Memento Testbericht

ab 38,15
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Summe aller Bewertungen
  • Niveau:  anspruchsvoll
  • Unterhaltungswert:  sehr gering
  • Spannung:  gering
  • Humor:  durchschnittlich
  • Stil:  ausschmückend

Erfahrungsbericht von Paukenfrosch

Snow Blind

5
  • Niveau:  anspruchsvoll
  • Unterhaltungswert:  sehr gering
  • Spannung:  hoch
  • Humor:  durchschnittlich
  • Stil:  sehr ausschmückend
  • Zielgruppe:  Männer

Pro:

originelle Schneemänner...

Kontra:

nichts...

Empfehlung:

Ja

Eigentlich wollte ich mir ja von P.J. Tracy kein weiteres Buch mehr kaufen, nachdem ich „Der Köder“ gelesen hatte. Doch der Rückentext eines weiteren Buches von den beiden Damen machte mich neugierig. Und so las ich nun:
Memento

von
P. J . Tracy

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Die Autorinnen
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P.J. Tracy, mit bürgerlichem Namen P. J. Lambrecht und Traci Lambrecht. Dieser Name steht für das Autoren-Duo, welches aus Mutter und Tochter besteht.

P.J. Lambrecht (Mutter) veröffentlichte ihre erste Kurzgeschichte, als ihre Tochter 8 Jahre alt war.
Ihre Tochter Traci Lambrecht, die jetzt teilweise in Südkalifornien, Minneapolis und Aspen lebt, studierte unter anderem Slawistik und begann danach zeitgleich sowohl eine Karriere als Schriftstellerin als auch als Rocksängerin. Das Schreiben liegt ihr aber mehr.

Anbei die Krimis, die dieses Autoren-Duo bereits veröffentlicht hat
Spiel unter Freunden
Der Köder
Mortifer
Memento

All diese Bücher gehören zur Monkeewrench-Reihe.

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Das Buch
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"Memento" (original "Snow Blind" 2006) erschien bereits im März 2007 als gebundene Ausgabe beim Wunderlich / Rowohlt Verlag. Die Taschenbuchausgabe erschien beim rororo Verlag im Mai 2008.

Ich bin im Besitz der 315-seitigen Hardcover-Ausgabe mit Schutzumschlag, die mich bei Weltbild kürzlich nur 4,95 € gekostet hat.

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Klappentext
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Eigentlich ein fröhlicher Anlass: der Benefiz-Schneemannwettbewerb in Minneapolis. Die beiden Detectivs Leo Magozzi und Gino Rolseth sind gerade dabei, ihr Kunstwerk zu vollenden, als plötzlich ein Kind wie am Spieß schreit.

Die Mittagssonne hat einen der Schneemänner zum Schmelzen gebracht und sein makaberes Innenleben enthüllt. Unter dem Schnee steckt ein toter Polizist. Und der ist nicht das letzte Opfer.

Die Ermittlungen führen Leo und Gino in den Norden Minnesotas. Dort stoßen sie auf ein uraltes Geheimnis. Denn die Schneemann-Morde sind nur die Spitze des Eisberges.

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Inhalt & Meinung
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Der Schneemann-Wettbewerb in Minneapolis hat ein jähes Ende, als man in einem von ihnen eine Leiche findet. Flugs werden alle Schneemänner zerstört und man findet dadurch tatsächlich ein weiteres Mordopfer. Bei beiden Personen handelt es sich um Polizisten des gleichen Reviers. Die Detectives Leo Magozzi und Gino Rolseth werden auf diesen Doppelmmord angesetzt.

In Dundas County wird ebenfalls eine Leiche in einem Schneemann gefunden. Es handelt sich um einen Bewährungshelfer, dessen letzter Besuch ein gewalttätiger Ehemann war, der nun wieder auf freien Fuß gesetzt wurde. Eigentlich ist hier Iris Rikker, jüngst zum Sheriff gewählt, für die Aufklärung der Morde verantwortlich. Damit jedoch völlig überfordert hofft sie, daß ihre Leiche zu den beiden aus Minneapolis gehört, für welche Magozzi und Rolseth zuständig sind…

Die Idee, Leichen in Schneemännern zu verstecken, finde ich richtig originell. Auch mag man sich einmal vorstellen, wie es ausgesehen haben muß, sämtliche Schneemänner des Wettbewerbes zu zerstören. Daß sich die Presse auf so eine Story stürzt, ist wohl selbstverständlich. Doch im Mittelpunkt dieses Thrillers steht eindeutig die Aufklärung der Morde.

