Lunatic (Taschenbuch) / Richard Montanari Testbericht
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- Niveau:
- Unterhaltungswert:
- Spannung:
- Humor:
- Stil:
Erfahrungsbericht von vampire-lady
Mond-Märchen
Pro:
spannend
Kontra:
nix
Empfehlung:
Ja
Montanaris Krimireihe beschäftigt sich hauptsächlich mit dem guten alten Serienkiller, was zunächst ziemlich ausgelutscht klingt, allerdings sind seine Killer sehr fantasievolle Geister, die sich ihre Anregungen gern aus Kino oder der Literatur holen. Ähnlich "bunt" und fantasievoll erlebt der Leser die Darstellung der Mordopfer, wo Montanari es gut und gern mit Karen Slaughter oder Tess Gerritsen aufnehmen kann. Ist eine recht spritzige Sache, auch wenn der Anspruch des englischen Titels "Merciless: a Novel of Suspense" gerade in Bezug auf Suspense und den Meister Alfred Hitchcock nicht ganz erreicht wird.
"Lunatic" fügt sich zunächst wunderbar in die Reihe ein. Der deutsche Verlag hat es auch einmal nicht geschafft, einen völlig sinnentleerten verhunzten Titel für die deutsche Ausgabe zu finden. Es passt - besser hätte man es trotzdem machen können. Nachdem in den anderen Bänden Filme und die Bibel als Vorlage dienten, haben wir es diesmal mit einem Märchenonkel zu tun. In dem Zusammenhang hat es mich allerdings verwundert, daß den amerikanischen Cops nicht mal "die roten Schuhe" ein Begriff zu sein schienen, besonders da Jessica Balzano eine junge Mutter mit einer Tochter im besten Märchenalter ist. Um die Jagd auf den Killer dieses Mal nicht allzu simpel und eintönig zu gestalten, erhält die Geschichte einige ordentliche Verwicklungen, da weitere Figuren auf der Bildfläche erscheinen, die nicht nur auf eigene Faust ermitteln, sondern dabei auch noch recht schlagkräftig und nicht gerade gesetzeskonform vorgehen. Der Fall hat nämlich eine längere Geschichte. Am Ende erinnerte es an eine Folge von "Cold Case" wo aber alles völlig aus dem Ruder gelaufen ist. Ich habe nichts gegen verwickelten Geschichte, wenn es noch glaubwürdig bleibt. Oft wirken sie überkonstruiert und ich frage mich, wie die jeweilige Figur das alles geplant haben kann. Montanari bewegt sich in diesem Band am Rande, ich finde das noch akzeptabel.
So hat das Ermittlerteam um Balzano und Byrne es in diesem Fall mit dem bösen Märchenkiller zu tun, gleichzeitig wird ein Kollege ermordet, der privat an einem alten ungelösten Fall arbeitete. Die Arbeit findet vor einer kalten winterlichen Kulisse statt und findet ihren Höhepunkt während eines Schneesturms - eine Stimmung die gut zu den bösen Märchenmotiven passt und die der Autor gut rüberbringt, ohne dabei in eine allzu gemütliches Erzähltempo zu verfallen. Im Gegenteil hat Montanari wie schon vorher auch in diesem Roman ein eher rasantes Tempo an den Tag gelehnt ohne aber dabei seine Figuren zu vernachlässigen. Sogar für die ein oder andere Nebenfigur hat der Autor immer wieder mal ein Auge.
Jessica Balzano und Kevin Byrne sind ein gut gemischtes Ermittlerteam auch wenn italienische bzw. irische Cops in Amerika ein fast schon ein allzu beanspruchtes Motiv sind. In Balzano werden sich bestimmt einige weibliche Leserinnen wieder finden. Sie hat den Job eigentlich wegen ihres Vaters gewählt, hat gerade Schwierigkeiten mit ihrer Beziehung hinter sich gebracht und steht vor der Entscheidung ein zweites Kind zu bekommen. Ihre Arbeitsweise wirkt sehr weiblich, trotzdem hat sie im Zweifel als Boxerin einen ordentlichen rechten Haken. Byrne ist schon um einiges älter und gibt gern den John Wayne. Es dauert lange bis er die Mund aufmacht und Balzano entwickelt langsam ein Gespür für die der-große-Schweiger-Mentalität ihres Partners. Natürlich hat auch er einen weichen Kern und während bei ihr die Boxkünste ein wenig aus dem Rahmen fallen, hat er hin und wieder gewisse hellseherische Eingebungen (tja die Iren und ihre Gnome, ne). Beide haben über die Zeit eine Art Freundschaft entwickelt, die durchaus fasziniert, weil sie trotzdem durch eine gewisse Distanz geprägt bleibt, über der ein gewisses gegenseitiges Einverständnis liegt. So erfährt Balzano nicht von Byrnes Überlegungen den Job an den Nagel zu hängen, nachdem er in den Tod einer Unschuldigen verwickelt war. huch, noch eine Nebenhandlung gefunden.
Montanaris Figuren sind keine gesetzeshörigen Bürger und folgen ihrer eigenen Moral. Das gilt in diesem Band für beide Seiten. Ich kann aber sehr gut damit leben, wenn die Ermittler politische Korrektheit vergessen und besonders Byrne mal den Wyatt Earp spielt. "Lunatic" erzählt ein Beispiel wie es ihm ergeht, wenn er mal das tut, was eigentlich vorgeschrieben ist.
Fazit: ich glaub ich sammle jetzt eine Krimireihe
28 Bewertungen, 9 Kommentare
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16.09.2008, 18:33 Uhr von giselamaria
Bewertung: sehr hilfreichtoller Bericht! sh berichtet!! schönen Tag noch gell :-) herzlichen Gruß Gisela
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29.08.2008, 18:31 Uhr von Sommergirl
Bewertung: sehr hilfreichkannst Du diesen Bericht nicht etwas luftiger machen? Man weiss nicht wo was anfängt und aufhört... schade
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28.07.2008, 16:26 Uhr von Gozo-Bernie
Bewertung: sehr hilfreichGruss aus Sizilien - bernie
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28.07.2008, 15:44 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichlg und schönen Tag
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28.07.2008, 13:30 Uhr von Mondlicht1957
Bewertung: sehr hilfreichGuten Start in die Woche
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28.07.2008, 02:50 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichsehr schöner bericht
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27.07.2008, 23:38 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichschönen abend noch lg. petra
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27.07.2008, 22:02 Uhr von ingoa09
Bewertung: sehr hilfreichSehr hilfreich! Liebe Grüße, Ingo
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27.07.2008, 22:02 Uhr von [email protected]
Bewertung: sehr hilfreichgruss
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