Lunatic (Taschenbuch) / Richard Montanari Testbericht

Lunatic-taschenbuch
ab 7,61
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Summe aller Bewertungen
  • Niveau:  anspruchsvoll
  • Unterhaltungswert:  durchschnittlich
  • Spannung:  durchschnittlich
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Stil:  ausschmückend

Erfahrungsbericht von Paukenfrosch

Nur der Mond schaut ihm beim Morden zu

5
  • Niveau:  durchschnittlich
  • Unterhaltungswert:  sehr gering
  • Spannung:  sehr gering
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Stil:  ausschmückend
  • Zielgruppe:  Männer

Pro:

unheimlich spannend; anspruchsvolle Unterhaltung etc .

Kontra:

Buch gibt es derzeit noch nicht als Taschenbuch

Empfehlung:

Ja

Die beiden ergreifenden Thriller „Crucifix“ und „Mefisto“ habe ich mit großer Begeisterung gelesen. Deshalb kaufte ich mir natürlich auch

„Lunatic“

von
Richard Montanari

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Der Autor
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Richard Montanari wurde in den 60er Jahren in Cleveland/Ohio als Sprößling einer Italienisch-Amerikanischen Familie geboren. Er besuchte die Höhere Schule, war 5 Jahre lang Major und bereiste anschließend Europa, wobei er in London einige Zeit lebte, bevor er wieder in die USA zurückging.

Richard Montanari schreibt neben Romanen auch Drehbücher und Essays. Auch ist er als Autor für verschiedene nationale und internationale Zeitungen und Zeitschriften tätig und kann bereits auf über 200 Veröffentlichungen zurückblicken.

Folgende Romane kann man von ihm bereits ins deutsche übersetzt kaufen:

Violett ist die Nacht - The Violet Hour
Crucifix - The Rosary Girls
Mefisto - The Skin Gods
Lunatic - Merciless
Septagon - Badlands

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Allgemeine Infos zum Buch
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Der Thriller "Lunatic" (original "Merciless" 2007) erschien im Mai 2008 als Deutsche Erstausgabe beim Lübbe Verlag. Hierbei handelt es sich um ein Hardcoverbuch mit Schutzumschlag, welches 16,95 € kostet. Das 475-seitige Buch trägt die ISBN 978-3785723241.

Im Januar 2010 erscheint „Lunatic“ dann auch endlich als Taschenbuch für 8,99 €

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Rückentext
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Eine klare Nacht in Philadelphia. Eine schöne junge Frau sitzt in einem langen weißen Kleid am Ufer eines Flusses und starrt mit großen Augen zum Mond empor. Auf den ersten Blick sieht sie aus wie eine Märchenfee, bedeckt von einer glitzernden Schicht aus Eis. Auf den zweiten Blick sieht man, dass ihre Schuhe fehlen. Und ihre Füße.

Eine Spur von Leichen führt den Schuykill River hinauf. Verzweifelt versuchen Kevin Byrne und Jessica Balzano, Detectives der Mordkommission, die Zeichen zu deuten, die der Täter hinterlässt. Was hat der Verrückte im Sinn, der im Licht des Vollmonds grausige Märchen inszeniert?

Und wer tötet die Verdächtigen?

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Inhalt & Meinung
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Weihnachtszeit in Philadelphia – ein Serienkiller treibt sein Unwesen. Er ermordet Frauen, die er umkleidet und stets in der Nähe des Schuyilkill Rivers in Pose setzt. Markant sind die Mondzeichnungen auf den Körpern der Leichen, denn als Farbe dienten Blut und Sperma.

Kevin Byrne und Jessica Balzano, beide Detectivs kennt man bereits aus „Crucifix“ und „Mefisto“, ermitteln in dieser Mordserie. Doch sie kommen nur langsam voran, da es an Zeugen und Beweisen mangelt.

Detectiv Walt Brigham geht in Pension. In der Nacht seiner Abschiedsfeier wird auch er ermordet. Auf der Party erzählte er Byrne und Balzano noch, daß er nun genügend Zeit hätte, sich um einen alten Mordfall zu kümmern. Vor Jahren wurden zwei Mädchen, darunter eine Polizistentochter, getötet – ihr Mörder jedoch nie gefunden.

Desweiteren werden immer wieder brutal zugerichtete Leichen von Männern gefunden, die in Verdacht standen, sich an Kindern vergriffen zu haben. Doch aus Mangel an Beweisen konnten sie nie überführt werden. Wer übt hier Selbstjustiz?

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Wie man an der kurzen Inhaltsangabe erkennt, gibt es in „Lunatic“ mehrere parallel verlaufende Handlungsstränge. Jeder für sich fesselt den Leser, denn jeder birgt unheimlich Spannungspotential. Der Thriller gestaltet sich dadurch recht anspruchsvoll, ist deshalb aber auch sehr unterhaltsam.

Der Hauptstrang befaßt sich natürlich mit dem Serienkiller, der sich selbst Moon nennt. Immer wieder mal gibt es Kapitel, die dem Leser Einblick in seine verwirrte Psyche gestatten, doch seine Identität bleibt bis zum Ende des Buches geheim. Immerhin erfährt man im Laufe des Geschehens, daß er Märchen von Hans Christian Andersen als Vorlage für seine Morde nimmt, an deren Vorbereitung und Durchführung man lesender Weise auch teilhaben darf. Was jedoch treibt ihn dazu?

