Ratatouille (DVD) Testbericht
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Erfahrungsbericht von Michuri
Rattenscharf und einfach köstlich!
Pro:
amüsant, liebevoll gestaltete Figuren, gute Ideen, Animation
Kontra:
macht Hunger!
Empfehlung:
Ja
nun wende ich mich wieder einem Film zu. Bisher hab ich mir jeden Pixarfilm angesehen und damit auch folgenden...
Pixar zählt zu den erfolgreichsten Trickfilmschmieden und ist für acht wundervolle CGI-Filme verantwortlich. Und da heutzutage kaum eine Woche vergeht, in der nicht wieder ein neuer CGI Film startet, hier zum Überblick für Pixars Werke:
Der ganze Trubel für computeranimierte Streifen begann mit "Toy Story", dem später auch eine Fortsetzung folgte.
Danach kam "Das große Krabbeln", mein erster Pixar-Film, den ich im Kino zu sehen bekam. Weiter ging es mit "Die Monster AG" und ein Jahr später erwies sich "Findet Nemo" als einer der größten Filmerfolge überhaupt. Daraufhin erschienen "Die Unglaublichen" und 2006 rollten "Cars" an. Und kaum war dieser Film mit vier Rädern auf der Leinwand, lief auch schon wieder der erste Trailer für "RATATOUILLE". Von der Route 66 aus direkt in die französische Küche! Sapperlot! Im letzten Jahr gab es dann Roboterspaß mit "WALL-E".
Nach siebenfacher Überzeugung konnten weder ich noch der Rest der Familie auf das dieses Projekt verzichten! Und worum geht es da eigentlich?
Also...
~~~ I Story ~~~
Der Ort des Geschehens ist diesmal das schöne Frankreich. Dort auf dem Lande lebt Rémy. Rémy ist eine Ratte. Und damit auf der menschlichen Beliebtheitsliste ziemlich weit unten.
Das Leben als Ratte ist eigentlich recht einfach. Man lebt in einer großen Kolonie und es wird gegessen, was auf den Tisch kommt, oder besser gesagt, was die Mülltonne halt so hergibt.
Da gibt es nichts zu meckern finden alle, besonders Ratten wie Rémys Bruder Emile, der ohne wenn und aber alles in sich hinstopft was der Magen behält.
Rémy allerdings ist mit besonders feinen Sinnen ausgestattet und hält nicht viel von den faden Ernährungsgewohnheiten seiner Familie. Er stellt fest, das Essen viel besser schmeckt, wenn man kombiniert und würzt.
Das Einzige, was ihm diese Begabung jedoch einbringt ist der Posten des "Gift-Checkers" - er darf Nahrung auf ihren Rattengiftgehalt überprüfen.
Eines Tages muss die Rattenkolonie fliehen, da sie von der Besitzerin des Hauses entdeckt werden. Rémy geht bei dem wilden Getümmel in einem Abwasserkanal verloren. Das einzige, was ihm bleibt ist ein Kochbuch. Und zwar nicht irgendeines. Es handelt sich dabei um ein persönliches Buch von Auguste Gusteau, dem ehemaligen Chefkochs des berühmten Gusteau-Restaurants. Damals trug die Gaststätte noch satte 5 Sterne - bis der gefürchtete Kritiker Anton Ego eine vernichtende Kritik schrieb, die Gusteau einen Stern kostete. Als Gusteau dann verstarb, ging ein weiterer Stern flöten.
Während Rémy nun einsam im Kanal sitzt, studiert er das Kochbuch macht sogar den verstorbenen Gusteau zu seinem imaginären Freund. Als Rémy seinen Zufluchtsort schließlich verlässt, stellt er fest, dass er sich Paris befindet und noch dazu in der Nähe von Gusteaus Restaurant!
Durch Zufall gelangt er dort in die Küche wo Gusteaus Nachfolger, der kleine jedoch fiese Skinner nun das Sagen hat. Als Rémy sich mit seiner feinen Nase an einer Suppe zu schaffen macht, wird er entdeckt. Skinner beauftragt den jungen Linguini, der als Tellerwäscher arbeitet, Rémy zu töten. Linguini bringt das natürlich nicht übers Herz. Und noch dazu erweist sich die von Rémy verbesserte Suppe als absoluter Erfolg. Man hält Linguini für den Verantwortlichen und erwartet von ihm, dass weitere derartige Meistergerichte vollbringt. Linguini hat aber vom Kochen nun mal keinerlei Ahnung, während es Rémy keine größere Erfüllung gibt als den Kochlöffel zu schwingen.
