Gladiator (DVD) Testbericht

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Gladiator-dvd-historienfilm
ab 4,32
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  sehr viel
  • Anspruch:  anspruchsvoll
  • Romantik:  durchschnittlich
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Spannung:  sehr spannend

Erfahrungsbericht von Ranger99

Ridley Scotts Meisterwerk

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Original: USA \"Gladiator\"

Studio: Dreamworks/Universal Pictures

Verleih: Universal/Columbia

Länge: 148 min

Regie: Ridley Scott

Darsteller: Russel Crowe (Maximus, Gladiator)
Joaquin Phoenix (Commodus, Marcus Sohn und Thronfolger)
Connie Nielsen (Lucilla, Schwester von Commodus)
Richard Harris (Kaiser MARCUS Aurelius)
Oliver Reed (Proximus, Inhaber der Gladiatorenschule)
Ralf Möller (Gladiatorenfreund von Maximus)

gesehen vom Ranger im Kino, auf DVD und auf Video

Story
++++
Der römische Kaiser ist alt, sehr alt. Demzufolge macht sich der weise Mann Gedanken um seine Nachfolge. Was würde da näher liegen als den Thron Roms in die Hände seines Sohnes Commodus zu legen. Commodus ist intelligent, kampfgewandt und hat durchaus Ausstrahlung. Aber er hat einen verdorbenen Charakter, ist ein Intrigant und erscheint Marcus als Nachfolger unwürdig. Besonders da Marcus gegen Ende seines Lebens erkannt hat, daß die Zukunft Roms im friedlichen Miteinander und nicht in weiteren Eroberungsfeldzügen liegt. Es gilt eher das Reich zusammenzuhalten, anstatt weiter zu erobern. Dafür ist Commodus nicht der richtige meint Marcus. Er hat sich für den populären General Maximus entschieden. Der spanische Legionärstribun hat seine Loyalität gerade wieder mit einer erfolgreichen Schlacht gegen die Germanen unter Beweis gestellt. Marcus unterbreitet Maximus seinen Vorschlag, doch der hegt Bedenken, möchte auch viel lieber wieder Heim und Hof beschützen. Dort warten seine Frau und sein Sohn sehnsüchtig auf die seine Rückkehr. Maximus erbittet Bedenkzeit. Ein fataler Fehler, denn Commodus hört von Marcus Vorhaben. Er sieht seine Felle davonschwimmen. Kurz entschlossen handelt der Intrigant. Er ermordet den eigenen Vater und schickt nach Maximus. Dieser erkennt sofort was geschehen ist, kann sich seiner Verhaftung durch Commodus Prätorianer aber nicht entziehen. Diese sollen Maximus vom Lager wegeskortieren und ermorden. Maximus kann seine Attentäter aber überwinden und entfliehen. Es beginnt eine Odyssee Richtung Heimat. Dort angekommen, kann er seine Frau und seinen Sohn nur noch als Leichen in die Arme schliessen. Durch die lange Reise und den unendlichen Schmerz geschwächt ist Maximus kaum noch Herr seiner Sinne. Schließlich wird er durch Sklavenhändler gefangen genommen. Hier trifft er auf einen Nubier (Djimon Hounsou) der seine Wunden versorgt und später ebenso zu seinen Freunden zählt wie ein Germane (Ralf Möller). Die Sklaven werden an die Gladiatorenschule des Proximus verkauft. In vielen blutigen Gemetzeln erkämpft sich Maximus den Respekt der Arenen. Er wird nur \"der Spanier\" genannt und ist bald ein gefürchteter Schwertkämpfer. Derweil herrscht Commodus über Rom. Sein mangelndes Gefühl für die Politik des Reiches hilft ihm nicht gerade beim Aufrechterhalten des selben. Schnell hat er Volk und Senat gegen sich. Um die Menschen in Rom bei Laune zu halten, ordnet er das berühmte \"PANEM et CIRCENSIM\" an. Brot und Spiele, das Volk ist entzückt. So kommt es, wie es kommen muss, auch Proximus Truppe erhält eine Einladung nach Rom. Die Chance in der obersten Gladiatorenliga zu kämpfen lassen sich Maximus und seine Freunde nicht entgehen. Das Kolosseum wird richtig aufgemischt. So wird Maximus auch Rom schnell zum Volkshelden. Diese Popularität wollen sich Commodus Feinde, die Senatoren, zu Nutze machen. Maximus wird eingeweiht und erklärt seine Unterstützung. Dabei kommt den Commodus-Feinden zu Gute, daß auch dessen Schwester Lucilla auf ihrer Seite ist. Diese stand sich einmal sehr nahe mit Maximus......

