Gladiator (DVD) Testbericht

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Gladiator-dvd-historienfilm
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  sehr viel
  • Anspruch:  anspruchsvoll
  • Romantik:  durchschnittlich
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Spannung:  sehr spannend

Erfahrungsbericht von myra-belle

Ein Tribun, der zum Sklaven wurde. Ein Sklave, der zum Gladiator wurde.

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Es stellt sich natürlich die Frage, wie es so weit kommen konnte.
Einst war Maximus (Russell Crowe) ein umjubelter Feldherr mit dem Rang eines Tribuns mit einem Heer, das bedingungslos hinter ihm stand und sich ohne Rücksicht auf Verluste gegen die Barbaren warf, um das Römische Reich unter Ceasar Marcus Aurelius (Richard Harris) zu vergrößern. Maximus war und bleibt ein Mann, der dem Kampfspruch \"Ehre und Stärke\" bis zum letzten Atemzug folgt. Er gehorchte Marcus Aurelius aber nicht nur, sondern liebte ihn wie einen Vater und wurde von dem alten Mann, der im Sterben lag, innigst wiedergeliebt. Da wunderts keinen, dass dieser möchte, dass Maximus nach seinem Tod solange die Herrschaft übernimmt, bis der Senat aus dem Römischen Reich eine Republik gemacht hat. Maximus aber wollte nach fast 3 Jahren seine Familie, bestehend aus seinem Weib und seinem mittlerweile 8jährigen Sohn, wiedersehen und zögerte mit seiner Zusage.
Erschwerend kommt hinzu, dass Marcus Aurelius ja einen rechtmäßigen Erben hat, und zwar Commodus (Joaquin Phoenix), der tief enttäuscht darüber ist, dass nicht er derjenige ist, der die Liebe seines Vaters genießt. Er hatte trotzdem in dem Irrglauben gelebt, dass der alte Herr noch einen Funken Anstand im Leibe hätte und seinen leiblichen Sohn als Erben ernennt. Commodus sieht keinen anderen Weg, als seinen Vater vor der offizielen Ernennung von Maximus als Nachfolger umzubringen.
Seine Schwester, die schöne Lucilla (Connie Nielsen), die leider nicht als Mann auf die Welt gekommen ist, wäre als Kaiser eine gute Wahl gewesen. Sie ist eine intelligente Frau, die in der Lage ist, den frischgebackenen Caesar vor der Wut des Senats zu retten, den er trotzköpfig als eine Bande piviligierter alter Herren bezeichnet, und ihren Bruder zu besänftigen, wenn er mal wieder kurz vorm Durchdrehen ist. Er ist geistig nämlich äußerst labil, wobei daran nicht nur die fehlende Vaterliebe und seine fruchtlose Bemühungen um ebendiese Schuld ist, sondern auch seine verbotene Sehnsucht nach seiner leiblichen Schwester. Sie liebt ihn zwar auch, aber nur auf schwesterliche Art. Wie man nach und nach erfährt, ist sie Witwe und Mutter eines 8jährigen Jungen und eine Verflossene von Maximus. Ich habe die ganze Zeit darauf gewartet, dass sie ihm offenbart, dass ihr Sohn auch seiner sei, aber Gott sei Dank ist dies nicht eingetreten. Diese Phrase wäre aber auch zu abgedroschen gewesen.
Zurück zu Maximus : Natürlich ist ihm gleich klar, dass Marcus Aurelius keines plötzlichen natürlichen Todes gestorben ist. So verweigert er Commodus seine Dienste. Dabei unterschreibt er das Todesurteil für sich und seine Familie. Ihm gelingt es, zu fliehen, doch Frau und Kind müssen daran glauben. Geschwächt wird er obendrein aufgelesen und als Sklave an Proximo (Oliver Reed) verkauft, der ihn und andere in die Arena schickt, wo sie zur Belustigung der Zuschauer töten oder sterben sollen. Anfangs weigert er sich, die Menge zu hofieren, doch als er von Proximo, einem ehemaligen Gladiatoren hört, dass einem erfolgreichen Gladiator, der es bis ins Coloseum in Rom schafft, die Freiheit winkt, indem der Caesar ihm die Hand auf die Schulter legt, beschließt Maximus alles zu tun, um damit die Chance zu haben, Rache an Commodus zu nehmen.