Da hilft nur eins: Ratte und Tellerwäsche müssen sich zusammentun....
Soviel zur Grundstory.
~~~ II DVD + Meine Meinung ~~~
Es handelt sich hierbei um die ganz normale Einzel DVD Version. Die hat 9,95 EUR gekostet.
Bei den Sprachversionen steht zur Auswahl: Deutsch (DD 2.0), noch mal Deutsch (DD 5.1) und Englisch (DD 5.1).
Untertitel sind auf Deutsch, Englisch und Türkisch vorhanden.
Bildseitenformat beträgt 2.35:1.
Extras gibt es auf dieser Version keine.
~~~
Von Pixar ist man ja gewöhnt, dass die Leute dort nicht nur die merkwürdigsten Gegenstände wie Autos oder Spielzeug zum Reden bringen, sondern die unglaublichsten Dinge zusammenführen. Monster, die sich vor kleinen Kindern fürchten? Klar doch. Haie, die Vegetarier sind? Warum nicht.
Doch Ratten in einem französischen Nobelrestaurant? Mais non! Das sind zwei Angelegenheiten, die sich unmöglich miteinander vereinen lassen (und das wird ihnen das Gesundheitsamt auch bestätigen).
Glaubt man. Bis man den Film einlegt und feststellen muss, das Pixar das Unmögliche mal wieder möglich gemacht hat.
Auch wenn Ratten heute zum Teil als Haustiere gelten, wenn sie aus dem Abfall gekrabbelt kommen, ist nicht die Freude sondern das Geschrei groß.
Aber in Ratatouille sind die pelzigen Geschöpfe mit dem langen Schwänzchen einfach nur noch zum knuddeln! Besonders Hauptdarsteller-Ratte Rémy, dessen Fell so flauschig und echt wirkt, dass man am liebsten über den Bildschirm streicheln möchte.
Zum ersten Mal haben in einem Pixar-Film die menschlichen und tierischen Figuren gleichermaßen Bedeutung. Die wichtigsten Personen sind:
~ 1. Darsteller ~
~ Rémy ~
Rémy ist eine Ratte mit einem großen Herzen für gutes Essen. Dank seiner feinen Nase bringt er die herrlichsten Gerichte zu Stande. Er läuft sogar aufrecht, denn werden die Vorderpfoten ja beim Kochen benutzt, da muss man sich sauber halten!
Rémys Leidenschaft wird aber leider von niemandem anerkannt. Weder von seinem Vater Django, der Kochen für Zeitverschwendung hält und schon gar nicht von menschlichen Köchen oder Gästen. Rémy lässt sich jedoch nicht unterkriegen und kommt durch Linguini seinem großen Traum näher und stellt fest, dass es sich immer lohnt für seine Wünsche zu kämpfen..
~ Linguini ~
Linguini ist ein junger elternloser Knabe ohne viel Perspektiven oder Begeisterung. Er ist im Gusteau für die Drecksarbeit zuständig und da er nicht Kochen kann hat er auch keine Aussicht auf irgendwelche Beförderungen. Doch nach einer schicksalhaften Begegnung mit Rémy steht er plötzlich mitten im Rampenlicht der Feinschmecker. Was natürlich auch dazu führt, dass ihm der Erfolg ein bisschen zu Kopf steigt.
~ Anton Ego ~
Anton Egos Rolle ist eigentlich nicht all zu groß, aber bemerkenswert. Er ist neben dem Koch Skinner der Gegenspieler von Linguini und Rémy. Er hat das "Gusteau" vor Jahren als zweitklassig abgestempelt, in Erwartung, das würde so bleiben. Deshalb ist er überhaupt nicht erfreut über das Comeback.
Obwohl nicht zu den netten Charakteren gehört, ist er eine großartige Figur im Film and hält gegen Ende einen brillanten Monolog über die Arbeit eines Kritikers.
Weitere wichtige Figuren sind Rémys Vater Django, der weder vom Kochen noch von Menschen was hält und die Köchin Colette, die einzige Frau in der Küche des Gusteaus und Linguinis heimliche Flamme.
