Feuchtgebiete (Taschenbuch) / Charlotte Roche Testbericht
Erfahrungsbericht von Mizzy
Nackte tatsachen
Pro:
siehe bericht
Kontra:
siehe bericht
Empfehlung:
Ja
- Charlotte Roche – Feuchtgebiete
Inhalt
- Einleitung
- Daten und Fakten
- Cover
- Autorin
- Inhalt des Buchs
- Leseprobe
- Schreibstil
- Kommentare
- Meine Meinung zu anderen Meinungen
- Meine Meinung zum Buch
- Fazit
Einleitung
Nachdem ich gesehen habe, dass das Buch bis jetzt bei Ciao ziemlich schlecht abgeschnitten hat, habe ich mir überlegt meinen Senf dazu gegeben. Denn so schlimm wie das Buch dargestellt wird, finde ich es nicht. Aber natürlich dazu mehr in meinem Bericht.
Daten und Fakten
Das Buch habe ich Thalia gekauft und zwar für 14,90 €. Habe gerade gesehen, dass es zur zeit das Hörbuch für 13,95€ bei Amazon gibt, anstatt von 19,95€.
Das Buch ist broschiert und Februar 2008 erschienen. Der Verlag ist der Dumont-Verlag.
www.dumont-buchverlag.de
ISBN: 978-3-8321-8057-7
Es hat 219 Seiten
Cover
Das Cover ist knallpink und passt damit super zum provokanten Inhalt. Auf der Voderseite ist ein Pflaster abgebildet. Dieses steht sogar hervor, so dass es fast so aussieht als wäre ein echtes drauf geklebt. Auch inhaltlich passt es super, denn in dem Buch geht es um zweierlei Wunden die gekittet werden sollen. Einmal die Scheidung der Eltern und natürlich die Wunde der Arschrasur.
Autorin
Charlotte Elisabeth Grace Roche ist am 18. März in Wimbledon, England geboren. Sie war bereits als Moderatorin, Produzentin, Sängerin, Schauspielerin und Sprecherin tätig. Und nun versucht sie sich erstmals als Schriftstellerin. Mit acht Jahren kam sie nach Deutschland und wuchs in einer kreativ-alternativen Szene am Niederrhein auf. 1998 begann sie die Moderation der Musiksendung Fast Forward auf VIVA zwei. 2002 gewann sie für die Sendung den Bayrischen Fernsehpreis und 2004 den Adolf-Grimme Preis. 2006 produzierte sie ein Duett mit Bela B. („1,2,3…“). Sie gilt seit einigen Jahren auch als Vertreterin einer neuen feministischen Generation.
Zitat aus einem Spiegel-Interview:
„Junge Feministinnen müssen Alice Schwarzer für viel dankbar sein, zum Beispiel dafür, dass Frauen ihre Männer nicht mehr fragen müssen, ob sie arbeiten gehen dürfen. Bei vielen ihrer neuen Kampagnen, wie bei der Verteufelung von Pornos, können wir aber nicht mehr mitgehen. Frau Schwarzer möchte Sadomaso-Sex verbieten. Frauen sind aber total masochistisch, das wird auch sie nicht mehr ändern können. Ich habe keine Lust, Frau Schwarzer um Erlaubnis zu fragen, bevor ich im Bett richtig loslege.“
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Charlotte_Roche
Inhalt des Buchs
Die 18-jährige Helen Memel wohnt mit ihrem Bruder bei der Mutter und leidet unter der Trennung ihrer Eltern. Helen ist sehr erfahren in sexueller Hinsicht und hat so gut wie alle Praktiken schon ausprobiert. Besonders angetan hat es ihr der Analverkehr. Wobei wir auch schon bei dem Thema „Arsch“ wären. Nach einer missglückten Intim bzw. Arschrasur landet Helen auf der Inneren Abteilungen des Krankenhauses Maria Hilf. Von dort aus wird auch das gesamte Buch erzählt.
