Hunting Party (DVD) Testbericht
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Erfahrungsbericht von LilithIbi
„Nur die unglaublichen Teile dieser Geschichte sind wahr.“
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
===Hunting Party=== berichtet einerseits schonungslos offen von den Kriegsgeschehnissen und deren Nachwirkungen in Sarajevo; spricht somit unverblümt diverse Vergewaltigungs- und Tötungsszenarien an, andererseits treffen jene Schreckensbilder auf einen zum Großteil filigran platzierten trockenen Humor.
Im Grunde geht es um vorrangig um den ehemaligen Top-Kriegsreporter Simon Hunt (Richard Gere), der nach einem Zusammenbruch vor der Live-Kamera fristlos entlassen wurde, seine Comeback-Chance in der Jagd nach dem sog. „Fuchs“ (Ljubomir Kerekes) sieht. Für die Überführung des Kriegsverbrechers wurde eine Belohnung von 5 Mio. Dollar ausgesetzt ~ ein Reiz, der sicherlich nicht ohne ist. Dennoch versichert Hunt seinem ehemaligen Kameramann Duck (Terrence Howard), dass er lediglich an einem Interview interessiert sei. Hinzu kommt der frisch vom Collage entlassene und hochgradig motivierte Benjamin (Jesse Eisenberg), der nicht nur seinem Vater, sondern vor allem auch sich selbst etwas beweisen möchte.
===Die Umsetzung=== stellt sodann das dar, was mich persönlich entgegen meiner vorherigen Skepsis rasch in die Stimmung des 99minütigen Filmes versetzte. Schon bei den anfänglichen Sätzen
_„Dem Tod so nah und doch am Leben zu sein ~ das macht süchtig.“_, _„Wenn dein Leben in Gefahr ist, weißt du, dass du lebst. Alles andere ist fernsehen.“_
oder gar dem unabstreitbar genialen
_„Fernsehpreise sind wie Hämorriden ~ irgendwann kriegt jedes Arschloch welche.“_
ging mir auf, dass es sich bei „Hunting party“ nicht um die Art Kriegsfilm handeln würde, den ich mir aufgrund der DVD-Rückseitentextes ausgemalt hatte. Tatsächlich freundete ich mich mit der Kombination „todernster Schauplatz & bitterböse Schlagfertigkeiten“ rasch an; wobei ich an dieser Stelle erwähnen muss, dass nichts ins Lächerliche gezogen wird. Vielmehr wird klar, dass manche lockeren Sprüche, die dem Journalistenteam über die Lippen gehen, eher dazu dienlich sind, den Situationen die Bedrohlichkeit zu nehmen und die eigenen Ängste zu überlisten.
Spätestens ab dem Moment, in dem aus dem ehemaligen Duo ein Dreiergespann wird, hebt sich die Atmosphäre noch ein wenig mehr gen fluffigem Action-Thriller. Bedauerlicherweise empfand ich persönlich hier und dort jenes Vorhaben doch ein wenig zu dick aufgetragen; finden sich stellenweise übertriebene Sturheits- und generell wenig nachvollziehbare Momente, bezüglich derer kaum erkennbar ist, ob diese nun _lustig sein sollen._
Simon Hunt agiert ab und an zu aufdringlich, zu dreist, wodurch vermutlich zwar die beklemmende Atmosphäre untermauert werden soll, diese sich jedoch für mich persönlich eher „unecht“ anfühlt.
Hinzu kommt der Umstand, dass die satirischen Einflechtungen vereinzelt etwas deplatziert wirken ~ ich persönlich halte es für nicht sehr geschickt, die Ernsthaftigkeit inmitten eines „ich wurde 7 Stunden am Stück vergewaltigt“ Dialoges mit dem Dauerbrenner, dass die Journalisten für ein verdeckt ermittelndes CIA-Team gehalten werden, fast schon ins Banale abdriften zu lassen.
Obschon jene Unterstellung durchaus ihren gewissen Reiz hat und des öfteren für Amüsement sorgt, scheinen sich die Filmmacher nicht so recht entscheiden gekonnt zu haben, welchen letzten Schliff sie „Hunting Party“ verleihen sollten. Die Momente, die eindeutiger unter die Haut gehen könnten als es hier der Fall ist, verlieren meiner Ansicht nach an Tiefe, wenn wenige Szenen zuvor bzw. danach ein weiterer Mini-Gag platziert wurde.
