen zu lassen. Jede in ihrem einzelnen Holzsarg, versteht sich.
===Summa summarum=== sollte ich endlich anfangen, auf gewisse Menschen zu hören, die mich vor diesem Film warnen wollten und darüber hinaus mein Tauschticketguthaben für andere Dinge verballern.
Auf Tele5 macht sich „Dead Silence“ sicherlich ganz gut, in meinem heimischen DVD-Regal betrachte ich das Ganze eher als Platzverschwendung.
2 Sterne, keine Empfehlung.
===Dead Silence=== vergleichbar angetan sein zu können. Vorab: nein, ich konnte es nicht.
Jenes liegt nicht einmal daran, dass die _Handlung rund um eine mordende Puppe in der heutigen Zeit (nicht ausschließlich Chucky sei Dank) schon gar nicht mehr neu sein kann und ich darüber hinaus sogar einen recht ähnlichen Film (oder gar eine Filmreihe?) bereits (mehrfach?) gesehen habe ~ sondern einfach an der fast schon leblosen Art, wie die story hier vorangetrieben wird. Es scheint stellenweise so, als hätte man zu viel Wert darauf gelegt, die Puppen lebendig aussehen zu lassen, so dass gleichzeitig die Lebendigkeit der immerhin _wirklich lebendigen Darsteller grob vernachlässigt wurde.
Dabei fängt „Dead Silence“ recht vielversprechend an ~ noch vor Ablauf der 10.ten Minute stirbt Lisa (Laura Regan); ihr Mann Jamie (Ryan Kwanten) wird des Mordes verdächtigt. Seine Ausführung, er habe kurz zuvor eine Bauchrednerpuppe erhalten, die einer Legende nach immer ein schlechtes Zeichen darstellt, wirkt nicht sonderlich überzeugend ~ weder auf den zuständigen Detective Jim Lipton (Donnie Wahlberg), noch auf den Zuschauer.
Da keine handfesten Beweise gegen Jamie vorliegen, kann dieser immerhin gehen ~ und macht sich auf die Suche nach dem Mörder seiner Frau. Bzw. fährt erstmal mit jener Gruselpuppe zu seinem Vater ~ wieso, warum, weshalb er dahin fährt und die Puppe als treuen Begleiter sogar ins Hotelzimmer mitnimmt, der er einen bösen Zauber unterstellt, wird auf ewig sein Geheimnis bleiben. Nichtsdestotrotz erfährt er in dem fast ausgestorbenen (weil ausgelöschten) Ravens Fair mehr über die Sage rund um die verstorbene Bauchrednerin Mary Shaw (Judith Roberts)....
===Die Umsetzung=== fängt wie gesagt recht überzeugend an, verliert aber rasch an Tempo, Spannung und Überzeugungskraft. Blöd vor allem, dass die absolute (und irgendwie auch einzige) Sympathiefigur des Gesamtwerkes binnen der ersten Minuten bereits das Zeitliche segnet ~ mit Jamie konnte ich tatsächlich eher weniger mitfühlen, wenngleich ich dies nichtmal wirklich begründen kann.
Vermutlich hat mich von Anfang ein eher irritiert, wie er wann und warum agiert bzw. reagiert hat; seine fast schon trantütige Art ist nichts, mit dem ich mich anfreunden konnte. Überdies ist mir nicht klar, warum man eine Puppe, die absolut gruselig aussieht und von der man ohnehin nichts gutes ahnt, ins eheliche Bett parkt. Und ich meine: sie sieht _wirklich unheimlich aus. Dagegen ist jene Ausführung, die man in „Saw“ bewundern darf, die reinste Kinderstube.
