Elegy oder die Kunst zu lieben (DVD) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 12/2010
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Summe aller Bewertungen
- Action:
- Anspruch:
- Romantik:
- Humor:
- Spannung:
Erfahrungsbericht von LilithIbi
"Schöne Frauen sind unsichtbar. Man sieht immer nur die Schale."
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Ein Satz, der in dem auf dem Buch „The dying animal“ (Philip Roth) basierenden Film
===“Elegy ~ Die Kunst zu lieben“=== fällt und dortig besondere Gewichtung erhält. Generell kann ich bereits an dieser Stelle sagen, dass mir der 108minütige Film durchaus zusagte, ich ihn jedoch bei potentieller Gelegenheit nicht nochmal ansehen würde. Ohnehin kann man hier nicht gerade von einem action- oder nur wendungsreichen Handlungsmoment sprechen; generell ist eigentlich das meiste vorhersehbar, ohne das sich jedoch zugleich die ein oder andere hollywoodmäßige Erwartungshaltung seitens des Zuschauers erfüllen würde. Langweilig gestaltet sich das Ganze somit zwar dennoch nicht ~ doch wie gesagt: mit dem einmaligen Angucken ist es in diesem Fall tatsächlich gut.
Die '''Handlung''' wird im Grunde von Literaturprofessor David Kepesh (Ben Kingsley) bestritten, der alljährliche Affären mit einer seiner Studentinnen hat. Erst als er auf Consuela Castillo (Penelope Cruz) trifft, erhält diese Liaison eine intensivere Tiefe, die sich David selbst nicht so recht erklären kann. Der Altersunterschied von knappen 30 Jahren ist nicht der einzige, der ihm zu schaffen macht, befindet er sich doch eigentlich seit Jahrzehnten in einer festen Beziehung zu Carolyn (Patricia Clarkson), die von alledem nichts ahnt.
Lediglich mit seinem besten Freund George O'Hearn (Dennis Hopper) tauscht David sich aus; das Verhältnis zu seinem Sohn Kenny (Peter Sarsgaard) ist nahezu zerrüttet und wird hier zu einem Nebenthema gemacht.
'''In der Umsetzung''' wird der interessierte Zuschauer sicherlich über das ein oder andere nachdenken, sich dazu angehalten fühlen, über die vermeintliche Aussage (wenn du jemanden liebst, dann bekenne dich dazu) diskutieren wollen. Gleichermaßen tut sich „Elogy“ mit der Idee, dass jeder der drei männlichen Protagonisten unentdeckte Affären hat, nur sehr bedingt einen Gefallen. Zumindest mag man als Zuschauer hoffen, dass dies eine überspitzte Darstellung dessen ist, was Tag für Tag in der Welt geschieht ~ selbst dann noch, wenn man es persönlich eigentlich besser wissen sollte.
In meinem Fall bedeutet dies, dass es für mich nur schwer vorstellbar ist, dass weder Carolyn noch Consuela von der jeweils anderen auch nur etwas geahnt haben sollen. Hanebüchene Erklärungsversuche, die Carolyn scheinbar unbedingten Glauben schenken will wie auch die Äußerung
_„Es gibt keine Ehefrau, die ich betrüge.“_
wären gewissermaßen bitterkomischer Natur, wenn sie nicht zugleich derartig brutal wären. Ebenfalls ans Herz gehen diverse Szenen, die von Davids Eifersucht zeugen, Momente, in denen er Consuela kontrollieren will und völlig außer sich neben dem Telefon ausharrt. Der stete Gedanke, gegen einen jüngeren ersetzt zu werden, wurde bildhaft unglaublich sanft, einfühlsam und zugleich einschneidend dargeboten ~ tatsächlich lässt sich so mitfühlen, mitleiden...so wenig man generell auch das ein oder andere Detail verstehen mag.
Minimale Fragen, die sich in mir auftun, wie bspw. der Aspekt, dass Consuela zufälligerweise nie anruft, wenn Carolyn zugegen ist oder auch nur dann unangemeldet erscheint, wenn diese (ebenfalls am Sylvesterabend) außer Landes ist, schmälern den Filmgenuss nur bedingt.
