Tausend strahlende Sonnen (gebundene Ausgabe) / Khaled Hosseini Testbericht

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ab 10,09
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Erfahrungsbericht von durchdacht

Schicksal verbindet...

Pro:

Story, Figuren, realistische Atmosphäre, Schreibstil

Kontra:

die bittere Wahrheit dahinter, evtl. die Fremdwörter

Empfehlung:

Ja

Mariam wächst mit ihrer Mutter als uneheliches Kind ihres Vaters Jalil in einer abgelegenen Hütte am Stadtrand von Herat auf. Sie leben sehr isoliert und von der Gesellschaft abgeschottet; eine der wenigen Bezugspersonen des Mädchens während ihrer Kindheit ist ein muslimischer Geistlicher, der ihr auch etwas lesen und schreiben beibringt und sich um sie kümmert. Obwohl ihr reicher Vater, der unter anderem in Herat ein Kino besitzt, nur selten vorbeikommt, liebt sie ihn als Vater bedingungslos und träumt davon, dass er sie einmal in sein Haus mitnimmt, wo der Rest der Familie inklusive seiner Ehefrauen und ihrer Halbbrüder und Halbschwestern wohnen. Ihre Mutter Nana hingegen ist eine sehr verbitterte Frau, die wohl einst sehr verletzt worden sein muss.

Als ihr Vater nicht wie versprochen zu ihrem 15. Geburtstag erscheint, büchst sie von ihrem ärmlichen Zuhause aus, um in die Stadt hinunterzugehen und das Haus ihres Vaters zu suchen. Sie fragt sich durch, wird aber dort zunächst nicht eingelassen; der Vater sei angeblich nicht da. Weil sie jedoch hartnäckig vor der Haustür wartet, bringt man ihr in der Zwischenzeit etwas zu essen. Später lässt man sie doch hinein, und sie übernachtet dort. Ursprünglich will man sie wohl am nächsten Tag zu ihrer Mutter zurückbringen. Doch dann finden sie diese an einem Ast aufgehängt vor. Nach dem Tod ihrer Mutter wird Mariam im Schnellverfahren an den viel älteren Schuhmacher Raschid verheiratet, weil er sie offenbar nicht im Haus behalten will. So sieht das Ganze zumindest aus, und zu dem Zeitpunkt ist es wohl tatsächlich so, dass er sie loswerden will, so wie er das schlechte Gewissen am liebsten abschütteln würde (dies ist eine Interpretation und ein Schluss meinerseits aus der Lektüre!).

Raschid, der sie mit nach Kabul nimmt, entpuppt sich jedoch schon bald als nicht nur unsympathischer, teilweise ungepflegter, vom Verhalten her unkultivierter und herrischer Ehemann, sondern auch als aggressiver und grausamer Mensch. Wenn ihm etwas nicht passt, oder er auch nur gerade schlecht gelaunt ist, lässt er das an seiner jungen Frau aus – nicht selten auf gröbste und schlimmste Weise. Außerdem wird sie weniger als Frau denn als Sklavin behandelt, die ihm zu gehorchen hat und keinerlei Freiheiten genießt. Er zwingt sie, eine Burka zu tragen. Wenn ihm irgendetwas nicht in den Kragen passt, dann ist automatisch sie es Schuld, auch wenn sie für die jeweilige Sache nichts dafür kann oder nur wieder etwas als Vorwand genommen wurde, sie zu triezen. So sehr sie auch versucht, es ihm recht zu machen, im Haushalt usw., irgendeinen „Grund“ findet dieser kranke, mürrische Choleriker immer. Zwar findet sie heraus, dass auch er einen wunden Punkt hat: Einst hatte er einen Sohn, der früh gestorben ist. Letztendlich ändert das jedoch natürlich nichts daran, dass diese Ehe einfach ein Albtraum ist. Fast schon unbegreiflich erscheint es als außenstehender Leser, dass jemand so viele schreckliche Jahre in Demut erträgt.