Im großen und ganzen stimmt die Mischung, besticht regelrecht ~ nur leider sind die Übergänge zur brutalen Realität fragmentarisch zu hart. Absicht?
~ Besonders positiv de facto hervorzuheben zweifelsohne die Zusammenstellung der Darsteller: die rigorose Unterschiedlichkeit der drei Journalisten funktioniert und harmoniert aufs imposanteste, während nicht zuletzt die Rolle des „Fuchs“ kaum besser hätte besetzt werden können. Jener wirkt auf den ersten (und vor allem bloßen) Blick fast schon wieder sympathisch; während sich im zweiten Moment unmittelbar ein wenig Ehrfurcht bemerkbar macht. Und das, ohne das jener Schauspieler auch nur ein einziges Wort hätte sagen müssen. Diane Kruger erhielt hier eine recht kleine Rolle, gibt dem Ganzen noch eine gewisse Raffinesse in der entsprechenden Szene. Dadurch, dass manche Russen naturgegeben generell schnell furchteinflößend (gucken und) wirken können, stimmt bei „ Hunting Party“ sogar das letzte Detail.
Die Spannung ist von Anfang bis Ende gegeben; trotz weniger (!) eher befremdlich anfühlend-platzierten Situationskomiken fühlt man sich überdies recht gut unterhalten. Als Manko sehe ich persönlich jedoch den Umstand, dass einerseits die Missstände durch und durch angeklagt werden, gleichzeitig hingegen eher am äußerten Rande durchgewunken und mit einem kurz darauf folgenden Witzchen bagatellisiert werden. Natürlich hatte Regisseur Richard Shephard wohl keineswegs vor, eine bier-ernste Auseinandersetzung der Kriegsthematik zu fabrizieren ~ und doch muss ich sagen, dass mancherlei fast schon eher unglücklich getroffen wurde.
Der Knackpunkt, dass die vermeintliche Jagd auf sog. „Kriegsverbrecher“ eigentlich eher eine Farce darstellt, wird zwar immer wieder aufgegriffen, geht jedoch fast schon in dem weiteren „wir haben doch verneint, dass wir von der CIA sind. Aber wenn wir von der CIA wären, hätten wir das doch auch abgestritten“ running gag nahezu unter.
===Summa summarum=== widmete ich mich anfänglich der TV-Movie Beilage eher mit der Erwartungshaltung, nicht sonderlich viel mit dem Werk anfangen zu können und wurde schnell eines Besseren belehrt. '''Die Genre-Mischung hat nichts mit „Hotel Ruanda“ gemein; erinnert vielmehr ein wenig an „R.E.D.“ und fühlt sich bis auf marginale Ausnahmen durch und durch gelungen an.'''
Gänsehautfaktor de Luxe abschließend zum Ende hin; welches sehr intensiv auf den potentiellen Zuschauer einwirkt und nicht zuletzt unterschwellig gruselig-brutales erahnen lässt. Dies sowie die krönenden Texteinblendungen vor dem eigentlichen Abspann sorgen zu guter Letzt für eine sehr versöhnliche meinerseitige Stimmung, so dass ich im Groben und Ganzen nicht viel zu moppern habe.
Nicht zuletzt dadurch, dass durch jene Texte manche Details noch einmal aufgegriffen, erklärt oder gar berichtigt werden, kann, will und würde ich „Hunting Party“ uneingeschränkt empfehlen und verleihe an dieser Stelle sehr solide und warmherzige vier Sterne.
35 Bewertungen, 6 Kommentare
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12.04.2011, 07:20 Uhr von sandraberg
Bewertung: sehr hilfreichauch von mir bekommst du ein klares SH :) --- nach 1 jahr pause bin ich nun wieder zurück u arbeite auch fleißig mein CIS ab *zwinker* freue mich auf eine weiterhin gute zusammenarbeit. gruß sandra
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11.04.2011, 13:53 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichSchöne Grüsse, Talulah
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11.04.2011, 12:39 Uhr von yeppton
Bewertung: sehr hilfreichgut berichtet, schau doch mal vorbei, Danke
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10.04.2011, 14:07 Uhr von sigrid9979
Bewertung: sehr hilfreichWünsche dir einen schönen Sonntag..
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10.04.2011, 13:46 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichPrima beschrieben. LG und einen schönen Sonntag. :)
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10.04.2011, 12:33 Uhr von katjafranke
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße von der KATJA
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