Schmidt Spiele Stadt-Land-Fluss Testbericht
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- Spaßfaktor:
- Wird langweilig:
Erfahrungsbericht von Hedwig_2010
Da platzt mir doch der Kragen
Pro:
Nichts, da das Spiel ohne Gerätschaften gespielt werden kann bzw. ein Bleistift und ein Stück Papier völlig ausreicht.
Kontra:
Alles
Empfehlung:
Nein
Neugierig geworden ließ ich mir den Inhalt mehrerer Versionen dieses Spiels, welches ich aus meiner Kindheit und Schulzeit kenne und hin und wieder sehr gerne gespielt habe, zeigen und war mehr und mehr entsetzt!
Nun muss ich zuallererst sagen, dass ich zu einer Generation gehöre, die tatsächlich noch Gummitwist und Hüpfekasten auf der Strasse spielen konnten und doch mal vorbeikommende Autos waren wirklich glücklich zu nennen, wenn wir unsere Spiele wegen ihnen gnädig unterbrachen. Die Strasse war für uns Rollschuhbahn, Völkerball-oder Fußballfeld. Die Strasse war Begegnungsstätte für die Bewohner der Häuser der Strasse und die Bäume und Hecken vor den Häusern in den späten Abendstunden die perfekten Verstecke. Die Bürgersteige waren noch nicht gepflastert und eigneten sich daher gut zum Murmelspielen oder Tschingeln. Für Spiele, die man draußen spielen konnte, brauchten wir in der Regel nur einen Ball, manchmal bunte Kreide und uns selbst samt unserer Kreativität.
Natürlich gab es aber auch Regentage, wo wir leider drinnen spielen mussten, aber selbst da brauchten wir nicht viel Equipment. Zu einer erklecklichen Anzahl von lustigen Spielen braucht man wirklich nur einen Block und Bleistifte...und natürlich ein wenig Grips und Fantasie. Die "Dinosaurier" unter uns, zu denen ich ja auch zähle, werden sich bestimmt an Spiele wie Tic-Tac-Toe, Käsekästchen, Hangman etc. erinnern, zu denen auch das Spiel "Stadt-Land-Fluss" gehört. Im Grunde ist das Spiel sogar so flexibel, dass man es sogar zur Not auch gänzlich ohne irgendwelche Schreibuntensilen und im Stockdustern spielen könnte.
***So wird das Spiel "Stadt Land Fluß" (laut der Wikipedia sogar seit dem 19. Jahrhundert!) gespielt
Die Mitspieler einigen sich zuerst auf die Kategorien, zu denen Begriffe gesucht werden. Je nach Alter und Wissensstand können das z.B. sein: Stadt, Land, Fluß, Name, Tier, Beruf usw. usw. Diese Begriffe werden in einer Tabelle in die Kopfzeile niedergeschrieben.
Anschließend sagt ein Mitspieler das Alphabet auf, beginnend mit dem lauten Nennen des Buchstaben "A" und lautlosem Weiteraufzählen, bis ein Mitspieler "Stop" sagt. Der Aufzählende sagt nun laut (und wahrheitsgemäß) den Buchstaben, bei dem er bei dem Stoppen war und alle Mitspieler tragen in die Tabelle die Wörter ein, die ihnen zu den Kategorien einfallen.
Also z.B. bei dem Buchstaben "I" unter "Stadt": Innsbruck, unter "Land": Italien, unter "Fluß": Isar, unter "Name": Inge, unter "Tier": Igel und unter "Beruf": Imker.
Das tut jeder Mitspieler so schnell wie möglich. Ist jemand mit allen Eintragungen fertig, sagt er wieder "Stop" und dann wird geschaut, welche Begriffe jeder gefunden hat. Man kann einfach nur so zum Spaß und Lerneffekt spielen und da gibt es oft Lacher, weil jemand in Loriot-Manier beweisen muss, dass es einen "Schwanzhund" wirklich geben soll...oder man kann sich auch ein Punktesystem ausdenken. Hat jemand z.B. eine Stadt mit "X" gewußt, alle anderen mussten jedoch passen und haben nichts, bekommt der Wissende 20 Punkte. Gibt es unterschiedliche Einträge, vergibt man 10 Punkte und bei gleichen Eintragungen 5 Punkte.
Man spielt soviele Runden, wie es den Beteiligten Spaß bringt und zuletzt werden die Punkte zusammengezählt und der Gewinner dadurch ermittelt.
Eine interessante Variante des Spieles ist noch, dass man z.B. bei der Ansage des Buchstaben "C" innerlich für jede weitere Kategorie noch weiterzählen muss, d.h., bei der ersten Kategorie wird auch ein Begriff mit dem Anfangsbuchstaben "C" eingetragen, bei der nächsten Kategorie aber ein Begriff mit dem Anfangsbuchstaben, der nach diesem im Alphabet folgt usw....oder, man geht im Aphabet sogar rückwärts von "X" nach "A" vor, um die ganze Sache etwas schwieriger zu machen.