Wie immer toll ausgearbeitete und glaubwürdige Charaktere. Für die Schauspielerwahl wurden hier nicht wie in den meisten Filmen Berühmtheiten ausgesucht, was auch überhaupt nicht nötig ist, schließlich sollen die Sprecher nicht besonders bekannt, sondern passend für die Figuren sein. Es sprechen ohnehin fast alle mit "rischtig französischem Akson".
Erwähnenswert ist Ian Holm, der Skinner seine Stimme leiht. Ian Holm ist Der-Herr-der-Ringe-Fans auch bestens als "Bilbo Beutlin" bekannt.
Für Cars wurden in der deutschen Fassung des Films natürlich Leute wie Michael Schumacher und Nikki Lauda gewählt, wenn es doch schon mal um Rennautos geht! Deshalb wird bei Ratatouille der Koch Horst von Fernsehkoch Tim Mälzer gesprochen. Auffällig ist auch Jürgen Thormann (Synchronisationssprecher aus "Needful Things"), dessen Stimme einfach super zu Anton Ego passt!
Hier alle im Überblick:
Rémy Patton Oswalt
Linguini Lou Romano
Emile Peter Sohn
Skinner Ian Holm
Gusteau Brad Garrett
Django Brian Dennehy
Colette Janeane Garofalo
Anton Ego Peter O'Toole
~ Animation ~
Nicht nur die Gerichte sind in diesem Film sind ein Leckerbissen für die Augen, sondern auch das ganze Design selbst. Die Stadt sieht aus, als hätte man direkt in Paris gefilmt. Und wer sich vielleicht schon mal öfters mit CGI auseinander gesetzt hat, weiß, wie schwer es ist Dinge wie Haare und Fell zu entwerfen. Und eine Ratte besteht ja nun mal hauptsächlich aus Fell (vom unbeliebten nackten Schwänzchen mal abgesehen), weshalb glatt 300 000 Schlüsselhaare pro Tier entworfen worden. Für die Witzbolde, die also glauben, so ein Animationsfilm benötige nichts weiter als einen Computer und (wenn überhaupt) zwei Personen, sollte sich mal das Making Of irgendeines Pixar Films und damit die Mühe, die dahinter steckt, ansehen. Und damit die Pelztierchen aus möglichst realistisch wirken, wurden echte Ratten erst mal eine Weile beobachtet, damit man ein Gefühl für ihr Verhalten bekommt.
Nun geht es in Ratatouille nicht nur um Nager, sondern um Essen. Köstliches Essen aus der Pariser Nobelküche. Brad Bird, der Regisseur, durfte sogar in Paris die dortigen Köche beim Kochen beobachten.
Und hier kommt das "Manko" des Films ;) ! Nicht nur Ratten zu erstellen kostet viel Arbeit. Jedes Gericht musste erst einmal tatsächlich gekocht und fotografiert werden, bevor es dann am Computer kreiert werden konnte.
Nun sitzt man also vorm Fernseher und vor dem Bildschirm werden die verführerischsten Mahlzeiten aufgetischt, dass man am liebsten reinbeißen möchte. Nach dem Film rennen die meisten vermutlich erst einmal ins nächste Restaurant (möglicherweise ist das ganze auch ein abgekartetes Spiel zwischen der Filmindustrie und den Gaststätten?! Verschwörung!!) oder bereiten sich ihr eigenes Ratatouille zu.
Von dieser Beschwerde mal abgesehen bringt der Film Vorteile in Hülle und Fülle. Ratten bekommen einen besseren Platz in der Gesellschaft, Kinder wollen nicht mehr Popstars sondern Köche werden und Fast Food muss der Haute Cuisine weichen.
Und die Moral von der Geschichte ist nicht nur "Jeder kann kochen" (der Titel von Gusteaus Kochbuch), sondern das eben jeder zu großem fähig ist und man für seine Träume kämpfen sollte, auch bei Widerständen. Herrlich!
Und natürlich geht's in Ratatouille auch um Spaß, Spaß, Spaß! Die Story strotzt mal wieder nur so vor witzigen Ideen und Einfällen, z.B. als Rémy lernt Linguini zu "steuern", indem er sich unter dessen Kochmütze versteckt und seine Haare wie die Fäden einer Marionette benutzt. Lustige Dialoge und tolle Slapstick Einlagen - hier amüsiert man sich einfach!