Verdanken lässt sich dies insbesondere den durch und durch großartigen Darstellern; Ben Kingsley steht auch hier wieder Garant für einen unbestreitbar emotionalen Film, der sich jedoch - vergleichbar mit _ „Haus aus Sand und Nebel“_ - durchweg leiser Töne bedient und unisono auf überbordende Dramatik verzichtet.
Es wird geweint, es wird gestritten, Menschen beschuldigen sich, Menschen versuchen, sich zu versöhnen... allumfassend auf einer stillen Art und Weise, ohne großes Helau und Tamtam... eine Kunst, bei der der ein oder andere vermutlich gerne etwas mehr Bohei gehabt hätte.
Regisseurin Isabel Coixet hingegen achtete darauf, dass die Protagonisten nicht derartig überspitzt dargestellt wurden wie inmitten der Romanvorlage, worüberhinaus man generell stellenweise spürt, dass hier eine Frau auf dem Regiestuhl thronte. Jedwede Sexszene wirkt eher poetisch denn animalisch, selbst Großaufnahmen barbusiger Momente scheinen eher künstlerisch den ausschließlich erotisch eingefangen worden zu sein.
===Summa summarum=== haut die Mit-Aussage, dass man Menschen erst dann zu schätzen lernt, wenn es (fast) zu spät ist sicherlich niemanden mehr vom Hocker. Das wissen wir alle schon seit Jahren, daraus machen wir alle schon seit Jahren nichts. Ein Umstand, den man naturgemäß nicht dem Film selbst vorwerfen kann ~ dennoch fehlt mir zur Vollbesternung noch eine gewisse Raffinesse, eine Kleinigkeit, die „Elogy“ lebendiger hätte wirken lassen.
So überzeugend die Schauspieler hier agieren, so wenig komme ich umhin, dennoch einen größeren Gefühlsausbruch seitens Carolyn zu vermissen. Ihr einfaches hin-nehmen mag zwar charakteristisch sein, doch irgendwie scheint jenes tun respektive nicht-tun nicht vollends zu dem absoluten Versteckspiel voreinander zu passen.
Darüber hinaus kann ich persönlich weiteren Kleinigkeiten, die ich an dieser Stelle jedoch nicht offenbaren möchte, um dem Film nicht alles vornewegzunehmen, nicht ganz Folge leisten. Mag sein, dass manche Frauen einfach „so“ sind, aber in sich widersprüchlich gestaltet sich der weitere Verlauf jedoch dann trotzdem.
Wie dem aber auch sei ~ _„Elegy“_ ist ein Film, den ich zwar empfehlen möchte, dennoch jedoch eher auf die Free-TV-Austrahlung verweise, alternativ zum Gang in die Videothek rate.
In eben jener erhält der Interessent logischerweise zusätzlich ein '''DVD-Bonusmaterial''', welches meiner persönlichen Meinung nach zwar nur bedingt sehenswert ist... doch dies muss wie so oft ein jeder für sich entscheiden. De facto finden sich auf der DVD diverse Extras, als da wären '''diverse trailer''', '''Interviews''' (ca. 30min), '''Featurette''' (ca. 5min), '''B-Roll''' (ca. 8min), eine '''Diaschau''' (ca. 2min) sowie das zuschaltbare '''Audiokommentar''' des Drehbuchautoren Nicholas Meyer.
Liebhaber kommen somit durchaus auf ihre Kosten ~ eine Formulierung, die sich ebenfalls auf die Filmhandlung an sich anwenden lässt. Welche Moral, Aussage, Aufforderung oder auch nur gefühlsfragmentarische Entscheidungshilfe ein jeder aus _“Elegy“_ mitnimmt lässt sich meines Erachtens nach kaum beantworten.
Darüber hinaus wage ich zu bezweifeln, dass entsprechend handelnde Männer sich von alledem repräsentierten generell beeindrucken lassen... macht aber nichts, sehenswert ist der Film nichtsdestominder. Und sei es bloß, um sich zu fragen, warum man eigentlich so selten an Sir Ben Kingsley denkt, wenn man die für sich „besten“ Schauspieler aller Zeiten aufzählen soll.