Das Schöne an diesem Spiel ist zweifelsohne, dass es unglaublich einfach zu erlernen und äußerst anpassungsfähig ist. Außerdem kann man es an grundsätzlich in jedem Alter spielen. Ich habe sogar gelesen, dass es in Altersheimen mit Alzheimerpatienten gespielt wird. Dabei wird dort der Tatsache Rechnung getragen, dass sich ältere Menschen oft an Dinge erinnern, die Jahre zurückliegen, während das Kurzzeitgedächtnis nicht mehr so up to date ist.
Was spricht denn auch dagegen, wenn das Spiel mittendrin abgebrochen werden muss, weil man plötzlich in Anekdötchen schwelgt oder man einfach über kuriose Begriffe lachen muss und eventuell zur Verifizierung nachgeschlagen wird. Der Spaß-und Lernfaktor ist also - abhängig von der Spielrunde - ziemlich hoch und der kommunikative Effekt mehr als garantiert. Oft muss man schließlich erläutern, dass es Städte wie "Datteln" tatsächlich gibt oder
Wie gesagt: wenn es hart auf hart kommt, braucht man noch nicht einmal Zettel und Stifte. Eine bis drei Kategorien schafft man locker auch im Stockfinsteren zu überblicken und auch da besteht ja die Möglichkeit zu Varianten: z.B. wer als Erster überhaupt einen Begriff findet, bekommt einen Punkt und ist dann mit der Buchstabenvorgabe dran. Also gilt: the sky is the limit. Oder anders ausgedrückt: Spielt das Spiel doch einfach so, wie es Euch gefällt und was Eure eigene Kreativität so hergibt!
Und da kommen nun die Spielehersteller auf die Idee, mit dieser schönen, einfachen Spielidee, bei der das Lernen nebenbei geschieht und der Spaß im Vordergrund stehen sollte, noch ein paar Euro zu verdienen.
Ich werde mal nachfolgend einige Versionen beschreiben ohne den Anspruch auf Vollständigkeit:
1. Version: Man bekommt in einem Pappkarton oder einer Blechbüchse sage und schreibe 2 Blöcke mit Unterteilungen in ein paar Kategorien und zwei Bleistifte und bezahlt dafür so 5-6 Euro. Eine bodenlose Frechheit, wie ich finde, selbst, wenn der Hersteller argumentieren würde, dass man ja irgendwo auch die Spielidee mitbezahlen würde.
Hallo?! Generationen von Schulkindern haben das Spiel schon in Pausen, Freistunden u.ä. gespielt und Schreibmaterial dürfte nun wirklich auch jeder Mensch irgendwo doch noch haben.
2. Version: zusätzlich zu Blöcken und Stiften bekommt man noch eine Art Buchstabenroulette mit kleiner Metallkugel, die dann über den aktiven Anfangsbuchstaben bestimmt. Der Buchstabe wird genommen, bei dem die Kugel liegen bleibt. Na, wie finde ich denn das?! Es gibt wirklich Dinge, die sind so überflüssig wie ein Kropf. Impliziert doch, dass ich das Spiel nicht mehr spielen kann, wenn dieses kleine Plastik-Roulette kaputt oder nicht mehr auffindbar ist. Wie ärmlich ist das denn? Und natürlich bewegt sich der Kaufpreis für das Spiel schon gut auf den 10 Euro-Bereich zu.
3. Version: Ist natürlich - wie könnte es anders sein - eine elektronische Version mit Buzzer: Kärtchen ziehen für den Anfangsbuchstaben und die Kategorie. Anschließend schnellstmöglich auf den Buzzer mit der eigenen Spielfarbe kloppen, wenn man einen Begriff gefunden hat.
Boah, was für ein Spaß...*gähn*...Die Kosten für den Billigplastik-"Spaß" bewegen sich denn auch schon gut auf den 20 Euro-Bereich zu, schließlich muss man dabei ja die Importkosten aus Fernost berücksichtigen ;-)
***Fazit***
Damit man mich nicht falsch versteht: Ich liebe schöne, fantasievoll gestaltete Brettspiele und bin auch Computer-bzw. Videospielen nicht grundsätzlich abgeneigt bzw. spiele auch manche davon gerne. Ich habe auch nichts gegen die enorme Zunahme von elektronischem oder sehr spezialisiertem Spielzeug...jede Generation hat halt ihre eigene Art und Weise, Zeit sinnvoll und zufrieden zu verbringen und zu geniessen.
Wogegen ich allerdings etwas habe, ist, wenn ich Geld für Sinnloses und die Fantasie Einengendes ausgeben soll. 5 Euro für einen Block mit ein paar Begriffen darauf und Billigbleistifte ist entschieden zuviel, das Buchstabenroulette lediglich etwas, was verloren gehen kann und zu der Buzzervariante fehlen mir schlichtweg die Worte bzw. würden nicht sehr ladylike ausfallen.