Helen erzählt von ihren Erfahrungen in sexueller Hinsicht, von ihrer Avocadokernzucht und wie sie es schaffen will ihre Eltern wieder zusammen zu bringen. Und natürlich von Hygiene, „die bei ihr kleingeschrieben wird.“
Bei ihren Sexgeschichten handelt es sich um Erfahrungen die sie zum Beispiel im Puff gemacht, in den sie geht um sie Sex mit Frauen zu erkaufen und aus Neugierde wie andere Frauen denn unten rum so aussehen. Eine weitere Geschichte handelt von einer Verabredung mit einem Mann, durch den sie angefangen hat sich zu rasieren. Denn er hat sich mit ihr verabredet, um sie zu rasieren und nicht mit ihr zu schlafen. Was Helen nicht ganz so toll fand, denn nach der Rasur war sie so geil, dass sie eigentlich mit ihm schlafen wollte. Naja musste sie sich halt selber befriedigen. Wo wir beim nächsten Thema wären, denn trotz Schmerzen versucht Helen sich im Krankenhaus selbst zu befriedigen. Und damit es keiner mitbekommt versteckt sie sich unter dem Bett beschüttet sich aus versehen mit Wasser aus ihrer Avocadokernzucht und dann kommt auch noch die Putzfrau rein.
Um zurück zum Thema der Eltern zu kommen. Helen leidet wie gesagt unter der Trennung ihrer Eltern und versucht sie beiden wieder zusammenzubringen. Sie kommt auf die Idee dass sie das jetzt am besten im Krankenhaus an ihrem Krankenbett schafft. Um nicht entlassen zu werden und dadurch mehr zeit zu haben, reißt sie sich ihre Wunde sogar wieder auf und erreicht damit eine schlimme Not-Op.
Welche Geschichten sie noch erlebt hat und ob sie es schafft ihre Eltern wieder zusammen zubringen, sollte jeder selber nachlesen. Möchte ja nicht alles vorweg greifen. Ich hoffe ich habe ein guten Einblick schaffen können worum es in dem Buch geht.
Leseprobe
Das war das erste Mal, dass ich mich rasiert habe. Oder dass ich rasiert worden bin. Also: meine erste Rasur. Seitdem sehen wir uns fast jede Woche. Manchmal macht er die Tür nicht auf. Oder ist nicht da. Dann müsste ich zwei Wochen ohne Rasur und mit Stoppeln rumlaufen. Das finde ich hässlich. Entweder ganz rasiert oder ganz beharrt. Das fängt auch immer doller an zu jucken. Also muss ich ran, wenn er nichts macht. Dabei mache ich das lange nicht so gut wie er. Nicht so langsam und nicht so liebevoll. Mich selber zu rasieren ist doof, weil ich auf dem Gebiet verwöhnt bin. Ich bin es gewohnt rasiert zu werden. Ich finde, wenn Männer rasierte Frauen wollen, sollen sie auch das Rasieren übernehmen. Und nicht den Frauen die ganze Arbeit aufhalsen. Frauen wäre es doch ohne Männer ganz egal wie beharrt sie sind. Wenn beide sich gegenseitig so rasieren, wie sie es am hübschesten finden, dann ist es das beste Vorspiel, das ich mir vorstellen kann. Und jeder hat beim anderen genau die Frisur, die ihn am geilsten macht. Besser als sich alles voneinander zu wünschen und sich gegenseitig zu erkären. Gibt nur Ärger.
Bei mir geht das schroff zur Sache. Ich rasiere mich schnell, zackzacki, überall drüber, und reiß mir alles mit der Klinge auf. Danach blute ich meistens, und die ganzen offenen Rasierstoppeln entzünden sich.
Schreibstil
Der Schreibstil ist jetzt keine literarische Höchstleistung, was ich persönlich auch nicht schlimm finde, den es würde jetzt gar nicht zu dem Buch und der Persönlichkeit von Helen passen, wenn sie geschwollen daher reden würde. Die Sätze werden zum größten Teil sehr kurz gehalten und nicht kompliziert. Dadurch fällt das Lesen sehr leicht und man muss sich nicht großartig konzentrieren, um das Buch zu lesen. Der Schreibstil passt halt dazu, dass das Buch auch eher leichte Kost ist und keine komplizierten Handlungen und Verwicklungen hat.