===“Elegy ~ Die Kunst zu lieben“=== fällt und dortig besondere Gewichtung erhält. Generell kann ich bereits an dieser Stelle sagen, dass mir der 108minütige Film durchaus zusagte, ich ihn jedoch bei potentieller Gelegenheit nicht nochmal ansehen würde. Ohnehin kann man hier nicht gerade von einem action- oder nur wendungsreichen Handlungsmoment sprechen; generell ist eigentlich das meiste vorhersehbar, ohne das sich jedoch zugleich die ein oder andere hollywoodmäßige Erwartungshaltung seitens des Zuschauers erfüllen würde. Langweilig gestaltet sich das Ganze somit zwar dennoch nicht ~ doch wie gesagt: mit dem einmaligen Angucken ist es in diesem Fall tatsächlich gut.
Die '''Handlung''' wird im Grunde von Literaturprofessor David Kepesh (Ben Kingsley) bestritten, der alljährliche Affären mit einer seiner Studentinnen hat. Erst als er auf Consuela Castillo (Penelope Cruz) trifft, erhält diese Liaison eine intensivere Tiefe, die sich David selbst nicht so recht erklären kann. Der Altersunterschied von knappen 30 Jahren ist nicht der einzige, der ihm zu schaffen macht, befindet er sich doch eigentlich seit Jahrzehnten in einer festen Beziehung zu Carolyn (Patricia Clarkson), die von alledem nichts ahnt.
Lediglich mit seinem besten Freund George O'Hearn (Dennis Hopper) tauscht David sich aus; das Verhältnis zu seinem Sohn Kenny (Peter Sarsgaard) ist nahezu zerrüttet und wird hier zu einem Nebenthema gemacht.
'''In der Umsetzung''' wird der interessierte Zuschauer sicherlich über das ein oder andere nachdenken, sich dazu angehalten fühlen, über die vermeintliche Aussage (wenn du jemanden liebst, dann bekenne dich dazu) diskutieren wollen. Gleichermaßen tut sich „Elogy“ mit der Idee, dass jeder der drei männlichen Protagonisten unentdeckte Affären hat, nur sehr bedingt einen Gefallen. Zumindest mag man als Zuschauer hoffen, dass dies eine überspitzte Darstellung dessen ist, was Tag für Tag in der Welt geschieht ~ selbst dann noch, wenn man es persönlich eigentlich besser wissen sollte.
In meinem Fall bedeutet dies, dass es für mich nur schwer vorstellbar ist, dass weder Carolyn noch Consuela von der jeweils anderen auch nur etwas geahnt haben sollen. Hanebüchene Erklärungsversuche, die Carolyn scheinbar unbedingten Glauben schenken will wie auch die Äußerung
_„Es gibt keine Ehefrau, die ich betrüge.“_
wären gewissermaßen bitterkomischer Natur, wenn sie nicht zugleich derartig brutal wären. Ebenfalls ans Herz gehen diverse Szenen, die von Davids Eifersucht zeugen, Momente, in denen er Consuela kontrollieren will und völlig außer sich neben dem Telefon ausharrt. Der stete Gedanke, gegen einen jüngeren ersetzt zu werden, wurde bildhaft unglaublich sanft, einfühlsam und zugleich einschneidend dargeboten ~ tatsächlich lässt sich so mitfühlen, mitleiden...so wenig man generell auch das ein oder andere Detail verstehen mag.
Minimale Fragen, die sich in mir auftun, wie bspw. der Aspekt, dass Consuela zufälligerweise nie anruft, wenn Carolyn zugegen ist oder auch nur dann unangemeldet erscheint, wenn diese (ebenfalls am Sylvesterabend) außer Landes ist, schmälern den Filmgenuss nur bedingt.
Verdanken lässt sich dies insbesondere den durch und durch großartigen Darstellern; Ben Kingsley steht auch hier wieder Garant für einen unbestreitbar emotionalen Film, der sich jedoch - vergleichbar mit _ „Haus aus Sand und Nebel“_ - durchweg leiser Töne bedient und unisono auf überbordende Dramatik verzichtet.
Es wird geweint, es wird gestritten, Menschen beschuldigen sich, Menschen versuchen, sich zu versöhnen... allumfassend auf einer stillen Art und Weise, ohne großes Helau und Tamtam... eine Kunst, bei der der ein oder andere vermutlich gerne etwas mehr Bohei gehabt hätte.