Leseprobe 1 (Seite 97 f):

Raschid langte mit den Fingern in den Reis, formte ihn zu einem kleinen Kloß und führte die Hand zum Mund. Kaum hatte er davon probiert, verzog er das Gesicht und spuckte aus.
„Was ist?“ fragte Mariam mit ängstlicher Stimme, worüber sie sich selbst ärgerte. Sie spürte, wie sich ihr Puls beschleunigte und sich ihre Nackenhaare aufrichteten.
„Was ist?“ äffte er sie nach. „Der Reis ist wieder mal nicht durch, das ist.“
„Aber ich habe ihn fünf Minuten länger kochen lassen als sonst.“
„Lüge.“
„Ich schwöre...“
Er schüttelte die Reiskörner von den Fingern und schob den Teller so wütend von sich, dass die Hälfte von Reis und Soße auf die sofrah schwappte. Dann stürmte er aus dem Wohnzimmer, verließ das Haus und schlug die Tür hinter sich zu.
Mariam ging in die Knie und machte sich daran, das verschüttete Essen auf den Teller zurückzuschieben, musste aber innehalten, weil ihre Hände zu sehr zitterten. Der Schrecken war ihr in die Glieder gefahren. Sie versuchte, tief durchzuatmen. Zufällig fiel ihr Blick auf ihr bleiches Spiegelbild in der Fensterscheibe. Sie schaute weg.
Wenig später ging die Haustür wieder auf. Raschid kehrte ins Wohnzimmer zurück.
„Steh auf“, zischte er. „Steh auf und komm her.“
Er zerrte sie in die Höhe und drückte ihr Kieselsteine in die Hand.
„Steck sie in den Mund.“
„Was?“
„Steck. Sie. In den Mund.“
„Lass gut sein, Raschid, ich...“
Um sie zu zwingen, den Mund zu öffnen, quetschte er ihr mit seiner Pranke die Kieferknochen. Mariam wehrte sich, kam aber nicht gegen ihn an und musste geschehen lassen, dass er ihr einen Kieselstein nach dem anderen in den Mund stopfte.
„Und jetzt kau“, verlangte er, die Oberlippe höhnisch verzerrt.
Die Zunge voller Sand und Steine, flehte sie ihn brabbelnd an. Tränen traten ihr in die Augen.
„KAU!“ brüllte er und stieß ihr einen Nikotinschwall ins Gesicht.
Mariam kaute. Im hinteren Teil ihres Mundes knackte etwas.
„Gut“, sagte Raschid. Seine Wangen bebten. „Jetzt weißt du, wie dein Reis schmeckt. Jetzt weißt du, was du mir als Ehefrau bietest. Ungenießbares Essen und sonst nichts.“
Dann war er wieder verschwunden. Mariam blieb zurück und spuckte Steine, Blut und die Trümmer zweier Backenzähne aus.

Im zweiten Teil des Buches wird die Geschichte von Laila erzählt, die in der Nachbarschaft geboren wird und aufwächst. Ihre Jugend verläuft so ganz anders als das Leben von Mariam. Lailas Familie ist liberal, und ihr Vater, der sehr viel Zeit mit seinen Büchern verbringt (er war einmal Lehrer, so lange er die Möglichkeit dazu hatte), legt großen Wert auf Bildung, dass sie zur Schule geht, und unterstützt sie auch selbst dabei. Weil ihre Mutter nach dem Fortgang von Lailas Brüdern (diese haben sich den Mudschaheddin angeschlossen und kämpfen irgendwo im Hinterland, wo sie schließlich auch sterben) immer so ihre Phasen hat, erledigt Laila im Haushalt vieles selbst und bedauert es, dass ihre Mutter sie wegen der Brüder offenbar nicht so als Tochter wahrnimmt und liebt, wie es wünschenswert wäre. Somit hat sie nur ihren Vater, ihre paar Freundinnen – und Tarik, ihren Jugendfreund und spätere Jugendliebe. Es ist die Zeit, als Afghanistan von den Kommunisten besetzt war, es gibt immer wieder Kämpfe, und auch in Kabul herrschen letztendlich Krieg und unsichere Verhältnisse. Die Stadt wird auch immer wieder von den Warlords angegriffen, verschiedene Bevölkerungsgruppen kämpfen gegeneinander... Alles in allem ist es eine sehr turbulente Zeit. Viele Menschen flüchten, darunter auch Bekannte der Familie und Tarik mit seinen Angehörigen. Doch Lailas Familie bleibt, weil ihre Mutter nicht weg will. Sie will warten, bis die Mudschaheddin die Kommunisten aus Kabul vertrieben haben (wegen ihrer Söhne glaubt sie steif und fest, mit der Einkehr der Mudschaheddin würden bessere Zeiten kommen).

