Ratatouille (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von Riesenkeks

"Wieso muss ich allen immer etwas vormachen?"*

Pro:

Animation, Musik, macht hungrig

Kontra:

macht hungrig, Werbung zu Beginn der DVD, Humor eher für Kinder

Empfehlung:

Ja

*Rémy

Es gibt Dinge, die sind einfach zu niedlich für diese Welt. – Eine Wunderbar animierte Ratte, die fast schon extatisch eine Suppe rettet, indem sie verschiedene Zutaten hineinwirft, gehört sicherlich dazu.

Brad Bird und Jan Pinkava, die dabei Regie geführt haben, als der Wanderratte Rémy in den Pixar-Studios Leben eingehaucht worden ist, haben das Drehbuch von Jim Capobianco, Emily Cook, Kathy Greenberg und Bob Peterson wunderbar umgesetzt.
Rémys Sippe wird eines Tages zur Flucht aus ihrem beschaulichen Heim, bei dem es sich um den Dachboden einer älteren Frau handelt, gezwungen, da das Versteck aufgeflogen ist. Rémy, der nicht ganz unschuldig an diesem Desaster ist, nimmt bei der Flucht noch das Kochbuch des verstorbenen Gourmetkochs Gusteau, das ihm ans Herz gewachsen ist, mit, wodurch er dann aber den Anschluss verliert und schließlich alleine durch die Kanalisation treibt und in Paris strandet. Wie es der Zufall so will, kommt er ausgerechnet vor Gusteaus altem Restaurant aus und bekommt mit, wie der junge Linguini, der in der Küche des Restaurants putzt und für Ordnung sorgen soll, aufgrund seiner Tollpatschigkeit eine Suppe ruiniert. Mehr oder weniger unfreiwillig gelangt Rémy ebenfalls in die Küche und wenn er schon mal da ist, kann er ja sein kulinarisches Talent und seinen mehr als scharfen Geruchssinn sinnvoll einsetzen und die Suppe retten. Linguini bekommt das allerdings mit, fängt die Ratte und soll sie eigentlich entsorgen, doch als er mit ihr an der Seine ankommt, bemerkt er, dass Rémy ihn verstehen kann und dass er ihm noch helfen könnte, wenn er denn tatsächlich Koch werden will…

So weit, so gut.
Wir haben also eine Ratte, die auf einmal von ihrer Sippe getrennt ist, aber dafür einen Hang zum Kochen hat und sich dabei auch noch ganz geschickt anstellt, einen trotteligen jungen Mann, der seinen Hals retten will und ein paar andere mehr oder weniger wichtige Charaktere wie Rémys Bruder und den Küchenchef des Restaurants. Was kann man daraus machen?
Na klar, eine Geschichte, die zwar unwahrscheinlich niedlich und schön ist, aber eben auch doch recht realitätsfern. Wer allerdings tatsächlich denkt, dass ein Animationsfilm dieser Art realistisch zu sein hat, der hat die Idee dahinter nicht so ganz verstanden. Dennoch hätte an der einen oder anderen Stelle ein bisschen weniger übertreiben agiert werden können. Es ist einfach nicht möglich, dass ein Ratte zusammen mit einem Kochbuch einfach mal eben ein Fenster einschlägt – es sei denn, das Fenster wäre auch schon kaputt gegangen, wenn man es nur schief angesehen hätte.
Und doch lebt dieser Film immer wieder von unwahrscheinlichen und doch irgendwie cleveren Momenten. Schon allein die Art, wie Linguini und Rémy es schaffen, gemeinsam zu kochen, ist zwar an den Haaren herbeigezogen ( Leute, die den Film kennen, werden hoffentlich an dieser Stelle schmunzeln müssen. ) , aber durchaus nicht die schlechteste Lösung.
Überhaupt sind hier so viele schöne kleine Elemente zu finden, die mich immer wieder schmunzeln lassen. Sei es, dass die Animation der Tiere einfach nur als gelungen zu bezeichnen ist und man bei Rémy sogar hin und wieder einzelne Haare glänzen sieht, dass die Mischung aus Ernst und Humor durchaus gelungen ist, oder auch, dass Rémys Vater seinen Sohn vor einen Laden mit Rattengift führt, um ihn vor allzu viel Kontakt mit den Menschen zu warnen. All diese Elemente und ein zu dem Film passender Soundtrack machen Ratatouille zu einem Film, der junge Leute ebenso begeistern kann, wie Leute in meinem Alter und solche, die auch mit XX Jahren noch immer gerne Animationsfilme dieser Art sehen. Kinder werden eher an Stellen wie “Jetzt halt die Klappe und iss Deinen Müll.“ Gefallen finden, wohingegen Erwachsene und Jugendliche wohl eher “Wieso muss ich allen immer etwas vormachen?“ lieben dürften. Die Hin- und Hergerissenheit zwischen zwei Welten, die beide nicht vollkommen zu Rémy passen, ist deutlich zu spüren.
Natürlich gibt es auch hier Dinge, die man sich hätte sparen können, oder die bei der einen oder anderen Altersklasse nicht sonderlich gut ankommen. Der Küchenchef beispielsweise ist mir ein Dorn im Auge. Mir ist bewusst, dass er auch nicht sympathisch sein soll, aber es gibt unsympathische Charaktere, die mich weitaus weniger nerven.

