Die Welle (DVD) Testbericht

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ab 145,75
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  durchschnittlich
  • Anspruch:  sehr anspruchsvoll
  • Romantik:  durchschnittlich
  • Humor:  durchschnittlich
  • Spannung:  spannend

Erfahrungsbericht von atrachte

The Third Wave

Pro:

intelligent gestrickt, verzichtet auf den erhobenen Zeigefinger, Jürgen Vogel,

Kontra:

zum Ende hin wird zuviel Dramaturgie verwendet, andere kleinere Schwächen,

Empfehlung:

Ja

Filme aus deutschen Landen können in den seltensten Fällen mein Interesse wecken. Diese Besonderheit ist vor kurzem jedoch dem Streifen "Die Welle" gelungen, sodass ich es mir nicht nehmen lassen wollte den Film zu verpassen, weshalb ich ihn mir am gestrigen Abend zur Gemüte geführt habe. Wie mein Urteil ausfällt, gibt es in den nächsten Zeilen zu lesen.

\\\\ Story ////
"Och, nee. Nicht schon wieder Nationalsozialismus", stöhnt es in der Klasse von Gymnasiallehrer Rainer Wenger (Jürgen Vogel), als dieser seine Projektwoche zum Thema "Autokratie" startet. Schnell entbrennt unter Schülern und Lehrer eine Diskussion darüber, das ein ähnliches Regime wie das dritte Reich in Deutschland nie wieder Fuß fassen könne, da man mittlerweile zu sehr aufgeklärt sei. Aufgrund dieser kursierenden Meinung unter seinen Schülern, entschließt sich Wenger ein Experiment zu starten, um seinen Schützlingen zu zeigen das ähnliche Strukturen jederzeit wieder den Alltag bestimmen könnten. Nachdem dieses Vorhaben zu Beginn noch müdes Gelächter und Skepsis hervorruft, gelingt es Wenger schon sehr bald, seine Schüler mit Parolen wie "Macht durch Gemeinschaft" und militärischer Disziplin unter seine Kontrolle zu nehmen. Schnell entwickelt sich aus dem Versuch eine eigene Bewegung mit dem Namen "die Welle", welche immer mehr ausser Kontrolle gerät. Doch davon bekommt Wenger, der die Leitfigur der Bewegung ist, schon gar nichts mehr mit.
\\\\ Meine Kritik zu "Die Welle" ////
Es ist schon ein wenig länger her, als sich der deutsche Film den Stoff aus einem amerikanischen Sozialversuch vornahm und diesen auf Zelluloid bannte. Etwas länger her, ist in diesem Falle Anno 2001, als Oliver Hirschbiegel mit "Das Experiment" einen der vielschichtigsten, und intelligentesten Filme auf die Leinwand brachte, die Deutschland zu bieten hat. Auch für den aktuell angelaufenen Film "Die Welle", diesmal unter Regie von Dennis Gansel ("Napola"), vergriff man sich für den Plot an einem in Amerika stattgefundenen Sozialexperiment , welches Ende der 1960er Jahre von dem Highschool-Lehrer Ron Jones durchgeführt wurde. Dabei ist der Stoff von "Die Welle" hierzulande jedoch deutlich vorbelasteter als sieben Jahre zuvor die Geschichte von "Das Experiment", denn hierzulande gehört die erste Verfilmung und das Buch zu Jones´ Experiment zum Grundstoff für Gymnasialklassen des achten und neunten Jahrgangs. Beste Vorraussetzungen also, um möglichst viele Besucher ins Kino zu locken.

Und tatsächlich gelingt dies, wie uns die Besucherzahlen zeigen, dem Film auch sehr gut, was zum Teil vielleicht daran liegen mag, das "Die Welle", anders als erwartet, nur sehr selten das Thema "Nationalsozialismus" direkt aufgreift, sondern die Parallelen zwischen dem Experiment und dem dritten Reich geschickt unterschwellig auf arbeitet. Dies war keinesfalls zu erwarten, war das dritte Reich und seine Folgen doch der ausschlaggebende Grund warum Jones´s das Experiment 1967 überhaupt erst startete. So verhindert Dennis Gansel auf geschickte Art und Weise, das der Zuschauer sich zum xten mal durch einen mahnenden Streifen quälen muss, der mit seinem stets erhobenen Zeigefinger mehr abstumpft als seine gewollte Wirkung erreicht. Denn, wie der Film es zu Beginn auch in der Klasse von Rainer Wenger zeigt, ist vor allem die heutige Jugend aufgrund dessen von allen Seiten den Zeigefinger auferlegt zu bekommen, mittlerweile so abgestumpft dem Thema "Nationalsozialismus" gegenüber, das viele der Meinung sind "Nationalsozialismus, das ist Vergangenheit. So was kann nicht noch einmal passieren", was, wie ein gesunder Menschenverstand in der Lage sein sollte zu wissen, ein tödlicher Irrglauben ist.
Eine weitere Stärke des Filmes ist es, das er seine Rahmenhandlung in den typischen Alltag Deutschlands transferiert, was erneut vor allem bei dem jugendlichen Publikum die gewünschte Wirkung erzielen wird. So werden in "Die Welle" Themen wie Schulgewalt, Ausgrenzung durch Mitschüler und Probleme im Elternhaus geschickt in die eigentliche Handlung eingebettet, sodass es verständlicher für den Zuschauer ist, wie sich die große Anzahl der Schüler so schnell von der Welle Bewegung erfassen lässt und mit dieser schließlich selbst anders Denkende ausgrenzt, Gewalt anwendet und sich letztendlich selbst in ein faschistisches System verwandelt.