Eines Tages wird Lailas Elternhaus durch einen Bombenangriff zerstört. Lailas Eltern kommen dabei ums Leben; Laila überlebt, weil sie zufällig just zu dem Zeitpunkt gerade aus dem Haus gegangen war. Beim Aufwachen findet sie sich in Raschids und Mariams Haus wieder. Nachdem sie sich ungefähr eine Woche lang erholt hat, besucht sie ein Mann, welcher ihr berichtet, dass er Tarik in einem pakistanischen Krankenhaus begegnet sei, wo er letztendlich an den Folgen von Verletzungen gestorben sei. (Spoiler: Dass das eine Taktik Raschids ist, damit sie zustimmt, seine Zweitfrau zu werden, erfahren wir erst sehr viel später, als Tarik leibhaftig wieder vor der Tür steht.) Der Ehe mit Raschid sagt sie sofort zu, da sie keine andere Wahl sieht.

Leseprobe 2 (Seite 213 f):

„Den Winter 1992 verbrachte sie damit, das Haus zu fegen, die kürbisfarbenen Wände des Schlafzimmers, das sie mit Raschid teilte, abzuschrubben und in einem großen kupfernen lagaan draußen Wäsche zu waschen. Manchmal sah sie sich, wie vom eigenen Körper getrennt, über den Rand der lagaan gebeugt, die Ärmel bis über beide Ellbogen hochgekrempelt, mit roten Händen das Seifenwasser aus Raschids Unterhemden wringen. In solchen Momenten fühlte sie sich wie eine Schiffbrüchige auf dem offenen Meer.
Wenn es zu kalt war, um in den Hof zu gehen, geisterte Laila durchs Haus. Sie fuhr mit den Fingernägeln die Wände entlang, ging im Flur auf und ab, die Treppe hinauf und wieder hinunter. Sie konnte sich nicht aufraffen, das Gesicht zu waschen oder die Haare zu kämmen. Wenn sie auf Mariam traf, die gerade eine Paprikaschote zerkleinerte oder Fettschichten von Fleisch trennte, warf diese ihr nur einen flüchtigen, freudlosen Blick zu. Dann machte sich ein schmerzliches Schweigen zwischen ihnen breit, und Laila spürte Feindseligkeit, die ihr wie ein heißer Schwall entgegenschlug. Sie zog sich dann auf ihr Zimmer zurück und betrachtete vom Bett aus das Schneegestöber vor dem Fenster.“

Zwischen Laila und Mariam herrscht zunächst ein eher distanziertes, misstrauisches Verhältnis. Doch allmählich werden sie doch miteinander warm, werden sie immer mehr zu Komplizinnen gegen diesen grausamen Ehemann, und ihr Verhältnis entwickelt sich sogar zu einer tiefen Freundschaft. Fortan erledigen sie den Haushalt auch gemeinsam, und erzählen einander einiges. Mariam vertraut Laila an, wie und wo sie ihre Kindheit verbrachte, und Laila erzählt von Tarik, den sie natürlich nach wie vor (auch wenn sie glaubt, er wäre tot) liebt. Als dieser überraschend wieder auftaucht, hat Laila bereits zwei Kinder, eine Tochter (die sie noch mit Tarik gezeugt hat, bevor diese schreckliche Wendung des Schicksals eintrat, wovon Raschid selbstverständlich nichts weiß) und einen Sohn von Raschid. Während dieser Kriegszeit voller Armut und Hunger war sie zwischenzeitlich gezwungen gewesen, ihre Tochter in die Obhut eines Waisenhauses zu geben, wo sie sie regelmäßig besuchen. Bald darauf beschließen die Frauen, vor ihrem ruppigen Ehemann und dem Krieg zu fliehen. Weit kommen sie allerdings nicht, weil sich die Verhältnisse im Land mittlerweile noch mehr zu Lasten der Frauen gewandelt haben. Bevor sie in einen Bus steigen können, werden sie von en Taliban geschnappt (sie waren aufgefallen, weil sie allein als Frauen unterwegs waren) und zu Raschid zurückgebracht, der sie übel zurichtet und einige Tage getrennt einsperrt.

Leseprobe 3, welche den Beginn der Talibanherrschaft verdeutlicht (S. 256 ff):

Am folgenden Tag wurde Kabul von Kleintransportern überrollt. In Khair khana, Shar-e-Nau, Karteh Parwan, Wazir Akbar Kahn und Taimani fuhren rote Toyota-Trucks durch die Straßen. Auf den Pritschen hockten bärtige Männer mit schwarzen Turbanen. Von jedem dieser Fahrzeuge tönte aus schepperndem Megafon eine offizielle Bekanntmachung. Dieselbe Mitteilung war auch über Lautsprecher auf den Moscheen und im Radio zu hören, dessen Sender nunmehr „Stimme der Scharia“ hieß. Gleichzeitig wurde diese Mitteilung auf Flugblättern in den Straßen verteilt. Mariam fand eines im Hof.