Um nicht die ganze Spannung wegzunehmen, höre ich hier mit der Story auf.

Zu den Schauspielern :

Crowe ist mit dieser Darstellung des edlen Sandalenritters quasi über Nacht berühmt geworden. Klar hatte er vorher schon Filme gedreht, doch aus dem Stegreif kann ich keine Titel nennen. Ein Oscar für die beste männliche Hauptrolle macht sich da natürlich bezahlt. Dabei habe ich ihn noch nicht einmal überragend gefunden. Maximus ist ein Mann von echtem Schrot und Korn, der tut, was ein Mann nach seinen Prinzipien tun muß, wobei Denken nicht unbedingt seine Stärke ist. Geht es um die Ehre, ist er sofort dabei.
Phoenix dagegen hat meiner Meinung nach sehr eindringlich gezeigt, wozu ein ungeliebter Sohn fähig sein kann. Commodus ist nicht nur schlecht und schwach, sondern erhielt ab und zu auch mein vollstes Verständnis. Was hatte sich der Alte bloß dabei gedacht? Von wegen, sein Sohn werde sein Entscheidung schon akzeptieren. Der Junge kann sich doch nichts davon kaufen, dass der Vater darüber lamentiert, dass die Fehler des Sohnes die Fehler des Vaters seien und Commodus nun mal nicht so ist, wie es sein Vater gerne hätte.
Nielsen hat mit dieser Rolle gezeigt, dass sie sehr wohl eine tragende Rolle spielen kann. Sie ist das Verbindungsstück zwischen den beiden Gegenspielern, wobei sie sich dabei immer Sorgen um das Wohl ihres Kindes machen muß. Eine starke Frau, die sich nicht scheut, ihre schwachen Momente sich einzugestehen und aus der schlechten Erfahrung zu lernen.
Aber die anderen Figuren wurden zwar recht passabel besetzt, doch wurden viele nur eingeführt, um die 3 Hauptcharaktere und ihre Weiterentwicklung zu unterstützen. Es ist vollkommen egal, wie abwegig die Verhaltensweise des Einzelnen ist. Frei nach dem Motto \"Sterben für das Vaterland ist der ehrenvollste Tod\". Die Charakter selbst und ihre tieferen Beweggründe werden so gut wie gar nicht beleuchtet.

Nun zu den Kampfszenen :

Ich habe keine Ahnung, warum sie so brutal ausgefallen sind. Da fliegen Körperteile von Blutfontänen begleitet durch die Gegend, es wird gehackt, geschnetzelt und aufgespießt. Ich finde es seltsam, dass auf der einen Seite Heldenfiguren generiert werden und auf der anderen Seite der Eindruck entsteht, der Krieg und die Gladiatorenkämpfe seien völlig unnötig und eine unappettitliche Angelegenheit. Entweder die eine oder die andere Aussage. Aber so erscheinen mir die Männer als kaltschnäuzige Schlächter, also keineswegs so heldenhaft, dass ich sie gut finden würde. Da hätte sich Regisseur Ridley Scott wirklich mal am Riemen reißen sollen. Der Film wurde glaube ich, trotzdem zum \"Bester Film des Jahres\" gekürt, doch denke ich, dass es eher davon zeugt, dass die Amis viel für übertriebenen Pathos bis in den Tod hinein übrig haben.

Fazit :

Hat man einen genügend festen Magen, um die Kampfszenen zu verdauen und ein Faible für starke Männer, denen Ehre alles bedeutet, so würde einem dieser Film gut gefallen. Popcornkino ist es wegen den Brutalitäten vielleicht eher nicht. Hohe Ansprüche kann man nicht an den Film legen, denn dann hat man gelitten.

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