Oft werden auch Verkürzungen der Wörter verwebdet wie zum Beispiel: „drüber“. Natürlich fällt das Hauptaugenmerk auf den vulgären Wortschatz. Einige Beispiele wären da: kacken, Muschi, ficken, Arsch usw.
Aber ohne diesen vulgären Schreibstil wäre das buch auch nicht das was es ist und ich denke mal es hätte niemals den Erfolg, denn kann man über diese Thema provokant schreiben ohne solche Wörter zu benutzen?
Kommentare
Entnommen vom Buchrücken
„Radikal, drastisch und ebenso zart. Ich erinnere mich nicht, ein Debüt-Manuskript in der Hand gehabt zu haben, so sicher, so mutig und so voller Gegenwart wie dieses.“
Roger Willemsen
„Angenehm unzimperlich.“
Silvia Bovenschen
Meine Meinung zu anderen Meinungen
Dieser Punkt in meinem Bericht ist vielleicht etwas ungewöhnlich, aber ich muss da mal was loswerden. Dieses Buch ist ein Bestseller also gehe ich davon aus, dass es sehr viele Menschen gelesen haben. *Man bin ich schlau* Ich finde es ein bisschen schade, dass als erstes immer eine Ausrede gesucht wird warum man es gelesen hat. (Wie man auch bei den Berichten hier erkennen kann.) Also ich stehe dazu es aus reinem Interesse gelesen zu haben und finde das buch auch toll. Jeder hat es gelesen und auch durchgelesen und sagt es war scheiße und ich habe es nur gelesen weil… Niemand wurde dazu gezwungen und niemand hätte es zu ende lesen müssen, wenn es so scheiße ist. Natürlich ist das Buch voller Provokationen und ist übertrieben. Aber was mich sehr belustigt ist, dass es genau darauf zielt, dass alles auf dieser Welt verklemmt ist uns ein bisschen lockerer gesehen werden wollte und es trifft voll ins Schwarze, wenn man die Reaktionen sieht, das man nicht dazu stehen kann warum es gelesen hat.
(Freue mich schon auf die ganzen Kommentare dazu)
Meine Meinung zum Buch
So kommen wir wieder zum Buch zurück. Ich finde das buch ist sehr unterhaltsame, leichte Kost, dass einem so manche langweilige Zugfahrt versüßen kann. So war es jedenfalls bei mir. Es ist leicht zu lesen und man muss sich nicht anstrengen, also hat es ein Relax-Faktor und man kann es super lesen um mal vom alltäglichen Stress abzuschalten. Es ist teilweise sehr humorvoll geschrieben und man muss öfter mal schmunzeln. Natürlich weist es viele eklige Stellen auf, das kann man nicht abstreiten. Aber wenn diese Provokationen nicht wären, wäre das buch auch langweilig. Man darf diese Stellen halt nicht so ernst nehmen und wem es zu eklig ist, muss halt mal ein paar Zeilen überspringen. Man muss es mit Humor nehmen. Das buch spricht halt viele Sachen aus, die die meisten sich halt nicht trauen zu sagen. Und manche Sachen stimmen sogar. Jetzt werden wahrscheinlich einige Leute aufschrecken und sagen was schreibt die denn da. Natürlich möchte ich jetzt nicht sagen das alles auf das wahre Leben zu trifft, aber man gewisse Kleinigkeiten herauspicken, wo wahrscheinlich jeder sich beim lesen erwischt hat beim Gedanken, das es auf einem selber zu trifft. Und ich denke mal wenn jeder ehrlich zu sich selber ist, weiß er das auch. Auch wenn es natürlich wieder mal keiner zu geben würde. Man kann zum Beispiel nicht abstreiten, sowie es im Buch auch angesprochen wird, das die Benutzung öffentlicher Toiletten zu keinerlei Pilzinfektionen führt. Das ist wissenschaftlich bestätigt. Denn der eigene Arbeitsplatz hat mehr Bakterien als so eine Toilette.