„Unser watan trägt ab sofort den Namen Islamisches Emirat Afghanistan. Dies sind die Gesetze, die wir durchsetzen werden und denen zu gehorchen ist:
Alle Bürger müssen fünfmal am Tag beten. Wer während der Gebetstag etwas anderes tut und dabei überführt wird, wird mit Prügel bestraft.
Für alle Männer gilt Bartpflicht. Das korrekte Längenmaß entspricht der Breite einer geballten Faust unter dem Kinn. Wer diese Vorschrift nicht beachtet, wird mit Prügel bestraft.
Alle Jungen tragen Turban. Schüler der ersten bis zur sechsten Klasse tragen schwarze, ältere Schüler weiße Turbane. Alle Jungen tragen islamische Kleidung. Hemden sind bis zum Kragen zuzuknöpfen.
Singen ist verboten.
Tanzen ist verboten.
Kartenspiele, Schach, Glücksspiele und Drachen-steigen-lassen sind verboten.
Bücher zu schreiben, Filme anzusehen und Bilder zu malen ist verboten.
Das Halten von Papageien wird mit Prügelstrafe geahndet; die Vögel werden getötet.
Überführten Dieben wird die Hand am Handgelenk abgetrennt. Wiederholungstätern wird ein Fuß abgeschnitten.
Nicht-Muslime haben ihren Gottesdienst an Orten zu feiern, wo sie nicht von Muslimen gesehen werden können. Wer sich nicht daran hält, der erwarten Prügelstrafe und Inhaftierung. Der Versuch, einen Muslim zu einem anderen Glauben zu bekehren, wird mit dem Tod geahndet.
Frauen – aufgepasst:
Ihr werdet Euch zu allen Zeiten ausschließlich im Haus aufhalten. Es gehört sich nicht für eine Frau, ziellos auf den Straßen herumzuziehen. Ausgänge sind nur in Begleitung eines mahram, eines männlichen Angehörigen, gestattet. Wer allein auf der Straße aufgegriffen wird, wird mit Prügel bestraft und nach Hause geschickt.
Ihr dürft unter keinen Umständen Euer Gesicht zeigen und werdet, wenn im Freien unterwegs, Burka tragen. Zuwiderhandlung wird mit Prügelstrafe geahndet.
Kosmetik ist verboten.
Schmuck ist verboten.
Das Tragen aufreizender Kleider ist verboten.
Ihr dürft nur sprechen, wenn Ihr dazu aufgefordert werdet.
Ihr werdet mit Männern keinen Blickkontakt aufnehmen.
Ihr werdet in der Öffentlichkeit nicht lachen. Zuwiderhandlung wird mit Prügelstrafe geahndet.
Das Lackieren der Fingernägel ist verboten. Bei Zuwiderhandlung wird ein Finger abgetrennt.
Für Mädchen ist der Besuch einer Schule verboten. Alle Mädchenschulen werden mit sofortiger Wirkung geschlossen.
Erwerbsarbeit ist Frauen verboten.
Wer sich des Ehebruchs schuldig macht, wird gesteinigt.“

Nun, ich denke, man kann sich anhand dieser Zeilen nur zu deutlich vorstellen, wie das „Leben“ in jener Epoche (und wir sprechen hier vom Ende des 20. und Beginn des 21. Jahrhunderts!) und bis vor kurzem dort ausgesehen hat.

Hiermit möchte ich dann auch meine Inhaltsangabe beenden. Es mag ohnehin schon so erscheinen, als hätte ich zu viel verraten. Mir war es aber wichtig, die Eindrücke und beispielhaften Lebensverhältnisse, wie sie zu jener Zeit tatsächlich dort geherrscht haben müssen, im Zusammenhang wiederzugeben.