~ 3. FSK ~
Nein, keine Sorge, Ratatouille muss nicht zensiert werde. Der Film hat keine Altersbeschränkung, was auch völlig in Ordnung ist. Es gibt keine gruseligen Szenen und auch keine Bösewichte, kann sich also jeder problemlos ansehen.
Dennoch werden sich die kleinsten Zuschauer bei der Geschichte zum Teil nicht so amüsieren wie die Großen, den einige Dialoge Situationen sind eben nur für das erfahrene Publikum verständlich. Die jüngeren können der Handlung natürlich folgen und haben auch ihren Spaß, aber bei manchen Dingen eben nicht ganz so durchblicken.
~~~ III Daten zum Film ~~~
Titel: Ratatouille
Sprache: Englisch
Regisseur: Brad Bird
Produktion: Darla K. Anderson, John Lasseter, Brad Lewis
Musik: Michael Giacchino
Laufzeit: ca. 111 Minuten
Budget: 150 Mio. US Dollar
Der Titel passt perfekt zum Film. Denn bei "Ratatouille" handelt es sich ja eigentlich um ein Gericht, zugleich hört es sich auch nach Ratte an. Somit werden die beiden Hauptthemen des Films - Essen und Ratten - in diesem Titel harmonisch vereint.
~~~ IV ~~~
Wenn man bis hier her gelesen hat ist klar, ich bin begeistert. Auch wenn ich von jedem Pixar Film jedes Mal entzückt bin, sehe ich dem darauf folgenden immer skeptisch entgegen. Und jedes Mal muss ich feststellen: Pixar hat ein neues Meisterwerk geschaffen.
Interessante und liebevoll gestaltete Figuren, Witz, Herz und Verfolgungsjagden - da bleiben keine Wünsche offen! Ehe man sich versieht sind beinahe zwei Stunden verstrichen und man hat sich bestens amüsiert.
Und obwohl man sich gegen Mitte des Films schon sicher ist, wie der Film wohl ausgeht, wird das Ende wohl doch eine Überraschung.
Also, egal wie alt ihr nun seid, schnappt euch eure Lieben und seht euch RATATOUILLE an! Ich wünsche euch Bon appétit bei dieser Trickfilm-Spezialität!
Ich vergebe RATATOUILLE 5 Sterne und damit ein "exzellent"!
Ich hoffe, mein Bericht hat euch gefallen, ich freue mich über Bewertungen und Kommentare!
Ein schönes Wochenende noch wünscht euch
Michuri
23 Bewertungen, 12 Kommentare
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03.05.2010, 01:29 Uhr von Striker1981
Bewertung: sehr hilfreichSH und Liebe Grüße vom STRIKER ;)
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20.05.2009, 02:31 Uhr von sandieheinrich
Bewertung: besonders wertvollGrüßle aus der Hauptstadt
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18.05.2009, 13:13 Uhr von Brittili70
Bewertung: sehr hilfreichGut geschrieben. Liebe Grüße Brittili70
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17.05.2009, 08:45 Uhr von droehn
Bewertung: sehr hilfreichToller Bericht, lg droehn
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17.05.2009, 01:20 Uhr von timecode001
Bewertung: besonders wertvollExtrem super geschrieben! Dafür von mir die 10.0!!! Liebe Grüsse und noch ein schönes Wochenende. timecode001
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16.05.2009, 22:53 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichwünsche dir einen schönen sonnabend lg.petra
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16.05.2009, 21:41 Uhr von Lale
Bewertung: sehr hilfreichInforeich berichtet. Es grüßt die Lale.
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16.05.2009, 17:33 Uhr von Clarinetta2
Bewertung: sehr hilfreichden werd eich mir anschauen
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16.05.2009, 17:16 Uhr von werder
Bewertung: sehr hilfreichSH & LG aus Hannover! Freu mich über Gegenlesung!
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16.05.2009, 17:03 Uhr von sigrid9979
Bewertung: sehr hilfreichSchön Berichtet ... Freue mich über Gegenlesungen Lg Sigi
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16.05.2009, 16:06 Uhr von krullinchen
Bewertung: sehr hilfreichViele Grüße!
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16.05.2009, 15:39 Uhr von peter_nordberg
Bewertung: sehr hilfreichNetter Bericht von dir. lg Peter
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