Doch auch wenn der Film durch seine authentische und nachvollziehbare Handlung überzeugen kann, so macht Dennis Gansel leider doch einige Fehler. Dies betrifft vor allem die Verwendung der Dramaturgie, welche vor allem zum Schluss dann doch zu sehr ausgereizt wird, und ein zu gekünstelt wirkendes, Ende hervorruft. Auch ist es nicht so ganz nachvollziehbar warum der Film nicht mehr auf die charakteristische Veränderung von Jürgen Vogel´s Charakter eingeht, denn auch dieser lässt sich von seiner Bewegung immer mehr mitreißen, und genießt es förmlich ihr "Führer" zu sein. Leider versäumte es Dennis Gansel jedoch, nicht tief genug auf den Initiator des Projektes ein.
Trotzdem ist es vor allem Jürgen Vogel in "Die Welle" als moderner Gymnasiallehrer mit unkonventionellen Lehrmethoden überzeugen darf, man muss gar sagen das er, trotz der Tatsache nicht den Fokus zugesprochen bekommen zu heben, den Film in den meisten seiner Szenen trägt. Denn ausser Vogel selbst, gibt es kaum einen anderen (Jung) Darsteller der wirklich hervor sticht, was daran liegen mag das viele Darsteller noch "frisch" sind. Frederick Lau etwa, der als Tim eine tragende Rolle hat, da er den Charakter spielt, der am gravierendsten von der Welle erfasst wird, wirkt in seinem Spiel zu aufgesetzt, Kritiker nennen es gerne "Overacting". Die anderen Darsteller bleiben hingegen etwas blass, obwohl vor allem das junge Publikum wohl sicher seine Identifikationsfigur finden wird, da so ziemlich alle Stereotypen im Film vertreten sind (Aussenseiter, Möchtegern-Gangsta, Sportler). Einzig Max Riemelt, der auch schon in Dennis Gansel´s "Napola" mitwirkte, darf noch mit einem guten Schauspiel in der zweiten Hälfte glänzen, zuvor wirkt er als Marco leider etwas blass.

\\\\ Daten zum Film ////
Original Filmtitel:
Die Welle (2008)

Länge des Filmes:
Ca. 110 Minuten
Schauspieler:
Jürgen Vogel (Rainer Wenger)
Frederick Lau (Tim)
Max Riemelt (Marco)
Jennifer Ulrich (Karo)
Christiane Paul (Anke Wenger)
Cristina do Rego (Lisa)
Jacob Matschenz (Dennis)

Regisseur:
Dennis Gansel
FSK:
Freigegeben ab 12 Jahren

Verleiher:
Constantin Film
\\\\ Fazit ////
"Die Welle" ist ein gutes Beispiel dafür, das auch der deutsche Film durchaus in der Lage ist ein brisantes Thema mit guter Unterhaltung zu paaren. Zum Glück verzichtet der Film dabei auf pseudo-intellektuelle Ausflüchte, schade nur das es sich Dennis Gansel nicht nehmen lassen konnte, und seinem Machtwerk zum Schluss zu viel unnötige Dramaturgie zugesetzt hat. Nichtsdestotrotz, ein gelungener Film, der vor allem für das (nicht ausschließlich) junge Publikum geeignet ist.

7,5/10 Punkte für "Die Welle" und so vier Sterne als Wertung
Homepage des Filmes :
www.welle.film.de

Homepage des Verleihers :
www.constantin-film.de
IMDB Link mit weiteren Informationen zum Film:
http://www.imdb.com/title/tt1063669

46 Bewertungen, 17 Kommentare

  • MasterSirTobi

    28.05.2008, 12:08 Uhr von MasterSirTobi
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schöner Bericht. LG von MasterSirTobi

  • may786

    24.05.2008, 14:10 Uhr von may786
    Bewertung: sehr hilfreich

    Guter Bericht!! LG & ein sonniges WE

  • Turbotisl1

    24.05.2008, 10:35 Uhr von Turbotisl1
    Bewertung: sehr hilfreich

    Guter Bericht und liebe Grüsse !!! Freue mich über jede Gegenlesung.... : ) !!!!

  • bigmama

    23.05.2008, 21:59 Uhr von bigmama
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG Anett und ein schönes WE

  • campino

    23.05.2008, 19:18 Uhr von campino
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele Grüße, Andrea !

  • bambie34

    23.05.2008, 19:11 Uhr von bambie34
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich,lg Tanja

  • syl_md

    23.05.2008, 18:54 Uhr von syl_md
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr hilfreicher Bericht, LG Sylvia, würde mich über eine Gegenlesung sehr freuen

  • Qantas

    23.05.2008, 16:03 Uhr von Qantas
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sonnige Grüße aus Köln!

  • hanen11

    23.05.2008, 15:43 Uhr von hanen11
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr guter Berich. LG

  • frankensteins

    23.05.2008, 15:08 Uhr von frankensteins
    Bewertung: besonders wertvoll

    sh lg Werner

  • miko1960

    23.05.2008, 14:17 Uhr von miko1960
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schöner Bericht. VG, Michael

  • schwimm_ente

    23.05.2008, 13:39 Uhr von schwimm_ente
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schöner Bericht, LG Schwimm_ente

  • Bigfatalex

    23.05.2008, 13:35 Uhr von Bigfatalex
    Bewertung: sehr hilfreich

    lG Marc ;-)

  • Zzaldo

    23.05.2008, 13:24 Uhr von Zzaldo
    Bewertung: sehr hilfreich

    ein klasse Bericht von dir. LG Stephan

  • Jerry525

    23.05.2008, 13:19 Uhr von Jerry525
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße an dich Jerry

  • anonym

    23.05.2008, 13:15 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    prima Bericht! Hab den Film auch gesehen! Grüsse!

  • Trolligun

    23.05.2008, 12:40 Uhr von Trolligun
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich fand den Film nicht so gut, sh und lg