Bester Sandalenfilm aller Zeiten?
+++++++++++++++++++++++
Das ist \"Gladiator\" mit Sicherheit nicht. Aber nur deshalb, weil dieser Film einfach nicht in eine Schublade mit den Klassikern wie \"Spartakus\" oder \"Ben Hur\" zu stecken ist. Es gibt nicht so viele langweilige Dialoge wie in den älteren Dramen. Dieser Film ist vielmehr ein actiongeladenes Abenteuer, dass voller Spannung und sensationellen Kampfszenen ist. Trotz zweieinhalb Stunden Länge wird dem Zuschauer nie langweilig. Die Charaktere sind allesamt bis ins kleinste Detail durchdacht und wirken absolut überzeugend. Die Geschichte fasziniert und bedrückt zu gleich. Meiner Meinung nach ist dieser Streifen sämtlichen Vorgängern um Längen überlegen. Das liegt aber nicht am Einsatz modernster Tricktechnik und somit Vorteilen gegenüber alten Römerfilmen, sondern am Zusammenspiel aller Einsatzmöglichkeiten, die ein Regisseur hat. Scott hat einfach sein Ausnahmekönnen bewiesen und das nicht zuletzt bei der Auswahl der Schauspieler. Es gibt eben doch noch Filme die trotz astronomisch hohen Budgets dem Zuschauer die Gefühle, Ängste und Empfindungen der einzelnen Charaktere glaubhaft übermitteln können. Der Film zieht seinen Bann eben nicht nur aus perfekten Specail-Effects. Es gibt auch kein klassisches Gut-Böse Klischee zu bewundern. Selbst Commodus kann sympathisch wirken und auch Maximus ist nicht der uneingeschränkte Held in dem Abenteuer. Für mich ist, um auf die Überschrift zurückzukommen, \"Gladiator\" der beste Film den ich je gesehen habe.

Die Schauspieler
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Sicher gebührt dem Hauptdarsteller Russel Crowe die meiste Anerkennung für seine Leistung. Natürlich steht dieser auch ganz oben und in Rampenlicht des Films. Nach \"The Insider\" und \"L.A. Confidential\" stellt Crowe erneut sein enormes Potential unter Beweis. Er paßt einfach perfekt in die Rolle des Maximus. Es gibt ja auch gewisse Parallen. So ist Crowe ursprünglich Farmer aus Australien und der versucht sich eben als Gladiator in Hollywood und begeistert die Massen. Ausserdem haut Crowe auch ausserhalb der Leinwand ganz gern mal zu oder spielt den Helden bei Lebensrettungen. So rettet er mal einem Hündchen das in eine Felsspalte gefallen war das Leben und wurde zum Freund der Besitzerin, eines kleinen Mädchens. Neben Crowe brilliert Joaquin Phoenix, bekannt auch aus \"8mm\", als verzweifelter unsicherer Commodus, der durchaus Gefühle zeigt und nicht nur der 0815 Bösewicht in dem Film ist. Wie schon an der Seite von Nicolas Cage (8mm) läuft Phoenix zu Höchstform auf. Auch dessen Schwester Lucilla, gespielt von Connie Nielsen, wirkt genau wie man sich eine römische Adelsfrau vorstellt. Traurig, dass Oliver Reed (Proximus) während der Dreharbeiten starb. So fand seine Karriere aber wenigstens einen gebührenden Abschluss. Etwas hölzern wirkt mal wieder Ralf Möller, hat aber im Vergleich zu seiner Hauptrolle in \"Conan\" schon Fortschritte gemacht. So oft ist er hier aber auch nicht zu sehen.

Der Regisseur, Kostüme, Musik
++++++++++
Nach einigen mittelmäßigen Streifen zeigt Alien Regisseur Ridley Scott wieder was in ihm steckt. Es gelingt ihm brillant die einzelnen Schauspieler in ihre Rollen zu integrieren. Jede Szene passt perfekt in den Gesamteindruck. Eine kleine Schwäche sind die Zeitlupenszenen in der Germanenschlacht. Aber drüber kann man getrost hinwegsehen. Die Kostüme und Szenenbilder sind perfekt ausgemalt. Man fühlt sich ins Alte Rom zurückversetzt. Auch mit der Musik von Hans Zimmer hat Scott die perfekte Untermalung gefunden. Kein Heroisches Actiongedudel, sondern ergreifende beeindruckende Filmmusik. Schwach allerdings, wie in fast jedem Hollywood-Epos, der Schluss. Einfach viel zu langatmig und herzzereissend. Eben typisch Hollywood. Ansonsten steht immer die Geschichte im Vordergrund, niemals die Effekte oder Einzelschicksale. Außer wie gesagt der Anfangsschlacht gegen die ach so urigen Germanen. Da schmunzelt so mancher über deutsche Zuschauer über seine Vorfahren, ist aber gleich schockiert über das blutige Gemetzel. Alles in allem werden sämtliche Möglichkeiten, die ein Filmteam hat, ausgenutzt. Ein Kultfilm ist entstanden und Scott hat sich endlich in die Ruhmeshallen des Films gedreht.