Regisseurin Isabel Coixet hingegen achtete darauf, dass die Protagonisten nicht derartig überspitzt dargestellt wurden wie inmitten der Romanvorlage, worüberhinaus man generell stellenweise spürt, dass hier eine Frau auf dem Regiestuhl thronte. Jedwede Sexszene wirkt eher poetisch denn animalisch, selbst Großaufnahmen barbusiger Momente scheinen eher künstlerisch den ausschließlich erotisch eingefangen worden zu sein.
===Summa summarum=== haut die Mit-Aussage, dass man Menschen erst dann zu schätzen lernt, wenn es (fast) zu spät ist sicherlich niemanden mehr vom Hocker. Das wissen wir alle schon seit Jahren, daraus machen wir alle schon seit Jahren nichts. Ein Umstand, den man naturgemäß nicht dem Film selbst vorwerfen kann ~ dennoch fehlt mir zur Vollbesternung noch eine gewisse Raffinesse, eine Kleinigkeit, die „Elogy“ lebendiger hätte wirken lassen.
So überzeugend die Schauspieler hier agieren, so wenig komme ich umhin, dennoch einen größeren Gefühlsausbruch seitens Carolyn zu vermissen. Ihr einfaches hin-nehmen mag zwar charakteristisch sein, doch irgendwie scheint jenes tun respektive nicht-tun nicht vollends zu dem absoluten Versteckspiel voreinander zu passen.
Darüber hinaus kann ich persönlich weiteren Kleinigkeiten, die ich an dieser Stelle jedoch nicht offenbaren möchte, um dem Film nicht alles vornewegzunehmen, nicht ganz Folge leisten. Mag sein, dass manche Frauen einfach „so“ sind, aber in sich widersprüchlich gestaltet sich der weitere Verlauf jedoch dann trotzdem.
Wie dem aber auch sei ~ _„Elegy“_ ist ein Film, den ich zwar empfehlen möchte, dennoch jedoch eher auf die Free-TV-Austrahlung verweise, alternativ zum Gang in die Videothek rate.
In eben jener erhält der Interessent logischerweise zusätzlich ein '''DVD-Bonusmaterial''', welches meiner persönlichen Meinung nach zwar nur bedingt sehenswert ist... doch dies muss wie so oft ein jeder für sich entscheiden. De facto finden sich auf der DVD diverse Extras, als da wären '''diverse trailer''', '''Interviews''' (ca. 30min), '''Featurette''' (ca. 5min), '''B-Roll''' (ca. 8min), eine '''Diaschau''' (ca. 2min) sowie das zuschaltbare '''Audiokommentar''' des Drehbuchautoren Nicholas Meyer.
Liebhaber kommen somit durchaus auf ihre Kosten ~ eine Formulierung, die sich ebenfalls auf die Filmhandlung an sich anwenden lässt. Welche Moral, Aussage, Aufforderung oder auch nur gefühlsfragmentarische Entscheidungshilfe ein jeder aus _“Elegy“_ mitnimmt lässt sich meines Erachtens nach kaum beantworten.
Darüber hinaus wage ich zu bezweifeln, dass entsprechend handelnde Männer sich von alledem repräsentierten generell beeindrucken lassen... macht aber nichts, sehenswert ist der Film nichtsdestominder. Und sei es bloß, um sich zu fragen, warum man eigentlich so selten an Sir Ben Kingsley denkt, wenn man die für sich „besten“ Schauspieler aller Zeiten aufzählen soll.
26 Bewertungen, 4 Kommentare
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27.10.2011, 22:56 Uhr von Miraculix1967
Bewertung: sehr hilfreichSchönen Donnerstagabend und LG aus dem gallischen Dorf Miraculix1967
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27.10.2011, 22:44 Uhr von sirikit06
Bewertung: sehr hilfreichWünsche Dir einen schönen Abend! LG
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27.10.2011, 19:05 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichlg. ^^^^^^^^^^^^petra
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27.10.2011, 17:18 Uhr von hameln58
Bewertung: sehr hilfreichliebe Grüße..Gina
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