eggertspiele Cuba Testbericht

Eggertspiele-cuba
ab 12,54
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Summe aller Bewertungen
  • Präsentation:  sehr gut
  • Spaßfaktor:  sehr gering
  • Spielanleitung:  gut
  • Wird langweilig:  nie

Erfahrungsbericht von Dr_Ed

Wenn das Fidel Castro wüsste...

4
  • Präsentation:  sehr gut
  • Schwierigkeitsgrad:  durchschnittlich
  • Spaßfaktor:  sehr gering
  • Spielanleitung:  sehr gut
  • Wird langweilig:  nie
  • Spieldauer:  sehr lang, mehr als 2 Stunden
  • Das Spiel für:  Hobby-Spieler
  • Spielerzahl:  ab 5

Pro:

umfangreiches Spielmaterial, liebevolle Aufmachung

Kontra:

viele bekannte Elemente aus anderen Worker-Placement-Spielen

Empfehlung:

Ja

Hallo Zielgruppe!
Wie ihr ja bereits mitbekommen habt, habe ich ein Faible für sogenannte „Worker-Placement-Spiele“. Heute möchte ich Euch ein weiteres Spiel aus dieser Gattung vorstellen.

### DAS SPIELZIEL ###

Einmal mehr geht es natürlich darum, am Spielende die meisten Siegpunkte zu haben. Diese bekommt man entweder durch die Verschiffung von Handelsgütern im Hafen oder durch die Errichtung und Nutzung von Gebäuden. Außerdem kann die Umsetzung einiger Gesetze zu Siegpunkten verhelfen.

### DIE SPIELVORBEREITUNGEN ###

Angesichts des umfangreichen Spielmaterials sind natürlich auch die Spielvorbereitungen mit einem gewissen Aufwand verbunden: Wenn man den Spielplan aufgeklappt und ausgelegt hat, werden die Gebäudeplättchen daneben bereit gelegt. Die Waren und Rohstoffe kann man als Vorrat an die Seite packen. Eine vorgegebene Anzahl an Waren und Rohstoffen kommen als Startangebot auf den Marktplatz. Auch die Baustoffsteine und die schwarzen Markierungssteine werden als Vorrat an die Seite gepackt. Anschließend werden die Schiffskarten gemischt und als Stapel neben den Spielplan gelegt. Die beiden obersten Karten kommen auf die ersten beiden Liegeplätze des Hafens. Eine weitere Schiffskarte wird offen auf die markierte Position in der Nähe des Hafens an den Rand des Spielplans gelegt.

Von den Gesetzeskarten gibt es 4 Gruppen, Steuergesetze, Abgabengesetze, Subventionsgesetze und Sonstige Gesetze. Jeder Spieler sucht sich eine Spielfigur sowie einen Spielstein in seiner Farbe aus, der die Punktzahl des Spielers auf der Siegpunkte-Skala anzeigen wird. Dazu erhält jeder Spieler noch einen Plantagenplan, sowie ein Startkapital von 10 Pesos. Die restlichen Münzen bilden den allgemeinen Vorrat. Und bevor es dann tatsächlich endlich losgehen kann, bekommen die Spieler jeweils noch 2 beliebige Baustoffsteine, 2 beliebige Rohstoffsteine sowie einen Satz Personenkarten.

### DER SPIELABLAUF ###

Das Spiel ist unterteilt in 6 Runden, die in jeweils 5 Phasen ablaufen:

Phase 1: Gesetzesvorschläge
Die obersten Gesetzeskarten werden aufgedeckt und von den Spielern in Augenschein genommen.

Phase 2: Aktionsphase
Die Spieler spielen reihum Personenkarten aus. Auf diese Weise werden insgesamt 4 der 5 Personenkarten jedes Spielers ausgespielt. Die Personenkarten stehen für unterschiedliche Aktionen, die man mit ihnen ausführen kann.