Erschütternd ist der Mord an Detectiv Brigham, denn er ist eine recht sympathische Romanfigur. Nur der Leser weiß, daß auch er ein Mordopfer Moon´s ist. Byrne und Balzano ermitteln einen direkten Zusammenhang erst viel später. Dieser unterschiedliche Wissenstand sorgt für zusätzliche Spannung. So manches Mal würde man den beiden Detectivs gern den einen oder anderen Hinweis zurufen, besonders in gefahrvollen Situationen, in welche die Beiden ahnungslos hineinstapfen.

Montanari schafft es nicht nur, das ganze Buch über die Spannung zu erhalten, sondern immer wieder erneut anzuheben. Sie ist wie stetig anwachsende Wellen, die einen durchweg zum Weiterlesen zwingen. Sein flüssiger Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen. Seine Wortwahl einfach, aber treffend, denn Situationen, Schauplätze, Personen und deren Gedanken und Gefühle beschreibt er ohne viel Drumherum absolut ausdrucksstark und verständlich. Man taucht dadurch direkt ins Geschehen ein, kann sich mit den tragenden Figuren anfreunden und sich mit ihnen verbunden fühlen. Die knapp 500 Seiten lesen sich somit flott weg.

„Lunatic“ ist ein eigenständiger Thriller, den man lesen kann, ohne „Crucifix“ und/oder „Mefisto“ zu kennen. Wer diese beiden Vorgänger-Thriller jedoch kennt, wird sich freuen, hier wieder auf Byrne und Balzano zu treffen: zwei Detectivs, die unterschiedlicher nicht sein könnten, die aber ausgezeichnet miteinander harmonisieren. Man mag beide Figuren unheimlich gern und versteht sie, wie sie sich selbst, auch ohne viele Worte.

Mittels dieser beiden Romanfiguren erhält man als Leser auch einen Blick hinter die Kulissen der Polizeiarbeit und vor allem in das Privatleben der Polizisten. Schwierigkeiten in der Ehe, da man als Polizist selten zu Haus ist, sind ebenso an der Tagesordnung, wie die Angst vor dem Tod. Polizisten und deren Angehörige geraten schnell ins Kreuzfeuer von Psychopathen, so daß diese Angst nicht unbegründet ist. Doch Polizisten mit Leib und Seele können auch an ungelösten Mordfällen zerbrechen, wie man in „Lunatic“ lesen kann.

Ich fand es unheimlich interessant, auch mal von der anderen Seite auf die Polizeiarbeit blicken zu können. Ebenso fesselnd ist auch der Blick auf die Schwächen der Polizisten, die bei ihrer Arbeit sonst stark und souverän agieren. Und so fand ich es auch völlig legitim, daß ich bei den in „Lunatic“ beschriebenen Selbstjustizmorden eine gewisse Genugtuung empfand. Aber das bietet Grundlage zur Diskussion, auf jeden Fall aber regt dies zum Nachdenken an.

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Fazit
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„Lunatic“ ist brutal und bizarr, jedoch völlig actionfrei. Montanari schafft es, sich gekonnt beim Leser einzuschmeicheln, so daß man bereits nach wenigen Seiten gefesselt ist und nicht mehr vom Buch abkommt. Neben dem Schreibstil ist es auch die Aufteilung des Buches, welches sich neben Prolog und Epilog in 101 Kapitel teilt, was einen stets zum Weiterlesen animiert. Übersichtlich kurze und inhaltlich prägnante Kapitel, mit denen stets Szenenwechseln einhergehen, mag ich gern.

Sehr interessant finde ich an “Lunatic“ Moon´s Motiv für seine Morde. Hans Christian Andersen´s Märchen als Grundlage zu nehmen ist schon recht bizarr. Aber es hat was, wenn auch etwas Unheimliches. Von nun an werde ich seine Märchen mit anderen Gefühlen lesen, das ist gewiß.

Rundum packend, logisch aufgebaut und vielseitig ansprechend ist Montanari´s Thriller „Lunatic“, den ich somit ohne Kritik mit 5 Sternen empfehlen kann…


( Mien Bericht erschien bereits auf Ciao am 18. November 2009 )

26 Bewertungen, 6 Kommentare

  • tina08

    27.11.2009, 17:19 Uhr von tina08
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele Grüße ... Tina

  • catmum68

    26.11.2009, 21:08 Uhr von catmum68
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreicher Bericht LG

  • Miraculix1967

    26.11.2009, 19:37 Uhr von Miraculix1967
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schöner Bericht und einen ebensolchen Abend wünsche ich! LG aus dem gallischen Dorf vom Druiden Miraculix1967:-)

  • sigrid9979

    26.11.2009, 14:21 Uhr von sigrid9979
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe grüsse von der Nordsee

  • Mondlicht1957

    26.11.2009, 13:30 Uhr von Mondlicht1957
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr hilfreich und liebe Grüsse

  • anonym

    26.11.2009, 13:15 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele Grüße, Daniela