Ich finde auch den Gedanken von Helen sehr interessant, ich zitiere: "Wer weiß schon, wie die benutzten Tampons von anderen Mädchen aussehen? Na gut. Wer will das überhaupt wissen? Außer mir. Ich weiß."
Nicht das ich jetzt wissen möchte, wie andere Tampons aussehen, aber ich denke mal dass sich schon jeder manchmal gefragt, ob bestimmte Sachen nur bei einem selber so sind oder vielleicht auch bei anderen? Man sich aber nicht traut mal zu fragen und es bestimmt auch viele gibt die sich selber dadurch nicht als normal ansehen. Dies ist auch ein gutes Beispiel dafür das viele Themen aus dem Alltag aufgegriffen werden und übertrieben dargestellt werden, aber eigentlich höchst aktuell sind. Genauso wird endlich mal mit diesen Vorstellungen über Frauen aufgeräumt, dass Frauen nicht kacken und wenn riecht es nach Blumen. Warum müssen Frauen denn immer so perfekt sein und bei Männern ist es zum Beispiel lustig wenn sie rülpsen oder furzen.
Natürlich sind auch viele abstruse Sachen dazwischen die einfach zur Belustigung sein sollen und dabei sollte es man auch belassen.
Fazit
Ich kann das Buch empfehlen. Man sollte nicht alles so ernst nehmen, aber vielleicht die übertriebenen Stellen mal kritisch hinterfragen und sich überlegen was dahinter stecken könnte und nicht gleich als ekligen Kram abstempeln. Natürlich ist vieles übertrieben, aber nur damit kann man auf Dinge aufmerksam machen und die Leute zu dem Thema lenken.
Ich hoffe auch das es einige Leute mehr gibt die einfach da zustehen dieses buch gelesen zu haben und sich nicht in Ausreden warum verrennen.
Ich bin echt dolle gespannt auf die Kommentare und seid dabei bitte ehrlich, auch zu euch selbst.
34 Bewertungen, 13 Kommentare
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01.06.2008, 13:28 Uhr von bigmama
Bewertung: sehr hilfreichLG Anett und einen schönen Sonntag
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01.06.2008, 10:38 Uhr von MasterSirTobi
Bewertung: sehr hilfreichSH, was sonst. LG MasterSirTobi
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29.05.2008, 23:26 Uhr von NavySeall
Bewertung: sehr hilfreichSchöner Bericht! LG NavySeall
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29.05.2008, 22:45 Uhr von emanuels
Bewertung: sehr hilfreichlg Emanuel
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29.05.2008, 20:31 Uhr von syl_md
Bewertung: sehr hilfreichein sehr schöner gut geschriebener Bericht, liebe Grüße und einen schönen Abend wünscht sylvia/ würde mich über eine Gegenlesung sehr freuen
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29.05.2008, 20:25 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichich wünsche dir einen schönen tag.
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29.05.2008, 17:30 Uhr von [email protected]
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich
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29.05.2008, 16:46 Uhr von Jerry525
Bewertung: sehr hilfreichSchöner Bericht von dir lg Jerry
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29.05.2008, 16:46 Uhr von laeuft
Bewertung: sehr hilfreichschöner bericht, lg franz
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29.05.2008, 16:22 Uhr von broos
Bewertung: besonders wertvollwoooooooooooooow!
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29.05.2008, 16:22 Uhr von Tonga1
Bewertung: besonders wertvollKlasse Bericht, LG Tonga1
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29.05.2008, 16:16 Uhr von bambie34
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich,lg Tanja
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29.05.2008, 16:10 Uhr von Mondlicht1957
Bewertung: sehr hilfreichIch stehe dazu es gekauft zu haben, leider bin ich noch nicht zum lesen gekommen, da es mir meine Familienmitglieder vorerst entführt haben, naja bin auch bald dran lach



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