Halloween (DVD) Testbericht
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Erfahrungsbericht von LilithIbi
„Alle Möglichkeiten, ihn zu therapieren, sind vorhanden.“
Pro:
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Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Wer sich darüber hinaus gerne über Unarten einer DVD an sich mokiert, der dürfte bei einer der zig Versionen rund um den Kultfilm
===“Halloween ~ Die Nacht des Grauens“=== durchweg auf seine Kosten kommen. Dass über kurz oder lang der Hauptfilm automatisch startet, daran mag man sich gewöhnt haben... das hingegen von „Bonusmaterial auf DVD 2“ gesprochen wird, während sich überhaupt keine DVD in der Hülle befindet... das hat bislang meines eigenen Wissens nach lediglich dieses „Screen Power Home Entertainment“ Produkt. Untertitel gibt es lediglich den Deutschen, während der Hauptfilm selbst in englisch oder deutsch abspielbar. Die Kapitelauswahl über die Menüführung gestaltet sich unsagbar schwierig, während ich mich noch am meisten darüber amüsieren kann, dass der kleine Tommy (Brian Andrews) exakt die quäkige Synchronstimme erhielt, die Fans von Laura Ingals in den frühen Folgen von „Unsere kleine Farm“ erhielt.
Sieht man über all dies hinweg und widmet sich lediglich dem Hauptakt auf der DVD, so fällt es mir immer noch schwer zu glauben, dass es Menschen geben soll, die die Reihe rund um Michael Myers noch nie gesehen haben will. Ähnlich unvorstellbar ist jedoch, dass man selbst die Filme nach wie vor gut findet ~ obschon jene in der heutigen Zeit eigentlich kaum noch eine Chance haben dürften. Mag sein, dass uns einfach eingeimpft wurde, das es sich hierbei um einen Klassiker handelt, der gut zu sein hat... doch diese Debatte würde an dieser Stelle definitiv zu weit gehen.
Unbestreitbarer Fakt dennoch, dass John Carpenter sich gar nicht erst die Mühe machte, in „Halloween“ irgendwas zu erklären zu versuchen. Warum Michael das morden beginnt, warum er zurückkehrt, wieso er sich unbedingt Laurie (Jamie Lee Curtis) ausgeguckt hat... auf all jene Details bauen die späteren Fortsetzungen (wenn mich nicht alles täuscht, mittlerweile 7 an der Zahl plus eine unabhängige Verfilmung, die depperter nicht hätte sein können) immer wieder auf, um, und an.
Die Handlung lässt sich kaum Zeit, um ins Rollen zu kommen: bereits nach den ersten 5 Minuten gibt es eine Leiche. Der Mord selbst sieht recht albern aus, wenn man mal ehrlich ist, während sich manch einer immerhin damit trösten kann, dass das Opfer halbnackend vorm Spiegel sitzt. Auch der (kurzzeitige) Blick durch die Halloweenmaske des Täters ist eine nette Idee, die den gewissen old-school-horror durchaus zu unterstreichen vermag. Wer nun _wirklich noch nie etwas von diesen Filmen gehört, geschweige denn gesehen haben mag, den dürfte die anschließende Offenbarungsszene durchaus noch schockieren. Innerlich, wohlgemerkt, denn äußerlich läuft „Halloween“ ungefähr so hektisch-verstörend-grausig ab wie ein Zimmerbrunnen.
Man darf natürlich an keiner Stelle vergessen, dass das Werk aus meinem Geburtsjahr – sprich: 1978 – stammt und Horrorfilme damals noch weitaus solider gestrickt wurden. Statt den Fokus auf möglichst viel Brutalität zu legen, hielt sich John Carpenter an eine viel authentischere Vorlage. Gerade in der Zeit, als es noch Gemeinden wie das filmische Haddonfield gab, wo die Haustüren für den Babysitter und dessen heimliche Besucher quasi offen stehen, alle noch brav einander grüßen, Kürbisse aushöhlen, Popcorn selbst herstellen und lustige Kleidungsstücke tragen... da schockt es vollends anders, wenn urplötzlich jemand mit Halloweenmaske im Garten steht, der allerdings ganz und gar nicht zum feiern vorbei gekommen ist. Insbesondere dadurch, dass die Bedrohlickeit oftmals nicht als solche erkannt wird, entsteht ein meiner Meinung nach viel raffinierteres Grauen, als es mittlerweile durch zig tosende Axtmörder, die sich schon meilenweit vorher ankündigen, der Fall ist.
Allerdings muss man sich hierfür in der explizit richtigen Stimmung befinden; ansonsten ist – pardon – „Halloween“ eigentlich eher todlangweilig, lückenhaft, stellenweise überzogen und unfreiwillig komisch und nicht zuletzt unlogisch.