Auch ich habe zwei Söhne großgezogen und kenne Wartezeiten (Arzt, Bus etc.), die wir überbrücken mussten. Langweilig ist uns dabei nie geworden und ich glaube allmählich, dass ich den Grund nun dafür kenne. Es ist einfach wichtig, den eigenen Geist lebendig zu halten und sich nicht von der Spielwarenindustrie vorgefertigt etwas vorsetzen zu lassen. Als ich selbst Kind war, hatten wir ein dickes Buch mit Spielanregungen, wo man entweder nicht viele Utensilien für benötigte oder auch Spaß dabei haben konnte, aus Pappe und Mensch-ärgere-dich-nicht-Püppchen (die nun wirklich jeder zuhause hatte) Spiele selbst zu basteln. Ich kann mich auch daran erinnern, dass wir für die Matchbox-Autoflotte meiner Brüder Straßen, Kreuzungen etc. selbst gemalt und geklebt haben.
Auch wenn es nach purer Nostalgie klingen mag...ich finde es wichtig für Kinder und Erwachsene Tiere etc. in Wolkenformationen zu sehen, Spiele wie "Ich sehe was, was Du nicht siehst" oder "Ich packe meinen Koffer" nur mit dem jeweiligen Gegenüber zu spielen und einfach zu erleben, wie magisch ein Blatt Papier plus ein Bleistift sein kann.
Die 5 Euro kann man dann ja in zwei Tassen Tee oder Kaffee plus Kekse investieren
Herzlichen Dank für das Lesen und Bewerten meines Berichts
Hedwig_2010
58 Bewertungen, 16 Kommentare
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04.09.2012, 14:09 Uhr von anonym
Bewertung: besonders wertvollBW...Liebe Grüße Edith und Claus
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02.09.2012, 01:59 Uhr von allegra1805
Bewertung: besonders wertvollGummitwist war letzten Sommer wieder sehr beliebt und aktuell spielen die Kinder gerne dieses Spiel wo man sich einen Faden um die Hände schlingt und sich gegenseitig so Figuren abnimmt. Das ist der absolute Renner und sie sind hin und weg, wenn sie auf jemanden älterer stoßen, der das auch noch im Griff hat.
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02.09.2012, 00:49 Uhr von logo6600
Bewertung: besonders wertvollmeine letzte Bestnote des tages für diesen überzeugenden Bericht
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29.08.2012, 23:08 Uhr von campino
Bewertung: besonders wertvoll:: lg AndreA ::
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29.08.2012, 11:49 Uhr von anonym
Bewertung: besonders wertvollPrima beschrieben - über eine Gegenlesung würde ich mich sehr freuen. GLG
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29.08.2012, 08:58 Uhr von sigrid9979
Bewertung: besonders wertvollLiebe Grüße Sigrid....
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29.08.2012, 08:42 Uhr von MelE
Bewertung: besonders wertvollBlatt und Stift reicht ;o)
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29.08.2012, 01:44 Uhr von Lale
Bewertung: sehr hilfreichAllerbesten Gruß *~
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29.08.2012, 01:40 Uhr von katjafranke
Bewertung: besonders wertvollViele liebe Grüße von KATJA
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29.08.2012, 01:36 Uhr von kruegerchristine
Bewertung: besonders wertvollDas kenn' ich auch seit meiner Jugendzeit (is schon verdammt lang her). Wir hatten jedoch nur ein Stück Papier und nen Schreiber. Hat aber immer viel Spass gemacht! Das solche Spiele inzwischen gekauft werden, hat wohl mit unserer Wohlstandgesellschaft zu tun? ... Toller Bericht & LG Günter :-)
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29.08.2012, 01:00 Uhr von Baby1
Bewertung: sehr hilfreich.•:*¨ ¨*:•. Liebe Grüße Anita .•:*¨ ¨*:•.
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29.08.2012, 00:10 Uhr von ClaraFall
Bewertung: besonders wertvollbw auch von mir. lg. clara
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28.08.2012, 23:39 Uhr von goat
Bewertung: besonders wertvollDarüber hätte ich mich auch geärgert. Ich erinnere mich immer gern an die alten und simplen Spiele zurück. Viele Kinder wissen doch gar nicht mehr, was z. B. Käsekästchen noch ist.
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28.08.2012, 22:35 Uhr von Lakisha_1
Bewertung: besonders wertvollwürde mich über Gegenlesung freuen. LG
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28.08.2012, 22:34 Uhr von nadjasturm
Bewertung: sehr hilfreichGrüße, freue mich über eine Gegenlesung ;D
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28.08.2012, 22:28 Uhr von michiprimel
Bewertung: besonders wertvollDas spiele ich mit Nachbars Kindern.Ich habe mal eine kleine Version in der Apotheke geschenkt bekommen ich habe mich darüber gefreut, weil ein Drehrad mit Buchstaben dabei war so kann keiner mehr mit den Buchstaben schummeln :o) L.G.
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