Resident Evil - Extinction (DVD) Testbericht
Auf yopi.de gelistet seit 11/2010
- Action:
- Anspruch:
- Romantik:
- Humor:
- Spannung:
Erfahrungsbericht von Michuri
Jetzt ist Schluss
Pro:
die DVD war nur ausgeliehen
Kontra:
schwache Story, lahme Figuren, eine Schande für die Videospiele
Empfehlung:
Nein
All diesen Weisheiten zum Trotz habe ich mir am Wochenende den letzten Resident Evil "Extinction" ausgeliehen. Obgleich mich die Vorgänger weder bevor ich das Spiel kannte und schon gar nicht danach umgehauen haben, wollte ich doch wissen wie die Geschichte enden soll (wobei man sich mit "enden" wohl schon wieder zu weit aus dem Fenster lehnt).
Nun denn...
~~~ Worum geht's ~~~
Resident Evil: Apocalypse endete mit der Zerstörung der durch den T-Virus verseuchten Stadt Raccoon City. Hat leider gar nichts genützt. Der Virus hat sich über Kontinente ausgebreitet, die Menschheit beinahe völlig ausgelöscht und nur noch Wüste hinterlassen. Die letzten Überlebenden müssen ständig in Bewegung bleiben um den Zombies nicht zum Opfer zu fallen.
Um Spritpreise muss man sich nicht mehr sorgen, um den Treibstoff selbst aber schon. So klappert auch Alice, die Heldin aller drei Filme, jede Tankstelle ab, während sie auf ihrem Motorrad herumkurvt. Die Gesellschaft anderer meidet sie - zu viele Menschen sind schon in ihrer Gegenwart gestorben, denn der skrupellose Umbrella Konzern macht noch immer Jagd auf sie.
Diese feinen Geschäftsmänner sitzen gut behütet unter der Erde und setzen ihre Forschung fort. Dr. Isaacs klont munter eine Alice nach der anderen. Leider bestehen die Klone die Testphase nicht und werden dann achtlos weggeworfen. Ferner versucht man den Zombies ein wenig Intelligenz einzuhämmern, damit sie einfache Aufgaben erfüllen können.
Alice schlägt sich also mit Telefonstreichen und Zombies allein herum, bis sie alte Bekannte trifft. Carlos Oliviera gehört mittlerweile dem "Claire Redfield Convoy" an. Dieser besteht aus einigen großen Fahrzeugen die mit Überlebenden von überall her gefüllt sind. Sie klappern Dörfer nach Munition und Nahrung ab und verfügen über allerlei Schutzmaßnahmen. Dennoch dezimiert sich ihre Anzahl zunehmend. Alice berichtet der Gruppe von einer interessanten Möglichkeit basierend auf einem Heftchen einer Leiche: In Alaska soll es angeblich keine Infizierten geben. Die Menschen dort leben noch in Frieden und Sicherheit.
Nix wie hin also! Doch für diesen Trip braucht man erst einmal Vorräte. Nächstes Ziel: Die Stadt der Sünden, Las Vegas! Glücksspiel ist noch das Geringste vor dem man sich dort fürchten muss...
~~~ Meinung ~~~
Nun, was soll ich sagen. Nachdem ich über die andern beiden Filme nur den Kopf schütteln konnte durfte man hier wohl auch nichts anderes erwarten. Dennoch wollte ich der Sache so vorurteilsfrei wie möglich entgegen treten.
Hat aber auch nichts genützt. Das Film Schema: Zombies, Zombiehunde, Alice-Action, noch mehr Zombies. Kugeln fliegen, Blut fließt. Innovativ? Aber logisch: Jetzt findet das ganze Drama in einer Wüsten Umgebung statt. In Teil eins war dasselbe im Labor, im zweiten in der Stadt. Ja, wirklich sehr originell.
Zwar ist es immer noch unangenehm sehen zu müssen wie jemand von einem Zombie gebissen wird aber da das schon zum x-ten Mal passiert verlieren diese Szenen allmählich ihren Reiz. Die Hunde sind auch schon alte Bekannte. Nichts, was man nicht schon in den beiden Vorgängern gesehen hätte, eigentlich sogar weniger. Bis zum Ende taucht kein neues Monster auf das ein wenig frischen Wüstenwind in die Sache bringen würde, von aggressiven Vögeln (die vermutlich Mr. Hitchcock gehören) mal abgesehen.
Die Story schleppt sich mühsam voran, zum Teil ohne weiter zu kommen oder noch großartig zu unterhalten. Sinn und Zweck sucht der Zuschauer vergeblich. Manchmal fiel es mir wirklich schwer meinen Blick auf den Bildschirm gerichtet zu halten. Die Actionszenen waren ganz nett, aber eben auch nichts Besonderes. Viel Peng-Peng, bis Alice auftaucht und mal wieder den Tag rettet. Das Ganze wird nicht allzu schlecht dargestellt, zumindest nicht viel schlechter als in manch anderen Filmen, ist aber eben völlig abgenutzt.