- So hat man z.B. die Möglichkeit, mit einem "Arbeiter" (hat bei der Abstimmung im Parlament 1 Stimme) seine Figur auf der Plantage bewegen und die Felder in der Reihe und Spalte der Figur zu aktivieren. Das bedeutet nichts anderes, als dass man je nach Feld Bau- oder Rohstoffe erhält. Die erhaltenen Materialien werden auf den Vorhof gestellt.
- Mit der "Händlerin" (hat 2 Stimmen im Parlament) darf man am Markt handeln. Mit ihr kann man beliebig viele Güter kaufen, sofern man das dafür nötige Geld hat oder man verkauft beliebig viele Güter, soweit noch verfügbare Handelsplätze dafür vorhanden sind.
- Der "Architekt" (hat 3 Stimmen im Parlament) gibt dem Spieler die Möglichkeit, ein Gebäude vom allgemeinen Vorrat auf einem beliebigen Feld des Plantagenplans zu bauen, allerdings nicht ins Lager und es darf auch kein vorhandenes Gebäude überbaut werden. Dies kann beispielsweise eine Zigarrenfabrik sein, die Tabak zu Zigarren veredelt oder eine Schnapsbrennerei, die aus Zuckerrohr Rum macht. Im Rum-Café kann man wiederum 3 Rum in 2 Siegpunkte umwandeln, was man im Zigarrren-Café mit Zigarren machen kann usw.
- Mit dem "Vorarbeiter" (hat 4 Stimmen im Parlament) kann man die Funktionen der erbauten Gebäude nutzen.
- Last but not least ist da noch der "Bürgermeister" (hat 5 Stimmen im Parlament) zu erwähnen, der dazu dient, die Güter zu verschiffen, wofür man anschließend Siegpunkte für sich verbuchen kann. Ähnlich wie bei Colonia geben die verschiedenen Schiffskarten vor, mit welchen Gütern die Schiffe beladen werden können. Alternativ kann man den Bürgermeister aber auch dazu benutzen, um an Pesos zu kommen, wenn man auf die Beladung eines Schiffes verzichtet.

Phase 3: Parlamentsphase
In dieser Phase gelangen 2 der 4 bereit gelegten Gesetzesvorschlägen zur Verabschiedung. Zu diesem Zweck deckt nun jeder Spieler seine verbliebene fünfte Personenkarte auf. Jede Personenkarte vereint auf sich eine unterschiedliche Anzahl Stimmen (s.o.), die man im Parlament nutzen kann. An dieser Stelle kann man sich zusätzliche Stimmen verschaffen, wenn man das Rathaus besitzt und dieses auch mit dem Vorarbeiter aktiviert hat. Nun besteht für die Spieler außerdem die Möglichkeit, noch weitere zusätzliche Stimmen kaufen, was sie einen Peso pro Stimme kostet. Das Gebot nimmt man verdeckt in die Hand. Wer nun bei der Abstimmung die höchste Anzahl an Stimmen hat, darf aus den Gesetzesvorschlägen 2 auswählen. Koalitionen sind hierbei übrigens nicht gestattet und wenn das Anti-Korruptions-Gesetz gilt, dürfen auch keine Stimmen gekauft werden. Diese werden verabschiedet und ins Parlament gelegt. Ein dort bereits ausliegendes Gesetz wird abgedeckt und verliert seine Gültigkeit. Das neue Gesetz ersetzt also das alte.

Phase 4: Gesetzesphase
Jetzt folgt die Umsetzung der ausliegenden Gesetze. Die vier unterschiedlichen Gesetzesarten haben selbstverständlich verschiedene Auswirkungen: Es können Steuerabgaben erhoben werden oder Abgaben auf Bau- oder Rohstoffe. Andererseits kann man auch Subventionen kassieren und dann gibt es noch Gesetze, die z.B. das Rohstoff- und Warenangebot regulieren oder die beim Einsatz bestimmter Personenkarten ihre Wirkung entfalten. An dieser Stelle erspare ich mir weitere Details...

Phase 5: Ende einer Runde
Rohstoffe, die noch auf dem Vorhof liegen, weil sie nicht verarbeitet, auf den Markt oder ins Lager geschafft werden konnten, müssen abgegeben werden. Im Lager selber sind Rohstoffe sicher. Baustoffe und Waren verbleiben aber im Vorhof. Volle Schiffe können den Hafen verlassen und neue Schiffe dürfen nachrücken. Bevor es weiter geht mit der nächsten Runde, sind noch einige Kleinigkeiten zu regeln, aber das war es im Grunde auch schon.

Nach der 6. Runde ist das Spiel zu Ende und der Spieler mit den meisten Siegpunkten gewinnt selbstredend das Spiel. An dieser Stelle sei noch erwähnt, dass jedes eigene Gebäude vor dem Schluss noch zwei zusätzliche Siegpunkte bringt. Der Bau von Gebäuden kann also mitunter das siegentscheidende Zünglein an der Waage sein.