Generell kommt erst in den letzten 10min des knapp 100minütigen Gesamtfilms so richtig Schwung in die Bude, während man sich zuvor immerhin an ein paar fetzigen Dialogen Marke
~ „Sollten wir anstatt von ES nicht lieber von IHM reden?“
~ „Können wir auch.“
~„Ihr Mitgefühl ist überwältigend, Doktor.“
Wer wie ich vor einiger Zeit erst einen der letzten Filmen der Reihe gesehen hat, der wird sich aller Logik zum Trotz wundern, wie überaus jung Dr. Sam Loomis (Donald Pleasence) mal ausgesehen hat. Um bereits an dieser Stelle den weiteren Fortsetzungen etwas vorweg zu nehmen: bei eben jener Figur handelt es sich um einen der Charaktere, der einem künftig immer mehr auf die Nerven geht. Wieso, warum und weshalb sich diese Rolle so derartig ungünstig entwickeln musste, von der man zwar eine gewisse Besessenheit erwarten kann, diese jedoch schauderhaft umgesetzt wurde... diese Frage wird mich noch geraume Zeit beschäftigen.
Gewisse psychologische Ansätze rund um ein fehlendes Differenzierungsvermögen, eine Art Pseudo-katatonsiches Verhalten und nicht zuletzt die absolute Überzeugung von Dr. Loomis, dass man Micheal Myers (Nick Castle) nie wieder in die Freiheit entlassen sollte, geben „Halloween“ führwahr eine gewisse Tiefe. Lobenswert durchaus ebenfalls, dass die vorausgesehene zuschauerliche Verblüffung, woher der gute Michael nun eigentlich Autofahren kann, kurzzeitig aufgegriffen wird.
Viele Details über die eigentliche Story mag ich hier gar nicht nennen ~ zum einen nicht, weil die meisten den Film ohnehin auswendig kennen und somit jedes Wort überflüssig wäre, zum anderen deswegen, damit Nichtkenner durchaus noch überrascht werden können. Gerade weil nich sonderlich viel passiert, sollte man denjenigen meines Empfindens nach auch nicht sonderlich viel offenbaren.
Absolut erwähnenswert die durchweg gelungene filmische Begleitmusik, von denen vorrangig das altbekannte musikalische „Halloween-Leitmotiv“ nach wie vor für ein angenehmes Wiedererkennungsgefühl sorgt. Das plakative Streberbild, welches Laurie zum besten gibt, rundet das Gesamtwerk im Grunde genommen derartig ab wie es jener Umstand zelebriert, dass sich jemand, der seinen Ärmel mit Butter bekleckert, sich beinahe komplett auszieht um anschließend halbnackt umherzuwuseln.
Über die schauspielerischen Talente kann man inmitten „Halloween“ nur geringfügig etwas verlautbaren. Dass Jamie Lee Curtis durch eben jene Rolle an den Erfolg geführt wurde, ist kein Geheimnis, während (fast) alle anderen Figuren beliebig austauschbar gewesen wären. Michael Myers ist lediglich in diesem Auftakt zur Reihe in einer kleinen Szene deutlich erkennbar und wird auch alle gesamten Folgefilme über je ein einziges Wort von sich geben.
===Summa summarum=== mag ich den Film ganz gerne, wenngleich ich eingestehe, dass ein jeder, wer will, sich rigoros über mannigfaltige Szenen lustig machen könnte. Zu oft steht Michael mit seinem Röchelatem unmittelbar vor / hinter / neben dem vermeintlichen nächsten Opfer, ohne von diesen gehört / gesehen / gefühlt zu werden.
Wie zuvor bereits erwähnt, beantwortet der quasi-Pilotfilm keinerlei Fragen. Solcherlei kann man dem modernen Kinogänger kaum noch zumuten, da dieser oftmals gerne alles von A-Z erklärt, begründet, dargelegt und vor allem nachvollziehbar aufgedröselt bekommen möchte. Aber dafür gibt es einerseits völlig andere Filme und andererseits ~ sofern man dazu nach dem umstrittenen Filmgenuss überhaupt noch Lust hat ~ noch zig weitere Fortsetzungen.
Von mir de facto die volle Punktzahl für einen definitiven Abend-Ausklangs-Film; Minuspunkt lediglich dahingehend, dass ich mich von der DVD-Ausstattung mehr als nur veralbert fühle.
34 Bewertungen, 7 Kommentare
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02.03.2012, 20:42 Uhr von Miraculix1967
Bewertung: sehr hilfreichSchönen Freitagabend, schönes Wochenende und LG Nr. 1 für heute aus dem gallischen Dorf Miraculix1967
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02.03.2012, 17:36 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichschönes wochenende lg. petra
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02.03.2012, 15:03 Uhr von Colly24
Bewertung: sehr hilfreichFinde ich sehr gut geschrieben! über Gegenlesung freue ich mich immer! Viele Grüße Colly
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02.03.2012, 10:16 Uhr von sigrid9979
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüsse von der Nordsee..
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02.03.2012, 09:49 Uhr von XXLALF
Bewertung: sehr hilfreich...und ein wunderschönes wochenende
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02.03.2012, 09:35 Uhr von katjafranke
Bewertung: sehr hilfreich....Liebe Grüße KATJA.....
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02.03.2012, 09:20 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichPrima vorgestellt, Saludos Negerle
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