== Eigene Anmerkungen ==

Sehr spannend und erschreckend realistisch, aber auch einfühlsam erzählt Khaled Hosseini die Geschichte der beiden fiktiven Frauen. Dabei wechselt die Perspektive jeweils zwischen Mariam und Laila. Interessant finde ich es auch, wie der Autor gekonnt und wie beiläufig einige Hintergrundinformationen über den jeweiligen historischen Verhältnisse im Land einstreut. So kann man sich stets gut vorstellen, in welcher Zeit die Handlung jeweils spielt. Man erhält eine verdammt gute, gestochen scharfe und detaillierte Vorstellung von den Lebensverhältnissen der Menschen in der jeweiligen Zeit. Auch die Beziehungen zwischen den Personen, die jeweilige zwischenmenschliche und sonstige Atmosphäre und wie sich diese eventuell wandelt, kommt hier bestens zum Ausdruck. Die Charaktere sind inklusive ihrer Ecken und Kanten (falls vorhanden) eindrücklich und lebensnah wiedergegeben. Einzig bei den eingebundenen Fremdwörtern, die gelegentlich auftauchen, hätte ich mir manchmal ein Glossar hinten im Buch gewünscht, um diese nachzuschlagen. Viele erklären sich zwar im Kontext (z. B. merkt man am Anfang schnell, dass es sich bei einer „kolba“ um eine einfache Hütte handelt, zumal diese auch im Roman bildich beschrieben wird), doch manchmal hat mich das schon ein wenig gestört. Ansonsten liest sich das Buch aber flüssig und insgesamt ohne Stockungen. An keiner Stelle war es langatmig, was auch damit zusammenhängen kann, dass ich es interessant fand, einen Einblick in die Lebensverhältnisse des historischen Afghanistan zu bekommen. Auch wenn die Story an sich natürlich erfunden ist, HÄTTE sie sich durchaus so zutragen können. Und das Drumherum, inklusive der Geschichte, ist (leider) wahr gewesen.

Es geht aber hier nicht nur um Afghanistan, sondern auch um den Umgang zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Ein Umgang, der offensichtlich konfliktreich und auch im täglichen Leben der Zivilbevölkerung voller Missverständnisse, mitunter wohl auch Abneigung, ist. Der aber auch in Einzelfällen Hoffnung schüren und sprichwörtliche Brücken bauen kann. Das Hauptthema ist schließlich die Freundschaft zweier Frauen, die es letztendlich gemeinsam schaffen, sich gegen einen grausamen Ehemann zu wehren. Zum Ende hin bringt Mariam noch ein sehr großes Opfer dafür, dass die junge Laila ein Leben in Freiheit zusammen mit Tarik und ihren Kindern leben kann. Was genau passiert, und wie dies möglich ist, kann ich natürlich nicht verraten.

== Buchdaten ==

Khaled Hosseini: Tausend strahlende Sonnen
Berliner Taschenbuch Verlag
3. Auflage 2009
Aus dem Amerikanischen übersetzt von: Michael Windgassen
ISBN: 9783833305894
382 Seiten (+ Nachwort und Danksagung)

== Der Autor ==

Khaled Hosseini wurde 1965 in Kabul als Sohn eines Diplomaten geboren. Seine Familie erhielt 1980 in den Vereinigten Staaten politisches Asyl. Er lebt heute als Arzt und Autor in Kalifornien. Sein Roman „Drachenläufer“ (den ich übrigens auch nur wärmstens empfehlen kann!) erschien in 40 Sprachen und wurde 2007 verfilmt.

== Fazit ==

Ich kann Euch dieses Buch nur ans Herz legen!
Allerdings muss ich insofern auch warnen, dass es nachdrückliche Spuren in Euren Hirnwindungen hinterlassen könnte. Derjenige, an dem diese Lektüre spurlos vorübergeht, ist vermutlich kein Mensch.
5 Sterne für das Buch und seine Botschaft, 0 Sterne für eine Geschichte, die hoffentlich für immer dort oder sonstwo der Vergangenheit angehört.

47 Bewertungen, 9 Kommentare

  • Yvettte

    18.09.2009, 16:00 Uhr von Yvettte
    Bewertung: besonders wertvoll

    Ganz klar die Höchstnote ! Danke für den Tipp !

  • ingoa09

    13.09.2009, 16:09 Uhr von ingoa09
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein sehr guter Bericht! Liebe Sonntagsgrüße, Ingo

  • sigrid9979

    13.09.2009, 13:33 Uhr von sigrid9979
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag...Lg Sigi

  • rainbow90

    13.09.2009, 12:59 Uhr von rainbow90
    Bewertung: besonders wertvoll

    Ein sehr interessanter Bericht. LG und einen schönen Sonntag!

  • anonym

    13.09.2009, 12:13 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH für deinen guten Bericht.LG Bernd

  • liebes35

    13.09.2009, 11:57 Uhr von liebes35
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein guter Bericht. LG Steffi

  • minasteini

    13.09.2009, 10:22 Uhr von minasteini
    Bewertung: besonders wertvoll

    Super Bericht. LG Marina

  • ronald65

    13.09.2009, 10:16 Uhr von ronald65
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg

  • Lale

    13.09.2009, 06:18 Uhr von Lale
    Bewertung: besonders wertvoll

    Dein Bericht wurde gerne gelesen. Allerbesten Gruß die Lale.