In der Spielanleitung gibt es auch noch eine Übersicht der verschiedenen Gebäude mit ihren Funktionen und ein paar Tipps zur Strategie.

### DAS SPIELMATERIAL ###

Die quadratische Spielebox von "Cuba" ist üppig gefüllt mit schönem Spielmaterial. Zuerst fällt einem der ansehnlich gestaltete Hauptspielplan ins Auge, der an „Die Tore der Welt“, „Die Säulen der Erde“ oder „Colonia“ erinnert.

Dazu gibt es für jeden Spieler

einen Plantagenplan mit verschiedenen Plantagenfeldern.
1 Spielerfigur in der jeweiligen Spielerfarbe
1 Spielstein in der jeweiligen Spielerfarbe

Außerdem gibt es noch folgende Spielfiguren und Spielmaterial aus Holz:

54 Rohstoffsteine (3 verschiedene Sorten mit jeweils 18 Stück)
30 Warensteine (jeweils 15 Rum und Zigarrenkisten)
45 Baustoffsteine (3 verschiedene Sorten mit jeweils 15 Stück)
und 6 schwarze Markierungssteine.
Die 60 Geldmünzen in 3 Stückelungen sind dagegen aus Stanzkarton.

Der beiliegende Kartenstapel beinhaltet

25 Personenkarten
15 Schiffskarten
eine Startspieler-Karte.

Der zweite Kartenstapel (kleinere Karten) besteht aus

insgesamt 24 Gesetzeskarten
25 Gebäude- sowie ein Stimmen- und ein Veto-Plättchen vervollkommnen das Material.

### MEINE MEINUNG ###

Wenn man sich Spielregeln und Spielablauf so durchliest, kommen einem viele Elemente des Spiels aus anderen Spielen bekannt vor. Hinsichtlich des Marktes und der Rohstoff-Verarbeitung habe mich dabei insbesondere sehr stark an „Colonia“ erinnert gefühlt. Die Rohstoff-Gewinnung, sowie die gesonderten Plantagen-Pläne zeigen deutliche Parallelen zu „Puerto Rico“ auf. Die Verschiffung der Rohstoffe bzw. Handelswaren kam in beiden Spielen in ähnlicher Form vor und dient in allen drei Spielen direkt oder indirekt zur Generierung von Siegpunkten. Der Bau und die Nutzung verschiedener Gebäude erinnerte dagegen mehr an „Le Havre“.

Das lässt natürlich die Befürchtung aufkommen, dass dieses Spiel nur aus Versatzstücken anderer Spiele besteht und keine wirklich eigenständige Note hat. Diese Befürchtung ist aber zum Glück völlig unbegründet: Überraschenderweise ist trotzdem kein Stückwerk dabei herausgekommen. Vielmehr fügen sich die einzelnen Elemente erstaunlich harmonisch zusammen, werden um einige pfiffige Ideen ergänzt und ergeben ein stimmiges Ganzes. Damit wäre auf den ersten Blick nicht unbedingt zu rechnen gewesen, was mich im Nachhinein doch ein wenig verblüfft hat.

Wie so oft bei komplexeren Worker-Placement-Spielen gilt auch hier, dass wenig versierte Spieler zu Beginn ein wenig mit der Fülle an Entscheidungsmöglichkeiten überfordert sein könnten. Aber im Laufe des Spiels gewöhnt man sich recht schnell daran. Man lernt alsbald, die Herausforderung anzunehmen und weiß damit umzugehen. Zwar wird das Rad hier nicht gerade neu erfunden, aber man bekommt doch relativ schnell ein Gefühl für das Spiel und die zu treffenden Entscheidungen. Mir persönlich hat auch die üppige Ausstattung mit Spielmaterial gefallen, denn das ist für mich immer ein großer Pluspunkt.

Die Spielregel ist mit insgesamt 16 Seiten sehr umfangreich ausgefallen, was für GelegenheitsspielerInnen möglicherweise anfänglich ein wenig abschreckend wirken mag. Relativierend muss man aber gleich hinzufügen, dass die Regeln mit zahlreichen Bildern und Beispielen angereichert sind, um die allgemeine Verständlichkeit zu erleichtern, so dass man wenig Einstiegsprobleme hat. Wirklich komplex sind die Regeln also nicht. Wer sich mit dieser Art Spielen auskennt, hat nach kurzer Zeit den vollen Über- bzw. Durchblick und findet sich schnell zurecht.