Nach wenigen Recherchen scheint festzustehen, daß der flüchtige, auf Bewährung entlassene, gewalttätige Ehemann der Mörder ist. Zumindest der des Bewährungshelfers. Doch wieso tötet er Polizisten? Ein Rätsel, das nur schwer zu knacken ist.

Es ist nicht einfach, den Inhalt des Buches auch nur ansatzweise zu beschreiben, ohne gewisse Dinge zu verraten, die einem das Lesen des Buches ersparen würden. Spannung ist jedoch von Anfang bis Ende garantiert, denn immer wieder gibt es neue, unerwartete Erkenntnisse, die den Leser schockieren. Ein Hauptthema, das in diesem Buch behandelt wird, ist die Gewalt gegenüber Ehefrauen. Daran schließt sich die Hilflosigkeit dieser Frauen an, die sich einerseits selbst nicht zu wehren wissen, andererseits jedoch kaum Unterstützung bekommen oder gar Sicherheit. Hier stoßen auch Magozzi und Rolseth an ihre Grenzen.

Bewundernswert und zugleich bizarr ist die Beschreibung eines Dorfes, in dem ausschließlich mißhandelte Frauen leben. Und das bereits seit 60 Jahren. Interessant hingegen ist aber, auf welche Art Menschen man hier trifft. Die Charakterisierung von Figuren ist eine Art Spezialität des Autorentrios. Man kann sich jede einzelne Person bildlich vorstellen und scheint sie fast zu kennen, so gut gelingt den Tracy´s die Beschreibung. Das trifft selbstverständlich auch auf Magozzi, Rolseth und Rikkers zu. Diese beiden unterhalten einen trotz der Morde immer wieder mit ihren kauzigen Sprüchen. Sie piesacken sich gegenseitig, wo es nur geht, bilden aber ein eingespieltes Team, in dem keiner auf den anderen verzichten mag. Man muß die beiden einfach mögen.

Das Ende des Thrillers ist ebenso besonders, wie die Art der Leichebeseitigung, wird doch aus dem angeblichen Serienmörder eine ganze Mörderschar, die nicht zu ermitteln ist. Ob man dies nun gut und schlecht finden soll, bleibt jedem selbst überlassen. Doch mit diesen Gedanken wird man letztendlich nicht allein zurückgelassen…

„Memento“ ist ein absolut lesenswertes Buch. Es bietet inhaltlich unheimlich viele Aspekte, über die man einmal gründlich nachdenken sollte. Originelles mischt sich hier mit Mörderischen, wobei ein netter Hauch Humor mitschwingt. Das ist zusammen sehr unterhaltsam. Der Schreibstil hingegen hat stellenweise seine Tücken. Doch im Vergleich zu „Der Köder“ gefällt er mir schon um etliches besser. Bei all der brisanten Spannung sollte man sich beim Lesen somit immer wieder mal auf kleinere Flauten einstellen, die man jedoch auch als Erholungspausen nutzen kann.

Daß dieses Buch zu einer Serie gehört, merkt man ihm nicht an. Ich habe in „Memento“ nichts gefunden, das mich an „Der Köder“ erinnert hätte. Es gab aber auch keine anderen Stellen im Buch, die erahnen ließen, daß man die vorhergehenden Bücher kennen sollte, um dieses hier lesen und verstehen zu können. Das finde ich sehr gut, denn dieser Lese-Zwang bei Buchserien gefällt mir gar nicht.

Ohne Einschränkung möchte ich „Memento“ von P.J. Tracy empfehlen…


( Mein Bericht erschien bereits am 4. April auf Ciao )

25 Bewertungen, 6 Kommentare

  • technofreak1988

    07.04.2010, 02:11 Uhr von technofreak1988
    Bewertung: sehr hilfreich

    s.h., würde mich über eine gegenlesung sehr freuen! lg andi

  • Surferboy03

    06.04.2010, 23:17 Uhr von Surferboy03
    Bewertung: sehr hilfreich

    Klasse Bericht, würde mich über ein paar Gegenlesungen freuen =)

  • senora

    06.04.2010, 21:14 Uhr von senora
    Bewertung: sehr hilfreich

    Gut berichtet. Einen schönen Abend. LG

  • sigrid9979

    06.04.2010, 19:45 Uhr von sigrid9979
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe grüsse Sigrid

  • frecherkeks7

    06.04.2010, 19:21 Uhr von frecherkeks7
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr schöner bericht. ich wäre über einige gegenlesungen sehr erfreut.

  • Hornet2005

    06.04.2010, 19:13 Uhr von Hornet2005
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH, dein Bericht lg sandra