Das Steelbook besticht eigentlich nur dadurch, dass es netter aussieht, als die normale DVD-Hülle. An Extras gibt es auf dieser DVD einen kleinen Kurzfilm („Dein Freund, die Ratte“ – für Kinder sicherlich ganz nett und sogar lehrreich, ich persönlich fand Rémys Bruder und das Ende einfach zu nervig.), einen weiteren Kurzfilm („Lifted“ – habe ich noch nicht gesehen) und eine Rubrik, die sich „Film und Delikatessen: Ein Gespräch mit Brad Bird und Thomas Keller“ nennt und von mir bisher ebenfalls ignoriert worden ist, da ich hin und wieder auch noch andere Dinge zu tun habe. Ich denke aber, dass die beiden Dinge nicht grottenschlecht sein werden.
Bild und Ton sind gut – zumindest, soweit ich das sagen kann, denn ich habe die DVD nur am Laptop abgespielt. Wer möchte, kann sich den Film übrigens auch auf Englisch oder Türkisch ansehen.

Was mich mal wieder ein kleines bisschen genervt hat, war die Werbung am Anfang des Filmes, aber darüber komme ich schon allein deswegen hinweg, weil Wall-E und Aristocats dabei waren.


Fazit
Ich habe an der DVD nicht wirklich etwas zu beanstanden, das Steelbook ist ganz schick und der Film durchaus unterhaltsam. Vier Sterne, die knapp an den fünften vorbeigeschrammt sind, und eine Empfehlung.

37 Bewertungen, 8 Kommentare

  • yeppton

    15.04.2011, 21:23 Uhr von yeppton
    Bewertung: sehr hilfreich

    Klasse berichtet, schau doch mal vorbei, Lg Markus

  • anonym

    25.02.2011, 20:56 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße Edith und Claus

  • babygiftzwerg

    25.02.2011, 20:34 Uhr von babygiftzwerg
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende. LG Ulrike

  • catmum68

    23.02.2011, 15:45 Uhr von catmum68
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreicher Bericht, LG

  • sigrid9979

    23.02.2011, 13:24 Uhr von sigrid9979
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße Sigrid ....

  • anonym

    23.02.2011, 12:22 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    prima geschrieben, lg willi

  • uhlig_simone@t-online.de

    23.02.2011, 12:22 Uhr von [email protected]
    Bewertung: sehr hilfreich

    viele grüße v. simone, schau doch mal bei mir vorbei

  • anonym

    23.02.2011, 12:18 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    habe ich auf frz. gesehen, voll süß