Erfreulicherweise verzichteten die Macher auf zig Szenen, in denen die Puppe durchs Bild huscht. Tatsächlich sieht man sie eigentlich in keiner einzigen Einstellung auf jemanden zulaufen, kann sie nicht dabei ertappen, wie sie überhaupt von Ort zu Ort gelangt. Hin und wieder dreht sie den Kopf, guckt einen urplötzlich an ~ und überzeugt eben auf diese Art. Es liegt auf der Hand, dass mordende Bauchrednerpuppen fast schon zwangsläufig lächerlich aussehen; ein Umstand, der spätestens bei „Chuckys Braut“ als solcher erkannt und erbarmungslos selbst-veralbert wurde. Ferner finde ich persönlich es gruseliger, wenn man sich lediglich durch ein Augenpaar beobachtet fühlt.
Allerdings ist das im Groben und Ganzen auch das einzige, was für „Dead Silence“ spricht. Vom phänomenalen Ausgang, der fast schon als Markenzeichen von Wan & Whannell gelten dürfte, wohlweislich definitiv abgesehen.
'''Erstaunlicherweise liefert „Dead Silence“ recht wenig, was zum panischen Weggucken animiert''' ~ was einerseits natürlich lobenswert ist, andererseits den Film jedoch noch schwächer erscheinen lässt, als er sein müsste. Wie gesagt, die _Handlung ist weder neu noch überraschend; vielmehr mag stattdessen verwundern, dass noch keiner der Bewohner von „Ravens Fair“ auf die grandiose Idee kam, die verlassene Puppenstube kurzerhand abzufackeln. Logik sucht man sicherlich vergebens; kann über die Idee, dass der Geist von Mary Shaw nur dann zuschlagen kann, wenn jemand schreit, immerhin milde Lächeln. Was blieb den Machern nach Freddy Krueger, der Zahnfee, dem Boogeymann und Konsorten auch an Alternative übrig?
Dies allein wäre nicht einmal tragisch; doch insgesamt... wuppt es hier erschreckend wenig. Eine beklemmende Atmosphäre oder gar eindringliche Gruselstimmung erhofft man hier vergebens, nur wenige Momente liefern kleinere Ansätze, die jedoch kurzerhand im weiteren Keimvorgang erstickt werden.
Vermeintliche Gags, die hoffentlich überhaupt welche sein sollten, wollen nicht so richtig aus sich raus kommen; einzelne sarkastische Sprüche seitens Detective Lipton sind eher gewollt als gekonnt; die Vorliebe der Regisseure, eben jenen Darsteller (wie bereits in Saw 2-4) erneut in eine Polizistenrolle zu stecken und ihn über kurz oder lang brutal-schnell sterben zu lassen, hat immerhin fast schon wieder etwas für sich.
Über den versteckten Sinn der Aussage
„Es gibt Dinge, an die du dich immer erinnerst. Und es gibt Dinge, die du nicht vergessen kannst“
kann man gewissermaßen eine Weile nachdenken (same same but difference?), wer mag, beschäftigt sich mit der weiteren Frage, wer eigentlich warum eine Genehmigung erhält, sich gemeinsam mit seinen 101 Dalma... äh, Puppen, beerdigen zu lassen. Jede in ihrem einzelnen Holzsarg, versteht sich.
===Summa summarum=== sollte ich endlich anfangen, auf gewisse Menschen zu hören, die mich vor diesem Film warnen wollten und darüber hinaus mein Tauschticketguthaben für andere Dinge verballern.
Auf Tele5 macht sich „Dead Silence“ sicherlich ganz gut, in meinem heimischen DVD-Regal betrachte ich das Ganze eher als Platzverschwendung.
2 Sterne, keine Empfehlung.
34 Bewertungen, 5 Kommentare
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24.11.2010, 14:10 Uhr von Miraculix1967
Bewertung: sehr hilfreichLG aus dem verregneten gallischen Dorf Miraculix1967
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24.11.2010, 11:32 Uhr von XXLALF
Bewertung: sehr hilfreichund ganz liebe grüße
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24.11.2010, 02:27 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichlg. ^^^^^^^^^^^^^^^petra
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24.11.2010, 00:42 Uhr von Lale
Bewertung: sehr hilfreichAllerbesten Gruß *+*
-
23.11.2010, 22:27 Uhr von sirikit06
Bewertung: sehr hilfreichund einen schönen Abend! LG
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