DVD-Features
+++++++++++
Das Package besteht aus zwei DVD\'s. \"Gladiator ist die erste Code 2 DVD von Universal/Columbia. Der Ton ist DTS in Version 5.1, in der US Version wohl 6.1. Vor- oder Nachteile sind da aber nicht erkennbar. Auf der deutschen DVD ist auch nur der deutsche Ton DTS. Besonders bei den Kampfszenen erkannt man den hervorragenden Raumklang, z. Bsp. beim Applaus des Publikums in der Arena. Auch Zimmers Musik ist einfach ein Genuss von der Scheibe. Ist man allerdings gerade außerhalb der Arenen, muss man schon etwas genauer hinhören um den Raumklang zu erkennen. Keine Angst , er ist vorhanden. Allerdings muss man die Tonkanäle umständlich über Menu umstellen. Die Bildqualität ist genial, hier gibt es einfach nix zu meckern. Da stimmt selbst das kleinste Detail. Vorraussetzung ist aber eine einigermaßen ansprechende Anlage, sprich Fernseher oder Projektor in eurem Heimkino. Wer darauf Wert legt, der findet auf der ersten Scheibe einen Kommentar von Scott, einem Kameramann und einem weiteren Filmteammitglied. Den Kommentar gibt\'s auch als Untertitel, was sehr praktisch ist. Auf der zweiten DVD sind 12 geschnittene Szenen die auch von Scott kommentiert wurden. Diese sind allerdings nichts besonderes und eigentlich wegen zusätzlicher Länge nicht im Film. Ganz cool der Beitrag über die Historie der Gladiatorenkämpfe. Hier gibt\'s echte Hintergrundinfos und die dreiviertelstündige Geschichtslektion, die der Film selbst nicht sein soll. Wen es interessiert, für den ist auch die Entstehung der Musik dokumentiert. Dann gibt es noch ein Tagebuch von S.T. Clark (dem jungen Thronfolger aus dem Film), ne Menge Skizzen und Fotos von den Dreharbeiten. Wie immer auch etliche TV-Spots und Trailer, die ich persönlcih immer ganz gut finde. Das meiste davon hat deutsche Untertitel. Über die Special Effekts wird sehr wenig berichtet, was mir ehrlich gesagt etwas schleierhaft ist. Es gibt dann noch das Making Of. Ist zwar interessant, aber nichts besonderes. Wer den Film schon hat, der braucht eigentlich nicht noch so eine Art Werbung dafür. Naja, irgendwas müssen sie ja auch auf die DVD\'s noch raufmachen. Die mehr als 20 Minuten schaut man sich nur aus Langeweile an. Die 50 DM sind auf jeden fall gut investiert, wobei die DVD vielleicht jetzt auch schon billiger zu haben ist.

Fazit vom Ranger
+++++++++++++
Noch nie hat mich ein Film so in seinen Bann gezogen. Ich weiß nicht mehr wie oft ich ihn schon gesehen habe. Aber es war ziemlich oft. Nachdem mich ein Freund erst überreden musste ins Kino zu gehen, habe ich mich hinterher gefragt, wieso ich da nicht gleich selbst drauf gekommen bin. Mittlerweile habe ich natürlich auch die DVD bzw. das Video (für den Garten). Nach Gladiator habe ich sogar überlegt mein Pseudonym im Netz auf Maximus zu ändern, aber da waren andere genauso schlau, außerdem haben das meine Rangers nun auch nicht verdient, auch wenn sie nach Gretzky wohl nie mehr Stanley Cup Sieger werden. Auf jeden fall hat mich das Ganze motiviert, sämtliche Russel Crowe Filme anzuschauen, die ich sehen oder bekommen konnte. Der Typ ist echt gut, das kann ich euch sagen. Mittlerweile warte ich schon sehnsüchtig auf Gladiator bei Premiere, um dem Vor- und Rückspulzwang mal zu entgehen und den Film das x-te mal anzuschauen. Die Kampfszenen lassen einem das Blut in den Adern gefrieren, Maximus Siege jagen einem Schauer und Gänsehaut über den Rücken. Sicher sind Leute aus meiner Zielgruppe besonders suchtgefährdet bei diesem Film, nichts desto trotz ist es auch für andere ab 16 ein Muss diesen Film anzuschauen. Sämtliche Oscars sind verdient. Nach zweieinhalb Stunden Filmgenuss ist man nur enttäuscht, dass schon Schluss ist....

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