Darüber hinaus enthalten die Regeln ein umfangreiches Kompendium, wo aufgelistet wird, welches Gebäude bzw. welches Bauwerk welche Funktion hat und was es an Baustoffen kostet. Des weiteren werden einige Taktik-Beispiele gegeben und welche Vorgehensweise dafür am ehesten zielführend ist. Mit derlei Starthilfen fühlt man sich selbst als absoluter Neuling gut gerüstet, um den Spielbetrieb unmittelbar aufzunehmen und direkt in Spielgeschehen eingreifen zu können. Kurzum, es ist alles gar nicht so kompliziert, wie es auf den ersten Blick den Anschein hat!

Als Spieldauer kann man beim ersten Mal gut und gerne vier Stunden mit Erklärung ansetzen, wobei die effektive Spielzeit bei routiniertem Ablauf in etwa bei etwas mehr als drei Stunden liegt. Angeboten wird das Spiel im einschlägigen Fachhandel meist mit Preisen um die 30,-€, wobei die Preisspanne bei rund 26,-€ beginnt und bei knapp 40,-€ endet. Wenn man es günstig erwerben kann, bekommt man dafür meines Erachtens ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, da der Umfang des Spielmaterials großzügig bemessen ist.

Erschienen ist das Spiel bei Eggert-Spiele, die auch schon mit Hamburgum und Imperial zwei meiner absoluten Lieblings-Spiele auf den Markt gebracht haben. Spiele-Autoren sind Michael Rieneck und Stefan Stadler, die auch schon für „Die Tore der Welt“ und „Die Säulen der Erde“ (sicherlich nicht die schlechtesten Spiele auf dem Markt) verantwortlich zeichneten. Das alles sind Faktoren, die schon auf die hohe Qualität dieses Spiels schließen lassen.

### FAZIT ###

Mir hat das Spiel insgesamt sehr gut gefallen und in meiner Spiele-Runde hat es auch sehr positiven Anklang gefunden. Ich kann es daher guten Gewissens all denjenigen empfehlen, die etwas komplexere Worker-Placement-Spiele wie „Die Säulen der Erde“, „Colonia“ oder „Puerto Rico“ mögen. Als Familienspiel halte ich es dagegen nur bedingt für geeignet, weil bei diesem Spiel schon einiges Überlegen und Nachdenken gefragt sind, aber weniger intuitives Handeln. Weil das Spiel zwar aus diversen Versatzstücken anderer Spiele besteht, aber dennoch eine eigenständige Note hat, gibt es von mir vier von fünf möglichen Fässern Havanna-Club!


Weitere Rezensionen zu diesem Spiel findet ihr z.B. unter: http://www.surrealist.de/spielmonster/Rezensionen/Cuba/cuba.htm

55 Bewertungen, 10 Kommentare

  • yeppton

    14.04.2011, 21:19 Uhr von yeppton
    Bewertung: sehr hilfreich

    gut gemacht, Lg Markus

  • anonym

    02.03.2011, 20:29 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße Edith und Claus

  • Clarinetta2

    01.03.2011, 16:05 Uhr von Clarinetta2
    Bewertung: besonders wertvoll

    sehr gut vorgestellt

  • sigrid9979

    01.03.2011, 08:52 Uhr von sigrid9979
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße Sigrid.....

  • uhlig_simone@t-online.de

    01.03.2011, 08:13 Uhr von [email protected]
    Bewertung: sehr hilfreich

    liebe grüße v. simone, schau doch mal bei mir vorbei

  • meerifan1

    01.03.2011, 04:22 Uhr von meerifan1
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Nachtschwärmergrüße

  • anonym

    28.02.2011, 22:52 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    fideles Spiel lg Celles

  • katjafranke

    28.02.2011, 22:17 Uhr von katjafranke
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße von der KATJA

  • Lale

    28.02.2011, 22:13 Uhr von Lale
    Bewertung: sehr hilfreich

    Allerbesten Gruß *~*

  • catmum68

    28.02.2011, 22:08 Uhr von catmum68
    Bewertung: besonders wertvoll

    besonders wertvoller Bericht, LG