Was die Effekte betrifft - ist es ein Special Effekt wenn aus einem Container, in dem vielleicht zehn Zombies Platz hätten plötzlich eine ganze Armee rausströmt? Wenn ja dann haben die Produzenten ihre Sache gut gemacht. Wenn nein dann eine von vielen Sinnlosigkeiten des Films.
Mir den großartigen Resident Evil Videospielen hatten ja schon die ersten beiden Filme wenig gemein. Nummer drei hat noch weniger mit ihnen zu tun. Von Atmosphäre oder Ähnlichkeiten kann überhaupt keine Rede sein. Ein paar Elemente wie Namen werden hineingeworfen und im Ende im Gelände.
Das führt mich gleich zu denen Personen des Films. Mit Alice (Milla Jovovich) ist es immer noch dasselbe, coole Moves und scharfe Waffen, früher oder später sind auch die Kleider wieder mal weg (wird das jetzt zum Running Gag?). Nun hat sie auch mentale Kräfte und ist noch unverwüstlicher als in den anderen Filmen, was zur Spannung kaum beiträgt.
Oded Fehr als Carlos Oliviera bleibt leider recht blass, Mike Epps sorgt wieder für ein paar Witzchen. Natürlich suchen alle Figuren ständig nach Zigaretten oder Gras.
Soweit noch keine allzu große Tragödie, aber wieder war man fest entschlossen Charaktere aus den Spielen einzubringen, als wäre es beim zweiten Film nicht schon albern genug gewesen.
Die Convoy Anführerin zu Claire Redfield zu machen war bestenfalls noch überflüssig. Sie ist der gleichnamigen Spielfigur nicht ähnlich, aber wenigstens kein unangenehmer Charakter.
Und dann der Tropfen der das Fass zum überlaufen gebracht hat: Albert Wesker, dargestellt von Jason O'Mara. Ich wusste wirklich nicht, ob ich lachen oder weinen soll und es dann bei kalter Verachtung belassen. Diese Filmfigur hat mit Wesker nicht das Geringste gemeinsam und der Schauspieler hat von ihm vermutlich noch nie zuvor gehört oder sich die Spiele angesehen. Ich hab es schon mal gesagt und sag es auch gerne wieder, einem Darsteller das Design und den Namen einer Spielfigur zu geben reicht nicht aus. Und diesem blonden Kerl eine Sonnenbrille aufzusetzen lässt ihn noch lange nicht zum genialen, beeindruckenden und mächtigen Albert Wesker aus der Spielreihe werden. Für jeden Fan ein Schlag ins Gesicht war das!!!
Gibt es auch irgendetwas Positives? Ja, die Szene, als der Sand so schön durch die Wüste geflogen ist, dass es wie Wasser aussieht, ist für jeden Landschaftsfreund was Tolles. Wenigstens etwas, das das Auge erfreut. Das vom Sand verschüttete Las Vegas sah auch noch ganz nett aus.
Der Theme Song des Films, der in bisher jedem vorkam, ist mir allmählich ans Herz gewachsen, der klingt aufregend und hypnotisierend.
Davon mal abgesehen kann man den Streifen aber ebenso ohne Ton schauen, denn die Dialoge sind so trocken wie der Wüstensand selbst.
~~~ DVD ~~~
Wie gesagt habe ich mir die DVD diesmal nur ausgeliehen. Auf Grund der beiden anderen unglückseligen RE Filme wollte ich nicht den vollen Preis bezahlen und mir die Scheibe für 2,00 EUR aus der Videothek geholt. Gekauft hätte ich ihn wohl bei amazon.de, wo er für 12,95 EUR zu haben ist.
Auf Deutsch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (DTS 5.1) und Englisch (Dolby Digital 5.1) kann man sich den Film ansehen. Untertitel gibt es nur auf Deutsch.
Die Extras fallen ähnlich wie beim Vorgänger aus:
Making Of, ein Blick hinter die Kulissen, Zusätzliche Szenen und Interviews. Audiokommentar ist nur auf Englisch und ohne deutschen Untertitel vorhanden.
~~~ Daten ~~~
Noch ein paar zusätzliche Infos:
Regisseur: Russel Mulcahy
FSK: 18
Spieldauer: ca. 91 Minuten
Darsteller: Milla Jovovich, Ali Larter, Oded Fehr, Mike Epps, Iain Glen, Ashanti Douglas, Matthew Marsden, Chris Egan
Irgendwann in der Zukunft soll ein vierter Film mit dem Titel "Resident Evil: Afterlife" folgen. Mögen gnädige Mächte dies verhindern.
~~~ Fazit ~~~
Der dritte Film wirkt insgesamt weniger stümperhaft als seine Vorgänger , bietet aber gar nichts Neues und lässt viel mehr Langeweile und Frust aufkommen. Die Szenen erinnern entweder an die anderen beiden RE Filme oder auch an ganz andere, "Dawn of the Dead" zum Beispiel. Nichts, was man nicht schon mal gesehen hätte. Die Action wirkt deswegen auch nicht besonders, weil alles schon ein alter Hut ist.
Was der Film mit Elementen des Spiels gemacht hat kann nur noch als Frechheit bezeichnet werden. Charaktere werden lieblos mit eingebracht ohne einen Zweck zu erfüllen und ähneln den Spielfiguren nicht im geringsten. Die andern Personen sind genauso uninteressant. Auf Grusel und Atmosphäre kann man lange warten.
Taugt als normaler Film schon wenig und als Videospielverfilmung rein gar nichts.
Um auf den Titel meines Berichts zurückzukommen, jetzt ist Schluss. In mehrerlei Hinsicht: Der Bericht ist zu Ende. Beim Verderben des Spiels hat der Regisseur den Bogen überspannt. Und schön wäre es auch wenn dies der letzte RE Film bleibt.
Resident Evil Extinction und auch seine Vorgänger sollten den Titel ab "Resident Evil" ablegen, den Spielfiguren ihre Namen und damit ihre Würde zurückgeben und als durchschnittlicher Action-Horrorfilm ohne Anspruch weiterleben.
Ich bin froh mir die DVD nur ausgeliehen zu haben. Nach einmal ansehen ist man vollauf bedient.
Nun denn, danke fürs Lesen, einen schönen Abend wünscht euch
Michuri :)
40 Bewertungen, 16 Kommentare
-
01.05.2010, 03:15 Uhr von Striker1981
Bewertung: sehr hilfreichSH und Liebe Grüße vom STRIKER ;)
-
30.05.2009, 16:38 Uhr von MasterSirTobi
Bewertung: sehr hilfreichSH, was sonst. LG von MasterSirTobi
-
29.05.2009, 13:34 Uhr von Bunny84
Bewertung: sehr hilfreichSehr Hilfreich. Ich wünsche dir einen sonnigen Start ins Wochenende. Liebe Grüße Anja. Freue mich über Gegenlesungen
-
29.05.2009, 09:33 Uhr von Brittili70
Bewertung: sehr hilfreichGuten Morgen. Sehr schön geschrieben und liebe Grüße Brittili70
-
29.05.2009, 03:35 Uhr von Baby1
Bewertung: sehr hilfreich.•:*¨ ¨*:•. Liebe Grüße Anita .•:*¨ ¨*:•.
-
28.05.2009, 23:55 Uhr von werder
Bewertung: sehr hilfreichKlasse berichtet! LG aus Hannover! Freu mich über jede Gegenlesung!
-
28.05.2009, 23:44 Uhr von Mondlicht1957
Bewertung: sehr hilfreichSehr hilfreich und liebe Grüsse PS: Lese vorrangig bei denjenigen, die auch bei mir lesen
-
28.05.2009, 23:00 Uhr von pbtraeger
Bewertung: sehr hilfreichToll geschrieben!!! LG PB-Träger
-
28.05.2009, 22:29 Uhr von nalcapon
Bewertung: besonders wertvollWas für ein Zufall, bin auch sehr enttäuscht. Dennoch ein besonders wertvoller Bericht.
-
28.05.2009, 22:28 Uhr von willma1984
Bewertung: sehr hilfreichToller Bericht... LG willma1984 :)
-
28.05.2009, 22:27 Uhr von sigrid9979
Bewertung: sehr hilfreichGuter Bericht Lg Sigi
-
28.05.2009, 22:06 Uhr von jdmick
Bewertung: sehr hilfreichschöner Bericht!, Freue mich auf Gegenlesung.
-
28.05.2009, 21:50 Uhr von Spiderboy
Bewertung: sehr hilfreichEin guter Bericht!, schön geschrieben. Freue mich auf Gegenlesung. LG: Olli aus Bremen
-
28.05.2009, 21:42 Uhr von rob1980
Bewertung: sehr hilfreichtoller bericht, freue mich auf gegenlesungen...lg rob1980
-
28.05.2009, 21:38 Uhr von timecode001
Bewertung: sehr hilfreichKlasse geschrieben! Liebe Grüsse. timecode001
-
28.05.2009, 21:28 Uhr von Lale
Bewertung: sehr hilfreichBeste Grüße, die Lale.
Bewerten / Kommentar schreiben